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FotovoltaikDie Tücken mit den Balkonkraftwerken

Mit Solaranlagen auf dem Balkon sollen künftig Millionen Mieter ihre Stromrechnung drücken können. Ist das realistisch?Dieter Dürand, Felix Ehrenfried 16.07.2013 - 06:00 Uhr

Solarworld (Deutschland)

Der Bonner Konzern von Frank Asbeck kämpft derzeit ums Überleben. Noch arbeiten 2600 Menschen bei Solarworld. Von den Top Ten der Branche ist das Unternehmen weit entfernt. Die Jahresproduktion liegt bei einer Leistung von 570 Megawatt.

Foto: dapd

Platz 10: Hanwha Solar One (Korea)

Das ursprünglich chinesische Unternehmen gehört seit 2010 zur koreanischen Hanwha Group. Hanwha fertigt sowohl Wafer als auch Zellen und komplette Module. Mehr als 12.000 Menschen arbeiten für den Solarkonzern.

Jahresproduktion: 750 Megawatt

Foto: Presse

Platz 9: REC Group (Norwegen)

Das Unternehmen stellt neben Solarmodulen noch verschiedene weitere Siliziumprodukte her. 2012 setzte REC 7,1 Milliarden norwegische Kronen um (880 Millionen Euro) und wies dabei ein negatives Ebit von 7,5 Milliarden Kronen aus (938 Millionen Euro). Die Gruppe beschäftigt aktuell rund 2300 Mitarbeiter.

Jahresproduktion: 750 Megawatt

Foto: Presse

Platz 8: Sunpower (USA)

Der amerikanische Konzern stellt nicht nur Module her, sondern errichtet und betreibt auch komplette Photovoltaikanlagen. Sunpower wurde 2011 Haupt- und Trikotsponsor von Bayer 04 Leverkusen. Ursprünglich war geplant das Engagement bis 2014 fortzuführen, wegen finanzieller Probleme stiegen die Amerikaner aber vorzeitig aus dem Vertrag aus. Sunpower hat 5.200 Mitarbeiter. 2011 setzte der Konzern 2,3 Milliarden US-Dollar um.

Jahresproduktion: 850 Megawatt

Foto: REUTERS

Platz 7: Jinko Solar (China)

Der chinesische Konzern beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter in Shanghai und 13 Niederlassungen weltweit. 2012

Jahresproduktion: 900 Megawatt

Foto: Screenshot

Platz 6: Sharp (Japan)

Bekannt ist das Unternehmen für TV-Geräte und Audiosysteme. Seit 1963 produziert der japanische Elektronikkonzern aber auch Solarzellen. Fast 57.000 Menschen arbeiten weltweit für Sharp.

Jahresproduktion: 1050 Megawatt

Foto: dpa

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Solarriese mit mehr als 20.000 Mitarbeitern geriet im März 2013 in Zahlungsschwierigkeiten und meldete Insolvenz an. Suntech ist außerdem seit 2011/2012 Sponsor des TSG 1899 Hoffenheim. Nach der Pleite muss sich der Club einen neuen Geldgeber für seine Trikots suchen.

Jahresproduktion: 1500 Megawatt

Foto: dapd

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Dr. Shwan Qu gründetet 2001 den kanadischen Hersteller von Standard- und Spezialsolarmodulen. Das Unternehmen produziert in Kanada und China. Canadian Solar beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter.

Jahresproduktion: 1550 Megawatt

Foto: dpa

Platz 3: Trina Solar (China)

Seit 1997 ist der chinesische Konzern von Gründer Jifan Gao am Markt, seit 2006 ist er an der New Yorker Börse notiert. Das Unternehmen produziert sämtliche Solarprodukte von Ingots, Wafern und Zellen bis zu kompletten Modulen. Für Trina Solar arbeiten 15.000 Menschen.

Jahresproduktion: 1600 Megawatt

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: First Solar (USA)

Der amerikanische Konzern mit Sitz in Tempe, Arizona stellt Dünnschicht-Module her, bietet aber auch umfassende Systemlösungen an. Im April 2012 kündigte First Solar ein großes Sparprogramm an - weltweit soll die Zahl der Mitarbeiter (2011: 7000) um ein Drittel schrumpfen. 2012 setzte First Solar 3,4 Milliarden US-Dollar um. Trotz der Probleme ist First Solar weltweit noch die Nummer zwei am Markt für Solarmodule.

Jahresproduktion: 1800 Megawatt

Foto: dpa

Platz 1: Yingli Solar (China)

Der größte Hersteller von Solarmodulen kommt aus China. Seit 2011 ist der Konzern Premium-Partner des FC Bayern München. Yingli Solar beschäftigt 16.000 Mitarbeiter. 2012 machte das Unternehmen 1,4 Milliarden Euro Umsatz - fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. Verantwortlich war der Preiseinbruch bei den Modulen.

Jahresproduktion: 2300 Megawatt

Foto: REUTERS

Artur Greinert ist seiner Zeit gerne voraus. Sein Entdeckergeist brachte den begeisterten Heimwerker vor zwei Jahren auf eine Idee: Er hatte als Mieter einer Wohnung in Stade bei Hamburg zwar kein Hausdach zur Verfügung. Aber warum sollte es nicht möglich sein, fragte er sich, auf seinem Balkon Solarstrom zu produzieren? Und so unabhängiger von den steigenden Energiepreisen zu werden?

Gedacht, getan. Der 33-Jährige, der die Produktion in einem Kunststoff verarbeitenden Betrieb leitet, bestellte via Internet Solarpanels, Anschlusskabel, Wechselrichter und einen Akku und baute aus den Teilen ein Balkonkraftwerk. Seit September 2012 steht es im Garten, weil er die Module dort der Sonne nachführen kann. Das erhöht die Ausbeute. Jetzt erntet Greinert genug Kilowattstunden, um damit ganzjährig den Fernseher und die Beleuchtung im Wohnzimmer zu betreiben.

Fotovoltaik ist Konkurrenz für Kohle und Gas

Der neue Billigstrom kommt

von Andreas Menn und Dieter Dürand

Nun sollen auch handwerklich weniger begabte Mieter und Wohnungseigentümer zum Stromproduzenten werden können.

Mit der britisch-deutschen Sun Invention aus Berlin und der GP-Joule-Tochter Mini Joule aus Reußenköge in Schleswig-Holstein blasen zwei Anbieter zur großen Do-it-yourself-Offensive. Sun-Invention-Strategiechef Toralf Nitsch verknüpft damit zugleich ein politisches Ziel: Er will die Energiewende in jeden Haushalt tragen.

