Wertvolle Zeitmesser: Gravuren auf Uhren sind Spuren des Lebens
Die persönliche Rolex GMT-Master Pepsi, die mit Nasa-Astronaut Edgar Mitchell während der Apollo-14-Mission im Jahr 1971 zum Mond geflogen ist, wurde für eine Rekordsumme von 2,2 Millionen Dollar versteigert.
Foto: imago imagesNiemand braucht heute eine mechanische Luxusarmbanduhr, um die Zeit abzulesen. Das machen wir seit Jahren mit dem Smartphone, auf das wir ohnehin alle paar Sekunden schauen. Warum also Uhren, die auch noch mit Präzision werben?
Uhren sind im Kern ein emotionaler Wertgegenstand, der ihre Besitzer durchs Leben begleitet, der feine Unterschiede zeigt, eine Art nostalgische Rückversicherung. Am besten daran gefällt vielen, dass Mechanik wertvoll werden kann.
Ist es Ausdruck unserer Zeit, dass viele Menschen beim Kauf einer Uhr vor allem auf Werterhalt und -steigerung achten? Und die Zeitmesser deshalb, am besten noch originalverpackt, in Tresoren verkümmern lassen? Persönliche Gravuren? Eine Todsünde! Ein Anfängerfehler.
Sammler wissen: Modelle, die auf Auktionen Millionen erzielen, begeistern durch die Lebensgeschichte des Trägers, der oder die damit durch dick und dünn gegangen ist. Oder ins All geflogen, wie im Fall der im Oktober bei RRAuction für 2,2 Millionen Dollar versteigerten Rolex GMT-Master Pepsi: Die Uhr mit der markanten, namensgebenden rotblauen Lünette ist nicht nur die derzeit wertvollste Armbanduhr, die es ins Weltall schaffte. Sie wurde von dem US-Astronauten Edgar Mitchell für die Apollo-14-Mission der Nasa persönlich ausgewählt.
Sie war für ihn auch ein sehr emotionales Objekt, wie die Gravur auf dem Gehäuseboden belegt: „Worn by Cdr. E. Mitchell on Apollo 14, 1971, To Karlin – My Daughter“. Mechanische Uhren galten damals als echte Lebensversicherungen, wie eine Omega Speedmaster ein Jahr vorher während Apollo 13 bewiesen hatte.
Das beste Beispiel, das für eine Gravur spricht, ist die teuerste Rolex aller Zeiten: die vom US-Schauspieler und Rennfahrer Paul Newman getragene Rolex Daytona aus dem Jahr 1969, die 2017 für gut rund 16,2 Millionen Euro unter den Hammer kam. Seine Frau Joanne Woodward hatte das Geschenk aus Angst um sein Leben auf der Rückseite mit den Worten gravieren lassen: „Drive Carefully Me“.
Nur wenige wissen, dass Rolex Gravuren auf dem Gehäuseboden lebenslang kostenlos anbietet, solange die Uhr bei einem offiziellen Händler gekauft wurde. Es ist nie zu spät für die eigene Geschichte.
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