Finanzierungsrunde: Nvidia macht Berliner KI-Start-up N8n zur Milliardenfirma
Lange kursierten über die Finanzierungsrunde Gerüchte, nun ist sie offiziell: Das Berliner KI-Start-up N8n erhält eine Geldspritze von Nvidia und der Deutschen Telekom. Die Wagniskapital-Töchter des US-Chipherstellers und des Bonner Konzerns beteiligten sich an einer insgesamt 180 Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde, teilte N8n am Donnerstag mit. Weitere Mittel kämen von Finanzinvestoren wie dem bekannten US-Fonds Accel und dem Salesforce-Geldgeber Meritech. Damit werde das Unternehmen mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet.
Erst im März verkündete das Start-up von Jan Oberhauser eine neue Finanzierungsrunde, damals zu einer Bewertung von 350 Millionen Dollar. Der Wert hat sich binnen Monaten also versiebenfacht. N8n gehört damit zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt – ähnlich wie der schwedische Konkurrent Lovable.
Umsatz verzehnfacht
N8n will das zusätzliche Kapital zur Weiterentwicklung der Produkte und für die internationale Expansion nutzen, heißt es. Das Start-up bietet eine Software im Baukastenprinzip an, die Unternehmen die Nutzung künstlicher Intelligenz erleichtern soll. Über eine grafische Oberfläche können Nutzer KI-Agenten bauen, ohne Programmierkenntnisse haben zu müssen.
N8n richtet sich an Entwickler, Unternehmen und Tech-Enthusiasten, die Routineaufgaben effizienter gestalten und Tools wie Slack, Google Sheets oder Telegram besser miteinander verknüpfen wollen. Das Unternehmen hat sich mit seiner Community-getriebenen Entwicklung und dem Open-Source-Ansatz schnell international etabliert.
Das Start-up hat nach eigenen Angaben seinen Umsatz 2024 verzehnfacht. Medienberichten zufolge lag der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt bei 40 Millionen Dollar. Die Verluste lagen laut Bundesanzeiger in den vorigen Jahren im einstelligen Millionenbereich. Zu den Kunden gehören der Mobilfunker Vodafone, der Technologieinvestor Softbank und die Volkswagen-Tochter Seat.
N8n wurde von Jan Oberhauser gegründet. Der 42-Jährige brachte sich im Teenageralter das Programmieren bei, arbeitete während des Studiums als Webseiten-Programmierer beim Computerspielehändler GameStop und machte sich später als Entwickler selbstständig. Im Jahr 2019 startete er N8n.
Oberhauser sammelte für sein KI-Start-up zwei Jahre nach dem Start erstmals Wagniskapital ein. Seitdem investierten Größen wie der Silicon-Valley-Investor Sequoia, Lightspeed und Index in die Firma. CEO Oberhauser gehörte nach der Finanzierungsrunde im Frühjahr noch immer mehr als die Hälfte des Unternehmens. Die neue Kapitalspritze dürfte den Unternehmer damit zumindest auf dem Papier zum Milliardär gemacht haben.
Mit Material von Reuters
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