Der Markt sei riesig. Zumindest theoretisch kämen in Deutschland 40 Millionen Kunden infrage. Nitsch malt die Zukunft in hellen Tönen: „Jeder Bürger soll sich Solarstrom leisten können.“ Also nicht mehr nur, wer eine Scheune, ein Eigenheim oder ein Gewerbebau sein Eigen nennt.

Das ist nicht das einzige große Versprechen, das die Hersteller abgeben: Ihre Systeme seien so simpel und narrensicher konstruiert, kündigen sie an, dass jeder Laie sie mit wenigen Handgriffen im Garten, auf dem Balkon, auf dem Garagendach oder an der Fassade installieren könne. Dann rein mit dem Stecker in die Steckdose – und schon fließt bei Sonnenschein grüner Strom ins Wohnungsnetz.

Geld vom Energieversorger gibt es dafür keines. Der Gewinn liegt darin, ihm weniger Kilowattstunden abkaufen zu müssen. Das neue 250-Watt-Solarmodul von Sun Invention erzeugt laut Hersteller je nach Standort zwischen 160 und 220 Kilowattstunden im Jahr. Es kostet inklusive Mehrwertsteuer 649 Euro. Über 20 Jahre gerechnet, kostet die selbst produzierte Kilowattstunde demnach zwischen 15 und 20 Cent. Die Versorger kassieren aktuell durchschnittlich 28,5 Cent.

Solarworld

Der Bonner Solarmodulhersteller kommt nach seinem scharfen Kapital- und Schuldenschnitt vom Frühjahr nur langsam wieder in Tritt. Die konzernweite Absatzmenge sei im ersten Halbjahr nach vorläufigen Zahlen zwar um mehr als die Hälfte auf 357 Megawatt gestiegen, teilte Solarworld mit. Hierzu habe aber vor allem das Auslandsgeschäft beigetragen. In Deutschland sei der Markt weiter schwach. Das Umsatzziel für 2014 von mehr als 680 Millionen Euro werde deshalb wahrscheinlich nicht erreicht. In den ersten sechs Monaten wuchs der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 228 Millionen Euro, blieb dabei aber leicht unter den Erwartungen des Unternehmens. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie bereinigt um Sondereffekte des internen Umbaus kam Solarworld auf einen leichten Gewinn von einer Million Euro (Vorjahreshalbjahr: -37 Millionen Euro). Ein insgesamt positives operatives Ergebnis erwartet das Unternehmen weiterhin für 2015.

Mit der Restrukturierung hatte Solarworld seinen Schuldenberg um mehr als die Hälfte auf 427 Millionen Euro verringert. Dabei mussten Aktionäre und Gläubiger hohe Verluste hinnehmen. Erst vor kurzem hatte sich der Konzern mit einem wichtigen Rohstoff-Lieferanten auf neue Verträge geeinigt - musste im Gegenzug aber viel Geld in den Wind schreiben.

Foto: dpa

Nordex

Der Windkraftanlagenbauer Nordex will seine Geschäfte in Südamerika ausbauen. Schon heute verkaufe Nordex vor allem in Uruguay mit einigem Erfolg, sagte Vorstandschef Jürgen Zeschky. Auch in Chile werde Nordex aktiv sein. „Diese Länder haben einen ungestillten Hunger nach Energie und zahlen für Strom aus heimischen Kraftwerken gutes Geld.“ In den USA habe sich Nordex dagegen bescheidene Ziele gesteckt. „Ich würde nicht so weit gehen, diese Strategie "Rosinen picken" zu nennen, aber dem härtesten Wettbewerb gehen wir so aus dem Weg“, sagte Zeschky. Der Umsatzanteil Amerikas liege bei 18 Prozent.

Nach einem guten ersten Quartal hatte Nordex seine Prognose für 2014 zuletzt angehoben. Erwartet werden nun ein Auftragseingang von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro und ein Umsatz von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge für 2014 - also das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz - wird laut Zeschky 4 bis 5 Prozent betragen.

Nordex werde sein Werk in Rostock für rund 25 Millionen Euro ausbauen, kündigte Zeschky an. Dort sind etwa 1400 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt wolle Nordex bis 2016 rund 50 Millionen Euro in seine Kerntechnologie „Rotorblatt“ investieren. Hintergrund sind die größeren Dimensionen der Rotorblätter und zugehörigen Werkzeuge, die den Umbau der bestehenden Produktionshallen notwendig machen.

Foto: dpa

Solarworld

Die Sanierung ist planmäßig abgeschlossen, die Verluste sind eingedämmt (auf 427 Mio. Euro) - jetzt müssen nur noch die Umsätze wieder fließen. Der Photovoltaikkonzern Solarworld sieht sich nach dem drastischen Kapital- und Schuldenschnitt wieder gut aufgestellt. „Wir kommen nicht nur in ruhigeres Fahrwasser, wir nehmen auch massiv Fahrt auf“, sagte Konzernchef Frank Asbeck im Mai bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Bonn.

Solarworld profitiere von dem Einstieg des Emirats Katar sowie von der Übernahme von Fertigungskapazitäten von Bosch in Thüringen. Der Unternehmenschef geht von einem Wachstum des globalen Photovoltaikmarktes aus, mit einem Schwerpunkt in Asien und in den USA. Allein im ersten Quartal seien in den USA fast so viele Neuanlagen installiert worden wie in dem rückläufigen Markt Deutschland für das ganze Jahr 2014 erwartet wird.

Foto: dpa

SMA Solar

Schlechter Start ins Jahr 2014: Im ersten Quartal stand beim operativen Ergebnis des Solar-Technikherstellers ein Minus von 22 Millionen Euro in den Büchern - nach einem Verlust von 8 Millionen Euro Anfang 2013. Zudem brach der Umsatz deutlich ein. Grund dafür seien zum einen Unsicherheiten in Europa wegen der Ukraine-Krise, aber auch Projektverschiebungen in Nordamerika und Währungsturbulenzen in Indien, heißt es offiziell von SMA Solar. Auf der Hauptversammlung 2014 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende auszuschütten.

Große Probleme hat das Unternehmen aber schon länger. Der Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern hatte 2013 einen Verlust von rund 67 Millionen Euro eingefahren - nach einem Gewinn von 75,1 Millionen Euro 2012. Mit weiteren Sparmaßnahmen will SMA Solar nun wieder in die Gewinnzone zurückkommen. Schon im Jahr 2013 hat der Wechselrichter-Hersteller seine Kosten um 180 bis 200 Millionen Euro gesenkt. Zudem will das Unternehmen in Zukunft neue Märkte erschließen und neue Produkte einführen. „Im besten Fall“, so Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon, soll 2014 ein Ergebnisplus von 20 Millionen Euro erreicht werden. Ende Mai gab SMA Solar bekannt, das Solar-Wechselrichter-Geschäft vom Mitbewerber Danfoss komplett zu kaufen und eine strategische Partnerschaft anzustreben.

