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Chemieindustrie Evonik senkt Prognose nach schwachem Quartal

Viele Kunden des Spezialchemiekonzerns Evonik haben in der Coronakrise die Produktion pausiert. Das lässt den Umsatz des Konzerns schrumpfen.

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Die Coronakrise bremst das Wachstum des Chemieriesen jäh aus. Quelle: dpa

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik senkt wegen der Schwäche wichtiger Abnehmer-Branchen die Prognose. Der Konzern habe zwar im ersten Quartal nur geringe Rückgänge bei Umsatz und operativem Ertrag verbucht, doch zeichne sich mittlerweile deutlicher als zu Jahresbeginn ab, „wie schwer die Pandemie die globale Konjunktur in diesem Jahr belasten wird“, räumte Evonik am Donnerstag ein.

Das Management um Konzernchef Christian Kullmann erwartet nun einen Umsatz zwischen 11,5 und 13 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ebitda zwischen 1,7 und 2,1 Milliarden Euro. Zuvor hatte Kullmann noch einen stabilen Umsatz von rund 13,1 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ebitda zwischen zwei und 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Für das zweite Quartal rechnet er zudem mit einem weiteren Rückgang des operativen Ertrags.

Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) ging von Januar bis März um fünf Prozent auf 513 Millionen Euro zurück, teilte Evonik weiter mit. Der Umsatz schrumpfte leicht um ein Prozent auf 3,24 Milliarden Euro. Evonik bekam dabei die schwache Nachfrage aus der kriselnden Autoindustrie sowie die Folgen des niedrigen Ölpreises zu spüren - Vorräte mussten etwa abgewertet werden.

Auch für das zweite Quartal rechnet Evonik mit einem schrumpfenden operativen Ertrag. Das bereinigte Ebitda werde voraussichtlich bei rund 400 Millionen Euro liegen, hieß es in einer Analysten-Präsentation. Vor Jahresfrist waren es noch 566 Millionen Euro.

Der Chemiekonzern Lanxess hatte wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Epidemie ebenfalls seine Jahresziele gesenkt. Lanxess-Chef Matthias Zachert geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Pandemie im zweiten und dritten Quartal noch verstärken werden. Lanxess leidet vor allem unter der Schwäche der Autoindustrie. Der deutsche Branchenprimus BASF hatte seinen Ausblick für 2020 sogar zurückgezogen - auch er spürt die Schwäche der Autobranche.

Kullmann richtet Evonik auf margenstarke Geschäfte rund um die Spezialchemie aus. Dies soll sich nach den milliardenschweren Zukäufen der vergangenen Jahre nun auch in der Konzernstruktur spiegeln: Zum 1. Juli werden die bisherigen drei operativen Segmente in vier Divisionen überführt, die sich durch klare strategische Rollen besser steuern lassen und den Konzern schlagkräftiger machen sollen.

Mit dem Umbau will Evonik auch rund 150 Stellen einsparen und die Kosten bis Ende 2021 um jährlich 25 Millionen Euro drücken. Kullmann könnte zudem auch das Geschäft mit Superabsorbern für Windeln zur Disposition stellen: Evonik prüfe alle Optionen für das Baby-Care-Geschäft, hieß es in einer Analysten-Präsentation.

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