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iPhoneWarum Apple vermutlich die Kopfhörer-Buchse abschaffen wird

Apple wird während der Keynote seine Produktneuheiten vorstellen – darunter dürfte laut Branchenkennern ein neues iPhone sein. Für die größte Resonanz wird vermutlich aber die Abkehr von einer alten Technologie sorgen. 05.09.2016 - 13:48 Uhr

Experten gehen davon aus, dass Apple ein neues iPhone vorstellen wird.

Foto: dpa

Es ist September – und in der Apple-Welt heißt das: Zeit für neue iPhone-Modelle. Im Vorfeld der Präsentation am Mittwoch schießen die Spekulationen ins Kraut, wie sehr Apple von seinen üblichen Gewohnheiten abweichen wird. Erstmals seit dem iPhone 3G von 2008 fällt Apple laut Medienberichten aus dem Rhythmus, alle zwei Jahre das Aussehen des Geräts zu erneuern.

Das neue Modell soll stattdessen das Aussehen der aktuellen 6er-Reihe weitgehend behalten. Mit einer Ausnahme, die nach der Präsentation am Mittwoch für viel Aufregung sorgen könnte: Apple verzichtet den Informationen zufolge als erster Smartphone-Anbieter auf den üblichen Klinkenstecker für Ohrhörer.

Stattdessen solle als Buchse Apples hauseigener „Lightning“-Anschluss genutzt werden, über den die Geräte zum Beispiel auch aufgeladen werden, berichteten unter anderem das „Wall Street Journal“ und der Finanzdienst Bloomberg. Damit die vielen Kopfhörer mit klassischen Steckern nicht auf einen Schlag nutzlos für Käufer neuer iPhones werden, werde es eventuell einen Adapter geben, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

So das schon seit Monaten umhergehende Gerücht stimmt, warum macht Apple das? Schließlich dürfte die Empörung um ein „Ohrhörer“ – oder „Stecker-Gate“ programmiert sein. Nur ein Beispiel: Der Chefredakteur des viel gelesenen Tech-Blogs „The Verge“, Nilay Patel, erklärte einen solche Schritt bereits für „Nutzer-feindlich und dumm“ – obwohl er zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wissen konnte, welche Alternativen Apple seinen Kunden anbieten wird. Dazu könnten beispielsweise bequeme drahtlose Bluetooth-Kopfhörer gehören.

Ein Grund für einen Stecker-Verzicht könnte der Versuch sein, die Geräte in Zukunft noch dünner und kompakter zu machen oder Platz für einen zusätzlichen Lautsprecher oder einen größeren Akku zu schaffen. Die Buchse für die 3,5-Millimeter-Klinke nimmt nach heutigen Verhältnissen viel Platz ein und bildet auch eine natürliche Grenze dafür, wie flach und oder auch wasserdicht die Geräte überhaupt sein können.

Mit 178 Milliarden Dollar könnte Apple...
… IBM übernehmen, Coca Cola, AT&T oder Procter&Gamble – oder Boeing, McDonald’s und Nike zusammen.
… ein Jahr lang die gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben der 25 F&E-stärksten Konzerne der Welt finanzieren – darunter Volkswagen, Samsung, Intel, Microsoft, Roche, Novartis, Toyota, Johnson&Johnson sowie Google.
… mehr als 400 Airbus A380 Jets zum Listenpreis kaufen (428 Millionen Euro) – mehr als das Zweieinhalbfache der bisher überhaupt ausgelieferten Zahl dieser Riesenjets.
… Siemens, Daimler und die Lufthansa kaufen – oder die 14 am niedrigsten bewerteten Dax-Konzerne.
… das Jahresbudget des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Höhe von 3,86 Milliarden Dollar (Stand 2013) für die nächsten 45 Jahre vorab begleichen.
… im Haushaltsjahr 2015 die Etats von Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (125,5 Millionen Euro) sowie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (32,9 Milliarden Euro) zu finanzieren.
… gut die Hälfte des gegenwärtigen griechischen Bruttoschuldenstandes von rund 318 Milliarden Euro auf einen Schlag tilgen.
… fünfzehn Monate lang die gesamten Bildungsausgaben des Bundes in den USA bestreiten.
… der Bundesbank gut eineinhalb Mal ihre komplette Goldreserve im Wert von 105 Milliarden Euro (Stand 11/2014) abkaufen.