Foto: dpa

Sunways

Beim Fotovoltaik-Unternehmen aus Konstanz läuft seit Ende April das offizielle Insolvenzverfahren. Der Insolvenzverwalter hat damit begonnen, den Konzern zu zerschlagen. Als ersten Schritt zur Liquidierung beantragte Sunways am 19. Mai den Widerruf der Börsenzulassung an der Frankfurter Wertpapierbörse beantragt. Gleichzeitig trat der Vorstandsvorsitzende Hoong Khoeng Cheong zurück.

Das Geschäft mit Wechselrichtern und gebäudeintegrierter Photovoltaik hat bereits der chinesische Solarkonzern Shunfeng übernommen. 40 Mitarbeiter können deshalb ihren Arbeitsplatz behalten. Alle anderen hätten ihre Kündigung bereits erhalten, teilte ein Sprecher mit. Ende 2012 waren bei Sunways noch 265 Menschen beschäftigt. Die Aktionäre müssen davon ausgehen, bei der Insolvenz komplett leer auszugehen.
Sunways schrieb seit Jahren rote Zahlen und wies hohe Verluste aus. Wie im Mai bekannt wurde, waren die Geschäfte des Unternehmens schon mehrere Monate vor der Zahlungsunfähigkeit fast völlig zum Erliegen gekommen. Bereits 2013 befand sich das Unternehmen einmal in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen Kredite in Millionenhöhe gekündigt hatten. Durch eine Vergleichsvereinbarung wurde das eigentliche Insolvenzverfahren damals jedoch abgewendet.

Foto: dpa

S.A.G. Solarstrom AG

Die Solarkrise hat den Anlagenbauer in die Knie gezwungen. Das Unternehmen stellte am 13. Dezember 2013 einen Insolvenzantrag. Die Solarstrom AG kann nach Ansicht des Insolvenzverwalters aber gerettet werden. Mit einer Zerschlagung des Solarunternehmens sei derzeit nicht zu rechnen, teilte eine Firmensprecherin am 16. Mai am Rande einer Gläubigerversammlung mit. Die Sanierung und die Suche nach Investoren laufe positiv und werde fortgeführt, sagte Insolvenzverwalter Jörg Nerlich. Einzelheiten hierzu nannte er nicht. Nerlich erwartet den Angaben zufolge eine Insolvenzquote von rund 50 Prozent. Ob Aktionäre Geld zurück erhalten können, sei aber weiter offen.

Das Freiburger Unternehmen mit heute rund 170 Mitarbeitern zählt zu den Pionieren der Solarbranche. Es war 1999 eine der ersten börsennotierten Solarfirmen in Deutschland.

Foto: dpa

Prokon

Der Windkraftanlagen-Finanzierer hat im Januar beim Amtsgericht Itzehoe Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde Anfang Mai eröffnet. Die Zukunft für die insgesamt rund 1300 Beschäftigten ist ungewiss. Gut 75.000 Anleger hatten dem Unternehmen über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro anvertraut. Sie müssen sich auf schmerzvolle Verluste einstellen. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin schätzt, dass sie zwischen 40 und 70 Prozent ihres investierten Kapitals verlieren werden. Das Geschäftsmodell des von Carsten Rodbertus 1995 gegründeten Windparkbetreibers stand seit langem in der Kritik.

Foto: dpa

Meyer Burger

Beim Schweizer Maschinenhersteller stieg der Verlust 2013 um knapp 50 Prozent auf 163 Millionen Franken - trotz Kostensenkungen um rund 100 Millionen Franken. Der Umsatz sank um zwei Drittel auf 203 Millionen Franken. Allerdings freuen sich die Schweizer über die gute Auftragslage: Insgesamt stieg der Eingang um 29 Prozent auf 288 Millionen Franken. In den ersten beiden Monaten 2014 holte Meyer Burger Aufträge über 42 Millionen Franken herein. Im Laufe des Jahres rechnet die Firma mit zusätzlichen Aufträgen für Modernisierung und den Ausbau von Produktionskapazitäten bei Kunden. Bereits 2013 habe sich die Kapazitätsauslastung bei großen Solarzellen-Herstellern wieder deutlich verbessert. Zudem bestehe eine gute Pipeline an langfristigen Großprojekten in neuen Märkten, "von denen das eine oder andere Projekt zu einem Vertragsabschluss gelangen kann". Kurzfristig will die Firma durch die Platzierung von 4,8 Millionen Aktien zu neuem Geld kommen.

Foto: Screenshot

Solarwatt

Solarwatt-Chef Detlef Neuhaus schimpft über die Pläne zur Reform des EEG: "Wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel seine Pläne eins zu eins umsetzt, wird der Markt für Eigenstrom-Verbrauch zerstört." Gabriel will auch Besitzer von Solaranlagen, die ihren Strom hauptsächlich selbst verbrauchen, an der EEG-Umlage beteiligen. Bisher waren sie von der Abgabe für erneuerbare Energien befreit. Solarwatt hatte sich nach der Fast-Pleite strategisch neu ausgerichtet. Statt der Produktion von Modulen stehen nun Systeme im Fokus, mit denen Hausbesitzer ihren Energiebedarf durch selbsterzeugten Strom decken können - an der Ausrichtung soll sich nichts ändern. Der mittelständische Hersteller von kristallinen Solarmodulen hat 2012 den Sprung aus der Insolvenz heraus geschafft, doch rund läuft es noch nicht. Die Zahl der Mitarbeiter soll in den kommenden Monaten auf deutlich unter 200 sinken. Nach der Insolvenz hatten bereits knapp hundert der 435 Mitarbeiter gehen müssen. Der Umsatz werde 2013 bei nur 60 bis 70 Millionen Euro liegen, gut 20 Millionen weniger als noch im Frühjahr angenommen. Ein "schwarze Null" werde man erst 2014 erreichen - ein Jahr später als geplant. BMW-Erbe Stefan Quandt ist mit einem Anteil von 90 Prozent Ankeraktionär der Dresdener.

