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Jörg Guido Hülsmann„Das Währungssystem ist Schuld an wachsender Ungleichheit“

Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander. Müssen wir den Kapitalismus überwinden? Brauchen wir mehr Staat? Nein, sagt Ökonom Guido Hülsmann, besser wäre eine Rückkehr zur Goldanbindung.Tim Rahmann 05.05.2014 - 06:00 Uhr

Das Vermögen in Deutschland ist immer ungleicher verteilt.

Foto: dpa

„Der Kapitalismus droht unterzugehen“. Diese streitbare These äußerte VWL-Professor Giacomo Corneo in einem Interview mit WirtschaftsWoche Online Mitte April. Ökonomen, Lehrer, Studenten und Leser diskutierten über und mit uns – und baten uns, die Diskussion fortzuführen. Hat Corneo Recht? Ist der Kapitalismus ungerecht und ineffizient und droht das System an Rückhalt in der Bevölkerung zu verlieren? Brauchen wir den Mindestlohn, ein Grundeinkommen, kurzum: mehr Staat?

Guido Hülsmann, Ökonom der Österreichischen Schule, hält die Rufe nach der Politik für falsch. Zwar nennt auch der Professor und Buchautor die zunehmende Ungleichheit in Deutschland „problematisch“, doch in der Ursachenforschung zieht er deutlich andere Schlüsse als Giacomo Corneo und viele Kapitalismuskritiker.

Guido Hülsmann kann einige Sorgen der Systemkritiker verstehen, nicht aber deren Schlussfolgerungen.

Foto: Kai Jünnemann

WirtschaftsWoche: Herr Hülsmann, ich möchte mit der gleichen Frage beginnen, die ich auch Herrn Corneo gestellt habe: Sind die Kapitalismuskritiker zu weinerlich? Uns geht es doch gut.

Guido Hülsmann: In einigen Punkten haben die Kritiker durchaus Recht. Ressourcen werden ineffizient verwendet, die Einkommen und auch das Vermögen sind ungleich verteilt. Wobei ich natürlich die Gegenfrage stellen würde: Was meinen die Kritiker mit Ungleichheit? Wenn ich 3000 Euro im Monat vierdiene und mein Nachbar 6000 Euro ist das zwar ungleich, aber möglicherweise auch berechtigt. Vielleicht arbeitet der Nachbar ja auch doppelt so viel. Man kann also nicht einfach auf die Zahlen schauen und daraus moralische Urteile ableiten. Das ist immer schon ein bisschen komplizierter. Und einen weiteren Einspruch habe ich noch: Die Kritik, von der Sie reden, ist überhaupt keine Kapitalismuskritik. Wir leben ja gar nicht in einem kapitalistischen System.

Zur Person
Hülsmann ist ein deutscher Ökonom der Österreichischen Schule und Universitätsprofessor. Er lehrt derzeit an der Fakultät für Recht, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Angers in Frankreich. Darüber hinaus ist er Senior Fellow am Ludwig von Mises Institute in Auburn (Alabama). Hülsmann ist Autor zahlreicher Bücher.

Sondern?

Man kann ein Wirtschaftssystem, indem die Staatsquote bei fast 50 Prozent liegt, kaum ein kapitalistisches System nennen. Das passt in keine Definition. Wir haben in Deutschland eine Soziale Marktwirtschaft mit einem stark interventionistischen Staat. Das verkompliziert die Analyse der Lage. Wir müssen uns also fragen, ob dir Kritikpunkte am Status quo zurückzuführen sind auf einem nicht funktionierenden Markt oder auf die staatlichen Eingriffe.

Lassen Sie uns bitte die Kritikpunkte konkret benennen – bevor wir uns auf die Suche nach Schuldigen und nach Lösungen machen. Der französische Thomas Piketty behauptet in seinem Bestseller „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ verkürzt: Reichtum ersteht nicht durch Arbeitsaufkommen, sondern durch das Vererben von Vermögen. Lohnt sich Arbeit noch?

Hülsmanns aktuelles Buch trägt den Titel "Krise der Inflationskultur" und ist 2013 erstmals im FinanzBuch Verlag in München erschienen. Kostenpunkt: 17,99 €.

