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StadaHeimlich Markenrechte an Sonnenschutzmittel Ladival verkauft

Der Vorstand des Pharmaunternehmens Stada hat 2013 die Markenrechte an Ladival, einer der bekanntesten deutschen Sonnenschutzmarken, für 30 Millionen Euro an den früheren Investmentbanker Ingo Söhngen verkauft. Das berichtet die WirtschaftsWoche.Melanie Bergermann, Jürgen Salz 25.08.2017 - 07:00 Uhr

Der ehemalige Stada-Chef Hartmut Retzlaff im Jahr 2013.

Foto: dpa

Mehrere mit dem Vorgang vertraute Insider werfen dem damaligen Stada-Chef Hartmut Retzlaff vor, er habe damit seinen Bonus retten wollen. Der Bonus des Vorstands orientiert sich laut Stada-Geschäftsbericht am sogenannten „bereinigten“ Ergebnis des Konzerns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Im Geschäftsbericht wurde der Erlös aus dem Verkauf der Rechte an Ladival nicht als „Sonderfaktor“ aufgeführt. Das könnte auch der Grund dafür gewesen sein, warum das bereinigte Ebitda im Verkaufsjahr deutlich stieg – auf 415 Millionen Euro. Zu den Vorwürfen wollte sich keiner der Beteiligten äußern.

Kenner des Marktes sagen, dass das Geschäft nachteilig für Stada gewesen sei, schon allein wegen der Gebühren, die das Unternehmen seitdem jährlich an die Ladival GmbH & Co. KG, deren Eigentümer Söhngen ist, zahlen muss. Zehn Prozent seines Umsatzes mit Ladival muss Stada jährlich abtreten. Zuletzt erlöste die Marke unter 20 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass der Rückkaufswert über den 30 Millionen Euro liegen dürfte, die Söhngen gezahlt hat. Insider werfen Retzlaff deshalb vor, Söhngen die Rechte „ausgerechnet an einer der bekanntesten Sonnenschutz-Marken zu einem Freundschaftspreis“ verkauft zu haben. Im Umfeld des Unternehmens wird nun spekuliert, Stada wolle die Ladival-Rechte zurückkaufen. Insider schätzen den aktuellen Wert auf rund 45 Millionen Euro. Die neuen Stada-Eigner, die Finanzinvestoren Bain und Cinven, wollten sich zu dem Thema nicht äußern. Auch Stada lehnte eine Stellungnahme ab.

Zweifel an der Lauterkeit des Geschäfts hegen Insider auch deswegen, weil der Deal nicht transparent gemacht wurde. Nirgends im Geschäftsbericht 2013 ist zu lesen, dass Stada die Marke Ladival verkauft hat. Dort ist an mehreren Stellen nur von „der Veräußerung von immateriellen Vermögenswerten mit anschließender Rücklizenzierung“ die Rede. „Die Formulierung ist absichtlich so kryptisch, um den ganzen Vorgang zu verschleiern“, vermutet ein Insider. Für den 30. August hat Stada zur Hauptversammlung eingeladen.

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