Einschätzung von Morgan Stanley: US-Steuersekungen machen laut Analysten Aktien amerikanischer Konzerne attraktiv
Das in Washington auf den Weg gebrachte Ausgabenpaket hellt laut Marktbeobachtern der US-Großbank Morgan Stanley den Gewinnausblick der amerikanischen Großkonzerne auf und macht deren Aktien attraktiv.
Das Team um Michael Wilson sieht in dem verabschiedeten Steuergesetz einen positiven Impuls für den Cashflow – und eine günstige Basis für Aktien aus den Sektoren Technologie, Kommunikationsdienste, Gesundheit und Energie.
Die Differenz zwischen Analysten, die ihre Schätzungen anheben, und jenen, die sie senken, belegt eine deutliche Stimmungsverbesserung trotz der Unsicherheit, die Donald Trumps Zollagenda mit sich bringt. Wilson bekräftigte seine Präferenz für Finanztitel und Industrieaktien, mit Verweis auf deutliche Erhöhungen der Gewinnerwartungen in den vergangenen Wochen.
Anspannung vor der Berichtssaison der US-Konzerne
„Das neue Steuergesetz wirkt sich konstruktiv auf Large-Cap-Indizes aus, ebenso wie starke Revisionen der Prognosen für den Gewinn je Aktie“, schrieb Wilson. Als Large Caps bezeichnen Aktienexperten die Papiere von großen Konzernen mit einem hohen Börsenwert.
Das US-Börsenbarometer S&P 500 hat ein neues Rekordhoch erreicht – gestützt auf die Erwartung, dass das anhaltende Wirtschaftswachstum die Unternehmensgewinne weiter steigen lässt. Das erhebliche Steuererleichterungen umfassende Fiskalpaket über 3,4 Billionen Dollar („Big Beautiful Bill“) hat die Nachfrage nach US-Wertpapieren angekurbelt.
Der Optimismus steht nun vor dem Test: JPMorgan Chase und Citigroup läuten diese Woche die Berichtssaison für das zweite Quartal ein. Analysten rechnen laut Bloomberg Intelligence im S&P 500 mit einem Gewinnanstieg von 2,5 Prozent, das wäre der geringste Zuwachs seit Mitte 2023.
Zwischen den Brachen gebe es beim Analystenurteil jedoch stärke Unterschiede, so Wilson. Das schaffe ein Umfeld, das eine gezielte Akienauswahl während der Berichtssaison begünstige.
Zentrales Thema bleibt indessen der Einfluss von Donald Trumps Handelskrieg auf Gewinnmargen und Unternehmensausblicke. Gerade hat der US-Präsident Mexiko und der Europäischen Union mit Zöllen von 30 Prozent gedroht.
Laut Goldman-Sachs-Stratege David Kostin könnten schrumpfende Margen seine Prognose für die US-Börse ins Trudeln bringen. Bislang rechnet er 2026 für die Firmen im S&P 500 mit einem Gewinnwachstum von sieben Prozent. Sollten die Margen der Firmen indessen weiter wachsen und das neue Fiskalpaket die Umsätze ankurbeln, könnte das Gewinnwachstum im kommenden Jahr die Prognose übertreffen.
Wilson von Morgan Stanley zeigt sich inzwischen wieder überwiegend optimistisch für US-Aktien. Er hatte seine pessimistischen Einschätzungen Mitte 2024 aufgegeben.