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DuckDuckGo, Ixquick, MetaGer & Swisscows Das kann Googles datensichere Konkurrenz

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Was bringen alternative Suchmaschinen?

Viele Nutzer von alternativen Suchmaschinen täten das wegen ihrer politischen Einstellung, sagt Christoph Sorge, Professor für Rechtsinformatik. „Sie wollen verhindern, dass ein einziger Konzern zu viele Daten sammelt. Denn Daten sind Macht.“

Dass die Zahl der Nutzer so gering ist, liege nicht am fehlenden Bewusstsein. „Vielen ist klar, dass ihre Daten verarbeitet und ausgewertet werden“, sagt er. „Aber letztendlich siegt die Bequemlichkeit.“ Denn die Suche bei Google habe für Privatpersonen keinen direkt bemerkbaren Nachteil.

Swisscows

Trotzdem rät Sorge zur anonymen Suche: „Man verkleinert den Ausschnitt, den Google sieht.“ In manchen Fällen könnten die Informationen, die Google über seine Suchmaschine erhält, die Verknüpfung der gesammelten Informationen zu einer konkreten Person erlauben.

Bei Unternehmen verhalte sich das anders. Über IP-Adressen kann systematisch untersucht werden, welche Suchbegriffe innerhalb eines Konzerns häufig vorkommen. Wird etwa nach bestimmten Patenten gesucht, könnte das Unternehmen an Innovationen arbeiten, die damit zusammenhängen. „Online-Wirtschaftsspionage wird allgemein unterschätzt“, erklärt Sorge.

Standortvorteil Server

Ein entscheidender Faktor in punkto Sicherheit der Suchmaschinen ist der Standort. Als amerikanisches Unternehmen unterliegt DuckDuckGo dem amerikanischen Recht. Für das US-Unternehmen gilt der Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Geheim tagende Gerichte können Weinberg zwingen, die Daten seiner Nutzer zu sammeln – ohne dass er die Nutzer darauf hinweisen darf.

Wo die NSA im Ausland spioniert hat

Auch Ixquick betreibt neben seinen Servern in Europa Server in den USA – schließlich haben die Niederländer dort einen Großteil ihrer Nutzer. „Als europäisches Unternehmen gilt FISA für uns nicht“, sagt Bauer. „Würde die NSA auf unsere Server zugreifen wollen, würden wir das in die Welt hinaus posaunen und verweigern.“ Das wäre gute Werbung für das Unternehmen.

Außerdem speichere Ixquick ohnehin keine Nutzerdaten auf seinen Servern. 2008 wurde das Unternehmen deswegen vom Europäischen Datenschutzbeauftragten als erste Suchmaschine mit dem Europäischen Datenschutzgütesiegel ausgezeichnet.

Mit den Servern als Standortvorteil werben auch MetaGer und Swisscows. MetaGers Server befinden sich im Regionalen Rechenzentrum Hannover, Swisscows liegen in der Schweiz. „Das ist der sicherste Platz der Welt“, meint Swisscows-Gründer Wiebe. „Die Schweiz liegt außerhalb Europas und außerhalb der USA – niemand hier ist scharf auf eine Vorratsdatenspeicherung, wie sie in Deutschland diskutiert wird.“

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