Foto: dpa

Solon

Paukenschlag beim Solarmodul-Hersteller Solon: Der indisch-arabische Investor Microsol macht die Zentrale der Solarfirma in Berlin zum 30. April dicht. Der Sitz wechselt in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Dort wird schon der Großteil der Module gefertigt. Damit verlieren am Standort Adlershof 230 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Standortleiter Lars Podlowski sicherte ihnen eine geordnete Schließung zu. „Kein Mensch soll auch nur einen Euro verlieren“, sagt er in einer Pressekonferenz am 7. März. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat sollten am gleichen Tag beginnen, eine Transfergesellschaft schloss Podlowski aus.

Nach der Insolvenz von Solon war Microsol im März 2012 eingestiegen. Erklärte Absicht war es damals, in Berlin weiter Module für den deutschen und europäischen Markt zu bauen. Offenkundig waren aber die Produktionskosten in Deutschland angesichts des hart umkämpften Weltmarkts für Solarzellen zu hoch.

Foto: dpa/dpaweb

Centrosolar

Für die Aktionäre der insolventen Solarfirma sieht es düster aus. Da kein Eigenkapital mehr vorhanden ist, steht ihnen auch nichts mehr zu, wie Centrosolar am 28. Februar 2014 mitteilte. Für die Gläubiger der 50-Millionen-Euro-Anleihe sieht der vom Gläubigerausschuss genehmigte Insolvenzplan dagegen vor, sie über einen Tausch ihrer Ansprüche in Aktien zumindest teilweise zu entschädigen. Für nominal je 1000 Euro Anleihe sollen sie acht junge Aktien erhalten. Zudem sollen ihnen wie auch den Finanzgläubigern und Mitarbeitern bei der geplanten Barkapitalerhöhung Aktien zum Bezug angeboten werden. Die Anleihegläubiger müssen dem Insolvenzplan auf der Versammlung am 18. März zustimmen.
Gläubiger und Aktionäre hatten im Frühjahr 2013 einem Kapital- und Schuldenschnitt zugestimmt. Mehr als 250 Stellen und damit ein Viertel der Arbeitsplätze wurden gestrichen. Das reichte jedoch nicht aus, um die ehemalige Tochter des Klimatechnik-Spezialisten Centrotec auf gesunde Füße zu stellen. Der mit 100 Millionen Euro verschuldete Solaranlagenbauer musste im Herbst unter den Schutzschirm flüchten. Betroffen sind die Holding, die AG und die Centrosolar Sonnenstromfabrik. Nicht betroffen sind dagegen die Töchter Renusol und die Grundstücksverwaltung GmbH, die beide verkauft werden sollen. Allein das US-Geschäft soll übrig bleiben. Dieser Markt verspreche Wachstum, ist sich das Management sicher.

Foto: Presse

Windwärts

Nach dem Windenergie-Unternehmen Prokon hat auch nun auch ein niedersächsischer Windkraft-Projektierer Insolvenz angemeldet. Windwärts sammelte ebenso wie Prokon bei Privatpersonen Geld für den Bau von Windanlagen ein, allerdings in deutlich kleineren Dimensionen. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Volker Römermann haben rund 1600 Inhaber von Genussrechten etwa 18,9 Millionen Euro investiert. Römermann sagte, er sei aber vorsichtig optimistisch, was die Zukunft des Unternehmens mit rund 100 Mitarbeitern angehe. Grund für den Insolvenzantrag sind nach Angaben von Römermann Verzögerungen bei diversen Projekten, die eigentlich im vergangenen Jahr abgeschlossen werden sollten. So hätten Naturschützer in der Nähe einer geplanten Anlage das Nest eines Roten Milans entdeckt, dadurch habe es monatelange Verzögerungen gegeben. In einem anderen Fall sei eine Anlage unter einer Überflugstrecke der Bundeswehr geplant gewesen, die aber aus Gründen der militärischen Geheimhaltung in keiner Karte verzeichnet gewesen sei.

Foto: dpa

Boschs Solarsparte Aleo Solar

Eine Investorengruppe aus Asien kauft Großteile des Solarmodulherstellers. Für die meisten Beschäftigten ist das eine schlechte Nachricht: Nur 200 der zuletzt rund 730 Mitarbeiter haben eine Zukunft bei Aleo. Der seit 2009 mehrheitlich zur Bosch-Gruppe zählende Solarspezialist zieht mit dem Verkauf einen Schlussstrich unter monatelange Negativnachrichten: Das Unternehmen hatte zuletzt hohe Verluste eingefahren und war von der Insolvenz bedroht. Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den Weg für die Pläne freimachen, einen Termin für das Treffen gibt es noch nicht. Außerdem steht der Deal noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Wettbewerbshüter.
Das Käuferkonsortium stammt aus der Solarbranche und sitzt in Taiwan, Japan und Hong Kong. Die neuen Besitzer wollen den Kauf über eine GmbH mit Sitz in Hamburg abwickeln, die sie als Investoren mit 13,5 Millionen Euro Eigenkapital ausstatten. Aleo muss für den Kauf drauflegen: Den Angaben zufolge fließt für die Produktionsstätte in Prenzlau inklusive Anlagevermögen, Vorräten, gewerblichen Schutzrechten und Anteilen an einem Tochterunternehmen nur ein symbolischer Euro. Aleo dagegen überweist zehn Millionen Euro an die neuen Besitzer. Der Noch-Mehrheitsaktionär Bosch stützt Aleo zum Abschluss mit 31 Millionen Euro. Der unverkaufte Rest des Unternehmens soll aufgelöst werden.

Foto: AP

Conergy

Die neuen Eigentümer Kawa Solar Holdings rechnet bereits in diesem Jahr wieder mit einem Gewinn bei Conergy. Kawa hatte Conergy mit deren globalen Service-Vertriebsaktivitäten im Oktober 2013 übernommen. Seither sind die Conergy Deutschland GmbH und die Conergy Services GmbH - ebenso wie die Einheiten in Großbritannien, Italien und Australien - Teil des US-Konzerns. 350 Arbeitsplätze sollten gesichert werden. Conergy hatte am 5. Juli 2013 Insolvenz angemeldet. Kawa sitzt in Florida und verwaltet ein Volumen von 500 Millionen US-Dollar und will unter anderem in Solarprojekte investieren. An den Töchtern Mounting Systems und der SolarModule GmbH hatte Kawa kein Interesse.

2012 erwirtschaftete Conergy bei 473,5 Millionen Euro Umsatz einen operativen Verlust von 83 Millionen Euro. Der Preisverfall und der teure Ausstieg aus einem Liefervertrag mit der US-Waferproduzenten MEMC hatten dem Konzern die Bilanz verhagelt. Am 10.12.2013 ging Conergy von der Börse.

