BörsenWoche 512: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++Gold auf dem Prüfstand (KD)
Der hohe Goldbestand in unserem konservativen Musterdepot steht auf dem Prüfstand. Noch nehmen wir keine Veränderung vor. Aber dabei muss es in den kommenden Monaten nicht bleiben. Näher erklären wir den vorsichtigen Ausblick für den Goldpreis in unserem Editorial.
Gold war bisher eine nützliche Beimischung. Sie hat sowohl gute Rendite gebracht als auch in schwierigeren Börsenphasen die Schwankungen am Aktienmarkt abgefedert. Nun beträgt der Goldanteil des Portfolios aber 23 Prozent. Das ist ein hoher Wert. Gold erlebt immer wieder längere Flauten, besonders nach starken Kursanstiegen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs fast verdoppelt. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Goldpreis sogar verzwölffacht.
+++Samsung bekommt Zolldrohungen (KD)
US-Präsident Donald Trump übt weiterhin Druck auf den Smartphonehersteller Apple aus. Kürzlich schrieb er auf Truth Social: „Ich habe Apples Tim Cook schon vor langer Zeit mitgeteilt, dass ich erwarte, dass ihre iPhones, die in den USA verkauft werden, in den USA hergestellt und gebaut werden, nicht in Indien oder sonst wo. Wenn das nicht der Fall ist, muss Apple einen Zoll von mindestens 25 Prozent an die USA zahlen.“ Kurz darauf spezifizierte er jedoch, dass die Zölle auch für andere Smartphonehersteller wie Samsung Electronics gelten würden. Die USA sind ein wichtiger Markt für den koreanischen Mischkonzern. Samsung hat dort mit seinen Smartphones einen Marktanteil von rund 25 Prozent und ist unter Anbietern von Android-Handys der mit Abstand wichtigste Hersteller.
Die Aktie von Samsung hat nach den Zolldrohungen keinen merklichen Kursverlust erlebt. Möglicherweise erwarten Anleger ein Einlenken der US-Regierung. Außerdem ist die Aktie von Samsung bereits günstig bewertet, weil zuletzt einige schlechte Nachrichten eingepreist wurden. Das unterstützt jetzt womöglich den Kurs.
+++Stellantis bekommt neuen Chef (SD)
Die Exor-Beteiligung Stellantis hat einen neuen Firmenchef. Stellantis war vergangenes Jahr, gemessen am Absatz, der fünftgrößte Autohersteller der Welt. Zu dem italienisch-französisch-amerikanischen Unternehmen gehören unter anderem die Marken Fiat, Jeep, Chrysler, Peugeot, Citroen und Opel. Nachdem der Konzern lange für seine Kostendisziplin und wachsenden Gewinne bewundert wurde, befindet er sich nun in einer Krise. Vergangenes Jahr ging der Umsatz um 17 Prozent zurück, der Gewinn sogar um 71 Prozent. Grund für die schwache Nachfrage war die mangelnde Attraktivität der Automodelle.
Unter dem langjährigen Firmenchef Carlos Tavares hatte das Unternehmen zu wenig investiert und seine Beziehungen zu Zulieferern und Autohändlern strapaziert. Vegangenen Dezember musste Tavares deshalb zurücktreten. Als Zwischenlösung sprang Exor-Chef und Fiat-Erbe John Elkann ein. Im Juni wird nun Antonio Filosa die Führung übernehmen. Er ist bereits seit zweieinhalb Jahrzehnten im Unternehmen tätig. Ende 2023 bis Anfang 2025 war er Chef der wichtigen Konzernmarke Jeep. Zuletzt leitete er die Qualitätssicherung und hatte die operative Leitung des Amerikageschäfts inne.
Die Aktie von Stellantis hat nicht merklich auf die Nachricht reagiert. Der Markt scheint noch keine Vorschusslorbeeren geben zu wollen. Filosa hat viel Arbeit vor sich, was sich auch an der Aktie ablesen lässt: Sie hat seit März 2024 zwei Drittel ihres Werts verloren.
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