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Autobauer Audi-Aufsichtsrat vertagt die Entscheidung über Bram Schot

Eigentlich wollte der Aufsichtsrat den Audi-Interimschef am Donnerstag zur Dauerlösung an der Spitze des Autobauers machen. Bis Weihnachten will sich das Gremium entscheiden.

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Der Interimschef von Audi kann darauf hoffen, längerfristig an der Spitze der Ingolstädter zu arbeiten. Quelle: Bloomberg

Der Niederländer Bram Schot muss weiter auf eine dauerhafte Anstellung als Audi-Chef warten. Der Aufsichtsrat verschob einem Insider zufolge die für Donnerstag erwartete Entscheidung, den 57-Jährigen zum regulären Vorstandsvorsitzenden zu bestellen.

Als Grund nannte der Insider, dass bestimmte Formalitäten noch nicht erfüllt seien. Dies solle bis Weihnachten nachgeholt werden. Dann wolle das Gremium die Entscheidung in einer Telefonkonferenz nachholen. Ein Audi-Sprecher sagte lediglich, es gebe nichts von der Aufsichtsratssitzung zu berichten.

Schot war im Juni an die Unternehmensspitze gerückt, kurz nachdem sein Vorgänger Rupert Stadler wegen Betrugsverdachts in der Dieselaffäre in Haft genommen worden war. Später trennte sich der Mutterkonzern von Stadler. Er kam Ende Oktober nach vier Monaten gegen Kaution aus der Untersuchungshaft frei.

Ursprünglich sollte Bram Schot (57), der zuvor Vertriebschef von Audi war, nach einer Übergangszeit den Stuhl für Markus Duesmann räumen, der von BMW kommt und als Wunschkandidat für die Nachfolge Stadlers galt. Doch geben die Münchner ihren ehemaligen Einkaufsvorstand nicht frei. Volkswagen hatte Duesmann im Sommer in den Konzernvorstand berufen, sobald der zur Verfügung stehe.

Dem Ingenieur wird zugetraut, die Entwicklung von sauberen Dieselmotoren voranzutreiben - und Audis Altlasten im Abgasbetrug zu beseitigen. Wann -und ob überhaupt- das sein wird, steht aber in den Sternen, da BMW auf die Einhaltung seines bis 2019 laufenden Vertrages pocht. Danach wirkt eine einjährige Konkurrenzklausel. Sollten sich die Niedersachsen nicht noch mit den Bayern einigen, wäre Duesmann also bis 2020 gebunden. Insidern zufolge will BMW die Frist voll ausschöpfen.

Um Schot, der bei Audi hoch angesehen ist, nicht länger im Übergangsmodus zu halten, soll er einen regulären Vertrag als Vorstandschef bekommen.

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