Foto: dapd

IBC Solar

Einer der größten deutschen Händler von Solaranlagen muss erstmals selbst Personal abbauen. 83 der 286 Mitarbeiter des Solarpioniers aus dem fränkischen Bad Staffelstein müssen gehen. Sie werden von einer Transfergesellschaft aufgenommen. Weltweit beschäftigt der Mittelständler 400 Mitarbeiter. 2011 macht IBC noch einen Umsatz von rund 810 Milliarden Euro, 2012 waren es nur noch 580 Millionen, 2013 brach das Geschäft auf 300 Millionen ein. Obwohl es im Jahr 2013 gelungen war, den Marktanteil in Deutschland von sieben auf elf Prozent zu steigern, hat das Unternehmen das Jahr zum ersten Mal in der Unternehmensgschichte mit einem operativen Verlust abgeschlossen. Mit einer Eigenkapitalquote von rund 80 Prozent ist IBC für den Umbau aus eigener Kraft aber gut gerüstet. Nächstes Jahr will Chef Udo Mörstedt wieder profitabel wirtschaften. Dazu will er das Geschäft im privaten und gewerblichen Eigenverbrauch ankurbeln und stärker internationalisieren. Die Entwicklung und Vermarktung von solaren Großprojekten will Möhrstedt beispielsweise in Japan und Chile ausbauen und die Kernkompetenz in Eigenverbrauchs- und Speichersystemen in internationale Märkte übertragen. Der Auslandsanteil am Umsatz soll bis 2016 auf 45 Prozent steigen.

Foto: Screenshot

Bosch

Damit hat die Krise der Solarbranche Bosch bisher einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro eingebrockt. Im vergangenen Jahr seien nochmals 1,3 Milliarden Euro an Belastungen durch die defizitäre Photovoltaik angefallen. Von 2008 bis 2012 hatte Bosch bereits 2,4 Milliarden Euro verbrannt. Die starke Konkurrenz aus China und Überkapazitäten hatten die Preise für Solartechnik in Deutschland rapide sinken lassen und etliche Unternehmen in die Pleite getrieben.
Die Stuttgarter hatten im Frühjahr 2013 den Ausstieg aus der Photovoltaik beschlossen und im Herbst den Verkauf der Solarmodulfertigung in Arnstadt an Solarworld angekündigt...

Foto: dpa

Bosch Solar Engery - Solarworld

Solarworld ist neuer Besitzer des Thüringer Solarwerk des Industriekonzerns Bosch. Im März 2014 soll die Produktion anlaufen. Das Bonner Unternehmen von Frank Asbeck steckt selbst mitten in der Sanierung. Solarworld übernehme am Standort Arnstadt eine Zellfertigung mit einer Produktionskapazität von 700 Megawatt (MW) und eine Modulfertigung mit 200 MW sowie insgesamt 800 der 1600 Mitarbeiter. Zum Kaufpreis machte Solarworld keine Angaben, erklärte aber, der Kauf werde die Finanzmittel nicht reduzieren. Insider hatten berichtet, Asbeck erhalte sogar eine Art Mitgift von bis zu 130 Millionen Euro von Bosch.
Bosch-Chef Volkmar Denner hatte die unter Bosch Solar Energy firmierende Sparte mit 3000 Mitarbeitern im Frühjahr 2013 auf die Verkaufsliste gesetzt. Bosch hatte 530 Millionen Euro in den Standort investiert.

Foto: dpa

Windpark-Entwickler Windreich saniert sich nicht mehr in Eigenregie. Jetzt geht das Unternehmen in eine geregelte Insolvenz. Das Unternehmen hatte am 9. September 2013 Insolvenz angemeldet. Gründer und Firmenchef Willi Balz (Foto) legte die Geschäftsführung nieder. Sein Nachfolger Werner Heer, zuvor Berater der Gesellschaft, verliert nun seinen operativen Einfluss, die Geschäfte führt ab der Eröffnung des Verfahrens Sachwalter Holger Blümle. Windreichs prekäre finanzielle Lage beschäftigt bereits die Behörden. Im März hatte das Unternehmen Zinsen für Anleihen verspätet überwiesen, weil das Geld kurzzeitig knapp war. Kurz darauf ermittelte die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Bilanzmanipulation - unter anderem gegen Balz. Der hatte die Ermittlungen bestätigt, die Vorwürfe aber zurückgewiesen.
Windreichs Geschäftsmodell ist hoch kompliziert und nicht ohne Risiken. Die Firma plant als Projektentwickler On- und Offshore-Windparks und schließt Verträge mit Bauunternehmen, noch bevor Anteile an den Projekten in Einzelteilen an Investoren und Energieversorger verkauft werden. Mehr über die Windreich-Pleite lesen Sie hier: Balz-Nachfolger muss retten, was zu retten ist.

Foto: dpa

Bard

Der angeschlagene Offshore-Pionier stellt den Betrieb ein. Wegen fehlender Aufträge will die Unternehmensgruppe im Januar 250 Beschäftigten kündigen. Weitere 300 Mitarbeiter sollen von der neuen Gesellschaft Offshore Wind Solutions (OWS) im ostfriesischen Emden übernommen werden, wie Bard am 20. November mitteilte. Die Neugründung OWS solle Betrieb und Service des größten deutschen Offshore-Windparks Bard Offshore 1 (hier im Bild) sowie Schiffe und Gebäude der Bard-Gruppe übernehmen. Das Projekt mit 80 Anlagen rund 100 Kilometer nördlich von Borkum war Ende August eröffnet worden. Die Leistung von 400 Megawatt entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von mehr als 400.000 Haushalten. Mit weit über zwei Milliarden Euro Investitionskosten wurde er jedoch deutlich teurer als geplant. Bard hatte zudem mit technischen Schwierigkeiten beim Bau und mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Die Eröffnung wurde um mehrere Jahre verschoben.
Zuletzt hatte das Unternehmen gut 800 Millionen Euro Schulden in der Bilanz. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos. Mit dem Stocken der Energiewende hatte Bard wegen fehlender Anschlussaufträge bereits im Sommer 2012 Teilverkäufe von Unternehmensteilen angekündigt. Danach wurde die Rotorblattfertigung eingestellt. Im Juni kam dort auch die Herstellung von Maschinenhäusern für Offshore-Windkraftanlagen zum Erliegen. In Cuxhaven wurde zudem die Produktion von Stahlkonstruktionen für Offshore-Windparks geschlossen.