Foto: WirtschaftsWoche

Wir sehen sehr deutlich, dass es eine wachsende Kluft in den letzten 40 Jahren gibt zwischen den durchschnittlichen Einkommen auf der einen Seite und den durchschnittlichen Vermögen auf der anderen Seite. Und das sehe ich auch als fragwürdig an. Werden dadurch die Anreize zur Arbeit für einen Großteil der Menschen vernichtet? Das denke ich nicht. Auch ohne die Aussicht mit einem durchschnittlichen Einkommen zu Lebzeiten ein kleines Vermögen anzuhäufen, gibt es Leistungsanreize. Zunächst geht es sprichwörtlich um den Broterwerb und in dem zweiten Schritt um einen gewissen Luxus, der erreicht werden soll. Das ist für einen Großteil der Bevölkerung Anreiz genug. Ich wage die These: Nicht den Geringverdienern und den Menschen mit mittleren Einkommen fehlt es an Motivationsanreizen – sondern den gut ausgebildeten jungen Menschen, der möglichen neuen Elite.

Metamorphose I

In der Frühphase des Kapitalismus werden aus Landarbeitern Handwerker: Webstuhl im 19. Jahrhundert in England.

Foto: imago / united archives international

Metamorphose II

Mit der Industrialisierung werden aus Handwerkern Arbeiter: Produktion bei Krupp in Essen, 1914.

Foto: dpa

Metamorphose III

Im Wissenskapitalismus werden Arbeiter zu Angestellten und Proletarier zu Konsumenten: Produktion von Solarzellen in Sachsen.

Foto: dpa

Ort der Verteilungsgerechtigkeit

Den reibungslosen Tausch und die Abwesenheit von Betrug – das alles musste der Staat am Markt anfangs durchsetzen.

Foto: Gemeinfrei

Ort der Kapitalkonzentration

Der Börsenticker rattert, die Märkte schnurren, solange der Staat ein wachsames Auge auf sie wirft

Foto: Library of Congress/ Thomas J. O'Halloran

Ort der Wachstumsillusion

Wenn Staaten Banken kapitalisieren, sind das Banken, die Staaten kapitalisieren, um Banken zu kapitalisieren...

Foto: AP

Karl Marx

Für ihn war der Unternehmer ein roher Kapitalist, ein Ausbeuter, der Arbeiter ihrer Freiheit beraubt.

Foto: dpa

Milton Friedman

Für ihn war der Geschäftsmann gut, der gute Geschäfte macht.

Foto: AP

Papst Franziskus

Für ihn ist die Ökonomie Tyrannei und Kapitalismus an der Wurzel ungerecht.

