
Griesson DeBeukelaer lässt jetzt die Kunden machen. Auf der Seite facebook.com/prinzenrolle können die Fans des Gebäckherstellers ihre Traum-Prinzenrolle kreieren. Ganz ähnlich wie bei der Mc Donalds-Geburtstagsaktion "Mein Burger" können die User sich ihren Doppelkeks zusammenstellen. Eine Jury aus Facebook-Fans und Mitarbeitern von Griesson DeBeukelaer bestimmt dann die 20 besten Variationen, aus denen die Facebook-Community ab Dezember den Sieger kürt. Versehen mit den Fotos der Facebook-Keksfans kommt das Produkt dann im Sommer 2012 als limitierte Edition in die Süßwarenregale.
Beim Keks haben die Nutzer die Wahl zwischen Schokolade, Mehrkorn oder Klassisch, für die Füllung stehen 140 Zutaten zur Verfügung. Aus den Kategorien Schokocremes, Gewürze und Sonstiges, Nüsse und Kerne oder Früchte dürfen sie zwei Komponenten aussuchen. So wären Kombinationen wie Himbeer-Zimt oder Ananas-Milchcreme denkbar. Damit hat das Unternehmen die Grenzen eng gesteckt. Das ist wichtig, damit nicht nachher - aus Spaß - ein Leberwurst-Senf-Keks gewählt wird. In diesem Fall müsste DeBeukelaer entweder zurück rudern, was dem Image schadet, oder in den Ekel-Keks beißen und die gewählte Sorte produzieren.
Der Kunde designed sein Produkt selbst
Crowdsourcen - also das Auslagern auf die kreative Intelligenz der Nutzer - ist eine kostengünstige Alternative für Unternehmen, sich und ihre Produkte in den Fokus zu stellen. Der Computerhersteller Dell beispielsweise investierte ungefähr 50.000 US-Dollar in seine Community IdeaStorm. Dort können User Verbesserungsvorschläge rund um Dell und seine Produkte veröffentlichen. Diese werden diskutiert und später in die Tat umgesetzt. Das spart Dell die Kosten für die Marktforschung.
Bild: ScreenshotGestalte deinen Computer
Die erste, größere Crowdsourcing-Kampagne startete der amerikanische Computerhersteller Dell im Februar 2007. Dell richtete die Online-Community Idea Storm ein, auf der die User Vorschläge zur Verbesserung der Produkte, der Website und der Werbung machen können. Caroline Dietz, Managerin der Online Community bei Dell berichtete, dass binnen kürzester Zeit 7.000 Verbesserungsvorschläge eingelaufen seien. Eingereicht vom "Gamer und der Großmutter", die E-Mails kamen von überall auf der Welt. Die User durften die Vorschläge diskutieren und die besten setzte das Unternehmen in die Tat um. Immer mit Feedback an den Nutzer, von dem der Vorschlag kam. Die Botschaft dahinter sei: "hey, wir haben dich gehört und setzen deine Idee in die Tat um", sagte Dietz.
Bild: ScreenshotModerne Fischerchöre
Eine ganz ähnliche, wenn auch nicht verkaufsorientierte Aktion startete die Telekom. Online und in Fernseh-Spots rief der Musiker Thomas D. dazu auf, den Song "Seven Seconds" von Neneh Cherry zu singen, sich dabei zu filmen und das Video zu verschicken. Aus den eingegangenen Videoschnipseln entstand das Video "Million voices", das wochenlang als TV-Werbung zu sehen war. Hier wurde zwar kein Produkt verkauft, aber eine starke Bindung zwischen Kunden und Unternehmen geschaffen.
Bild: ScreenshotOtto suchte Nachwuchsmodels
2010 machte sich das Versandhaus Otto auf die Suche nach einem neuen Gesicht für seine Fanseite bei Facebook. Rund 50.000 Nachwuchsmodels bewarben sich, mehr als eine Million Nutzer stimmten ab. Und zwar für "Brigitte, 22, aus Koblenz". Otto nahm es locker: Brigitte, eigentlich ein BWL-Student mit Namen Sascha, bekam den versprochenen Einkaufsgutschein, das Fotoshooting und zierte im letzten Dezember als Weihnachtsfrau die Fan-Seite des Unternehmens.
Bild: ScreenshotOriginal...
Ebenfalls letztes Jahr befragte Ritter Sport seine Kunden nach ihrer Traumschokolade. Sie konnten nicht nur den Geschmack, sondern auch das Design bestimmen. Die User stimmten ab und kürten die Sorte Cookies & Cream zum Gewinner.