Foto: dpa

Vestas

Nach harter Sanierung und mehreren Gewinnwarnungen peilt Vestas eine höhere Rentabilität für das Gesamtjahr an. Zuversicht versprühte, dass sich der Betriebsgewinn (Ebit) im dritten Quartal auf 67 Millionen Euro mehr als verfünffachte. Wegen neuerlicher Abschreibungen bleibt im dritten Quartal aber ein Minus von 87 Millionen Euro. Der seit Ende August 2013 amtierende Chef Anders Runevad wertet die Zahlen als gute Grundlage für die Trendwende. Der Auftragseingang habe sich auf fast 1,5 Milliarden Euro vervierfacht. Der Umsatz sank im letzten Quartal allerdings um 27 Prozent, Vestas bekommt die sinkenden Einspeisevergütungen zu spüren. Die Umsatzprognose für 2013 bleibt bei 5,5 Milliarden Euro. Seit Ende 2011 fielen beim Windradbauer fast 5500 Jobs weg. Bis Ende 2013 will Runevad maximal noch 16.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Foto: dpa

Suntech

Lichtblick für den angeschlagenen chinesischen Solarmodul-Hersteller Suntech Power Holdings: Eine Investmentfirma der Heimatprovinz hat eine Finanzspritze von umgerechnet knapp 110 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Es gebe eine entsprechende Absichtserklärung von Wuxi Guolian Development.
Suntech, einst größter Solarmodul-Hersteller der Welt, hatte im März 2013 Konkurs angemeldet. Die chinesischen Hersteller, die die meisten ihrer Produkte exportieren, leiden unter den höheren Importzöllen der USA und der EU. Diese waren erhöht worden, weil China seine Produktion subventioniert haben soll. Diese Subventionen hatten die Expansion der Branche in den vergangenen zehn Jahren unterstützt und Hunderte kleiner Unternehmen entstehen lassen, die den Markt überschwemmten und die Preise drückten.

Foto: REUTERS

Wirsol-Gruppe

Der baden-württembergische Projektierer Wirsol hat am 24. Oktober in Karlsruhe einen Insolvenzantrag erstellt. Davon betroffen sind Wirsol Solar, Wirsol Deutschland und Wirsol Solar System. Nicht betroffen sind die Windsparte, das Privatkundengeschäft und die Gesellschaft für technische Betriebsführung. Das Unternehmen, dass 2012 rund 292 Millionen Euro umsetzte und rund 17 Millionen Euro Gewinn (Ebit) machte, möchte sich mit einer Planinsolvenz retten. Eine Sanierung in Eigenregie im so genannten Schutzschirmverfahren scheiterte am Widerstand der Banken. Wirsol tut sich als Mittelständler sehr schwer den schrumpfenden Markt in Deutschland durch Aufträge im Ausland zu kompensieren. Man versuche es in Großbritannien, Japan und Brasilien, doch zur Großoffensive fehlt das nötige Kleingeld. Wirsol ist jetzt auf der Suche nach Investoren. Wie viele der 300 Arbeitspläne im Rahmen der Planinsolvenz erhalten werden können, ist noch unklar.

Foto: Screenshot

Centrotherm

Nur wenige Monate nach dem aufgehobenen Insolvenzverfahren (Juni 2013) meldet der Anlagenbauer neue Probleme. Die Geschäfte der Schwaben laufen schlechter als erwartet. Die im Insolvenzplan avisierten Ziele seien nicht zu halten, teilte die für die Solar- und Halbleiterindustrie produzierende Firma aus Blaubeuren mit. Der Plan sah einen operativen Gewinn (Ebitda) von jeweils 37 Millionen Euro für 2014 und 2015 vor und einen Überschuss von 23 Millionen Euro. Der von Marktforschungsinstituten prognostizierte "signifikante Anstieg" des globalen Solarmarktes habe sich bisher nicht eingestellt. Der Vorstand übt sich indes in Zuversicht und hofft auf eine deutliche Belebung, die eine Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Jahr ermöglicht.
Centrotherm flüchtete im Juli 2012 in ein Schutzschirmverfahren, das nach dem neuen Insolvenzrecht eine schnelle Sanierung in eigener Regie erlaubt und unter anderem den Tausch von Schulden in Eigenkapital. Im Zuge dessen verloren die Altaktionäre, darunter die Gründerfamilie Hartung mit ihren ehemals rund 50 Prozent, den größten Teil ihrer Anteile. Die Verwaltungsgesellschaft Sol Futura hält inzwischen 80 Prozent an Centrotherm und die Familie zehn Prozent. Die restlichen Anteile sind in Streubesitz. Im Zuge der Sanierung besann sich die Firma auf ihr ursprüngliches Geschäft und nimmt statt der Solarindustrie nun zunehmend die Halbleiterindustrie ins Visier. Ende Oktober will das Management über die Entwicklung im dritten Quartal berichten. Von ehemals 1900 Arbeitsplätzen blieben 900 übrig. Den letzte Jahresabschluss für 2011 legte Centrotherm vor einem Jahr vor. Damals machte das Unternehmen knapp 700 Millionen Euro Umsatz bei einem operativen Verlust von 20 Millionen Euro.

Foto: dpa

Das Systemhaus Donauer Solartechnik in Gilching bei München hat Insolvenz angemeldet. Wie in einer Pressemitteilung des Unternehmens zu lesen ist, gibt Donauer der Gemeinde Gilching eine Mitschuld am Scheitern der Rettungspläne. Monatelang habe man an einer Firmenfusion mit einem starken Partner gearbeitet, die Parteien waren sich bereits einig. Notwendig zur Fusion sei die Veräußerung einer Firmenimmobilie in Gilching gewesen, um die Liquidität für das laufende Geschäft zu erhalten. Dieser konnte nur mit Zustimmung der Gemeinde erfolgen. Der Gemeinderat konnte sich bis zum Stichtag jedoch zu keiner Zustimmung durchringen. Somit bleibt dem Fachgroßhändler mit seinen 90 Mitarbeitern nur der Gang in die Insolvenz. Gesellschafter Rudolf Donauer: "Eine Schadensersatzklage wird angestrebt, aber das rettet nicht mehr den Verlust von vielen Arbeitsplätzen. Mir fehlen die Worte zu einem derart unprofessionellen politischen Verhalten seitens der Gemeinde.“

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RWE

Der Essener Energiekonzern macht bei seinen Sparanstrengungen auch bei der Ökosparte nicht halt. Wie „Der Spiegel“ berichtet will Chef Peter Terium die Konzern-Tochter Innogy massiv verkleinern. So soll Terium Investitionen in die Anlagen in Nord- und Ostsee-Windparks erheblich zurückfahren und neue Anlagen nur noch mit Partnern bauen wollen. Spezialschiffe für den Bau von Offshore-Windparks sollen den Informationen zufolge verkauft werden. Das Unternehmen wollte sich dazu bisher nicht äußern.