Und bei Apple hat es schon Tradition, eine Vorreiter-Rolle bei der Abschaffung noch durchaus rege genutzter Schnittstellen zu übernehmen. Beim ersten iMac-Computer verzichtete Steve Jobs vor 18 Jahren auf die Floppy-Disc zugunsten von USB-Anschlüssen. Frühzeitig verbannte Apple auch das CD-Laufwerk aus seinem Macbook Air, um es dünner zu machen.

Außerdem ist der Anschluss, der technisch noch auf die Klinkenstecker von Telefon-Vermittlungsstellen aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht, eben noch analoges Überbleibsel in einem digitalen Zeitalter. Was mit „Lightning“ möglich wird, zeigte jüngst auf der Berliner Elektronik-Messe IFA die dänische Firma Libratone mit dem ersten kleinen Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Normalerweise steckt die Technologie in großen Kopfhörern, weil sie eigene Batterien benötigt. Mit „Lightning“ wird das Kleinformat möglich, weil darüber der Strom von der iPhone-Batterie abgezapft wird.

1976: der erste Apple-Computer
Die Firmengründer Steve Jobs (rechts) und Steve Wozniak bauen in einer Garage die ersten Apple-Computer. Die Geräte, die sie für 666,66 Dollar verkaufen, bestehen nur aus der Hauptplatine, ohne Gehäuse oder Tastatur. Mit Apple beginnt die Ära der Personal Computer, während meist noch Großrechner verwendet werden. Erster Geldgeber ist der ehemalige Intel-Manager Mike Markkula.

Foto: dpa

1977: der Heimcomputer Apple II
Mit dem Apple II bringt das Unternehmen einen fertigen PC im Plastikgehäuse und mit einer Farbgrafikkarte auf den Markt. Im ersten Jahr werden 2500 Stück verkauft, im Folgejahr schon 8000 und darauf über 30.000 Exemplare. Bis 1993 wird der Apple II über zwei Millionen Mal verkauft.

Foto: AP

1980: der Börsengang
1980 geht Apple mit einem Jahresumsatz von 118 Millionen US-Dollar an die Börse und macht den 25-jährigen Jobs zum Multimillionär mit einem Vermögen von rund 200 Millionen US-Dollar.

Foto: AP

1984: Jobs macht die PC-Bedienung per Maus massentauglich
1982 holt Jobs den deutschen Designer Hartmut Esslinger und sein Team nach Kalifornien, um das Aussehen der Apple Computer neu zu definieren. 1984 stellt Jobs den Macintosh-Computer vor, mit dem eine grafische Benutzeroberfläche und die Bedienung per Maus populär werden.

Foto: dpa

1985: Machtkampf bei Apple

Steve Jobs sucht den Machtkampf mit CEO John Sculley, der in Jobs Rauswurf endet. Er gründet danach die Computer Firma Next und führt das Animations-Studio Pixar. Next entwickelt eine Workstation. Das Start-up wird sofort von Apple verklagt.
Next ist in Technik und Design seiner Zeit voraus, allerdings so teuer, dass nur ein paar zehntausend Computer verkauft werden. Schließlich wird die Hardwareproduktion eingestellt und nur noch Software entwickelt.

Foto: dpa

1991: der erste Laptop

Apple bringt seinen ersten erfolgreichen Laptop auf den Markt, das PowerBook 100.

Foto: AP

1993: PDA Apple Newton floppt

Im Jahr 1993 stellt das Unternehmen den PDA Apple Newton vor (auf dem Foto ein Vorserienmodell). Die Entwicklung des Persönlichen Digitalen Assistenten (PDA) startet 1987 unter dem damaligen Apple-Chef John Sculley. Das Gerät, mit dem man unter anderem Notizen aufzeichnen, E-Mails versenden und Online-Dienste wie AOL nutzen konnte, erntet aber durchweg kritische Reaktionen in der Öffentlichkeit, weil manche Merkmale wie eine Handschriftenerkennung nicht zuverlässig funktionieren. Das Resultat: Das Gerät verkauft sich schlecht.

