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Pharmaindustrie US-Pharmakonzern Merck & Co will sich aufspalten – Aktien geben vier Prozent nach

Der Pharmariese plant, sich von großen Teilen seines Arzneimittelgeschäfts zu trennen. Stattdessen will er sich stärker auf Krebsmedikamente fokussieren.

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Der Konzern baut um. Quelle: Reuters

Der US-Pharmariese Merck & Co will sich von großen Teilen seines Arzneimittelgeschäfts trennen und sich künftig voll auf seine wichtigsten Wachstumstreiber konzentrieren. Die Bereiche Frauengesundheit, Biosimilars und ältere Medikamente sollen in eine neue, börsennotierte Gesellschaft abgespalten werden, kündigte Merck & Co am Mittwoch an. Das Produktportfolio des Konzerns mit Humanarzneimitteln würde sich mit diesem Schritt halbieren.

Merck & Co will dagegen seinen Fokus noch stärker auf Krebsmedikamente ausrichten. Dort sind die Amerikaner vor allem mit ihrer Krebsimmuntherapie Keytruda sehr erfolgreich, die eine der weltweit umsatzstärksten Arzneien ist. Daneben stehen auch die Bereiche Tiergesundheit und Impfstoffe im Mittelpunkt.

Mit einem Abschluss des Vorhabens rechnet das Management im ersten Halbjahr 2021 und erhofft sich Kosteneinsparungen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar bis 2024. Zugleich erwartet der Konzern eine steuerfreie Sonderdividende von bis zu neun Milliarden Dollar von dem neuen Unternehmen.

Dieses soll zudem eine Schuldenlast von bis zu 9,5 Milliarden Dollar übernehmen. In dem neuen Unternehmen soll ein Portfolio verschiedener Marken in den Bereichen Dermatologie, Schmerzen, Atemwegserkrankungen und verschiedene Herzmedikamente wie Zetia und Vytorin gebündelt werden. Es soll zudem einer der weltweiten Marktführer im Bereich Frauengesundheit werden. Merck hält indes weiter an seinem Geschäft mit Tierarzneien sowie seinen Krankenhausprodukten fest.

Mit seiner Aufspaltung folgt der US-Konzern ähnlichen Plänen anderer Wettbewerber. So hatte Pfizer im vergangenen Jahr angekündigt, sein Geschäft mit patentfreien Produkten mit dem Generikahersteller Mylan zusammmenschließen zu wollen und sich auf neue, profitable Arzneien zu konzentrieren.

An der Börse wurde der Schritt zunächst aber skeptisch aufgenommen. Zu Handelsbeginn an der Wall Street gaben Merck-Aktien knapp vier Prozent nach, obwohl der Pharmakonzern im vierten Quartal einen etwas höheren Gewinn als von Analysten erwartet einfuhr. Keytruda konnte die hohen Erwartungen trotz eines satten Umsatzsprungs jedoch nicht erreichen. 2019 setzte Merck mit Keytruda 11,1 Milliarden Dollar um, ein Plus von 55 Prozent.

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