Foto: dpa

Die wichtigsten Begriffe in der Kapitalismus-Debatte
Unter Geldmenge versteht man den gesamten Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Die Geldmenge kann durch Geldschöpfung erhöht und durch Geldvernichtung gesenkt werden. In der Volkswirtschaftslehre und von den Zentralbanken werden verschiedene Geldmengenkonzepte unterschieden, die mit einem M, gefolgt von einer Zahl bezeichnet werden. Für M1 und die folgenden Geldmengenaggregate M2 und M3 gilt stets, dass das Geldmengenaggregat mit einer höheren Zahl das mit einer niedrigeren einschließt. Eine niedrigere Zahl bedeutet mehr Nähe zur betrachteten Geldmenge und zu unmittelbaren realwirtschaftlichen Transaktionen. Die Geldbasis M0 stellt die Summe von Bargeldumlauf und Zentralbankgeldbestand der Kreditinstitute dar. Geldvolumen M-1 = Bargeldumlauf ohne Kassenbestände der Banken, aber einschließlich Sichteinlagen inländischer Nichtbanken. M-2 = Geldvolumen M-1 zuzüglich Termingelder inländischer Nichtbanken mit Laufzeiten unter vier Jahren. M-3 = Geldvolumen M-2 zuzüglich Spareinlagen inländischer Nichtbanken mit gesetzlicher Kündigungsfrist.
Die Goldparität ist der fixierte Wert einer Währungseinheit gegenüber dem Goldpreis. Sie entspricht der Menge von Gold in Gramm, die man für eine Währungseinheit erhält. Diese Menge ist im Rahmen eines Goldstandards staatlich oder durch internationale Vereinbarungen festgelegt. Über den Wert des Goldes ist damit der Wert der Währung bestimmt. Bei der Goldparität handelt sich um einen Sonderfall der Wechselkursparität. Ein mögliches Beispiel hierfür ist die Festlegung des Wertes des Dollars im Bretton-Woods-System. Die Goldparität des Dollars besteht jedoch seit Ende der 1960er nicht mehr, da sie durch Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds ersetzt wurde.
Bezeichnung für eine Inflation, bei der die Preise langsam, nahezu unmerklich steigen. Meist wird von schleichender Inflation bei relativ geringen jährlichen Preissteigerungsraten von unter 5 Prozent gesprochen.
In verschiedenen Bedeutungen verwendeter Begriff. Wird häufig den Begriffen Geld oder Vermögen gleichgesetzt. Volkswirtschaftlich einer der drei Produktionsfaktoren neben Arbeit und Boden. Gesamtwert aller Güter, mit denen die Unternehmung arbeitet (Aktivseite der Bilanz). Buchhalterisch die Posten des Gesamtvermögens, die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Auch: für Investitionen zur Verfügung stehendes Geld (Geldkapital).
Der Markt ist ein ökonomischer Ort des Tausches, an dem sich durch ein Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage Preise bilden.
Beziffert, welchen Anteil des BIP der Staat und die Sozialversicherungen ausgeben.
Steuern sind Zwangsabgaben, die ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen (der Staat) von Personen oder Unternehmen verlangt, um seinen Finanzbedarf zu decken und seine Aufgaben erfüllen zu können. Steuern sind die Haupteinnahmequelle von Bund, Ländern und Gemeinden. Ein Anspruch auf eine konkrete Gegenleistung besteht nicht. Rechtliche Grundlage für alle Steuern in Deutschland ist die Abgabenordnung (AO). Über Steuern hat der Staat die Möglichkeit, das Verhalten seiner Bürger zu lenken, z.B. kann die Erhöhung der Tabaksteuer oder der Stromsteuer zu einem verminderten Konsum führen. Wenn die persönlichen Verhältnisse von Steuerpflichtigen berücksichtigt werden, handelt es sich um Personen-Steuern, ansonsten um Objekt-Steuern. Artikel 106 im Grundgesetz teilt die Steuern in vier Kategorien ein: Gemeinschaftssteuern (Verbundsteuern), Bundessteuern, Ländersteuern und Gemeindesteuern.

Das müssen Sie erklären.

Ich rede von den Menschen, die große Ziele haben, die weit hinaus wollen. Junge Leute, die gleichzeitig gut gebildet sind – aber deren Eltern nicht zu den reichsten zehn Prozent des Landes gehören. Sie werden den Sprung nach oben nie schaffen, wenn sich der Status quo verfestigt, wenn die Bundesrepublik ihnen also nicht mehr Aufstiegschancen ermöglicht. Sie haben nur noch drei Möglichkeiten ihren Ehrgeiz zu befriedigen. Entweder sie nehmen eine sehr demütige Haltung an und verzichten auf die Realisierung ihrer Träume zu eigenen Lebzeiten. Oder sie schlagen den kriminellen Weg ein. Ich denke nicht unbedingt an Räuberbanden, aber zum Beispiel an Finanzkriminalität, sprich: Betrug, Steuerhinterziehung. Der dritte Weg ist derjenige, der heute doch eine gewisse Popularität genieß: Den Staat um Hilfe bitten und nach Umverteilung rufen bzw. selber eine politische Karriere einschlagen.

Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass gerade die junge, gut ausgebildete Elite, die nach Macht und Reichtum strebt, angeblich zum größten Kapitalismus-Kritiker mutiert.

Das ist richtig. Aber auch verständlich. Es staut sich bei den hoffnungsvollen jungen Leuten ein ungeheurer Frust auf, wenn Sie nicht vorankommen und nicht das Niveau erreichen bzw. toppen können, dass ihre Eltern erreicht haben – mit vermeintlich schlechteren Ausgangschancen. Ihre Elterngeneration hat mit ehrlicher Arbeit einen angenehmen Wohlstand erreicht haben – und das nicht nur vereinzelt, sondern auf breiter Basis. Da stellt sich dann eben die Frage: Warum ist das heute nicht mehr möglich?

