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Koreanischer AktienmarktBaby Shark ist jetzt an der Börse

Pinkfong, der Produzent des elternnervenzerfetzenden Hits „Baby Shark“, hat ein starkes Börsendebüt hingelegt. Wie nachhaltig ist der Erfolg?Julia Groth 18.11.2025 - 16:06 Uhr
Das Pinkfong-Maskottchen schlägt die Trommel zum Börsenstart des Unternehmens in Seoul. Foto: Bloomberg

„Baby Shark düdüüü düdü-düdü“ – wer jetzt keinen Ohrwurm hat, der hat keine Kinder im Grundschulalter. Das animierte Musikvideo mit dem Babyhai und seiner Familie auf Fischjagd, veröffentlicht 2016, ist auf YouTube mit Abstand das meistgeklickte Video aller Zeiten. Stand heute: mehr als 16 Milliarden (!) Aufrufe. Hinter dem Hit steckt das südkoreanische Unternehmen Pinkfong. Am Dienstag feierte es sein Börsendebüt in Seoul. Und das durchaus erfolgreich: Der Aktienkurs kletterte zwischenzeitlich um mehr als 60 Prozent.

Pinkfong wurde vor 2010 unter dem Namen SmartStudy gegründet. Die Gründer, drei Spieleentwickler, wollten eigentlich Lernmaterialien für Kinder herausbringen. Ihre pädagogischen Ambitionen warfen sie aber rasch über Bord. Heute fokussiert sich das Unternehmen auf kurze Videos und Apps mit knallbuntem Kinder-Content und eigenen Charakteren wie Baby Shark oder dem Jungen Bebefinn. Geld verdient Pinkfong hauptsächlich mit Werbung, Lizenzgebühren, Merchandise und Live-Events.

Ursprünglich war 2019 für einen Börsengang im Gespräch. Wegen Uneinigkeiten über die Bewertung des Unternehmens wurde er zunächst verschoben. Nun ist es sechs Jahre später doch noch so weit. Der Ausgabepreis der Pinkfong-Aktien lag am oberen Ende der Zeichnungsspanne, bei 38.000 Won (rund 22,40 Euro). Der Börsengang spülte dem Unternehmen 76 Milliarden Won in die Kasse, umgerechnet rund 44,8 Millionen Euro. Mit dem Geld will Pinkfong wachsen, über frischen Content und neue Marken.

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Die Aktie war Berichten zufolge stark überzeichnet. Nach Handelsbeginn stieg ihr Kurs kurzzeitig auf 61.500 Won (36,20 Euro). Der gute Start dürfte vor allem die beiden Hauptaktionäre freuen: Pinkfong-Chef Kim Min-seok und den koreanischen Verlag Samsung Publishing (weder verwandt noch verschwägert mit dem Mischkonzern Samsung). Wie nachhaltig die Erfolgsstory ist, muss sich allerdings erst zeigen.

Menschenbaby schlägt Babyhai

Das Positive: Pinkfong ist kein One-Hit-Wonder mehr. Mit Charakteren wie Bebefinn und der Robbe Sealook hat sich das Unternehmen ein Stück weit emanzipiert von seinem – je nachdem, wie genervt Eltern sind – berühmten oder berüchtigten Babyhai. Der Content rund um den kulleräugigen, rothaarigen Bebefinn bringt nach Angaben des Unternehmens mittlerweile mehr Geld ein als Baby Shark.

Andererseits lassen sich virale Hits schlecht planen. Und: Strengere Regeln für Kinder-Content machen Pinkfong zu schaffen. YouTube ist hier in den vergangenen Jahren, teils auf Druck von US-Behörden, deutlich restriktiver geworden.

Personalisierte Werbung ist in Videos, die sich explizit an Kinder richten, nicht mehr erlaubt. Werbetracking von Drittanbietern wurde deutlich eingeschränkt. Und bestimmte Themen und Produkte, etwa Werbung für Kosmetika oder politische Inhalte, dürfen in Kinder-Content gar nicht stattfinden. Bei Unternehmen wie Pinkfong, die mit Kinder-Inhalten Geld verdienen, drückt das den Umsatz und erhöht die Compliance-Anforderungen.

Comeback von BTS? Kreeeeeiiiiiiisch!

Dass die Pinkfong-Aktie trotzdem ein starkes Börsendebüt hingelegt hat, dürfte zwei Gründe haben. Der erste Grund: Die koreanische Unterhaltungsindustrie boomt. Inhalte und Künstler aus Südkorea sind im Westen sehr beliebt.

Der Animationsfilm „KPop Demon Hunters“ schoss dieses Jahr auf Platz eins der am häufigsten angeschauten Netflix-Filme. Die K-Pop-Girlgroup BlackPink füllt mit ihren Auftritten auch in Deutschland ganze Stadien. Die Boygroup BTS hat das früher auch geschafft – und wird es wohl bald wieder tun. Nächstes Frühjahr ist, nach wehrdienstbedingter Pause für die Bandmitglieder, das große Comeback geplant. Das könnte auch der Aktie von Hybe, dem Entertainmentriesen hinter BTS, Rückenwind geben.

Der zweite mögliche Grund für Pinkfongs Börsenerfolg ist profaner: In Korea wird momentan viel gezockt. Südkoreanische Anlegerinnen und Anleger hätten in den vergangenen Monaten maßgeblich daran mitgewirkt, Meme-Aktien aus den USA in die Höhe zu treiben, erklären koreanische Analysten in der „Financial Times“.

Koreanische Anleger seien sehr risikofreudig, setzten gern Fremdkapital ein und neigten zu Herdenverhalten. Ein explosiver Mix, der dazu geeignet ist, einzelne Hype-Aktien in die Höhe zu treiben. Möglich, dass koreanische Zocker nicht nur in den USA nach geeigneten Titeln suchen, sondern mit dem Baby-Shark-Produzenten nun auch daheim fündig werden.

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