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US-PharmakonzernEli Lilly gelingt Durchbruch mit Alzheimer-Medikament

Nach der Zulassung des Alzheimermittels Leqembi, weckt der Pharmakonzern Hoffnung auf ein weiteres Medikament. Das Mittel habe fast alle Studienziele erreicht. 03.05.2023 - 15:34 Uhr

Bis Ende Juni will Eli Lilly nun die Zulassung in den USA beantragen und darauf in weiteren Ländern.

Foto: AP

Dem US-Pharmakonzern Eli Lilly ist ein seltener Durchbruch in der Alzheimer-Forschung gelungen. Der Antikörper Donanemab verringerte in einer mit Spannung verfolgten klinischen Studie laut den am Mittwoch veröffentlichten Ergebnissen den kognitiven Verfall bei Alzheimer-Patienten um 35 Prozent.

Nach der Zulassung des Alzheimermittels Leqembi der Unternehmen Biogen und Eisai in den USA zu Jahresbeginn wecken die Daten Hoffnungen auf eine zweite Behandlung gegen die Krankheit. Das Medikament von Eli Lilly erreichte in der Untersuchung alle Studienziele, wie der Konzern mitteilte. Bis Ende Juni will er nun die Zulassung in den USA beantragen und darauf in weiteren Ländern.

Das Biogen-Mittel Leqembi hatte im Januar die Freigabe der US-Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung von Patienten in den frühesten Stadien der Erkrankung erhalten. Wie auch Leqembi gehört der Antikörper von Eli Lilly zur einer Klasse von Medikamenten, die darauf abzielen, das Fortschreiten von Alzheimer zur verlangsamen, indem sie Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid aus dem Gehirn entfernen. Nahezu alle bisherigen Mittel, die den gleichen Ansatz verfolgten, waren bisher gescheitert. Davon war vor wenigen Monaten etwa der Schweizer Pharmakonzern Roche betroffen.

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In der Studie der dritten entscheidenden Phase führte Donanemab nach Angaben von Eli Lilly zu einer um 40 Prozent geringeren Beeinträchtigung, an Aktivitäten des täglichen Lebens teilzunehmen. Bei 47 Prozent der Teilnehmer kam es nach einem Jahr zu keinem Fortschreiten der Krankheit – im Vergleich zu 29 Prozent der Teilnehmer, die ein Placebo erhielten. Die Studie umfasste Patienten mit früher symptomatischer Alzheimer-Krankheit sowie im Stadium leichter Demenz.

Donanemab verlangsamte demnach das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit um 35 bis 36 Prozent im Vergleich zu einem Placebo bei 1182 Personen basierend auf Scans, die Ablagerungen von Amyloid und Zwischenstufen von Tau-Protein, das zum Absterben der Nervenzellen beiträgt, zeigten. Weitere 552 Patienten der Studie wiesen hohe Tau-Werte auf, sie sprechen wohl weniger auf die Behandlung an.

Nebenwirkungen bei Eli-Lilly-Medikament

Nach der Kombination beider Gruppen verlangsamte Donanemab das Fortschreiten von Alzheimer um 22 Prozent auf Basis einer von Eli Lilly entwickelten Skala zur Messung der kognitiven Fähigkeiten und der Aktivitäten des täglichen Lebens sowie um 29 Prozent bei Verwendung einer üblichen Skala zur Messung des Fortschreitens der Demenz.

Anhand dieser Demenzskala zeigten die im vergangenen Jahr veröffentlichten Studienergebnisse von Biogen und Eisai, dass Leqembi das Fortschreiten der Krankheit bei Patienten im Frühstadium der Krankheit um 27 Prozent im Vergleich zu einem Placebo verlangsamt. Leqembi wurde damals bei fast 13 Prozent der Patienten mit einer Hirnschwellung in Verbindung gebracht – eine bekannte Nebenwirkung von Medikamenten dieser Art. In der Donanemab-Behandlungsgruppe traten laut Eli Lilly dagegen bei fast einem Viertel der Teilnehmer Hirnschwellungen auf.

„Es ist klar, dass man hier Vorteile gesehen hat, aber es gibt ein gewisses Risiko, das berücksichtigt werden muss“, sagte Eric Reiman, geschäftsführender Direktor des Banner Alzheimer Instituts. „In der Medizin gibt es Risiken, aber ich denke, wenn man diese Ergebnisse im Zusammenhang mit einer tödlichen, lebensbedrohlichen Krankheit betrachtet, sind sie recht aussagekräftig“, sagte Anne White, Geschäftsführerin von Lilly Neuroscience, der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Eli-Lilly-Medikament wird wohl das dritte seiner Klasse auf dem Markt sein, nachdem in den USA mit Leqembi und Aduhelm bereits zwei ähnliche – von den Partnern Eisai und Biogen entwickelte – Mittel zugelassen wurden. Aduhelm war das erste neue Alzheimer-Medikament, das in den vergangenen 20 Jahren nach einer langen Reihe von Misserfolgen in der Branche auf den Markt kam.

Seine Zulassung war allerdings heftig umstritten. Nachdem die staatliche Krankenversicherung Medicare in den USA die Erstattung der Behandlung stark einschränkte, kündigte Biogen an, das Geschäft mit Aduhelm stark zurückzufahren. Der Zulassungsantrag für Europa wurde zurückgezogen.

Lesen Sie auch: Investoren hoffen auf Medikamente und einen Impfstoff gegen Alzheimer: Die nächste Wette der Superreichen

rtr
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