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Versicherungen Fünf deutsche Versicherer müssen sich EU-Stresstest stellen

Fünf deutsche Institute müssen ihre Widerstandsfähigkeit beweisen. Im Vergleich zum Stresstest 2018 steht diesmal auch ein neues Institut auf der Liste.

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Der Stresstest simuliert ein Negativszenario, das durch mehrere Faktoren bestimmt wird. Quelle: dpa

Mehr als vierzig europäische Versicherer müssen ihrer Aufsichtsbehörde in den nächsten Monaten zeigen, wie sie mit einer länger andauernden Corona-Pandemie zurechtkämen. In dem Stresstest für die Branche gibt die Versicherungsaufsicht EIOPA ein Negativ-Szenario vor, in dem die Pandemie das Vertrauen in die Finanzmärkte untergräbt und zu einem länger anhaltenden Abschwung führt – begleitet von Dauer-Niedrigzinsen.

Aus Deutschland müssen fünf Versicherer ihre Widerstandsfähigkeit dagegen unter Beweis stellen: die Allianz, die Münchener Rück, der HDI (Talanx) und die genossenschaftliche R+V waren schon beim Stresstest 2018 dabei, statt des Autoversicherers HUK-Coburg wählte die EIOPA diesmal die Alte Leipziger-Hallesche.

„Wir sind immer noch mitten in der Krise“, betonte EIOPA-Exekutivdirektor Fausto Parente am Freitag in Frankfurt zum offiziellen Start des Stresstests. „Der Versicherungssektor kann sich dem natürlich nicht entziehen.“ Die Assekuranz ist von der Konjunktur zweifach betroffen: über die Beitragseinnahmen im Kerngeschäft und ihre Kapitalanlagen an den Finanzmärkten. Die EU-Aufsichtsbehörde warnt seit Beginn der Corona-Pandemie vor den langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Krise und bremst die Versicherer bei Ausschüttungen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat den Branchengrößen Allianz und Münchener Rück aber gestattet, Dividenden wie in den Vorjahren zu zahlen, und nur bei Aktienrückkäufen Einspruch eingelegt.

Insgesamt soll der Stresstest 75 Prozent des europäischen Versicherungsmarktes abdecken. Bis Mitte August müssen die 44 Teilnehmer ihre Berichte bei den nationalen Aufsichtsbehörden abgeben. Ergebnisse sollen bis Mitte Dezember vorliegen. Die EIOPA will daraus ihre Schlüsse für den Umgang mit einzelnen Versicherern ziehen und branchenweite Ergebnisse zeigen. Die Veröffentlichung von Einzelergebnissen ist aber Sache der Versicherer. 2018 hatten die meisten davon Abstand genommen.

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