Foto: dpa

1997: Apple holt Jobs zurück

Wegen minimaler Anteile im PC-Geschäft und zu hohen Entwicklungskosten ist Apple so stark in der Krise, dass die finanziellen Mittel knapp werden. Daraufhin holt das Unternehmen Steve Jobs zurück. Mit dem Kauf von Next für über 400 Millionen Dollar wird das bei Next entwickelte Betriebssystem zur Grundlage des Mac-Systems OS X, das heute noch eingesetzt wird.

Foto: AP

1997: Jobs macht Ive zum Chefdesigner
Eine folgenreiche Entscheidung, die sich für Apple kurz- und langfristig von zentraler Bedeutung herausstellen wird: Steve Jobs macht den Briten Jonathan Ive zum Chefdesigner von Apple.

Foto: AP

1998: Apple stellt iMac vor
Jobs und Ive stellen im Mai den iMac vor, der mit seinem modernen, farbenfrohen Design viel Aufmerksamkeit auf Apple lenkt. Er läutet die Wiedergeburt des IT-Konzerns ein.

Foto: AP

1999: das erste iBook
Mit dem iBook folgt eine farbenfrohe Notebook-Version des erfolgreichen iMac.

Foto: AP

2001: iPod wird zum Verkaufsschlager

2001 eröffnet Apple den ersten Apple Store im US-Bundesstat Virgina. Im Oktober wird der MP3-Spieler iPod vorgestellt, der zum am schnellsten verkauften Unterhaltungselektronikprodukt aufsteigt. Von Kritikerin wird das Geräts anfangs als zu teuer abgetan.

Weiterhin stellt sich Apple rund um die sogenannte Digital Hub Strategie auf, in dem der Computer als die zentrale Station für das Konsumieren von digitalen Medien fungiert.

Foto: AP

2003: iTunes-Store geht online

Der iTunes Store wird gestartet, über den sich der Online-Verkauf von zunächst Musik und dann auch Apps etabliert.

Foto: AP

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk.

Foto: AP

2008: Laptops werden kompakter

Apple stellt das besonders dünne Notebook Macbook Air vor. Es löst den Trend zu kompakteren Laptops aus.

Foto: gms

2010: Das iPad kommt auf den Markt
Steve Jobs präsentiert im Januar 2010 den Tablet-Computer iPad. Mit dem iPad kann Apple den totgeglaubten Markt für Tablet-Computer wiederbeleben, an dem sich andere Hersteller zuvor die Zähne ausgebissen haben.

Foto: REUTERS

2011: Apple erreicht die Spitze
Apple überrundet Microsoft als wertvollstes Technologie-Unternehmen.

Foto: rtr

2011: Tim Cook wird neuer CEO

Jobs stirbt an den Folgen einer Krebserkrankung im Alter von 56 Jahren. Die Führung des Unternehmens übertrug er wenige Wochen davor an Tim Cook.

Foto: rtr

2012: iPad im Miniformat

Neben dem iPhone und dem iPad erfindet Apple noch eine Größe. Erstmals stellt das Unternehmen das iPad Mini vor. Sieben Zoll groß ist der Bildschirm, ein Format, das der verstorbene Apple Gründer Steve Jobs sicherlich verspottet hätte.

Foto: dapd

2015: die Geburtsstunde der Apple Watch

Mit der Computer-Uhr Apple Watch stößt der Konzern erstmals seit Jobs' Tod eine neue Produktkategorie vor und wird laut Analysten auf Anhieb zum Marktführer mit einem Anteil von rund 60 Prozent.

Foto: dpa

2016: eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz

An seinem 40. Geburtstag ist Apple das wertvollste und profitabelste Unternehmen der Welt. Das iPhone (hier das iPhone SE) ist das entscheidende Produkt für das Geschäft des IT-Giganten geworden. Insgesamt ist weltweit rund eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz, die meisten davon sind iPhones.

Foto: AP

Und schließlich würde der Schritt – zumindest nach aktuellem Stand – Apple mehr Kontrolle über das Geschäft mit Ohrhörern für seine mobilen Geräte geben. Das Signal aus dem „Lightning“-Anschluss zu bekommen ist keine große Sache – aber wer auch Töne ins Telefon reinbringen will, zum Beispiel bei einem Telefongespräch, braucht einen Chip, den es aktuell nur von Apple gibt.

