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Virtuelle RealitätWie Datenbrillen die Industrie erobern

Egal ob Produktion, Logistik, Entwicklung: Virtuelle Realität hält Einzug in die Industrie. Den Herstellern eröffnet sich ein Milliardenmarkt. Bereits in den 90er-Jahren gab es Experimente zu Datenbrillen.Jakob von Lindern 18.04.2017 - 13:56 Uhr aktualisiert Quelle: Handelsblatt

Gemeinsam mit der verwandten virtuellen Realität (VR) ist die Augmented Reality ein vielversprechender Zukunftstrend für Unternehmen.

Foto: dpa - picture-alliance

Sie haben ein hohes Nervpotenzial: Bedienungsanleitungen. Das gilt nicht nur beim Schrankaufbau daheim, sondern auch in Industriehallen. Ein Arbeiter, der eine Maschine mit einem Werkzeug ausrüstet, muss immer wieder nachschauen: Wie werden die Anschlüsse konfiguriert? Dann legt er die Anleitung beiseite und setzt die Anweisung um. Viel praktischer wäre es, würde der jeweilige Anschluss aufleuchten und genau anzeigen, was jetzt zu tun ist.

Der Elektrotechnik-Hersteller Weidmüller aus Detmold setzt aktuell genau das um – mit Hilfe einer Datenbrille. Blickt der Arbeiter durch sie auf die Maschine, wird ihm eingeblendet, welches Werkzeug er für den aktuellen Auftrag benötigt und wie er es einzusetzen hat. Auf einen Blick erkennt er dann, welche Schläuche er anbringen muss oder welche Füllstände niedrig sind. Die Anleitung ist detaillierter als früher, und man hat die Hände frei. „Damit gehen wir gerade in die Praxis“, sagt Patrick-Benjamin Bök, Leiter Global Factory Digitalization & Intelligence bei Weidmüller. „Das hilft den Kollegen sehr, es spart Zeit, und wir vermeiden Fehler.“

Die Anleitungen sind nicht der einzige Grund, warum Weidmüller sechs sogenannte Hololens-Datenbrillen von Microsoft gekauft hat und plant, bald noch viele nachzuordern. Sie werden auch bei Reparatur und Wartung eingesetzt, ebenfalls zur Schulung. In Zukunft sollen sie ganze Maschinenparks in leere Hallen projizieren. Immer geht es darum, die Realität mit digitalen Informationen oder Modellen anzureichern. Der Fachbegriff dafür heißt Augmented Reality (AR) – erweiterte Realität.

Digitale Umspannwerke werden eine Schlüsselkomponente des Stromnetzes der Zukunft sein – davon ist man bei ABB überzeugt. Erneuerbare Energien unterliegen von Natur aus Schwankungen, zudem wird der traditionelle Leistungsfluss in nur eine Richtung zunehmend durch multidirektionale Stromflüsse abgelöst. Das stellt neue Anforderungen an die Umspannwerke. ABB will mit dem Konzept eines "digitalen Umspannwerks", in dem bereits zahlreiche existierende Produkte und Lösungen eingebaut sind, den Messebesuchern eine Vision für das Stromnetz der Zukunft präsentieren.

Foto: PR

Im Umfeld der Industrie 4.0 stehen Ingenieure oft vor ganz neuen Herausforderungen bei der Entwicklung von Produkte: Sie müssen eine komplexe Mechatronik, Sensoren, Aktuatoren und eine intelligente Steuerung vereinen. Die Altair Engineering GmbH stellt daher auf der Hannover Messe Lösungen und Methoden für simulationsgetriebene Innovation vor und zeigt anhand von Technologiedemonstratoren und Kundenbeispielen, wie diese erfolgreich in der Entwicklung innovativer Produkte eingesetzt werden können.

Die Systemsimulation für einen kollaborativen Roboter (Cobot) dient zudem der Lastermittlung für die Topologieoptimierung, mit der sich Leichtbaustrukturen durch organische Formgebung realisieren lassen. Diese leichten Strukturen sind letztlich Voraussetzung für die geforderte Effizienz bei gleichzeitig hoher Präzision und Arbeitssicherheit.

