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Küchenhersteller Alno ist zurück

Alno: Spätestens im März soll es in den Möbelgeschäften wieder Küchen von Deutschlands zweitgrößtem Küchenhersteller geben. Quelle: dpa

Der kriselnde Küchenbauer Alno vermeldet einen ersten Erfolg nach der Übernahme durch den Fonds Riverrock: Spätestens im März sollen die Küchen wieder in den Läden zu haben sein.

Spätestens im März wird es in den Möbelgeschäften wieder Küchen von Alno geben. Das gab Geschäftsführer Andreas Sandmann heute auf einer Mitarbeiterversammlung bekannt. Alno hatte im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet.  Im Dezember hatte der Fonds Riverrock, zu dessen Gründern Beraterlegende Roland Berger gehört, den wesentlichen Teil des Unternehmens übernommen.

Seit 20 Jahren steckte Alno schon in der Krise, in den vergangenen zehn Jahren hat sich ein Verlust von 190 Millionen Euro angehäuft. Obwohl ein Restrukturierungsprogramm das nächste ablöste und die Deutschen mehr Geld in ihre Küchen stecken als je zuvor, verbrannte Alno nach den letzten veröffentlichten Zahlen operativ Geld. Ein weiteres Problem waren die hohen Schulden und die damit verbundene Zinslast. Lange schon galt Alno als Wackelkandidat.

Im Sommer 2016 hatte die bosnische Familie Hastor noch versucht, den Traditionsbetrieb zu retten. Die Familie gab Alno 35 Millionen Euro Kredit, übernahm zusätzlich Forderungen in Höhe von rund 20 Millionen Euro vom Elektrohersteller Bauknecht und kaufte Aktien. Trotz des Geldsegens ging es Alno jedoch nicht besser. Vielmehr geriet der Küchenhersteller aus Pfullendorf nun auch noch in Lieferschwierigkeiten, weil die neuen Manager den Lagerbestand drastisch reduziert hatten.

Nachdem Insolvenzverwalter Martin Hörmann zunächst keinen Käufer für den Küchenhersteller fand, kündigte er im Herbst sämtlichen Mitarbeitern. Mehr als 300 von ihnen fangen in diesem Monat wieder bei ihrem alten Arbeitgeber in Pfullendorf an. Damit sei „die notwendige Personalstärke für die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs erreicht“, sagte Sandmann am Dienstag.

Die neue Alno-Gesellschaft startet zunächst ohne Schulden. Eine Finanzspritze wird das Unternehmen womöglich dennoch brauchen. Die Produktionsanlagen seien veraltet, heißt es in der Branche. Es müsse kräftig investiert werden, wenn Alno wettbewerbsfähig werden wolle.



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