Bild: Screenshot...und Fälschung
die Netzgemeinde dachte über die gestellte Anforderung hinaus und entwarf noch ganz andere, kreative Sorten. Die besten davon sammelte Ritter Sport und veröffentlichte sie - humoristisch kommentiert - in einem Blog.
Bild: ScreenshotMein Burger
Im März 2011 startete dann die Fastfood-Kette ihr Crowdsourcing-Projekt "Mein Burger". Die Aktion war Teil der Kampagne anlässlich des 40. Geburtstages von Mc Donalds. Auf der unternehmenseigenen Homepage konnten aus verschiedenen Zutaten Burger zusammengestellt werden. Für die Eigenkreation musste der Nachwuchsgourmet auch selber die Werbetrommel rühren und Freunde und Bekannte auf die Burger-Seite zur Abstimmung schicken. Der Burger mit den meisten Stimmen bekam einen Werbespot und wurde in den Filialen verkauft.
Bild: ScreenshotUnd das waren die Top 5 der insgesamt 116.468 Burger, die binnen eines Monats kreiert wurden. Anfangs Favorit landete der Brezelburger schließlich abgeschlagen auf Platz fünf.
Bild: ScreenshotPril-Etiketten:
Bei Henkel ging das Crowdsourcing schief - die Internetgemeinde reagierte nicht so, wie das Marketing sich das vorstellte. So sahen Vorschläge der Facebook-Fans von Henkel aus, die außer bei dem sozialen Netzwerk auch auf einer unternehmenseigenen Seite vorgestellt wurden. Allerdings unterschieden sich zum Teil die Bewertungen auf den beiden Homepages, was einen Proteststurm bei Facebook auslöste.

Henkels Hähnchen-Drama
Denn eigentlich wählten die Nutzer die Pril-Version "schmeckt lecker nach Hähnchen". Das passte Henkel nicht, worauf eine Jury eingerichtet wurde, die die Vorschläge erst freigeben musste, bevor sie der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Für das Image des Konzerns war das wenig nützlich.

Traumprinzen backen
Aus solchen Fehlern lernen auch andere Unternehmen: Bei der Facebook-Aktion "Back dir deinen Traumprinz" von Griesson DeBeukelaer sind die Zutaten, aus denen die User wählen können, fest vorgegeben. Drei Sorten Keks und 140 Füllungen stehen zur Wahl, sodass niemand einen Leberwurstkeks kreieren kann, der - aus Spaß - wahrscheinlich deutlich mehr Stimmen bekommen würde, als eine Mischung aus Pistazie und weißer Schokolade.
Der Siegerkeks soll als limitierte Version auch in die Läden kommen.
Gestalte deinen Computer
Die erste, größere Crowdsourcing-Kampagne startete der amerikanische Computerhersteller Dell im Februar 2007. Dell richtete die Online-Community Idea Storm ein, auf der die User Vorschläge zur Verbesserung der Produkte, der Website und der Werbung machen können. Caroline Dietz, Managerin der Online Community bei Dell berichtete, dass binnen kürzester Zeit 7.000 Verbesserungsvorschläge eingelaufen seien. Eingereicht vom "Gamer und der Großmutter", die E-Mails kamen von überall auf der Welt. Die User durften die Vorschläge diskutieren und die besten setzte das Unternehmen in die Tat um. Immer mit Feedback an den Nutzer, von dem der Vorschlag kam. Die Botschaft dahinter sei: "hey, wir haben dich gehört und setzen deine Idee in die Tat um", sagte Dietz.
Auch wenn in Zeiten des Mitmach-Netzes solche Aktionen populär sind, ist die Idee gar nicht so neu. Schon 1936 suchte der japanische Automobilhersteller Toyota sein Logo mittels eines Designwettbewerbs. Aus 27.000 Einsendungen erwählte das Unternehmen ein Symbol, bestehend aus 3 japanischen Buchstaben, die das Wort Toyoda (übersetzt üppiges Reisfeld) darstellten. Toyoda war gleichzeitig der Name der Hersteller. Um Privates von Beruflichem trennen zu können, wurde das Unternehmen in Toyota umbenannt.
Wäre das Unternehmen mit den Einsendungen unzufrieden gewesen und hätte deshalb lieber ein eigenes Logo verwendet, hätte es ein paar Künstler verärgert. Wer sich heute so verhält, zieht den Zorn der gesamten Internet-Community auf sich. Wer die Grenzen also nicht eng genug steckt, muss sehen, wie er mit dem Resultat des Crowsourcings umgeht. Dabei gibt es gute und schlechte Beispiele.
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