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Bis auf wenige Ausnahmen verfügen alle Landtiere über Beine. Und so wundert es wenig, dass Entwickler von Robotern diesem Vorbild nacheifern und alles daran setzen, für ihre Schöpfungen möglichst vergleichbare Bewegungsapparate zu entwerfen. Besonders begabt darin ist offensichtlich Marco Hutter, Professor am Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich. ANYmal verfügt über Gelenke, die in ihrer Dynamik tatsächlich an ein tierisches Äquivalent erinnern. So kann ANYmal nicht nur gehen oder laufen, sondern auch Treppen steigen, kriechen, tanzen, klettern und springen – und die Sprünge dann weich abfedern. Mit lediglich 30 Kilogramm Gesamtgewicht ist ANYmal handlich genug, um sich zur Not auch mal tragen zu lassen.

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Die aus der TU Darmstadt hervorgegangene Danto Invention GmbH hat sich auf innovative Leichtbau-Konzepte für Faser-Kunststoff-Verbund-Teile spezialisiert und präsentiert auf der Hannover Messe jetzt erstmals die unmittelbar vor dem Markteintritt stehende Danto-Feder. Ein Vorteil dieser Feder ist natürlich das Gewicht – Danto spricht von einer Ersparnis von mehr als 70 Prozent im Vergleich zu einer Stahlfeder. Wesentlicher noch sei aber die hohe Formflexibilität, die Konstrukteuren aus unterschiedlichen Bereichen bisher ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten bieten soll. Die Feder ist zudem rostfrei und weist ein sehr hohes Maß an Dämpfung auf. Durch diese und zahlreiche weitere Vorteile eröffnet sich diesem Konzept ein sehr breiter Bereich an interessanten Anwendungen, zum Beispiel in der Robotik, im Schiffsbau, in der Luft- und Raumfahrt oder im Maschinenbau – um nur einige zu nennen.

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In Zeiten, in denen die Hannover Messe fast ausschließlich im Zeichen der Digitalisierung steht, gelten Vertreter der guten alten Schwerindustrie schon fast als Exoten. Doch auch dort tut sich einiges, wie Die Firma Meuselwitz Guss zeigt. Im Fokus stehen Themen wie Ressourcenschonung und Kosteneffizienz. Zu den aktuellsten Produktentwicklungen zählen zum Beispiel mischkristallverfestigte Konstruktionswerkstoffe mit Kugelgraphit, die sich durch ihre gute Bearbeitbarkeit auszeichnen und Leichtbaukonstruktionen hochbelastbarer Bauteile ermöglichen, wie sie beispielsweise in Windenergieanlagen benötigt werden.

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Als Supraleiter bezeichnet man Materialien mit ganz besonderen Eigenschaften: Kühlt man sie unter ihre spezifische "Sprungtemperatur" hinaus ab, fällt nicht nur ihr elektrischer Widerstand schlagartig auf null, sie können zudem das Feld eines Permanentmagneten in einem definierten Abstand einfrieren – sodass entweder sie selbst oder der Magnet in einen Schwebezustand gelangen. Diese Eigenschaften verleihen Supraleitern ein großes Potenzial für die zukünftige industrielle Anwendung. Sie ermöglichen es, Objekte ganz ohne Regelungstechnik zu lagern, oder mit nur geringem Energieaufwand berührungslos zu bewegen – selbst durch Wände hindurch. Dabei ist ihr staub- und abriebfreies Arbeiten perfekt geeignet, um Objekte schwebend in sehr reinen Umgebungen geschützt zu transportieren. Festo widmet sich schon seit längerem der Erforschung und Entwicklung von geeigneten Supraleiter-Anwendungen und präsentiert den aktuellen Stand der Dinge jetzt auf der Messe in Hannover.

