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CoronamedikamentePfizer-Pille Paxlovid kommt später als gedacht

Die Tablette des US-Konzerns Pfizer gilt als bestes Medikament gegen das Coronavirus. Ein Selbstläufer ist das Mittel jedoch nicht.Jürgen Salz 31.01.2022 - 16:06 Uhr

Das Medikament Paxlovid des US-Herstellers Pfizer gilt als Hoffnungsträger gegen Corona. Nun verzögert sich die Lieferung.

Foto: Reuters

Deutschlands Apotheker sind vorbereitet, eine Abrechnungsziffer gibt es bereits. Unter dem Zahlencode 17977087 können die Pharmazeuten künftig Paxlovid, die Corona-Tablette von Pfizer, bestellen und abrechnen: Nur: Das Medikament, auf dem große Hoffnungen ruhen und das Ende vergangener Woche von der europäischen Arzneibehörde EMA zugelassen wurde, ist noch gar nicht verfügbar.

Eine Million Packungen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach für Deutschland vorbestellt – die ersten Einheiten des rezeptpflichtigen Medikaments sollten noch im Januar die Apotheken erreichen. Daraus wird nun nichts – der Start verschiebt sich nun nach Angaben des Ministeriums und von Pfizer auf Februar. Wann genau, bleibt offen.

Wirkt auch gegen Omikron

Dabei gilt Paxlovid als größte Medikamenten-Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Laut Studien aus der Zeit vor Omikron senkt die Coronapille von Pfizer das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes um 89 Prozent. Die Virologin und erfolgreiche Biotech-Gründerin  Helga Rübsamen-Schaeff erklärte der WirtschaftsWoche: „Paxlovid scheint mir momentan das Beste zu sein.“  Laut Laborstudien wirkt Paxlovid auch gut gegen die Omikron-Variante.

( Exklusiv: Die große Analyse der neun Corona-Medikamente durch die Virologin und Biotech-Gründerin Rübsamen-Schaeff. )

Der Vorteil von Paxolovid besteht darin, dass Patienten die verschreibungspflichtigen Tabletten bequem von zu Hause aus einnehmen können. Andere Corona-Medikamente werden intravenös verabreicht – Corona-Erkrankte müssen dazu Kliniken oder zumindest größere Arztpraxen aufsuchen. Das Prinzip von Paxlovid besteht darin,  dass die Wirkstoffe bestimmte Enzyme im Körper hemmen und so die Vervielfältigung des Virus verhindern.

Nach dem gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoff ist Paxlovid für Pfizer bereits der zweite Corona-Coup. Selbstbewusst spricht Pfizer-CEO Albert Bourla bereits von einem „Gamechanger“, einer Wende bei der Bekämpfung des Coronavirus. Doch ein Selbstläufer wird das Präparat wohl nicht. Ganz so problemlos ist die Anwendung dann doch nicht.

Einschätzung einer prominenten Virologin

Pfizer-Medikament wirkt gegen Omikron am besten

von Jürgen Salz

Nur für Risikopatienten empfohlen

Für Paxlovid wie für andere Corona-Medikamente gilt: Je früher, desto wirksamer. Virologin  Rübsamen-Schaeff rät, die Medikamente „möglichst früh, am besten schon vor Symptombeginn oder bei leichten Symptomen“ einzunehmen: „Die höchste Virusmenge tritt früh nach der Infektion auf, und die gilt es so massiv wie möglich zu reduzieren.“ Für die Ärzte könnte es zur Herausforderung werden, Patienten, die keine oder nur leichte Symptome verspüren, von der Einnahme zu überzeugen.

Zudem empfiehlt die europäische Arzneimittelagentur EMA die Einnahme von Paxlovid erst mal nur Erwachsenen, die Risikopatienten sind – also etwa Menschen mit Vorerkrankung. Also genau jenen Patienten, die bereits viele andere Medikamente einnehmen – dabei können womöglich Wechselwirkungen entstehen. Die EMA warnt, dass Anti-Corona-Pillen die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinträchtigen könnten.

Und dann sind da noch die Nebenwirkungen. Laut EMA ist das Sicherheitsprofil von Paxlovid „günstig“  und die Nebenwirkungen „im allgemeinen milde.“ Aber natürlich gibt es, wie bei allen Medikamenten, Nebenwirkungen. Bei manchen Teilnehmern der Zulassungsstudien kam es zum Beispiel zu Erbrechen, Durchfall, Bluthochdruck und Geschmacksverlust.

Die Einnahme der Tablette ersetze eine Impfung nicht, heißt es auch bei Pfizer. Noch besser als eine Pille zu schlucken, ist es schließlich, überhaupt nicht krank zu werden.

Mehr zum Thema: Ja, die Infektionszahlen steigen. Doch vieles läuft besser oder weniger dramatisch als erwartet. Am Ende könnte die Omikron-Variante sogar dafür sorgen, dass die Pandemie zu Ende geht.

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