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Der Projektierer Gehrlicher Solar AG meldet Zahlungsunfähigkeit und ist damit das erste Opfer der Antidumping-Zölle gegen chinesische Importe in Europa. Das Unternehmen hat am 5. Juli 2013 beim Amtsgericht München die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Agence France Presse.

Schuld an der Situation sind die Anti-Dumpingzölle, die die EU gegen chinesische Importeure verhängt hat. Also genau jene, die auf Druck der von Solarworld-Chef Frank Asbeck ins Leben gerufener Initiative, von der Kommission erlassen wurden, um die europäische Solarzellenindustrie zu schützen. Gehrlicher verbaute chinesische Module.

Die Hausbank hat den Darlehensvertrag nicht verlängert, weil das Unternehmen aufgrund der neuen Bedingungen die im Geschäftsplan formulierten Ziele nicht mehr erreichen könne - sprich voraussichtlich nun deutlich teurere Module einkaufen muss und damit mit weniger Gewinn rechnen kann. Gehrlicher ist seit 1994 am Markt und plant, finanziert und baut vom Hauptsitz in Deutschland aus weltweit Solaranlagen.

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Roth & Rau

Verluste halbiert: Der Photovoltaik-Anlagenbauer aus Sachsen kündigte im Februar 2012 ein Restrukturierungsprogramm an. Mehrere Hundert Arbeitsplätze im In- und Ausland fielen weg, Tochtergesellschaften wurden verkauft. Bis zur Bekanntgabe der Sparmaßnahmen arbeiteten bei Roth & Rau knapp 1400 Menschen, zum Jahresende 2012 waren es nur noch 900. Betroffen waren die Standorte in Hohenstein-Ernstthal, wo 15 Prozent der 420 Stellen gestrichen wurden. Roth & Rau gehört seit Februar 2011 zur Schweizer Meyer Burger-Gruppe. 2012 setzen die Sachsen 154 Millionen Euro um, 2011 waren es noch 208 Millionen Euro. Die Verluste (Ebit) belaufen sich auf 40 Millionen Euro - nach 106 Millionen Euro im Jahr 2011. Die Richtung stimmt.

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Alfasolar

Der norddeutsche Modulhersteller hat am 24. April die vorläufige Insolvenz beantragt. Alfasolar ist seit zwanzig Jahren am Markt und beschäftigt rund100 Mitarbeiter. Die Produktionsanlage in Hannover hat eine Gesamtkapazität von 40 Megawatt - damit zählt das Unternehmen zu den kleinen Modulherstellern. Der Mittelständler kann wie viele andere Unternehmen der Branche dem Preisverfall nicht länger standhalten. Produktion und Geschäftsbetrieb laufen jedoch vorläufig weiter. Manuel Sack aus der Kanzlei Brinkmann & Partner in Hannover wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

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Der Ausflug in die Solarenergie-Technik kommt Siemens teuer zu stehen. Der Konzern müsse mit dem Ausstieg aus dem Geschäft erneut Belastungen von brutto mehr als 250 Millionen Euro verbuchen, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Siemens-Kreise. Diese würden sich aus Firmenwertabschreibungen, operativen Verlusten sowie Abschreibungen auf bereits begonnene Solaranlagen zusammensetzen. Insgesamt habe die Münchener das 2009 gestartete Experiment mit Sonnenstrom einen Betrag in der Größenordnung von 800 Millionen Euro gekostet. Siemens war am Sonntagabend auf Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

Siemens hatte angekündigt, das Solarthermie- und Photovoltaikgeschäft zu verkaufen. Von den Plänen sind weltweit 680 Mitarbeiter betroffen. Elektrotechnische Komponenten wie Generatoren und Netztechnik soll es aber weiterhin geben. Der Konzern hatte vor allem auf Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenhitze gesetzt und dafür eigens die israelische Solel für 418 Millionen Dollar gekauft. Die Strategie zahlte sich jedoch nicht aus. Solel machte mehr Verlust als Umsatz.

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Der insolvente Solzellenhersteller Sovello stoppt die Produktion und kündigt allen 1000 Mitarbeitern. „Die finanzielle Lage des Unternehmens macht diesen Schritt leider erforderlich“, sagte Insolvenzverwalter Luca F. Flöther. Das Unternehmen das zum "Solar Valley" in Bitterfeld-Wolfen zählte, hatte im Mai Insolvenz angemeldet. Die geplante Sanierung in Eigenverwaltung platzte Ende Juli. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Sovello noch 200 Millionen Euro Umsatz. Der Solarbetrieb ist aus einem Gemeinschaftsunternehmen der Branchenfirmen Evergreen Solar, Q-Cells und REC ASA hervorgegangen und gehört seit 2010 dem Beteiligungsfonds Ventizz Capital.

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Der insolvente ostfriesische Offshore-Zulieferer Siag Nordseewerke in Emden wird zum Februar durch den saarländischen Stahlbauer DSD Steel übernommen. Das teilte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) am 17. Januar nach Gesprächen mit dem Investor, der Landesbank NordLB und dem Alteigentümer Siag mit. „Es wurde heute ein Eckpunktepapier mit einer grundsätzlichen Einigung erstellt“, sagte Bode. Damit können 240 von rund 750 Arbeitsplätzen erhalten bleiben. Weiteren 150 Siag-Beschäftigten will ThyssenKrupp Arbeitsplätze anbieten. Das Unternehmen war früher Besitzer der Nordseewerke.

Die Siag Nordseewerke stellen Fundamente für Windkraftanlagen her. 2010 hatte das Unternehmen Siag Schaaf Industrie AG aus dem rheinland-pfälzischen Dernbach die frühere traditionsreiche Schiffswerft von ThyssenKrupp übernommen. Seitdem wurde das Emder Unternehmen zu einem Windkraft-Zulieferer umgebaut. Nun fehlen Folgeaufträge, weil der Boom der Offshore-Branche insgesamt ins Stocken gerät, da es Schwierigkeiten bei der Anbindung der Windparks auf hoher See an das Netz an Land gibt.

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Deutlich besser steht das ebenfalls insolvente Photovoltaik-Unternehmen Sunstrom aus Dresden da. Laut Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg konnte das Unternehmen gerettet werden, die ehemaligen Geschäftsführer Reiner Matthees und Stephan Riedel haben die GmbH gekauft und wollen das Unternehmen mittels einer sogenannten übertragenden Insolvenz sanieren. Die 64 Beschäftigten der Sunstrom GmbH werden von der neuen Gesellschaft MR Sunstrom GmbH übernommen.

