1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Bayer: Supreme Court prüft Glyphosat-Fall

Nach KlagenOberstes US-Gericht prüft Glyphosat-Fall von Bayer

US-Klagen rund um den Unkrautvernichter Roundup könnten Bayer Milliarden kosten. Nun will der Supreme Court ein Grundsatz-Urteil treffen. 17.01.2026 - 09:25 Uhr aktualisiert Quelle: dpa
Bayer holte sich mit dem Kauf von Monsanto Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat ins Haus. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bayer-Konzern bekommt in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA die Aussicht auf ein Grundsatz-Urteil des Obersten Gerichts. Der Supreme Court nahm einen der Fälle zur Prüfung an. Dabei will er speziell die Frage klären, ob Klagen wegen fehlender Warnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern zulässig seien, wenn dies nicht von der amerikanischen Bundesumweltbehörde EPA verlangt worden sei.

Der Fall des Klägers John Durnell war ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung auf dem Unkrautvernichter Roundup verpflichtet gewesen sei, und sprachen dem Kläger 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer wählte den Fall dann später für den Gang vor den obersten US-Gerichtshof aus, um ein Grundsatz-Urteil zu erzielen.

Konzern verweist auf Umweltbehörde

Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA in dem Mittel keine Gesundheitsrisiken sehe, wenn es entsprechend den Vorschriften angewendet werde. Die EPA hatte das Produktlabel folglich ohne Warnung genehmigt. Daher sollten laut Bayer auch Schadenersatzansprüche, „basierend auf dem Recht einzelner Bundesstaaten, vor Gericht keinen Bestand haben“.

Roundup-Klagen

Bayers Glyphosat-Drama könnte bald ein Ende haben

Nach einer Verfahrensentscheidung des Supreme Court hat Bayer Chancen, viele Klagen in den USA weitgehend loszuwerden. Wird jetzt alles gut für den Konzern?

von Jürgen Salz

Anfang Dezember hatte der sogenannte Solicitor General – eine Art Generalanwalt der US-Regierung – sich ebenfalls für eine Prüfung des Falls durch das Oberste Gericht ausgesprochen.

Zehntausende Fälle noch offen

Bayer erhöhte im Herbst die Rückstellungen für Glyphosat-Fälle. Konzernchef Bill Anderson begründete das mit Vergleichsvereinbarungen sowie einem moderaten Anstieg der eingereichten Klagen. Zum Stand 15. Oktober sprach Bayer von 197.000 angemeldeten Ansprüchen, von denen rund 132.000 verglichen worden seien oder die Vergleichskriterien nicht erfüllt hätten.

Anderson, der das Ruder in Leverkusen im Juni 2023 übernommen hatte, verfolgt das Ziel, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Diese hatte sich Bayer 2018 mit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage in einem Glyphosat-Prozess stiegen dann die Klägerzahlen.

Der Dax-Konzern begrüßte die Prüfung des Falls durch das Oberste Gericht. „Die Entscheidung des Supreme Court ist eine gute Nachricht für die Landwirte in den USA, die regulatorische Klarheit benötigen“, erklärte Anderson. Es sei ein wichtiger Schritt in der Bayer-Strategie, die Rechtsstreitigkeiten signifikant einzudämmen.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick