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SoftwarekonzernDoch keine bezahlte Freistellung von Vätern bei SAP

SAP ist mit einem sechswöchigen Sonderurlaub für Väter vorgeprescht, ohne auf das Gesetz dafür zu warten. Jetzt zieht der Softwarekonzern das Programm überraschend zurück.Jannik Deters 09.01.2024 - 19:33 Uhr aktualisiert Quelle: dpa

Pech für SAP-Babys: Es gibt erstmal doch keine sechs Wochen Vaterschaftsurlaub.

Foto: Getty Images, dpa Picture-Alliance , Montage, WirtschaftsWoche

Rolle rückwärts bei SAP: Der Softwarekonzern hat ein im September vergangenen Jahres angekündigtes Modell zur Freistellung von Vätern oder anderen Partnern oder Partnerinnen ab der Geburt ihres Kindes vorerst gekippt. Eigentlich sollten diese ab Jahresbeginn sechs Wochen bezahlt freigestellt werden.

Doch dazu kommt es nun nicht. Schuld daran sei die Bundesregierung, heißt es aus dem SAP-Konzern. Ein Unternehmenssprecher verwies auf Pläne der Koalition in Berlin, die nicht wie geplant umgesetzt worden seien. „Wir nehmen dies zum Anlass, unsere eigenen Pläne in diesem Bereich ebenfalls zu überprüfen.“ Zuvor hatte die „Rhein-Neckar-Zeitung“ berichtet.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hatte im September 2023 von einer „Familienstartzeit“ gesprochen. Die Idee: eine zweiwöchige bezahlte Auszeit für Partnerinnen und Partner nach der Geburt eines Kindes. Damit solle dem Partner oder der Partnerin Zeit gegeben werden, sich um die Mutter zu kümmern und sie bei der Regeneration zu unterstützen. Das SAP-Programm sollte auf der Familienstartzeit aufsetzen. Es hätte aus den zwei Wochen der Regierung und vier weiteren Wochen bezahltem Sonderurlaub bestanden.

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Nun heißt es seitens des Unternehmens, ohne den Rechtsrahmen eines verabschiedeten Gesetzes sei die Einführung des im September verkündeten Programms juristisch schwierig. Deswegen werde sie zurückgestellt.

Das Gesetzesvorhaben hängt seit Jahren zwischen dem Stadium öffentlicher Bekundungen und Abstimmungen zwischen Ministerien. Im November 2022 hatte Paus in einem Interview eine Umsetzung für das Jahr 2024 angekündigt. Einen konkreteren Termin gab es nie. Insofern war SAPs Ankündigung eines Programms auf Grundlage eines Gesetzes ohne Zeitplan zumindest ambitioniert.

Gescheiterte „Anschubhilfe“

Am Dienstag teilte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums auf Anfrage mit, dass der Referentenentwurf zum Familienstartzeit-Gesetz aktuell noch zwischen den Ressorts beraten werde. Dies betreffe auch Fragen des zeitlichen Ablaufs des Gesetzgebungsvorhabens.

Cawa Younosi, damaliger SAP-Personalchef in Deutschland, hatte im September 2023 noch versucht, Druck zu machen. „Wir möchten bewusst eine Anschubhilfe für die von der Bundesregierung geplante Familienstartzeit sein und damit den Vorstoß der Familienministerin unterstützen“, sagte er in einem Interview mit dem Fachmagazin „Personalwirtschaft“. Auf der Karriereplattform LinkedIn schrieb Younosi: „Statt zu warten haben wir es einfach gemacht.“

Das hat nicht geklappt und bei SAP gilt weiter die bisherige Regel: In den ersten acht Wochen nach der Geburt eines Kindes können alle Mitarbeitenden ihre Arbeitszeit ohne Gehaltseinbußen um 20 Prozent reduzieren.

Mit Material von dpa

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