Schmuck

Die wahrscheinlich älteste und auch am weitesten verbreitete Art, in Gold zu investieren, ist in Schmuckform. Wer seine alten Ringe und Ketten zu Gold machen möchte, hat bei zahlreichen Juwelieren und Goldhändlern die Möglichkeit, seine Wertsachen aufwiegen und schätzen zu lassen. Das Geld gibt es zumeist bar oder per Scheck.

Foto: pro aurum

Foto: Presse

Barren

Wer sich sein Gold nicht um den Hals legt oder es in Form von Zahngold im Mund mit sich führt, der kann bei Goldhändlern und Banken Edelmetallbarren aus Gold, Silber, Platin oder Palladium kaufen. Bis zu einem Wert von 15.000 Euro erfolgt der Kauf anonym, darüber hinaus sind Banken, Sparkassen und Edelmetallhändler dazu verpflichtet, die Käuferpersonalien zu registrieren.
Foto: pro arum

Foto: Presse

Tafelbarren

Die Edelmetall-Service GmbH (ESG) bietet seit rund vier Jahren Barren zum Abbrechen an. Wie bei einer Tafel Schokolade lassen sich von 50 oder 100 Gramm schweren Barren kleine Stücke mit einem Gewicht von einem Gramm einfach abbrechen. Die ESG hat sich ihre Edelmetall-Investment Erfindung 2010 patentieren lassen: Gold-, Silber-, Platin- und Palladiumtafeln werden in der Schweiz bei Valcambi, dem größten Goldbarrenhersteller der Welt, produziert und inzwischen weltweit vertrieben. Bereits kurz nach der Markteinführung waren CombiBars rund um den Globus ein Standardprodukt wie Goldbarren oder Goldmünzen. In Deutschland erfolgt der Vertrieb des ESG-Produktes neben dem Edelmetallhandel auch über Sparkassen.

Foto: Edelmetall-Service GmbH & Co. KG

Foto: Presse

Verschiedene Münzformen

Der Handel mit Goldmünzen besteht aus vier Bereichen: Den Bullion Goldmünzen, die nur für die Geldanlage geprägt werden und quasi das Pendant zum Goldbarren darstellen. Dazu gehören beispielsweise der Krügerrand oder der kanadische Maple Leaf. Gedenkgoldmünzensind oft limitierte Goldmünzen, die als Sonderprägung zu Jubiläen oder Sammelserien ausgegeben werden. Dann gibt es noch die alten Umlaufgoldmünzen, die tatsächlich einmal als Zahlungsmittel dienten wie die britischen Sovereigns oder die Schweizer Goldvreneli. Den vierten Bereich machen die numismatischen Sammlermünzen aus, die beispielsweise von Münzauktionshäusern vertrieben werden.

Foto: pro aurum

Foto: Presse

Sammlermünzen

So gibt beispielsweise die australische Münzprägeanstalt Perth Mint jedes Jahr die Lunar-Sammlermünzen in Gold, Silber und Platin heraus. Aber auch die Bundesregierung wartet regelmäßig mit neuen, wertvollen Münzen auf.

Foto: pro aurum

Foto: Presse

Die australische Münzprägeanstalt Perth Mint folgt bei ihren Sammlermünzen dem chinesischen Kalender. 2014 ist das Jahr des Pferdes, weshalb die neue Serie sich ganz dem Thema Pferd widmet. Die hier dargestellte Münze hat einen Goldgehalt von 99,99 Prozent und ist limitiert. Erhältlich ist sie in drei Größen: Die Zehntelunze kostet 182,79 Euro, die Viertelunze 424,87 Euro und die Unze 1.647,50 Euro. In der nicht-colorierten Version ist die Münze auch im Dreier-Set erhältlich - kostet dann aber stolze 2.255 Euro.

Zur Münze dazu gibt es ein Echtheitszertifikat. Erhältlich ist sie ab Oktober 2014 und bestellt werden kann sie hier.

