Mobilität: Auch Tesla plant einen elektrischen Bus

Mobilität: Auch Tesla plant einen elektrischen Bus

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Einen Zusammensatz aus mehreren Autos. Noch gibt es keine offiziellen Studien von Tesla zum geplanten E-Bus. (Foto: Torchinsky)

von Dirk Kunde

CEO Elon Musk bestätigt, dass der US-Autobauer einen eigenen elektrischen Kleinbus auf den Markt bringen will.

Tesla plant, auf Basis seines Model X, einen elektrischen Kleinbus zu bauen. Das Vorhaben hat Elon Musk per Twitter bestätigt. Das Platzangebot in dem Fahrzeug sei erstaunlich hoch, schreibt der Tesla-CEO. Mit dem Tweet bezieht sich Musk auf einen Artikel der US-Webseite Jalopnik.

Autor Jason Torchinsky spekuliert darin, wie Tesla dem Bulli von Volkswagen "die Butter vom Brot nehmen könnte". Gleichzeitig hat er aus mehreren Auto-Bildern einen Tesla-Bus zusammengesetzt, denn von Tesla gibt es bislang keine offiziellen Studien.

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Ebenfalls bei Twitter, wo Musk regelmäßig Fragen beantwortet und auf Vorschläge von Fans eingeht, schreibt der 45-Jährige, man habe sich von einigen "individuellen California Custom VW Gestaltungen" inspirieren lassen.

Somit liegt ein Vergleich mit dem VW-Bus nah. In Kalifornien besitzt der Bulli bzw. die T-Reihe von Volkswagen, die bereits in sechster Generation auf dem Markt ist, bei Surfern und Campern Kultstatus.

Mehr Leute in einen Bus setzen

In seinem kürzlich veröffentlichten Masterplan Teil 2 offenbart Musk, dass Tesla seine Modellpallette der Elektrofahrzeuge auf Pickup-Trucks, Sattelschlepper und Busse erweitern wird. Erste Skizzen hat er für 2017 angekündigt. Dabei möchte er "die Größe vom Bussen schrumpfen und die Rolle eines Busfahrers in die eines Flottenmanagers umwandeln."

Sämtliche Tesla-Fahrzeuge sollen autonom über die Straßen rollen. Beschleunigung und Bremsverhalten der Busse will Musk den Autos anpassen, um zähfließenden Verkehr zu vermieden. Das dürfte nur funktionieren, wenn der Tesla-Bus deutlich kleiner und leichter ausfällt als heutige Linienbusse. "Es müssen mehr Leute in den Bus passen, dafür verzichten wir auf den Mittelgang und bauen Sitze an die Stellen, wo heute Türen sind", schreibt Musk in seinem Masterplan.

Das macht neugierig und lässt Raum für Spekulationen, wie ein Tesla-Bus aussehen wird. Zwischen sieben Passagieren in einem Kleinbus und bis zu 100 Fahrgästen in einem Linienbus liegt eine weite Spanne.

Teslas viele Großprojekte

Tesla befindet sich in einer kritischen Phase. Nach scharfer Kritik am Autopiloten, der einen tödlichen Unfall im Mai in Florida nicht verhindern konnte, hat Musk seinen Mitarbeitern etliche Projekte aufgetragen: Die Batteriefabrik in der Wüste von Nevada ist zwar eröffnet, aber noch nicht fertiggestellt. Die Übernahme und Integration von Solar City gilt es zu bewältigen. Die Produktion in der Autofabrik im kalifornischen Fremont muss für das Model 3 ausgebaut werden.

Gleichzeitig laufen die Planungen für die erweiterte Modellpallette. Das firmeneigene Netzwerk an Schnelladestationen expandiert. Bis Ende 2017 können Tesla-Fahrer an weltweit 7.200 Säulen aufladen. Aktuell liefern 4.157 Säulen Strom für die Akkus. Hinzu kommen 15.000 geplante "Destination Charger", das sind Ladeanschlüsse an Hotels, Golfplätzen und Einkaufszentren.

Sämtliche Investitionen muss Tesla mit den Verkäufen seiner Elektroautos sowie der im Mai 2016 erfolgten Kapitalerhöhung finanzieren. Das börsennotierte Unternehmen schreibt bisher Verluste.

Konkurrenz ist gut vorbereitet

Während die übrigen Autohersteller der elektrischen Limousine (Model S) und dem Crossover aus Minivan und SUV (Model X) wenig entgegen zu setzen hatten, ist das bei Lastwagen und Kleinbussen anders. Daimler stellte kürzlich seinen Urban eTruck, einen elektrischen 26-Tonner, für kurze Strecken in Ballungsräumen vor.

In Sachen E-Kleinbus ist VW Tesla derzeit mit dem Budd-e noch voraus. (Foto: Volkswagen)

In Sachen E-Kleinbus ist VW Tesla derzeit mit dem Budd-e noch voraus. (Foto: Volkswagen)

Volkswagen präsentierte auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zu Jahresbeginn die Studie seines elektrischen Vans Budd-e (lautmalerisch: Buddy = Kumpel). Das Fahrzeug basiert auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) von Volkswagen. Optisch erinnert das Allrad-Elektrofahrzeug an eine moderne VW Bus-Version. Budd-e wurde in den USA gerade mit dem "2016 Concept Truck of the Year"-Award ausgezeichnet. Die Jury, bestehend aus zwei Dutzend Auto-Journalisten, fällt ihre Entscheidung nach dem Studien auf den nordamerikanischen Automessen präsentiert wurden.

Buchstaben-Code als Werbegag?

So gern Elon Musk den Vorhang bei Twitter lüftet, zu einen möglichen Namen für den Tesla-Bus schweigt der gebürtige Südafrikaner. Er hat sich in einem Tweet lediglich dafür ausgesprochen, das Buchstaben-Konzept nach dem Model Y zu durchbrechen. Dabei liegt Model B für einen Bus auf der Hand.

Zudem ergäben alle Tesla-Modellbezeichnungen im Englischen die Aufforderung: B S3XY (dt: sei sexy). Die Zahl 3 des in 2017 erwarteten Mittelklassewagens Model 3 schreibt Tesla wie das E in seiner Firmierung. Es sind drei waagerechte Striche. Somit soll man die Typbezeichnung als E lesen.

Die Namensrechte für Model E liegen allerdings bei Ford. Das macht es nicht unkomplizierter: Der US-Hersteller will davon nämlich Gebrauch machen, vermutlich für ein Auto, das 2019 auf den Markt kommt.

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