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Streitwert 600 Millionen Euro Tönnies soll verkauft werden

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Robert Tönnies (o.) zieht die Reißleine: Anwälte haben eine Klage gegen seinen Onkel Clemens Tönnies eingereicht. Quelle: dpa

Der Streit um den Schlachtkonzern Tönnies eskaliert: Mitgesellschafter Robert Tönnies will einen Verkauf erzwingen. Der Streitwert liegt bei 600 Millionen Euro.

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Der Frieden in der Schlachterfamilie Tönnies ist endgültig beendet: Vergangenen Freitag reichten die Anwälte von Robert Tönnies bei der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e.V. (DIS) in Bonn eine Klage gegen Roberts Onkel Clemens Tönnies und dessen Sohn Maximilian Tönnies ein. Mit der Klage soll festgestellt werden, dass ein Gesamtverkauf der Tönnies-Gruppe stattzufinden habe. Der Streitwert wird in der 29-seitigen Klageschrift, die der WirtschaftsWoche vorliegt, mit 600 Millionen Euro angegeben.

Die Klage bezieht sich auf die im April 2017 geschlossene „Vereinbarung zur Neuordnung der Tönnies-Gruppe und Beilegung der Rechtsstreitigkeiten“. Aufgrund dieser Rahmenvereinbarungen liege nun ein wichtiger Grund vor, weshalb der Schiedskläger, also Robert Tönnies, von den Schiedsbeklagten Clemens und Max Tönnies einen Gesamtverkauf der Tönnies-Gruppe verlangen kann. Die Parteien seien verpflichtet, den Gesamtverkauf nach Kräften zu fördern.

Schon im Laufe des vergangenen Jahres sei es zu „einer rasant fortschreitenden Zerrüttung“ zwischen Robert und seinem Onkel Clemens gekommen, heißt es in der Klageschrift. Im Einigungsvertrag ist auch für den Zerrüttungsfall eine Exit-Klausel eingebaut worden. Nach dieser kann im Falle einer Zerrüttung jeder der beiden Hauptgesellschafter den Gesamtverkauf des Unternehmens in einem geordneten M & A – Prozess verlangen. Diesen Weg hatten Robert und Clemens Tönnies offenbar schon seit Monaten angestrebt. Clemens hatte aber kurz vor der Realisierung wieder einen Rückzieher gemacht. Jetzt will Robert Tönnies mit dieser Klage den Gesamtverkauf durchsetzen. Dabei können sowohl Clemens, als auch sein Neffe Robert als kaufwillige Interessenten auftreten.

Öffentlich bekannt wurden Einzelheiten der Streitereien vor rund zwei Wochen. Nachdem Robert Tönnies das Landgericht Bielefeld eingeschaltet hatte, weil er sich bei der Übernahme von zwei deutschen Werken des schweizerischen Wurstwarenherstellers Bell Food („Zimbo“) von seinem Onkel und Mitgesellschafter Clemens Tönnies (63) übergangen gefühlt hatte, beschäftigt sich jetzt doch ein Konzern-Beirat mit dem Kauf. Eine entsprechende Mitteilung sei beim Landgericht eingegangen, wie ein Sprecher vergangene Woche bestätigte. Der Beirat soll jetzt am 1. August zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Robert Tönnies (41) habe daher die Sache für erledigt erklärt. Das Unternehmen hatte vorher erklärt, dass der Beirat dem Kauf nicht hätte zustimmen müssen.

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