Bild: Perth Mint

Foto: Presse

Münztafeln

Auch die Münze stellt die ESG seit 2012 im CombiBar-Verfahren her. Statt der üblichen Münze kaufen Anleger also Münztafeln aus Feinsilber - mit offizieller Münzzulassung auf den Cook Islands.

Foto: pro aurum

Foto: Presse

Helfen Sie mir bei der Beantwortung. Warum ist das so?

Ich denke, dass das vor allen Dingen an einem Faktor liegt, der von den meisten Ökonomen leider überhaupt nicht berücksichtigt wird: nämlich dem Währungssystem. Wir haben seit mehr als 140 Jahren Währungssysteme eingeführt, die eine immer größere Erweiterung der Geldmenge erlauben und das Ganze hat sich ab 1971 zugespitzt. Damals kündigte US-Präsident Richard Nixon wie bekannt die Bindung des Dollar an Gold auf. Seit diesem Moment erleben wir, dass das Auseinanderklaffen der durchschnittlichen Einkommen und der durchschnittlichen Vermögen, immer größer wird. Ohne Goldanbindung kann die Geldmenge im Prinzip unbegrenzt ausgeweitet werden. Das dient unter anderem der erleichterten Staatsfinanzierung, aber heute sehen wir auch sehr deutlich die Nebenfolgen, und dazu zählt das Auseinanderklaffen von Einkommen und Vermögen.

Die wichtigsten Fakten zu Gold
Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.Quelle: World Gold Council
Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.
Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.
Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).
Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.
Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).
Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Bill Gates

Der reichsten Mann der Welt macht sein Geld vor allem mit der von ihm gegründeten Firma Microsoft. Außerdem investierte in ein paar kleinere Firmen. Sein geschätztes Vermögen beträgt 72 Milliarden US-Dollar. 1997 gründete er gemeinsam mit seiner Frau die "Bill & Melinda Gates"-Stiftung, in die auch ein nicht gerade kleiner Teil seines Vermögens fließt. Der Bloomberg Billionaires Index hat die reichsten Menschen der Welt gerankt.

Foto: dpa

Carlos Slim

Der Mexikaner ist zwar der reichste Mensch seines Landes, aber mittlerweile nur noch der zweitreichste Mensch weltweit: Sein Vermögen wird auf 68,3 Milliarden Euro geschätzt und er hat es vor allem in der Telekommunikationsbranche, unter anderem mit Telmex und América Móvil, erwirtschaftet. Außerdem besitzt er Firmen aus der Banken- und der Minenbranche. Obwohl er sowohl ein iPhone als auch einen Blackberry benutzt, besitzt er keinen Computer.

Foto: AP

Amancio Ortega

Der reichste Mann Spaniens und gleichzeitig reichste Mann Europas hat 64,5 Milliarden US-Dollar mit im Bekleidungssektor verdient, unter anderem mit der bekannten Modemarke Zara. Außerdem hat er Vermögen im Immobilien- und Finanzsektor. Bevor er jeden Morgen in sein Büro fährt, liest und schwimmt er.

Foto: REUTERS

Warren Buffett

58,6 Milliarden Euro kann der Unternehmer sein eigen nennen, das er vor allem mit dem von ihm aufgebauten Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway gemacht hat. Bis heute ist er dort der größte Aktionär. Er spielt gerne Ukulele und Bridge.

Foto: AP

Ingvar Kamprad

Der schwedische Ikea-Gründer ist der zweitreichste Europäer und der reichste Mann Schwedens. Erst 2013 ist er nach 30 Jahren in der Schweiz in sein Heimatland zurückgekehrt. Sein Vermögen wird mit 51,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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Charles und David Koch

Den Brüder gehört mit Koch Industries das zweitgrößte Öl- und Chemiekonsortium der USA in Privatbesitz. Beide verfügen über ein Vermögen von jeweils 47,2 Milliarden Euro.

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Larry Ellison

Er ist Gründer und Präsident des US-Softwarekonzerns Oracle, mit dem er einen Großteil seines Vermögens gemacht hat. Auf 38,7 Milliarden Euro beläuft sich sein Vermögen. Steve Jobs war übrigens der Fotograf auf Ellison's vierter Hochzeit.