Über eine mögliche kontroverse Ohrhörer-Erneuerung hinaus dürfte Apple den iPhones das übliche Upgrade verpassen: Schnellere Chips, bessere Displays. Zumindest beim größeren „Plus“-Modell soll die Kamera bisherigen Gerüchten zufolge eine zweite Linse bekommen.

iMac, iPhone, iDesign

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Und nach Informationen des bekannten Branchenanalysten Ming Chi-Kuo spendiert Apple den Geräten schließlich auch mehr Speicher: Statt 16 solle es künftig mindestens 32 Gigabyte geben, dafür falle die Version mit 64 GB weg und die nächsten Schritte seien 128 und 256 GB. Die Generalüberholung mit neuem Design wird nun erst für kommendes Jahr erwartet, wenn Apple das zehnjährige Jubiläum des iPhone feiert.

iPhone war bislang Apples Erfolgsgarant

Das iPhone hat eine besondere Bedeutung für Apple. Es ist das wichtigste Produkt des Konzerns. Und es schwächelt gerade. Im vergangenen Quartal fielen die Verkäufe im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 40,4 Millionen Geräte. Entsprechend sackten auch Umsatz und Gewinn der gesamten Firma ab.

Einblick

Apple betreibt einen aberwitzigen Geldkreislauf

von Hauke Reimer

Neben den wirtschaftlichen Turbulenzen in China ist der Grund für die Talfahrt, dass sich das Wachstum im Smartphone-Markt in Länder wie Indien verlagert hat, wo günstigere Geräte gefragt sind. Apple-Chef Tim Cook will sich aber dem Preisdruck nicht beugen und setzt weiterhin darauf, dass mit der Zeit auch dort mehr Leute Geld für ein teureres Apple-Gerät ausgeben.

Auch nach dem Rückgang bringt das iPhone immer noch mehr als die Hälfte der Apple-Erlöse ein. Und jetzt steht die Weihnachtszeit an, in der Apple mit neuen Modellen traditionell sein bestes Geschäft macht. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Vorjahres-Rekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones und 18,4 Milliarden Dollar Quartalsgewinn sich nicht wiederholen lassen wird. Schon gar nicht mit einem Modell, das sich äußerlich nicht viel vom Vorgängergerät unterscheidet. Apple kommt aber zugute, dass sich Erzrivale Samsung gerade einen dicken Patzer leistete und sein Galaxy Note 7 wegen Akku-Problemen weltweit zurückrufen musste.

Zweite Computeruhr-Version erwartet

Neben den neuen iPhones könnte Apple den Gerüchten zufolge auch die zweite Version seiner Computer-Uhr vorstellen. Bisher verkaufte der Konzern unverändert das erste Modell seit April 2015. Die Apple Watch etablierte sich zwar vom Start weg als Marktführer – doch die Frage, wie groß die Produktkategorie überhaupt werden kann, steht weiterhin im Raum. Die Marktforscher von IDC schätzen, dass nach 3,6 Millionen verkauften Apple-Uhren im Startquartal ein Jahr später im zweiten Vierteljahr 2016 nur noch 1,6 Millionen Geräte abgesetzt wurden. Apple selbst nannte noch keine Verkaufszahlen. Von der neuen Version werden äußerlich eher unsichtbare Veränderungen wie eine größere Batterie, ein GPS-Chip direkt in der Uhr und eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen Wasser erwartet.

Nach Bloomberg-Informationen ist auch noch für Herbst mit neuen Notebooks und Desktop-Computer zu rechnen – sie würden aber zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.

Ausführlich vorstellen dürfte Apple dagegen die neuen Versionen der Software für iPhone, Apple Watch und Mac-Computer. Auf jeden Fall werden Cook & Co. froh sein, nach der Aufregung um die bisher gravierendste iPhone-Sicherheitslücke „Pegasus“ und die potenziell über 13 Milliarden Euro schwere Steuer-Nachforderung der EU-Kommission auch wieder über Produkte sprechen zu können.

dpa
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