Die Solarwatt-Tochter Sunstrom hatte im Juli Insolvenz angemeldet.

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Q-Cells

Am 3. April stellte Q-Cells beim Amtsgericht Dessau Insolvenzantrag. Seither haben 100 der ehemals knapp 1300 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Der ostdeutsche Solarzellenhersteller schrieb 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Nedim Cen rang monatelang mit Gläubigern und Anlegern um ein Sanierungskonzept. Im August 2012 folgte die Überraschung: Der koreanische Mischkonzern Hanwha kauft Q-Cells. Mit der Übernahme des Q-Cells Werks in Malaysia könnte Hanhwa Antidumping-Zölle der US-Behörden auf chinesische Produkte umgehen. Hanwha will bis 2020 einer der führenden Anbieter im Photovoltaik-Markt werden. Mit 53 Tochterunternehmen gehört er zu den größten Industriekonglomeraten Südkoreas.

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Inventux

Im Mai 2012 muss der Berliner Solarzellenhersteller Insolvenz anmelden. Das Unternehme war seit 2008 am Markt und beschäftigte 200 Mitarbeiter. Von den einst rund 200 Mitarbeitern wurden 100 übernommen. 70 wechselten in eine Transfergesellschaft, die für neue Beschäftigungschancen sorgen soll. Im August wurde Inventux durch zwei südamerikanische Unternehmen übernommen.

Foto: PR

Odersun

Ende März muss der Modulhersteller Odersun aus Frankfurt Oder seine Pleite bekanntgeben. Zum 1. Juni hat das Unternehmen den Betrieb ein gestellt. Alle 260 Mitarbeiter müssen sich einen neue Stelle suchen.

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Solarhybrid

Das 2008 an die Börse gegangene Unternehmen teilte Mitte März 2012 mit, dass man beim Amtsgericht Arnsberg wegen Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt habe. Solarhybrid ist auf den Bau von großen Solarstrom-Kraftwerken spezialisiert. Das Unternehmen selbst hatte im Oktober 2011 noch Optimismus verbreitet und Zuwächse für 2012 in Aussicht gestellt. Zudem schrieb das Unternehmen in den ersten neun Monaten schwarze Zahlen. Offenbar hat es sich aber bei der Finanzierung von Großprojekten übernommen. Das Unternehmen wird abgewickelt.

Foto: Solarhybrid AG

Foto: Pressebild

Siag Schaaf

Der Windkraft-Zulieferer hat am 19. März Antrag auf Insolvenz gestellt. Das zuständige Amtsgericht Montabaur teilte mit, davon sei nicht nur die AG betroffen, es seien auch einige Anträge für Tochterfirmen gestellt worden. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, war zunächst unklar. Die Offshore-Windkraftbranche leidet unter Problemen bei der Anbindung von Anlagen im Meer ans Stromnetz. Siag beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 1800 Menschen in Europa, Nordafrika, Asien und Nordamerika. Die AG war aus dem Stahlbau hervorgegangen. Vor drei Jahren hatte Siag Schaaf von Thyssen-Krupp die Nordseewerke in Emden gekauft, um dort Produkte für Offshore-Windanlagen zu fertigen.

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Solon

Im Dezember 2011 meldete der Solarmodulhersteller Solon Insolvenz an. Der arabische Solarzellen-Produzent Microsol kauft das Berliner Unternehmen Anfang März 2012. Microsol übernimmt das Solon-Werk in Berlin, die Markenrechte sowie Forschung und Entwicklung. 433 der 471 Arbeitsplätzen sollen erhalten bleiben. Solon war mit 400 Millionen Euro verschuldet.

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Solar Millennium

Kurz vor Weihnachten 2011 stellt der fränkische Solar-Projektentwickler Antrag auf Insolvenz. Seither sucht Insolvenzverwalter Volker Böhm nach Investoren. Das US-Geschäft geht im Februar 2012 an den Konkurrenten Solarhybrid, weitere Beteiligungen schlägt Böhm im Laufe des Jahres los. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens können die Gläubiger ihre Forderungen anmelden. Dazu gehören auch 16.000 Anleihen-Besitzer. Unterdessen prüft Böhm weiter, ob Manager für Investitionen in den USA über 80 Millionen Euro haftbar gemacht werden können. Wegen der komplizierten Konzernstruktur der Mittelfranken werde das aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Soltecture

Das Berliner Unternehmen musste im Mai 2012 Insolvenz anmelden. Noch läuft die Investorensuche

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Bliebe der Strompreis stabil, hätte sich der Kauf im günstigsten Fall nach 22 Jahren amortisiert. Unterstellt man jedoch wie Mini Joule in einer Musterrechnung für sein 195 Watt leistendes und 449 Euro kostendes Modul, dass Elektrizität jedes Jahr um fünf Prozent teurer wird, rechnet sich die Anschaffung schon nach acht Jahren.

Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen. Die Marktforscher der Bonner EuPD halten in den nächsten 20 Jahren durchschnittliche Preissteigerungen für den Haushaltsstrom von 2,8 Prozent für realistisch. Das würde die Rentabilität mehrere Jahre nach hinten verschieben.

Sun-Invention-Strategiechef Nitsch hat ohnehin Höheres im Sinn als nackte Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Er möchte mit seinen solaren Kleinstanlagen, bei denen sich bis zu sechs Module zusammenstecken lassen, eine Energierevolution in Europa und auch in Indien entfachen. Sein Credo: „Es ist doch klar, dass die Zukunft der dezentralen Energieerzeugung gehört.“

In dieser schönen neuen Energiewelt des Selbermachens lauern indes Fallen. So warnt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), der selbstständige Anschluss der Plug-in-Anlagen könne etwa zu Bränden führen, für dessen Schäden der Nutzer selbst haften muss. Die VDE-Experten raten daher dringend, die Module von „fachkundigem Personal“ installieren zu lassen. GP Joule und Sun Invention halten ihre Systeme indes für sicher und weisen die Warnungen zurück. „Das ist reine Panikmache“, schimpft GP-Manager André Steinau.

Ahnungslos geben sich die Hersteller hingegen bei der Frage, ob der Vermieter oder die Eigentümerversammlung der Montage zustimmen müssen. Dabei ist die Sachlage nach Auskunft des Deutschen Mieterbunds juristisch klar: Sie müssen – zumindest wenn die Module sichtbar sind.

Der Kauf will also gut überlegt sein. Statt eines Geldsegens droht sonst Ärger.

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