Eine dieser möglichen Anwendungen ist die kontaktfreie Reinigung eines Exponats im fluiden Umfeld in der so genannten SupraTube. Diese ist eine geschlossene, senkrecht stehende und mit Flüssigkeit gefüllte Glasröhre. In ihr wird ein Magnetpuck von einem ersten Kryostaten mit Supraleitern in einem Abstand von rund fünf Millimeter im Schwebezustand gehalten. Durch einen Impuls in Drehbewegung versetzt und dann vom oberen Kryostaten entkoppelt, sinkt die Magnetscheibe in Kreiselbewegungen in der Röhre hinab, bis sie am unteren Ende von dem Supraleiter im anderen Kryostaten wieder eingefangen und berührungslos zentriert wird.

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Auch wenn viele ehemals kabelgebundene Techniken inzwischen drahtlosen Alternativen gewichen sind – die Energieübertragung findet auch in Zeiten der industriellen Automatisierung und Digitalisierung meist noch immer über Steckverbindungen statt. Dies gilt insbesondere für Anwendungen mit häufigen Steckzyklen, wie bei den in immer mehr Produktions- und Lagerhallen eingesetzten automatischen Transportsystemen. Um das zu beheben präsentiert Weidmüller Interface mit dem FreeCon Contactless eine gleichermaßen elegante, effiziente und technisch ausgereifte Lösung.

Wie der Name schon erahnen lässt, ist FreeCon Contactless für eine kontaktlose und wartungsfreie Energieübertragung ausgelegt. Ein Einsatzgebiet ist das automatisierte Aufladen mobiler Systeme, zum Beispiel bei Akku-Ladestationen führerloser Gabelstapler, aber auch für andere Transportsysteme und Roboter ist FreeCon Contactless geeignet. Mittels induktiver Resonanzkopplung kann das innovative FreeCon Contactless eine Leistung von 240 Watt – 24 Volt DC / 10 Ampere – über einen bis zu fünf Millimeter breiten Luftspalt kontaktlos übertragen – und das mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent.

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Wenn es auf Baustellen darauf ankommt, Druckluft zur Verfügung zu stellen, dann wird der alte Baukompressor angeworfen. Das geht künftig viel leiser und auch kostengünstiger – mit Elektro-Baukompressoren. Die für die Kaeser Mobilair-Modelle M27, M31 und M50 angebotenen Elektromotoren leisten zwischen 15 und 25 Kilowatt, daraus resultieren Luft-Liefermengen zwischen zwei und fünf Kubikmeter die Minute bei Drücken zwischen sieben und 14 bar. Dabei sind sie im Betrieb günstiger und sollen sich auch wegen eines weiteren Vorteils schnell rechnen: Wartungskosten fallen weit geringer aus.

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Vor dem Hintergrund, dass etablierte und spezialisierte Software-Tools bei parallelen Entwicklungsprozessen "Verständigungsprobleme" haben, präsentiert Phoenix Contact in Hannover eine neue offene Steuerungsplattform auf Basis der innovativen PLCnext Technology. Das Unternehmen spricht auch von einem "Babelfisch für Programmiersprachen". Die vorgestellte Lösung erlaubt das parallele Programmieren auf Basis etablierter Software-Tools, wie Visual Studio, Eclipse, Matlab Simulink und PC Worx, sowie die frei wählbare Verknüpfung von deren erstelltem Programmcode. Auf diese Weise ist selbst die einfache Einbindung von Software aus der Open Source Community in das Automatisierungssystem möglich.

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Wenn der Mensch direkt mit Robotern zusammenarbeiten soll – Mensch-Roboter-Kollaboration genannt – braucht es intelligente, feinfühlige und hoch vernetzte Greifsysteme. "Diese müssen die Werkstücke selbstständig erkennen, permanent das Umfeld detektieren, sich autonom annähern und auch bei hoher Teilevarianz ein prozessstabiles und sicheres Handling gewährleisten", sagt Markus Klaiber, Technischer Geschäftsführer Schunk. "In den kommenden fünf Jahren wird das industrielle Greifen komplett neu erfunden." Wie die Handhabung in der Smart Factory konkret aussehen wird, zeigt Schunk anhand zahlreicher Live-Applikationen.

