Preisfrage: Was eine vegane Alternative für Butter kostet
Die Deutschen mögen Butter. Und sie mögen Butter offenbar ziemlich gerne. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland laut einer Erhebung zum Pro-Kopf-Konsum von Butter mit jährlich rund 6 Kilogramm den dritten Platz. Nur in Frankreich (Platz zwei, acht Kilo) und Dänemark (Platz eins, neun Kilo) erfreut sich das Speisefett einer noch größeren Beliebtheit, wie die Erhebung von Eurostat, der Zentrale Milchmarkt Berichterstattung und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft zeigt.
Nach Speiseöl ist Butter laut der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse das beliebteste Speisefett in Deutschland. Zuletzt lieferten sich deutsche Discounter bei der Butter einen Preiskampf. So haben Lidl und Aldi Nord und Süd ihre Butterpreise kürzlich mehrfach gesenkt, zuletzt auf 1,99 Euro pro 250-Gramm-Packung Butter der jeweiligen Eigenmarken.
Dennoch ist der Butterpreis im Fünfjahresvergleich deutlich gestiegen. Im Februar 2025 kostete Butter nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 61 Prozent mehr als noch im Jahr 2020. Wie bei vielen anderen Milchprodukten hängt der Butterpreis maßgeblich von den Preisen für Futtermittel und Energie ab. Denn bevor Milch – und auch Butter – im Supermarktregal angeboten werden können, müssen diese pasteurisiert beziehungsweise erhitzt werden. Ein Schritt, für den viel Erdgas benötigt wird. Im Jahr 2024 waren vor allem der geringe Fettanteil von Milch und die rückläufige Anzahl an Milchkühen für den Preisanstieg maßgeblich.
Heute gibt es wie für die meisten Grundnahrungsmittel auch vegane Alternativen für Butter. Zu den bekannten Ersatzprodukten zählt Eleplant. Eleplant wird von den Walter Rau Lebensmittelwerken produziert, laut eigenen Angaben eine der größten Margarineproduktionen Europas.
Eine 200-Gramm-Packung Eleplant kostet derzeit 1,99 Euro. Der größte Anteil wird mit 71 Cent für die Rohwarenkosten fällig – vor allem für Sheaöl und Hafer. Die Transportkosten belaufen sich lediglich auf acht Cent pro Packung, was laut dem Hersteller daran liegt, dass das Produkt lediglich über den stationären Handel verkauft wird.
Der Hersteller der „noch jungen Marke“ investiert demnach „aktuell überdurchschnittlich viel in Markenbekanntheit und Aufklärung“. Diese Marketingkosten schlagen mit 56 Cent zu Buche. 64 Cent pro Packung entfallen zuletzt auf die Marge und Kostenpunkte wie Personalkosten, Verpackung und Vertrieb.
In den vergangenen Jahren ist der Markt für vegane Butteralternativen in Deutschland stark gewachsen. Das zeigen Daten des Marktforschungsunternehmens NielsenIQ: Während der Umsatz 2021 nur bei etwas mehr als vier Millionen Euro lag, betrug er im Jahr 2023 schon rund 45 Millionen Euro. Der Absatz vergrößerte sich im gleichen Zeitraum von etwas mehr als 2 Millionen Stück auf fast 27 Millionen Stück.