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Gabelstapler-Produzent Jungheinrich stellt Weichen für Chefwechsel im Jahr 2019

Beim Intralogistik-Spezialisten werden die Weichen für den Führungswechsel gestellt. Der bisherige Vertriebsvorstand Lars Brzoska wird im September zunächst Technikvorstand und im kommenden Jahr Hans-Georg Frey als Vorstandschef nachfolgen.

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Ein Angestellter fährt mit einem Schubmaststapler durch die Produktions-Halle in Hamburg. Quelle: dpa

Hamburg Kontinuität ist ein hohes Gut bei Gabelstapler-Produzenten Jungheinrich. Und so haben es die beiden Gesellschafterfamilien Wolf und Lange auch diesmal gehalten. Sie haben den Generationswechsel lange vorbereitet und nun am späten Dienstagabend per Adhoc-Mitteilung bekannt gegeben. Die beiden Familien halten die Mehrheit des im M-Dax gelisteten Unternehmens. Hans-Georg Frey,62, führt das 1953 von Friedrich Jungheinrich gegründete Unternehmen seit elf Jahren.

Wenn er den Chefposten dann an Lars Brzoska, 45, im kommenden Jahr abgibt, stellt er sich als Aufsichtsrat zur Verfügung. Und, so ist es der Wunsch der Gesellschafterfamilien, dann soll er Jürgen Peddinghaus, als Aufsichtsratschef nachfolgen.

Jungheinrich ist die Nummer drei auf dem Weltmarkt für Flurförderzeuge hinter Toyota und Kion und ist in der Amtszeit von Frey vor allem organisch gewachsen. Große Übernahmen wie Konkurrent Kion standen nicht auf der Agenda des Schwaben Frey, der zuvor bei Liebherr arbeitete. Doch Frey hat ehrgeizige Ziele ausgegeben. So soll der Umsatz des Hamburger Unternehmens bis zum Jahr 2020 auf vier Milliarden Euro steigen. 2017 setzte Jungheinrich 3,4 Milliarden Euro um.

Freys designierter Nachfolger Brzoska, der seit 2014 dem Vorstand von Jungheinrich angehört, hat viel dazu beigetragen, dass Jungheinrich sich dem Ziel deutlich genähert hat. Und Brzoska wird auch derjenige sein, der 2020 verkünden darf, dass das Ziel auch erreicht wird, oder eben nicht. Denn das Geschäft ist anspruchsvoll und das Wachstum könnte sich in der Branche etwas verlangsamen prognostizieren Experten.

Als Frey sein Amt antrat, notierte die Jungheinrich-Aktie unter zehn Euro, am Dienstagabend lag sie bei 31,92 Euro, den Höchststand erreichte sie mit über 41 Euro zu Jahresbeginn 2018. Doch Frey hat auch die Finanz-und Wirtschaftskrise miterlebt, die Jungheinrich stark traf. Er war noch keine zwei Jahre im Amt, als sich der Umsatz im wichtigen Europa-Geschäft binnen drei Monaten halbierte, 1.000 Mitarbeiter mussten damals gehen. Inzwischen kann Frey darauf verweisen, dass er seitdem mehr als 6.000 Mitarbeiter einstellen konnte und heute mehr als 16.000 Menschen beschäftigt.

Brzoska studierte BWL in Münster und promovierte dort 2003, danach startete er seine berufliche Karriere bei Gildemeister im Vorstandsbereich Strategie, Marketing und Vertrieb. Bei einer Gildemeister-Tochter wurde er Leiter Technische Dienstleistungsprodukte, bevor er dort zum Geschäftsführer ernannt wurde. 2010 wechselte er zur Demag Cranes AG als Direktor Konzernvertrieb und übernahm 2012 die Verantwortung als Direktor Industriekrane und Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Demag Cranes & Components. Nach der Integration in den Terex-Konzern war er als Vorstandsmitglied für den Geschäftsbereich Terex Material Handling als Vice President und Managing Director verantwortlich.

Zur Vorbereitung auf den Vorstandsvorsitz soll Brzoska ab September das vakante Technikressort übernehmen. Neuer Vertriebsvorstand wird dann Christian Erlach (56). Auch er ist bereits so lange wie Frey bei Jungheinrich. Er begann seine Karriere im Jahr 2007 als Managing Director der Jungheinrich Austria, seit 2013 ist er Regionalleiter in der Jungheinrich AG und übernahm nach und nach die Verantwortung für die Regionen Südosteuropa, Südamerika sowie Südafrika.

Die anderen beiden Vorstände Klaus-Dieter Rosenbach als Vorstand Logistiksysteme sowie Finanzvorstand Volker Hues verbleiben in ihren Ämtern.

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