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Virtuelle Hauptversammlung Aareal Bank sieht großes Interesse an IT-Sparte – Ziele bekräftigt

Das Interesse für eine Zusammenarbeit an der IT-Tocher sei zuletzt spürbar gestiegen. Der Vorstandvorsitzende der Bank will nur einen Minderheitsanteil verkaufen.

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Die Aareal-Bank hat ihre erste virtuelle Hauptversammlung abgehalten. Quelle: dpa

Aareal-Bank-Chef Hermann Merkens sieht gute Chancen für einen raschen Teilverkauf der IT-Tochter Aareon. „Es gibt klare Anzeichen dafür, dass sich die Konsolidierung in dem von der Aareon bearbeiteten Markt gerade beschleunigt“, sagte Merkens am Mittwoch bei der virtuellen Hauptversammlung der Immobilienbank.

„Wir hatten schon über die zurückliegenden zwölf Monate immer wieder Interessenbekundungen unterschiedlicher Verbindlichkeit für eine Zusammenarbeit mit oder ohne Beteiligung an der Aareon erhalten. Das Interesse ist zuletzt sogar noch einmal spürbar gestiegen.“

Zudem streckten Finanzinvestoren, die Merkens als einen geeigneten Partner für Aareon ausgemacht hat, nach einer Phase des „Housekeepings“ wieder vermehrt ihre Fühler nach neuen Geschäftsmöglichkeiten aus.

Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer hat einen Verkaufsprozess für die IT-Tochter gestartet, mit deren Software Vermieter die Verwaltung von Immobilien und Mietzahlungen abwickeln können. Der Wert von Aareon wurde von Bankern – vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie – auf rund eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

Merkens will nur einen Minderheitsanteil verkaufen. Von einem Partner verspricht er sich eine Weiterentwicklung der Sparte, die vom jüngsten Boom zur Digitalisierung profitiert. So könne ein langfristig orientierter Finanzinvestor dabei helfen, Übernahmen zu sondieren und diese schneller umzusetzen, sagte er.

„Denn unser strategisches Ziel gilt unverändert: die Aareon von einer Tochtergesellschaft in einer starken Gruppe zu einer Software-Company der europäischen Real Estate Industrie mit einer starken, eigenständigen Position zu entwickeln.“

Bedingung beim Anteils-Verkauf

Allerdings werde die Bank nur dann einen Anteil verkaufen, wenn der künftige Partner verspreche, die Wachstumsstrategie der Aareon mitzutragen und potenzielle Fusionen zu unterstützen, versicherte Merkens den Aktionären. „Kommen wir auf dieser Basis mit niemandem zusammen, bleibt es beim Status quo.“

Durch die Stärkung des IT-Geschäfts, das der Aareal schon jetzt verlässliche Erträge einbringt, will Merkens sein Haus auf ein festeres Fundament stellen. Denn das klassische Geschäft der Aareal Bank, die Finanzierung von gewerblichen Immobilien in Deutschland und im Ausland, leidet unter der Coronakrise.

Im ersten Quartal 2019 stieg die Risikovorsorge bereits deutlich an. Merkens sieht das Kreditportfolio der Bank jedoch als stabil an. „Die Risikoseite ist absolut beherrschbar, unser Portfolio macht uns viel Arbeit, aber keine Sorgen.“

Mit neuen Engagements werde sich die Bank jedoch erst einmal zurückhalten. Merkens bekräftigte das Ziel der Bank, 2020 ein „deutlich positives Betriebsergebnis“ zu erwirtschaften. Allerdings hänge das vom weiteren Verlauf der Coronakrise ab.

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