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HandelskonfliktDIHK: US-Zollpolitik trifft deutsche Wirtschaft schon mit voller Wucht

Der Zollkonflikt zwischen den USA und der EU ist immer noch nicht gelöst, bald läuft eine Frist für eine Verständigung aus. Die Folgen sind schon jetzt beträchtlich. 25.07.2025 - 10:32 Uhr
Ursula von der Leyen (l), Präsidentin der Europäischen Kommission, trifft Donald Trump, Präsident der USA, auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF). Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Die verschärfte US-Zollpolitik trifft die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Deutschen Industrie- und Handelskammer schon jetzt mit voller Wucht. „Die Belastungen dürften sich in den kommenden Wochen noch weiter verschärfen“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Mit Blick auf Exporteinbrüche in die USA seit der Ankündigung neuer US-Zölle Anfang April sprach Treier von einem deutlichen Alarmsignal. „Sollte die Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik weiter anhalten, drohen der deutschen Industrie monatliche Exporteinbußen von bis zu einer Milliarde Euro.“ 

Besonders im Fokus stünden neben der Automobilbranche jene Industrien, die direkt oder indirekt von den 50-prozentigen Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen sind. „Die Maßnahme greift tief in die industriellen Lieferketten ein – Maschinenbau, Möbelhersteller, Produzenten von Fitnessgeräten oder Werkzeugen: Viele dieser Produkte enthalten Stahl und Aluminium und geraten dadurch ins Visier der Handelspolitik.“

Viel auf dem Spiel

Bis zum 1. August, dem Stichtag für eine mögliche Erhöhung des Basiszollsatzes auf 30 Prozent, stehe für zahlreiche Branchen viel auf dem Spiel, so Treier. „Es geht um Verlässlichkeit, Marktzugänge und den wirtschaftlichen Spielraum vieler Betriebe.“

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Die EU und die USA versuchen in diesen Tagen, eine weitere Eskalation im Zollkonflikt zwischen den beiden Handelsmächten zu verhindern. Vor rund zwei Wochen hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass er ab dem 1. August neue hohe Zölle einführen will und die EU vor Gegenmaßnahmen gewarnt. 

Seit dem 9. April gilt ein „Basiszoll“ für EU-Importe in Höhe von 10 Prozent. Auf Stahl- und Aluminiumerzeugnisse gilt laut DIHK seit dem 12. März ein sektoraler Zollsatz von 25 Prozent, der am 4. Juni auf 50 Prozent erhöht wurde. Weitere Zölle in Höhe von 25 Prozent gelten seit dem 3. April auf Autos und seit dem 3. Mai auf ausgewählte Autokomponenten.

Ausgang offen

„Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist der ideale Ausgang des aktuellen Zollstreits klar: ein umfassendes Abkommen, das wechselseitige Zölle in allen Wirtschaftsbereichen vollständig abschafft“, so Treier.

„Gleichzeitig gilt: Ein No-Deal-Szenario, also der vollständige Verzicht auf eine Einigung, wäre für unsere Wirtschaft hochproblematisch. Wenn auf deutsche Industrieprodukte – etwa aus der Automobilbranche oder dem Maschinenbau – dauerhaft Zölle von 30 Prozent erhoben werden, ist die Wettbewerbsfähigkeit im US-Markt kaum zu halten. In vielen Unternehmen wären dann extreme Umsatzrückgänge oder sogar der Abbau von Arbeitsplätzen kaum vermeidbar.“

dpa
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