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Gemeinsam mit 19 beteiligten Partnerunternehmen stellen die Technologie-Initiative SmartFactory KL e. V. und das DFKI ihre weiterentwickelte Industrie 4.0-Anlage in Hannover vor, deren Module nicht mehr in einer Reihe aufgebaut sind, sondern sich erstmals auf drei Fertigungsinseln verteilen. Die erweiterte Demo-Anlage setzt ein flexibles Transportsystem ein. Da dieses als zentrales Element eine Roboterplattform hat sowie Förderbänder in den Modulen, kann das Produkt, ein individualisierter Visitenkartenhalter, auf verschiedene Weisen hergestellt werden, um eine ortsunabhängige Produktion zu ermöglichen. Das Manufacturing Execution System (MES) trifft nach der standardmäßig definierten Bearbeitung des Produkts in vier Modulen die Entscheidung, wohin das Produkt für seine Weiterverarbeitung transportiert werden soll. Die Demo-Anlage soll zeigen, dass dieses Verfahren in der realen Anwendung verschiedene Produktionslinien, Werkshallen oder gar getrennte Standorte umfassen kann.

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Der Automatisierungsspezialist Omron zeigt in Hannover mit der dritten Generation von Forpheus, einem Tischtennisroboter, wie es seine Kernkompetenzen Sensor- und Steuerungstechnik mit künstlicher Intelligenz ergänzt. Bereits im vergangenen Jahr spielte Forpheus auf der Messe sein erstes Match, seitdem haben seine Coaches an seiner mentalen Stärke gearbeitet, damit er dieses Jahr noch klüger gegen die Messe-Besucher pariert. Forpheus soll nun in der Lage sein, menschliches Verhalten zu interpretieren und im Idealfall vorauszusehen. Denn die Omron-Entwickler haben ihm beigebracht zu lernen, zu denken, zu handeln, mit Menschen Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zu kommunizieren.

Dank all dieser Fähigkeiten soll Forpheus sogar Menschen Unterricht erteilen können. Das Ganze ist keine Spielerei, sondern Entwicklungsarbeit für die nächste Stufe der Interaktion zwischen Mensch und Maschine – auch in der Fabrik.

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Eine Forschungsgruppe der Technischen Universität Darmstadt hat auf der Basis von Nanodrähten ein völlig neuartiges Verfahren zum Verbinden von Elektronikbauteilen entwickelt. Ihren innovativen "Klettverschluss" stellen die Forscher in Hannover erstmals vor. Das von den Entwicklern auch als KlettWelding bezeichnete Verfahren basiert auf Nanodrähten, die wie ein Rasen auf zu verbindende Elektronikbauteile aufgebracht wird. Drückt man dann zwei auf diese Weise vorbereitete Teile zusammen, verhaken sich die Drähte wie bei einem Klettverschluss – mit dem Unterschied, dass die Verbindung dauerhaft ist. Abhängig von den Anforderungen können die Darmstädter Forscher bis zu mehrere Milliarden Nanodrähte pro Quadratzentimeter aufbringen. Die Klettverschluss-artige Verschmelzung hält selbst hohen Temperaturen stand und ist dabei extrem leitfähig, sowohl für Wärme als auch für elektronische Impulse.

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Gemeinsam mit der verwandten virtuellen Realität (VR) ist die Augmented Reality ein vielversprechender Zukunftstrend für Unternehmen. Während die virtuelle Realität bereits ein großes Thema im Marketing und bei Produktpräsentationen ist, gilt vielen Industriebetrieben die erweiterte Realität als große Chance, die sich gerade erst auftut.

Roboter und Automation

Wem nutzt die Digitalisierung in der Fabrik?

Produktion, Logistik, Entwicklung – in immer mehr Bereiche hält die Technik Einzug. „Wir gehen von einem enormen Anstieg der Anwendungsfälle aus“, sagt Ulrich Bockholt, der am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung zu AR forscht. Rund 850 Millionen Euro werden deutsche Unternehmen bis 2020 in Lösungen für virtuelle und erweiterte Realität investieren, so eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte, des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik und des Branchenverbands Bitkom. Der weltweite Markt für VR und AR werde laut Goldman Sachs Research bis 2025 auf ein Volumen von 80 Milliarden Dollar wachsen. Andere Prognosen sind noch optimistischer.