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Christy, Jim, Alice und Rob Walton

Die kommenden vier Plätze, neun bis 12, sind von der Walton-Familie belegt, Nachfahren des Gründers des Handelskonzerns Wal-Mart. Haupterbin Christy Walton verfügt über ein Vermögen von 38,5 Milliarden Dollar, während Jim 36,6 Milliarden Dollar, Rob 35,7 Milliarden Dollar und Alice 35 Milliarden US-Dollar besitzen.

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Liliane Bettencourt

Frankreichs reichste Frau und die drittreichste Frau der Welt besitzt 32,4 Milliarden Euro - und hält bis heute 31 Prozent am Kosmetikkonzern L'Oréal, der von ihrem Vater gegründet wurde und ihr den Reichtum bescherte. Sie ist damit die 15. reichste Person der Welt.

Foto: dpa

Li Ka-Shing

28,9 Milliarden Dollar besitzt der reichste Asiate, der sich auf Platz 20 der reichsten Menschen überhaupt wiederfindet. Er spielt jeden Tag 90 Minuten Golf und schwimmt. In Deutschland ist er mit 40 Prozent an der Drogeriemarktkette Rossmann beteiligt. Heute macht er sein Vermögen mit Hutchison Whampoa, einem Unternehmen, das in vielen Bereich, wie Telekommunikation, Immobilien und Handel aktiv ist.

Foto: REUTERS

Karl Albrecht

Er ist der reichste Mensch Deutschlands und in Besitz von Aldi Süd. Während sein Bruder bei der Trennung des Unternehmens 1960, in Besitz von Aldi Nord blieb. Insgesamt gibt es 4.600 Läden mit einem Umsatz von jährlich 47 Milliarden Euro. Sein Vermögen wird mit 27,7 Milliarden Euro beziffert, das überwiegend aus der Supermarktkette resultiert. Übrigens wurde er im Zweiten Weltkrieg an der russischen Front verwundet. Er ist der 22. reichste Mensch der Welt.

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Dieter Schwarz

Nur zwei Plätze dahinter folgt direkt der nächste Deutsche, ebenfalls Besitzer einer Supermarktkette. Sein Vermögen beträgt 26,7 Milliarden Euro. Lidl und Kaufland gehören zu der Schwarz Group, die europaweit mehr als 10.000 Läden besitzt. Er ist im Übrigen seit 50 Jahren verheiratet.

Foto: dpa-dpaweb

Susanne Klatten

Die sechsreichste Frau der Welt, die reichste Frau Deutschlands und die 55. reichste Person weltweit besitzt 16 Milliarden US-Dollar. Sie hat während ihrer ganzen Karriere lediglich ein Interview gegeben, einmal verhinderte die Polizei eine Entführung von ihrer Mutter und ihr. Ihr Geld macht sie mit ihren Anteilen an BMW von 12,6 Prozent. Außerdem ist sie an Altana, SKion und SGL Karbon beteiligt.

Foto: AP

Umso bedrohlicher müssen in Ihren Ohren Ankündigungen der Europäischen Zentralbank klingen, große Aufkaufprogramme zumindest in ihre Gedankenspiele aufzunehmen.

Das sehe ich natürlich mit Argwohn – aber überraschend kommt das für mich nicht. Wenn Sie sich die Zahlen anschauen zur Einkommens- und Vermögensentwicklungen, dann stellen Sie fest, dass sich die Probleme wie gesagt, in den vergangenen sechs Jahren verschlimmert haben. Es ist in der Wissenschaft sehr selten, dass man innerhalb von so kurzen Zeiträumen deutliche Verschiebungen bei den Verteilungsziffern sieht. Aber hier ist das der Fall. Indem die Geldschleusen – etwa durch die US-Notenbank FED – geöffnet wurden, um Staatsanleihen aufzukaufen und die Finanzmärkte zu stabilisieren, vergrößert sich die Ungleichheit. Diejenige, die bereits vermögend waren, haben von der Geldschwemme profitiert und sich von den Durchschnittsverdienern weiter abgekoppelt.

Diese Entwicklung ist irreparabel, oder?

