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Weniger UmsatzFurcht vor Zoll-Eskalation belastet DHL

Die Sparmaßnahmen des Logistikkonzerns DHL zeigen Wirkung. Doch die unsichere Weltlage belastet das Geschäft – und lässt den Umsatz einbrechen. 05.08.2025 - 08:55 Uhr
Ein einzelner DHL-LKW ist noch Zeuge vom Kraftakt auf dem Paddock in Silverstone. Foto: DHL

Die Folgen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump für den Welthandel bremsen den Logistikriesen DHL. „Im zweiten Quartal haben Handelskonflikte und geopolitische Auseinandersetzungen zugenommen und die weltwirtschaftliche Dynamik beeinträchtigt“, sagte DHL-Finanzchefin Melanie Kreis am Dienstag. Der Umsatz brach um 3,9 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro und damit stärker als von Analysten erwartet ein. Zugleich machte sich für DHL der Sparkurs bezahlt: Der operative Gewinn (Ebit) legte dank niedrigerer Kosten um 5,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu und stieg damit stärker als vom Markt erwartet. Unter dem Strich verdiente DHL nach Minderheiten 815 (Vorjahr: 744) Millionen Euro. Analysten hatten beim Umsatz im Mittel rund 21 Milliarden Euro prognostiziert, den operativen Gewinn sahen sie bei etwa 1,3 Milliarden Euro.

Den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte der Bonner Konzern und erwartet weiter einen operativen Gewinn (Ebit) von mindestens sechs Milliarden Euro. Mögliche Eskalationen der Zoll- oder Handelspolitik seien aber dabei nicht berücksichtigt. „Solche Veränderungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die DHL Group haben“, warnte der Konzern nun eindrücklich.

Federn lassen musste im zweiten Quartal vor allem das eng mit dem internationalen Handel verknüpfte Frachtgeschäft. Der Umsatz sank hier um 5,3 Prozent, der operative Gewinn brach gleich um 29,7 Prozent ein. Auch im Geschäft mit dem Online-Handel außerhalb Deutschlands lief es nicht rund: Bei einem leicht gesunkenen Umsatz gab das Ebit in der Sparte um 16 Prozent nach. Deutlich mehr verdiente dagegen – auch dank der Porto-Erhöhung zum Jahreswechsel – das Brief- und Paketgeschäft in Deutschland.

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„Die Unsicherheit bleibt“

Durchgreifende Besserung erwartet Finanzchefin Kreis auch in der zweiten Jahreshälfte nicht. Die Unsicherheit bleibe. „Wir sehen derzeit viele, harte Verhandlungen über neue Handelsabkommen“, fügte Kreis hinzu: „Es zeichnet sich ab, dass das Zollniveau im internationalen Handel mit den USA über das Niveau steigt, das wir aus der jüngeren Vergangenheit kennen.“

Auch DHL-Konkurrenten haben mit den wirtschaftlichen Folgen der Politik Trumps zu kämpfen. Beim US-Paketriesen UPS war der Umsatz im zweiten Quartal um knapp drei Prozent auf 21,2 Milliarden Dollar gesunken, der bereinigte Gewinn je Aktie brach um 13 Prozent auf 1,55 Dollar ein. Eine Aktualisierung seines Ausblicks wagte UPS nicht und verwies auf wirtschaftliche Unsicherheiten. Konkurrent FedEx profitierte dagegen von seinem Sparprogramm und verdiente im Quartal mehr, der Umsatz legte leicht zu. Mit seinem Ausblick war FedEx jedoch hinter den Erwartungen des Marktes zurückgeblieben.

Auch DHL-Chef Tobias Meyer hat den Rotstift angesetzt. In der kriselnden Brief- und Paketsparte in Deutschland fallen 8000 oder rund vier Prozent der gut 190.000 Stellen weg. Insgesamt will Meyer die Kosten konzernweit bis 2027 um mehr als eine Milliarde Euro drücken.

rtr
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