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BayerLasst Monsanto leben!

Um das Glyphosat-Drama zu beenden, prüft Bayer offenbar eine Insolvenz von Monsanto. Das ist keine gute Idee. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Jürgen Salz 16.05.2025 - 12:38 Uhr
Bald insolvent? Laut einem Medienbericht prüft Bayer, Monsanto in die Insolvenz zu schicken. Foto: REUTERS

Das muss man der Truppe um Bayer-CEO Bill Anderson und seinen Cheflobbyisten Matthias Berninger lassen: Sie unternehmen wirklich alles, um dieses Glyphosat-Prozess-Drama in den USA zu beenden, das den Konzern und seine Aktionäre bereits etliche Milliarden gekostet hat. Sie mobilisieren öffentliche Unterstützer, rufen den Obersten Gerichtshof der USA an, arbeiten an Vergleichen mit Klägern und werben durchaus erfolgreich in der US-Politik für Gesetzesänderungen im Sinne von Bayer.

Noch sind allerdings nicht alle vom Glyphosat-Segen überzeugt: US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, einst Klägeranwalt im Verfahren gegen Bayer, hält den Unkrautvernichter offensichtlich immer noch für gesundheitsgefährdend.

Bayer begibt sich in neue Risiken

Deswegen umgarnen die Bayer-Lobbyisten nicht nur, sie drohen auch – etwa damit, den Unkrautvernichter in den USA vom Markt zu nehmen. Dies würde höhere Kosten für die Landwirte und teurere Lebensmittelpreise in den USA bedeuten. Das kann die US-Politik nicht wirklich wollen.

Die kolportierte Option zur Beendigung des Glyphosat-Desasters wirklich zu ziehen, wäre allerdings eine schlechte Idee. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, strebt Bayer einen Vergleich mit Klägern im Bundesstaat Missouri an. Sollte das nicht klappen, prüfe Bayer, den Glyphosat-Hersteller Monsanto in die Insolvenz zu schicken – damit wären die Klagen gestoppt.

Die Risiken für Bayer sind dabei hoch, der Konzern würde sich erneut in juristische Abhängigkeiten begeben. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ist mit einer ähnlichen Strategie mehrfach vor Gerichten gescheitert.

Eine Insolvenz von Monsanto wäre zudem das endgültige Eingeständnis, dass der 63-Milliarden-Kauf von Monsanto eine der schlechtesten Entscheidungen der deutschen Wirtschaftsgeschichte war. Das ist zwar offensichtlich, wird aber von Bayer bislang immer tapfer bestritten. Das Desaster hat auch nicht Anderson zu verantworten, sondern dessen Vorgänger Werner Baumann und der damalige Aufsichtsratschef Werner Wenning.

Womöglich ist die Insolvenz-Volte ja auch wieder als Drohung zu verstehen: Ein amerikanisches Unternehmen könnte pleitegehen, wenn Politik und Justiz Bayer nicht dabei unterstützen, das Glyphosat-Drama zu lösen.

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