Mythos: Das Internet ist so unendlich groß. Niemand wird gerade mich angreifen.

Fakt: Es gibt vollautomatisierte Angriffs-Tools, die Hacker einsetzen, um Schwachstellen aufzudecken. Ein neuer, ungeschützter Computer, der erstmalig mit dem Internet verbunden wird, ist in der Regel innerhalb von sieben Minuten kompromittiert.

Foto: dpa

Mythos: Ich besitze überhaupt keine wertvollen digitalen Informationen.

Fakt: Jeder Computernutzer besitzt wertvolle Daten. Und seien es nur lokal gespeicherte Passwörter fürs Online-Banking, Kreditkartendaten, E-Mail- oder Web-Accounts. Diese Infos sind gerade für Identitätsdiebe äußerst wertvoll.

Foto: dpa

Mythos: Um die Sicherheit kümmere ich mich dann, wenn mich einer versucht anzugreifen.

Fakt: Angriffe laufen immer, Tag und Nacht. Oft bekommen Sie davon gar nichts mit. Eine Security-Lösung mit Antivirus und Firewall sollte heute selbstverständlich sein, ebenso Up-to-Date-Systeme mit aktuellen Patches.

Foto: dpa

Mythos: AV und Firewall genügen dann aber auch, um meinen Computer sicher zu machen.

Fakt: Jede installierte Software birgt potenzielle Schwachstellen und sollte mit Updates auf dem Stand gehalten werden - das gilt für Security-Software ebenso wie für jede andere Applikation. Wichtig ist auch, dass persönliche Passwörter und weitere Informationen über einen selbst vertraulich und sicher aufbewahrt werden.

Foto: dapd

Mythos: Ich habe die kritischen Daten auf meiner Festplatte gelöscht - nun sind sie weg.

Fakt: Auch wenn die Datei nicht mehr angezeigt und gefunden wird, ist doch nur der Verweis darauf entfernt worden. Die eigentliche Information ist noch solange auf der Festplatte gespeichert, bis sie mit einer neuen überschrieben wird. Erst mit speziellen Wipe-Tools, die Festplatten sektorweise überschreiben, werden Daten endgültig gelöscht.

Foto: dpa

Mythos: Gefährliche Websites lassen sich direkt erkennen.

Fakt: Cyberkriminelle tun alles, um eben das zu verhindern. Die besten entwickeln Websites, die seriös und professionell aussehen - oft sogar vertrauten Angeboten eins zu eins gleichen, um die Besucher zu täuschen. Und dann reicht ein einziger kompromittierter Link, und der ahnungslose Besucher sitzt in der Falle.

Foto: Fraunhofer SIT

Mythos: Ich bekomme es mit, wenn mein Computer infiziert oder unterwandert wurde.

Fakt: Früher vielleicht ja, heute nur noch bei schlecht gemachten Attacken. Die Entwicklung im Untergrund ist soweit fortgeschritten, dass kaum ein Nutzer noch merkt, wenn sein Rechner als Teil eines Botnetzes als Spam-Schleuder missbraucht wird oder andere Computer angreift.

Foto: REUTERS

Mythos: E-Mails meiner Freunde und Bekannten kann ich gefahrlos öffnen.

Fakt: Es ist einfach geworden, sich beim Versenden einer Mail als jemand anders auszugeben. Ein wenig Stöbern im Social Web, überzeugende Argumente, ein falscher Name im Absender-Feld, eine geklaute oder kaum sichtbar abgeänderte E-Mail-Adresse als Absender – fertig ist der Stress für dem Empfänger. Halten Sie also die Augen immer offen!

Foto: dpa

Mythos: Security und Usability gehen nicht zusammen.

Fakt: Usability-Experten bemühen sich schon lange, diesen Widerspruch aufzulösen. Viele Dinge lassen sich heute bequem und gleichwohl sicher erledigen.

