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  4. BBVA-Konto: Zinsen, Cashback und Co. – was die BBVA zu bieten hat

BankenWas ein Konto bei der BBVA zu bieten hat

Ein Jahr lang drei Prozent Zinsen und ein Cashback-Programm: Die spanische Bank BBVA drängt auf den deutschen Privatkundenmarkt. Für wen das interessant sein könnte.Gökay Gürsoy 01.07.2025 - 10:48 Uhr
Die spanische Großbank BBVA sieht auf dem deutschen Markt Potenzial. Foto: Reuters

Immer mehr Banken kämpfen im deutschen Privatkundengeschäft um Kunden. Mit der spanischen Großbank „Banco Bilbao Vizcaya Argentaria“ (BBVA) drängt ein weiterer Akteur auf den deutschen Markt, wie die Bank am Mittwoch mitteilte.

Auch die US-Großbank JP Morgan will hierzulande bald mitmischen. Der Wettbewerb setzt die Banken unter Druck. Für Kundinnen und Kunden in Deutschland bedeutet das vor allem immer mehr Auswahl und Angebote von klassischen Banken, Direktbanken und Neobanken.

Für das erste Jahr nach der Kontoeröffnung bietet die BBVA Kunden verglichen mit etablierten Banken gute Konditionen. Für wen ein Konto bei der BBVA besonders interessant sein könnte.

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Mit diesen Konditionen will die BBVA punkten

Die BBVA will Neukunden vor allem mit zwei Aspekten anlocken, die jeweils zwölf Monate ab Kontoeröffnung gültig sind:

  • Die Bank bietet ein gebührenfreies Girokonto mit jährlich drei Prozent Zinsen auf Kontoguthaben bis 500.000 Euro. Die Zinsen werden monatlich ausgezahlt. Bedingungen wie einen Gehaltseingang oder ein Mindestguthaben gibt es nicht.
  • Hinzu kommt eine Debitkarte, die bei ihrer Nutzung drei Prozent Cashback auf alle Einkäufe bietet, sowohl im stationären Handel als auch online. Monatlich ist das Cashback aber auf Einkäufe bis 250 Euro gedeckelt.

Mit drei Prozent Zinsen im ersten Jahr liefert die BBVA ein starkes Angebot. So bietet der Neobroker Trade Republic, der auch ein Girokonto anbietet, 2,25 Prozent Zinsen. Die Commerzbank-Tochter Comdirect bietet zwar auch drei Prozent, aber nur für die ersten sechs Monate nach Kontoeröffnung.

BBVA-Kunden können an rund 70.000 Geldautomaten und anderen Stellen wie Supermärkten oder ausgewählten Tankstellen in Deutschland Geld abheben. Abhebungen sind ab 150 Euro gebührenfrei, darunter kosten sie jeweils zwei Euro.

BBVA-Chef Onur Genc: „Wir sind von dem Modell, das wir nach Deutschland bringen, überzeugt“. Foto: BBVA

Wesselin Kruschev ist bei der Management- und Technologieberatung Capco tätig, die sich auf die digitale Transformation in der Finanzdienstleistungsbranche spezialisiert hat. Er bewertet die Strategie der spanischen Bank zum Markteintritt positiv.

„Die BBVA startet mit seinem Zinsangebot recht intelligent in den Markt, denn für die deutschen Kunden sind Zinsen ein entscheidender Faktor“, sagt Kruschev. Hinzu kämen das gebührenfreie Konto und die kostenlosen Abhebungen ab einer Summe von 150 Euro: „Das ist für Kunden ein attraktives Kontomodell, was definitiv seine Zielgruppe finden wird.“

Zielgruppe: Junge und/oder wohlhabende Menschen?

Eine Besonderheit stellt die Karte dar: Die BBVA bringt in Deutschland erstmals eine Bankkarte ohne Aufdruck raus, also unter anderem ohne Kartennummer und Prüfnummer (CVV), die bei telefonischen oder Online-Zahlungen notwendig sind. Die Prüfziffer werde stattdessen digital regelmäßig neu generiert, was digitale Zahlungen sicherer mache.

