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WelthandelZollkrieg könnte Welthandel 2026 einbrechen lassen

Laut einer Allianz-Studie könnte der Welthandel 2026 stark zurückgehen. Davon wäre Deutschland als Exportnation besonders betroffen. 02.10.2025 - 16:14 Uhr
Die Spätfolgen des Handelskriegs könnten den Welthandel im nächsten Jahr stark belasten. Foto: Tatan Syuflana/AP/dpa

Der Welthandel könnte einer Studie zufolge im kommenden Jahr wegen der Spätfolgen des Handelskriegs drastisch einbrechen. Das Wachstum des globalen Handels mit Waren und Dienstleistungen dürfte sich von zwei Prozent im laufenden Jahr auf nur noch 0,6 Prozent 2026 verlangsamen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht.

„Aufgeschoben ist leider nicht aufgehoben“, sagte Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade für Deutschland, Österreich und die Schweiz. „2025 war gekennzeichnet von vorgezogenen Lieferungen und US-Hamsterkäufen. 2026 dürfte aber die Quittung des Handelskriegs folgen und das Wachstum des Welthandels deutlich einbrechen.“ Erst 2027 rechne man wieder mit Aufwind und einem Anstieg von 1,8 Prozent.

Auch die Weltwirtschaft wächst der Studie zufolge nur gebremst. Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) legt demnach 2025 um 2,7 Prozent und 2026 um 2,5 Prozent zu. Die US-Wirtschaft dürfte mit einem Plus von 1,6 Prozent im kommenden Jahr ebenfalls an Schwung verlieren. Für die Eurozone erwarte man, dass sich das Wachstum von 1,2 Prozent 2025 auf 0,9 Prozent im nächsten Jahr verlangsame. „Bisher haben sich politische Unsicherheiten und Zollerhöhungen nicht voll auf die US-Wirtschaft durchgeschlagen“, sagte Allianz-Trade-Chefvolkswirtin Ana Boata. Als Puffer hätten der starke Anstieg bei KI-bezogenen Investitionen sowie der robuste Konsum gewirkt.

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Besonders Deutschland als exportorientierte Nation bekommt demnach den Gegenwind zu spüren. Nach einer weitgehenden Stagnation im laufenden Jahr mit nur 0,1 Prozent BIP-Wachstum rechnen die Volkswirte für 2026 nur mit einer moderaten Erholung von 1,0 Prozent.

„Deutschlands exportorientiertes Wirtschaftsmodell bleibt unter Druck und ist anfällig für globale Fragmentierung und zunehmenden internationalen Wettbewerb, insbesondere durch China“, warnte Bogaerts. Zudem bremsten strukturelle Herausforderungen wie Demografie, Bürokratie und Ineffizienzen auf dem Arbeitsmarkt das langfristige Wachstum.

Als größtes Abwärtsrisiko sehen die Experten eine neue Eskalation im Handelsstreit mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump. „Eine weitere Zoll-Spirale könnte den Welthandel schlimmstenfalls in eine Rezession stürzen“, sagte Boata. Die Wahrscheinlichkeit dafür bezifferte sie auf 45 Prozent. Weitere Risiken lägen in einer möglichen Staatsschuldenkrise, einer Abkehr vom Dollar in der Geldpolitik und einer Zunahme geopolitischer Spannungen.

rtr
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