Nicht unbedingt. Man kann diesen Prozess noch einfangen – der Preis dafür ist aber hoch. Wenn wir den Geldhahn zudrehen, indem wir beispielsweise eine Goldumlaufswährung einführen, würden die ganzen Finanzmärkte abschmieren. Das würde auch bedeuten, dass Versicherungen viel Geld verlieren würden und folglich die Rentenansprüche nach unten revidiert werden müssten. Die Wirtschaft würde einbrechen, die Arbeitslosigkeit würde hochschnellen. Für den Staat wäre es nicht mehr möglich, viele Leistungen zu gewährleisten, da auch die Regierungen kreditabhängig sind. Bund, Länder und Kommunen müssten Angestellte entlassen. Alles läge brach. Das ist ohne Frage ein sehr hoher Preis. Allerdings müssen wir auch die Alternative – wir lassen alles wie bisher – zu Ende denken. Denn auch hier sind die Folgen eklatant. Die Menschen verlieren Monat für Monat Geld: Die Zinsen sind geringer als die Inflation, die Tariferhöhungen geringer als die Preissteigerungen.

Giacomo Corneo

"Der Kapitalismus droht unterzugehen"

von Tim Rahmann

Welche weiteren Folgen drohen langfristig, wenn wir so weitermachen wie bisher?

Zunächst wird die Ungleichheits-Problematik immer erdrückender. Das haben wir diskutiert. Hinzu kommt: Die Fragilität der gesamten Wirtschaft wird größer. Ausganspunkt sind hier die Finanzmärkte und die Banken, die noch immer mit unglaublich niedrigen Eigenkapitalquoten und unglaublich geringer Liquidität arbeiten. Auch das ist eine direkte Folge des Währungssystems, das wir geschaffen haben. Im 19. Jahrhundert hatten die Banken etwa 40 bis 50 Prozent Eigenkapital und mindestens 25 Prozent Cash auf der Hand. Eine Bank war damals ein großes Haus mit hohen Mauern und dicken Panzern, sie beschützten tatsächlich viel Geld. Das ist heute einfach nicht der Fall.

Dem Autor auf Twitter folgen:

Aber nochmal: Diese Probleme lassen sich doch nicht mit politischen Schritten, etwa mit der Schaffung einer Bankenunion, beheben. Brauchen wir eine Revolution?

Über die Bankenunion, den Mindestlohn oder über ein bedingungsloses Grundeinkommen zu diskutieren, beseitigt in der Tat nicht die Wurzeln des Übels. Das sind alles kurzfristige Maßnahmen, die nur dazu dienen, den Ausbruch der Krise zu verhindern und die Lage zu beschönigen. Durch die Einführung eines Mindestlohns schaffen Sie doch nicht mehr Gerechtigkeit. Das ist eher eine Art Schweigegeld für diejenigen, die dann zur Unterklasse verdammt sind, die es also aus eigener Kraft nicht nach oben schaffen. Wer wirklich etwas ändern will, der muss für einen fundamentalen Wandel, für eine Revolution und einen Neuanfang plädieren.

Wie sähe der Übergang vom Zusammenbruch des bisherigen Systems zum Neuanfang aus?

Nach dem Zusammenbruch des alten Systems wird sich die Wirtschaft wieder neu aufstellen. Es gibt zu Beginn eine Eigentumsrevolution: all diejenigen, die Firmenimperium oder vielleicht auch persönliches Vermögen auf einen Berg Schulden aufgebaut haben, werden die Leitung verlieren und müssen sich in die Reihen der normalen Angestellten eingliedern. Die Produktionsfaktoren – die Maschinen, die Produktionsstätten, das Wissen der Mitarbeiter – bleiben. Das wird weiter genutzt, nur von neuen Eigentümern. Der schmerzliche Übergangsprozess dürfte etwa drei Jahre dauern. Unter einer Goldumlaufswährung dürfte dann im weiteren Verlauf eine normale Proportion zwischen Einkommen und Vermögen entstehen, es wird dann wieder möglich sein, dass man sich aus eigener Kraft emporarbeiten kann.

Und der Staat bleibt außen vor und schaut sich das Markttreiben an?

Der Staat muss sich neu orientieren und auf das Wesentliche konzentrieren. Er muss den Leuten helfen, die sich aus eigener Kraft nicht helfen können, und die anderen muss er ins kalte Wasser springen und schwimmen lassen. Also genau das, was ein Großteil der Menschen seit 40 Jahren fordert.

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