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Das erhöhe laut Kruschev zwar die Sicherheit, habe aber mit Blick auf die Kundenakquise einen Nebeneffekt: „Das grenzt die Zielgruppe ein, da ein Smartphone Voraussetzung ist, um die Bankkarte ohne Aufdruck und die App für wichtige Funktionen zu nutzen.“

Deshalb kommen laut Kruschev besonders zwei Zielgruppen infrage: „Da das Konto und nahezu alle Dienstleistungen kostenlos sind, ist es für Schüler und Studenten interessant, die eher geringe Einkünfte haben“. Ein BBVA-Konto sei aber auch für wohlhabendere Menschen attraktiv, die das Zinsangebot nutzen wollen: „Gut situierte Kunden, die beispielsweise 20.000 bis 30.000 Euro aufwärts beiseitelegen können, können das Konto nutzen, um ihr Geld in den ersten zwölf Monaten zu vermehren.“

Auch gebe es wenige Hürden und Risiken für Kunden in Deutschland, ein Konto bei der BBVA zu eröffnen: „Es gibt keine Kontoführungsgebühren oder Verpflichtungen, die Hemmschwelle ist für neue Kunden also gering.“

Der Capco-Experte könne sich daher vorstellen, dass viele Kunden ihr Hauptkonto bei einer anderen Institution behalten und bei der BBVA ein Nebenkonto eröffnen, um in den ersten zwölf Monaten von den Zinsen und dem Cashback zu profitieren. „Für eine Nutzung als Hauptkonto ist das Angebot für die meisten Menschen bislang zu knapp.“

Was ein Konto bei der BBVA nicht bietet

Denn die BBVA als Digitalbank bietet einige Dienstleistungen nicht an, die für viele Kunden unerlässlich sind. Dazu zählen die Beratung in der Filiale vor Ort, Kredite mit höheren Summen, Angebote zur Immobilienfinanzierung oder Wertpapier- und Depotangebote wie den Handel mit Aktien und ETFs (Exchange Traded Fund).

Zum bisherigen Angebot der BBVA zählen auch digitale Sofortkredite, Dispokredite und ein Ratenzahlungsmodell, durch das Kunden Debitkartenkäufe bis zu 90 Tage nach der Zahlung in drei bis zwölf Monatsraten aufteilen können.

Die spanische Bank betont zudem, dass Kunden eine deutsche IBAN bekommen und ihre Gelder über die staatliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro abgesichert sind.

Ein deutscher Kundenservice rund um die Uhr soll das Angebot abrunden. Vor allem der Neobroker Trade Republic hatte unter Kunden immer wieder wegen Vorwürfen der schlechten Erreichbarkeit für Verärgerung gesorgt.

Zwei Spezifika, die deutschen Kunden besonders wichtig sind, scheine die BBVA somit laut dem Experten Kruschev zu erfüllen: ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine gute Erreichbarkeit bei Problemen.

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Wie geht es nach einem Jahr weiter?

„Das Zinsangebot und das Cashback dienen vor allem der Akquise von Neukunden“, erklärt Kruschev. Wichtig werde für Kunden aber vor allem, wie die spanische Bank nach dem ersten Jahr weiter vorgehe.

Onur Genc, Chef der spanischen Großbank BBVA, sagt: „Wir sind von dem Modell, das wir nach Deutschland bringen, überzeugt, weil wir gesehen haben, dass es schon einmal erfolgreich war.“ Damit spielt der Geschäftsführer auf den Markteintritt der BBVA in Italien im Jahr 2021 an.

„Wir glauben, dass die deutschen Kunden bereit sind für eine neue Alternative, die mobil und transparent ist und sich auf die Stärke und den Ruf einer globalen Bank wie BBVA stützt.“

Die ersten Schritte zum Markteintritt der BBVA stimmten den Capco-Experten Kruschev schon mal optimistisch: „Wenn eine ausländische Bank nach Deutschland kommt, sollte sie die Spezifika des deutschen Marktes berücksichtigen. Das ist der BBVA aus meiner Sicht gut gelungen“.

Bislang ist die spanische Bank in Deutschland nur im Corporate- und Investment Banking (CIB) mit Niederlassungen in Frankfurt und Düsseldorf tätig gewesen. Die BBVA hat allerdings bereits angekündigt, in Deutschland künftig auch ins Fondsgeschäft einsteigen zu wollen, ohne weitere Details dazu zu nennen.

Die attraktiven Konditionen zum Markteintritt könnten künftig je nach Lage entfallen. „Wenn eines Tages das Fondsgeschäft oder ein mögliches Finanzierungsgeschäft rentabel genug sind, dann braucht die Bank nicht noch zusätzliches Geld in Angebote wie Cashbacks zu investieren“, erklärt Kruschev.

Er ist sich sicher, dass die spanische Bank ihr Angebot in Deutschland weiter ausbauen werde. In einem Punkt hält der Experte einen Strategiewechsel auf dem deutschen Markt jedoch für unrealistisch: „Ist ein Konto erstmal gebührenfrei, ist es verdammt schwierig, das wieder abzuschaffen.“ Vor allem auf dem deutschen Markt würde das laut Kruschev zu Kundenabflüssen führen.

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