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Kupferkonzern E-Auto-Boom sorgt für steigende Kupfernachfrage bei Aurubis

Da immer mehr Elektroautos gebaut werden, wächst der Kupferbedarf. Davon profitiert der Kupferkonzern Aurubis. Die Zukunftsaussichten sind glänzend.

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In Elektroautos ist viel mehr Kupfer verbaut als in herkömmlichen Fahrzeugen. Davon profitiert das Unternehmen. Quelle: dpa

Europas größte Kupferhütte Aurubis sieht angesichts des Booms bei Elektroautos und weltweit steigender Investitionen in die Infrastruktur glänzende Aussichten fürs eigene Geschäft. „Mit jedem Elektrofahrzeug sehen wir eine verstärkte Nachfrage nach Kupfer“, sagte Konzernchef Roland Harings am Mittwoch bei der Präsentation der Bilanz für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr.

Er verwies darauf, dass batteriegetriebene Wagen und Plug-in-Fahrzeuge zwischen 50 und 90 Kilo Kupfer in Form von Kabeln, Leiterplatten und Steckverbindungen an Bord hätten. Das sei ein Vielfaches dessen, was in herkömmlichen Autos verbaut sei. Auch das Recycling von Batterien, bei dem Aurubis bereits aktiv ist, werde zunehmen.

Bisher gehen etwa 15 Prozent der Kupferprodukte von Aurubis in die Automobilindustrie. Der Bedarf werde zunehmen, sagte Harings. „Für uns ist die Elektromobilität ein wichtiger Wachstumsmarkt.“ Eine konkrete Prognose nannte er nicht. Die Neuzulassungen von E-Autos stiegen zuletzt rasant, weil der Kauf durch staatliche Prämien angeheizt wird, um den Klimaschutz voranzutreiben.

Aurubis recycelt neben Kupfer, Nickel und Zink bereits auch Batterien. Allerdings sind die Mengen aus der Automobilindustrie noch verhältnismäßig gering. Sobald sich dies durch die Zunahme der E-Mobilität ändere, werde Aurubis diesen Bereich ausbauen. „Wir sehen einen wirklichen Markt für Batterierecycling erst am Ende dieser Dekade“, sagte Harings. Momentan geht man davon aus, dass Batterien von E-Autos acht bis zehn Jahre halten. Danach lässt die Ladekapazität nach.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 sorgte das starke Recyclinggeschäft und die hohe Kupfernachfrage aus China für einen Gewinnsprung. Die in der Corona-Pandemie eingebrochene Nachfrage auf den europäischen Kupfermärkten sei durch Kathodenverkäufe nach Asien wettgemacht worden.

Der operative Vorsteuergewinn (EBT) kletterte um 15 Prozent auf 221 Millionen Euro. Dazu trug auch das seit einiger Zeit laufende Sparprogramm und die Übernahme der Metallo-Gruppe bei. An dem gestiegenen Gewinn sollen die Aktionäre durch eine um fünf Cent auf 1,30 Euro erhöhte Dividende teilhaben.

Im gerade angelaufene Geschäftsjahr 2020/21 rechnet Aurubis, an der der Stahlkonzern Salzgitter maßgeblich beteiligt ist, mit einer weltweit wieder anziehenden Kupfernachfrage und prognostiziert einen operativen Vorsteuergewinn in einer Spanne zwischen 210 und 270 Millionen Euro. Damit hält das Management sowohl einen leichten Rückgang als auch einen kräftigen Anstieg für möglich. Für das abgelaufene Jahr hatte Aurubis ein operatives EBT zwischen 185 und 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

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