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Ottonova-Chef Rittweger "Versichert Euch lieber privat, solange es noch geht“

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Eine Plakatkampagne zur Bundestagswahl

Werbung von Ottonova fällt bislang nur im Internet auf. Bleibt es dabei?
Im Wahlkampf zur Bundestagswahl haben wir eine Plakatkampagne entwickelt. Die Motive lehnen sich stark an die der Parteien an und nehmen deren Ansprache auf die Schippe. So erhoffen wir uns hier etwas Aufmerksamkeit. Die Motive werden auf etwa 100 Flächen hängen.

Bei einer bundesweiten Kampagne wären wohl eher 10.000 Flächen nötig, um wirklich aufzufallen...
Das mag sein. Wir hoffen natürlich, dass die Kampagnen auch in den Medien oder in sozialen Netzwerken aufgegriffen wird und so auch abseits der Plakatstandorte wahrgenommen wird. Ein wenig Guerilla-Marketing ist da dabei.

Wollen Sie sich so an Politikern rächen, die unter dem Stichwort Bürgerversicherung derzeit wieder über eine Abkehr von der privaten Krankenversicherung diskutieren?
Weshalb sollten wir auf Rache aus sein? Aber wir stellen uns gerne dieser Debatte. Wir glauben, dass der Wettbewerb im Gesundheitssystem hilft. So hilft der Wettbewerb zwischen privaten und gesetzlichen Krankenversicherern auch den gesetzlich Versicherten, weil deren Versicherer es sich eben nicht bequem machen können, sondern die Versicherten umwerben müssen. Wahlfreiheit ist uns wichtig.

Die Anzeigenkampagne von Ottonova
Die "Original"-Wahlplakate der Parteien SPD, Grüne, FPD und CDU. Quelle: dpa
Aufmerksamkeit. Das ist es, was Rittweger und Ottonova mit den nachgestellten Motiven aus der Bundestagswahl erreichen wollen. Hier Motive der CDU. Quelle: PR
Die Ähnlichkeiten zum FDP-Plakat sind deutlich zu erkennen, nur das hier nicht Christian Lindner zu sehen ist, sondern Frank Birzle, Gründer und CTO von Ottonova. Quelle: PR
Der klassisch grüne Hintergrund und die dicke serifenbetonte Schrift deuten auf Wahlplakat-Motive der Grünen hin. Ottonova nutzt die Wahlsprüche und formuliert sie auf sich selbst zugeschnitten um: "Unser Klimaziel: Eine Welt ohne Papierkram." Quelle: PR
Auch die SPD-Motive werden von Ottonova aufgenommen und mit Sebastian Scheerer, Gründer und Digitalisierungschef, abgewandelt. Quelle: PR

Schreckt es Interessenten nicht ab, wenn Sie zu einem ganz jungen Krankenversicherer wechseln sollen, aber nicht mal wissen, wie lange es die private Krankenversicherung insgesamt noch geben wird?
Ich kann das im Einzelfall nicht ausschließen. Aber klar ist: Für alle, die schon in einer privaten Krankenversicherung sind, wird es einen Vertrauensschutz geben. Das könnte so betrachtet sogar ein Grund für den Wechsel in die PKV sein. Sollte es zu einer rot-rot-grünen Bundesregierung kommen, würden wir eine Kampagne starten: Versichert Euch lieber privat, solange es noch geht. Die Abschaffung der PKV wäre auch allenfalls temporär, bis die nächste Regierung kommt. Wir als Ottonova planen auf jeden Fall langfristig.

Welche Folgen hätte es für Versicherte, wenn es Ottonova irgendwann nicht mehr geben sollte?
Auch dann kann der Kunde sicher sein, dass sein Versicherungsschutz bestehen bleibt. Zunächst würde der Sicherungsfonds greifen. Alle privaten Krankenversicherungen zahlen in den Topf der Auffanggesellschaft Medicator ein. Diese übernimmt die Verträge und führt sie unverändert fort. Was in einem solchen Fall vielleicht eher passieren würde: Eine andere Versicherung würde Ottonova übernehmen. Die Verträge würden dann zu den vereinbarten Konditionen übernommen werden. Da hilft es, dass wir die Debeka als Anteilseigner an Bord haben, also eine der branchengrößten Krankenversicherungen. Und wer irgendwann feststellen sollte, dass er mit Ottonova nicht zufrieden ist, könnte zu einem anderen privaten Krankenversicherer problemlos wechseln. Bei allen seit 2009 abgeschlossenen Verträgen können Versicherte einen Teil der für sie gebildeten Alterungsrückstellungen mitnehmen. Das gilt natürlich auch für die Versicherten der anderen Privaten Krankenversicherungen, die zu Ottonova wechseln wollen.

Herr Rittweger, wir danken für das Gespräch.

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