Standort Deutschland: Insolvenzgeld-Ausgaben steigen auf bis zu 1,85 Milliarden Euro
Die steigende Zahl von Unternehmenspleiten führt zu einem deutlichen Anstieg der Insolvenzgeldleistungen, berichtet die WirtschaftsWoche.
So rechnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) bis Ende des Jahres mit Ausgaben von insgesamt bis zu 1,85 Milliarden Euro für Beschäftigte, deren Firmen Insolvenz angemeldet haben.
Das wären rund 15 Prozent mehr als im Jahr 2024. Im vergangenen Jahr hatte die BA 1,61 Milliarden Euro Insolvenzgeld ausgezahlt. Neben dem Anstieg der Insolvenzen seien für die höheren Ausgaben auch Lohn- und Gehaltssteigerungen der Arbeitnehmer verantwortlich, die zu höheren Insolvenzgeldansprüchen führten, teilte die BA mit.
Steigende Insolvenzzahlen
Für 2026 rechnet die Bundesagentur für Arbeit laut WirtschaftsWoche mit einem Rückgang der Insolvenzgeldausgaben. „Auf Basis der etwas optimistischeren Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage in 2026“ sollen diese dann auf 1,5 Milliarden Euro sinken. „Dies stellt jedoch immer noch ein erhöhtes Ausgabenniveau im mehrjährigen Vergleich dar“, teilte die BA mit. Rahmenbedingungen wie zum Beispiel gestiegene Material- und Energiekosten, internationale Konflikte und Handelskonflikte durch hohe Zölle könnten belastende Faktoren für die deutsche Wirtschaft darstellen.
Über das Insolvenzgeld werden Lohn- und Gehaltszahlungen an Beschäftigte abgedeckt, deren Firmen Insolvenz anmelden. Die Ausgaben werden über eine von den Arbeitgebern zu zahlende Umlage finanziert, die von der Bundesagentur für Arbeit verwaltet wird.
Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Und auch im Oktober hat sich daran nichts geändert, zeigt eine Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
„Die Insolvenzzahlen sind im Oktober nochmal gestiegen“, sagte jüngst Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Die Summe der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften legte im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozent auf 1553 zu. Das sind zugleich zwei Prozent mehr als vor einem Jahr und 68 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Oktober der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. Deutschland steuert damit auf einen mehrjährigen Insolvenzhöchststand zu.
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