Ryanair: Was die Lufthansa von Ryanair lernen kann

Ryanair: Was die Lufthansa von Ryanair lernen kann

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Eine Ryanair-Maschine hebt ab.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Ryanair ist im Aufwind: Kurz nach einem Radikalumbau fliegt die irische Billiglinie Rekordergebnisse ein. Der Wagemut der Iren taugt als Vorbild für andere Airlines - vor allem für die deutsche Lufthansa.

Der Konkurrenz eine Freude zu machen, ist so ziemlich das Letzte, das Michael O’Leary will. Doch als der großmäulige Chef der irischen Discount-Linie Ryanair vor gut zwei Jahren eine neue Strategie verkündete, freuten sich die Manager bei den etablierten Linien diebisch.
Mit dem Programm „Always Getting Better“ leitete O’Leary einen Wandel ein. Er versprach mehr Service und verkündete, stärker große Airports wie Rom oder Brüssel anzufliegen statt in der Provinz. Die Ultrabillig-Linie sollte nun viel stärker Geschäftskunden locken.

„Man sollte seine Wettbewerber nie daran hindern, Fehler zu machen“, kommentierte der Chef von Air France-KLM, Alexandre de Juniac, damals. Denn, so schlossen die etablierten Linien aus gut 15 Jahren Billigwettbewerb in Europa, der Zusatz an Service kostet mehr, als er an höheren Ticketpreisen bringt. Und auf den großen Flughäfen würden die Iren ihren Vorteil aus billigen Gebühren und kürzeren Bodenzeiten verlieren.

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Die wichtigsten Billigflieger in Deutschland

  • Platz 10

    Aer Lingus

    Starts pro Woche: 39

    Sitze: 6.786

    Strecken: 6

    Quelle: DLR: Low Cost Monitor 1/2015

  • Platz 9

    Vueling

    Starts pro Woche: 50

    Sitze: 8.964

    Strecken: 10

  • Platz 8

    Intersky

    Starts pro Woche: 64

    Sitze: 3.732

    Strecken: 6

  • Platz 7

    Norwegian

    Starts pro Woche: 80

    Sitze: 214.880

    Strecken: 26

  • Platz 6

    flybe

    Starts pro Woche: 88

    Sitze: 7.250

    Strecken: 9

  • Platz 5

    Wizz

    Starts pro Woche: 103

    Sitze: 18.540

    Strecken: 33

  • Platz 4

    Easyjet

    Starts pro Woche: 342

    Sitze: 55.680

    Strecken: 64

  • Platz 3

    Ryanair

    Starts pro Woche: 393

    Sitze: 74.277

    Strecken: 115

  • Platz 2

    Air Berlin

    Starts pro Woche: 1.700

    Sitze: 244.986

    Strecken: 105

  • Platz 1

    Germanwings

    Starts pro Woche:1.833

    Sitze:235.068

    Strecken: 180

     

    Quelle: DLR: Low Cost Monitor 1/2015

Spätestens nachdem O‘Leary nun für das beendete Geschäftsjahr 2015 Bilanz zog, dürfte es mit der Freude der Konkurrenz vorbei sein. Denn „Always Getting Better“ gilt nicht nur für einen besseren Service, sondern auch für die Geschäftszahlen.

Mit gut 1,24 Milliarden Euro Nettogewinn bei 6,54 Milliarden Euro Umsatz liefert Ryanair neue Rekorde in puncto Umsatz und Profit. Auch wenn O’Leary die teilweise gut 25 Prozent Umsatzrendite um die Mitte der Nullerjahre noch nicht wieder erreichte, ist die mit jährlich 106 Millionen Passagieren größte Linie Europas nach wie vor der Maßstab der Branche in Sachen Geld verdienen.

Wiwo-Ranking: Die beliebtesten Fluggesellschaften 2015

  • Zur Studie

    Für das Mittelständler-Ranking der WiWo wurden 5142 Entscheider, Einkäufer und Nutzer befragt. Dabei standen 192 Anbieter aus 20 Branchen zur Wahl. Abstimmen durfte nur, wer im vergangenen Jahr tatsächlich Kunde war.

    Der angegebene Wert eines Unternehmens ist ein Index-Wert auf einer Skala von 0 bis 100. Der Index-Wert ergibt sich aus zwei Mittelwerten: zum einen der Mittelwert für die Kundenzufriedenheit insgesamt und zum anderen der Mittelwert der Zufriedenheiten mehrere Leistungsmerkmale (Qualität von Produkten und Leistungen, Beratungsleistung, Betreuungsleistung, Preis-Leistungs-Verhältnis, Servicequalität, Informationen und Kompetente Mitarbeiter).

    Je höher der Index-Wert ist, desto zufriedener sind die Mittelständler mit dem Dienstleister insgesamt und desto mehr stimmen sie zu, dass der Dienstleister über eine hohe Produktqualität, eine gute Beratungsleistung etc. verfügt.

    Quelle: WirtschaftsWoche/Service-Value 2015

  • Platz 9

    Alitalia

    Gesamtindex: 59,2

  • Platz 8

    Air France

    Gesamtindex: 64,3

  • Platz 7

    Germanwings/ Eurowings

    Gesamtindex: 66,3

  • Platz 6

    British Airways

    Gesamtindex: 68,3

  • Platz 5

    KLM

    Gesamtindex: 68,5

  • Platz 4

    Airberlin

    Gesamtindex: 69,0

  • Platz 3

    Delta

    Gesamtindex: 73,7

  • Platz 2

    Lufthansa

    Gesamtindex: 76,1

  • Platz 1

    Emirates

    Gesamtindex: 79,6

Das ist umso erstaunlicher, weil zuletzt selbst die Chefs erfolgsverwöhnter Wettbewerber klagten. „Die vergangenen Monate waren die schlimmste Zeit für alle europäischen Airlines“, beschrieb etwa Easyjet-Chefin Carolyn McCall kürzlich in der WirtschaftsWoche den unerwartet harten Gegenwind. Terrorangst bei den Kunden, ständige Streiks von Fluglotsen und ein wachsender Preisdruck durch zu viele Flüge setzen die Branche unter Druck.

Dass Ryanair dem derart Stand hält, überrascht die Konkurrenz nicht nur. Es macht die Airline zu einem Vorbild für etablierte Linien wie die Lufthansa. Die deutsche Linie wird schon länger von rückläufigen Erträgen geplagt, tut sich mit der Umsetzung von Innovation und der Neuausrichtung aber nach wie vor schwer.

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