Foto: CLARK/obs

Experten sprechen schon lange über das Thema, bereits in den 90er-Jahren gab es Experimente mit Datenbrillen – für die Rechenleistung musste allerdings ein Rucksack voller Technik herumgetragen werden. So richtig Fahrt nimmt das Thema erst jetzt auf. „Vieles steht noch am Anfang“, sagt Forscher Bockholt. „Aber der Schritt von der Forschung in die echte Anwendung ist getan.“

Die Liste der Industrieunternehmen, die Anwendungen planen oder gestartet haben, ist lang: Salzgitter stellt gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau auf der Cebit einen Augmented-Reality-Schutzhelm vor. Porsche arbeitet an einem AR-System für Werkstatt-Mitarbeiter. Thyssen-Krupp stattet seine Servicetechniker mit Datenbrillen aus, um die Zeit für die Wartung von Aufzügen zu verkürzen.

Industrie 4.0

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von Katja Joho


„Fernwartung mit Datenbrillen ist ein Thema, das gerade für sehr viele Unternehmen interessant ist“, sagt Steffen Beilmann vom IT-Dienstleister Computacenter. Denn viele Unternehmen haben Niederlassungen auf der ganzen Welt – aber nur wenige Experten für die komplexen Maschinen. „Der Kollege, der in China ein Problem mit der Maschine hat, setzt die Datenbrille auf – und der Experte in Deutschland sieht live mit“, sagt Beilmann. „Er kann dann Anweisungen geben und Informationen ins Blickfeld des Kollegen einblenden.“
Für virtuelle Realität gibt es verschiedene Brillen

Und für den nächsten ähnlichen Problemfall kann alles aufgezeichnet werden. „Solche Anwendungen setzen viele Unternehmen bereits um“, sagt Beilmann. Zum Einsatz kommen Datenbrillen wie etwa Google Glass oder Modelle der Firmen Epson oder Vuzix. „Wir sprechen hier von Assisted Reality, eine Art Vorstufe zur Augmented Reality.“

Breitband-Internet

Leistungsfähige Breitbandnetze für schnelles Internet seien eine „unbedingte Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum“, schreibt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Bis 2018 will die Bundesregierung alle deutschen Haushalte mit schnellem Datenfluss versorgen – 50 Megabit pro Sekunde sollen für jeden Bundesbürger drin sein.

Der „State of the Internet Report“ des Technologie-Unternehmens Akamai zeigt jedoch: Bisher spielt Deutschland nicht gerade in der ersten Liga, was die Schnelligkeit des Internet anbelangt.

Foto: dpa

Platz 25: Deutschland

Deutschland landet mit einer durchschnittlichen Downloadrate von 14,6 Mbit/s noch knapp unter den 25 Ländern mit dem schnellsten Internet. Während das Internet in den Städten ordentliche Geschwindigkeiten vorweisen kann, tropft es in vielen ländlichen Gebieten mit nicht einmal zwei Megabit aus der Leitung. In einer zweiten Statistik hat Akamai erfasst, wie viele der Anschlüsse es über die Marke von recht lahmen 4 Mbit/s schaffen – hier liegt Deutschland mit nur 89 Prozent der Anschlüsse auf Rang 33.

Anmerkung: Die Datenübertragungsrate wird in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) gemessen. Ein Megabit entspricht einer Million Bit.

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Platz 10: Niederlande

Unsere niederländischen Nachbarn surfen deutlich schneller: Akamai weißt für die Niederlande 17,6 Megabit pro Sekunde aus.

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Platz 9: Japan

Japan ist hochtechnisiert und verfügt über schnelles Internet mit 19,6 Mbit/s. Doch das Wachstum hat sich verlangsamt, andere Länder sind vorbei gezogen: Vor wenigen Jahren lag Japan in diesem Ranking noch auf Rang 3.

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Platz 8: Singapur

In Singapur ist vieles möglich, wenn die Herrscher es wollen. In Sachen Internetgeschwindigkeit hat die Boom-Metropole stark ausgebaut und kommt jetzt auf 20,2 Mbit/s – 45 Prozent schneller als im Vorjahr.

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Platz 7: Finnland

Die finnische Bevölkerung surft im Durchschnitt mit einer Downloadrate von 20,6 Megabit pro Sekunde.

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Platz 6: Dänemark

Flächenmäßig kleine Länder haben es beim Ausbau der Netz-Infrastruktur leichter. Vor wenigen Jahren war Dänemark noch nicht einmal unter den besten zehn Ländern – jetzt haben sich unsere nördlichen Nachbarn mit 20,7 Mbit/s in den Top Ten festgesetzt.

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Platz 5: Schweiz

Unter die Top 5 der Länder mit dem schnellsten Internet hat es die Schweiz geschafft: Die durchschnittliche Downloadrate beträgt 21,2 Megabit in der Sekunde.

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Platz 4: Hong Kong

Hong Kong verfehlt eine Podest-Platzierung knapp. In der Sonderverwaltungszone Chinas kann man mit durchschnittlich 21,9 Megabit pro Sekunde surfen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Geschwindigkeit des Internet in Hong Kong um 31 Prozent erhöht.

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Platz 3: Schweden

Schweden hat sich über die Jahre bis auf das Podium vorgearbeitet: Akamai weist für das skandinavische Königreich eine Geschwindigkeit von 22,8 Mbit/s aus.

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.Platz 2: Norwegen

Wie gut die Skandinavier insgesamt in Sachen Internetgeschwindigkeit aufgestellt sind, zeigt nach den guten Platzierungen von Finnland, Dänemark und Schweden auch der zweite Platz von Norwegen. Dort liegt die durchschnittliche Downloadrate bei 23,6 Megabit pro Sekunde.

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Platz 1: Südkorea

Südkorea führt mit einer Datenrate von 26,1 Megabit pro Sekunde die Liste der Länder mit dem schnellsten Internet an. Das ist ein deutlicher Vorsprung zu Norwegen. Doch es gibt für Südkorea auch Schatten in der Statistik: Im Vergleich zum Vorjahr ist das Internet um 2,4 Prozent langsamer geworden – damit hat Südkorea als einziges Land in den Top Ten kein Tempo hinzugewonnen.

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Getrieben ist der Trend von immer besserer Hardware, speziell sogenannten Head-Mounted-Displays (HMD), also am Kopf getragenen Ausgabegeräten. Für die virtuelle Realität gibt es schon seit einiger Zeit verschiedene Brillen, etwa von der Facebook-Tochter Oculus, von HTC oder von Samsung. Für die erweiterte Realität hat Microsoft vor kurzem einen Meilenstein gesetzt. Das Modell Hololens kann deutlich mehr als bisherige Datenbrillen – und gilt als verhältnismäßig angenehm zu tragen.

„Die Hololens ist die erste Brille, die auch in der Industrie breite Akzeptanz findet“, sagt Dirk Schart, Sprecher des Unternehmens Reflekt aus München, das VR- und AR-Lösungen unter anderem für Bosch, Trumpf und Range Rover entwickelt hat. Konkurrenz kommt aus dem Silicon Valley: Das Start-up Meta liefert seit kurzem sein neues Modell aus. Und mit Spannung wird erwartet, was das von Google mitfinanzierte Unternehmen Magic Leap bald vorstellt.

Bei vielen Anwendungen ist die Software noch der Knackpunkt. Schart formuliert das Ziel: „Unternehmen müssen möglichst einfach eigene Modelle in die AR-Welt laden können. Am besten direkt aus den schon vorliegenden Konstruktionsdaten.“ Eine solche Software habe Reflekt entwickelt. „Solche Systeme sind notwendig, damit die virtuellen Modelle nahtlos in die vernetzte Dokumentation eingebunden sind.“

Ein virtueller Zwilling des Produkts, der von der Planung bis zum Kunden im System verfügbar ist – das ist auch die Vision bei Weidmüller. Dabei sind Schnittstellen die Herausforderung. „Noch gibt es Stellen, an denen Informationen von Hand eingescannt werden müssen“, sagt Weidmüllers Digitalisierungsleiter Bök. „Daher ist unser erklärtes Ziel, analoge Prozesse so weit wie möglich auf null zu reduzieren.“

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