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RohstoffeHochtief will Lithium fördern und steigt bei Vulcan Energy ein

Ein deutsches Unternehmen investiert mehr als 100 Millionen Euro in die Produktion von Lithium. Die EU betrachtet es als strategisch wichtigen Rohstoff. 03.12.2025 - 10:47 Uhr
Ein Glas mit Lithiumhydroxit-Monohydrat, das von der Firma Vulcan gewonnen wurde. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Der australische Lithium-Förderer Vulcan Energy hat sich ein Finanzierungspaket in Höhe von 2,2 Milliarden Euro zum Start der kommerziellen Gewinnung des Batterierohstoffs in Deutschland gesichert. Gut die Hälfte der Summe entfällt auf Kredite von Geschäftsbanken sowie der Europäischen Förderbank EIB, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der Bund und die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz unterstützen das Projekt mit insgesamt gut 350 Millionen Euro. Eingestiegen sind auch Industriepartner. So beteiligt sich der Baukonzern Hochtief an dem Startup und übernimmt mit einem Spezialisten für Mineralienförderung den Bau der Anlagen in Landau und Frankfurt-Höchst.

Vulcan Energy arbeitet seit vier Jahren am Aufbau der Förderung von Lithium im Oberrheingraben. Ziel ist es, den Rohstoff für Millionen von Elektroauto-Batterien in Europa zu gewinnen. Das Vorprodukt Lithiumhydroxid wird aus Thermalwasser extrahiert, das mit Tiefenbohrungen gewonnen wird.

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„Das Projekt ist vollständig finanziert“, sagte Vulcan-Chef Francis Wedin der Nachrichtenagentur Reuters. Am Freitag sei Spatenstich. Die Bauzeit betrage zweieinhalb Jahre. In Landau und im Frankfurter Industriepark Höchst stehen bereits Pilotanlagen, mit denen kleine Mengen des neuen Verfahrens produziert wurden. Ab 2028 ist eine Herstellung von bis zu 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat jährlich geplant, was für 500.000 Elektroauto-Batterien ausreicht. In Kombination mit einem Geothermie-Kraftwerk wird zugleich erneuerbare Energie gewonnen.

Der Anfang 2024 gegründete Rohstofffonds des Bundes bringt mit der Eigenkapitalbeteiligung von 150 Millionen Euro seine erste große Investition auf den Weg. Auch die australische Regierung unterstützt das Projekt. Dieses sei ein starkes Signal für eine resilientere und strategischere Rohstoffversorgung, erklärte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. „Damit reduzieren wir kritische Abhängigkeiten.“ Beide Länder seien ideale Partner. „Australien und Deutschland arbeiten gemeinsam daran, nachhaltige und diversifizierte Lieferketten für kritische Rohstoffe aufzubauen, die für die globale Energiewende unverzichtbar sind“, sagte die Botschafterin Australiens in Deutschland, Natasha Smith.

Abnehmer für die ersten zehn Jahre

Hochtief werde an der Entwicklung der Infrastruktur für die Lithiumproduktion und -verarbeitung beteiligt sein, erklärte die Tochter des spanischen ACS-Konzerns. Vulcans Pläne seien „ein strategisches Projekt mit großer Wirkung, das zu den globalen Fähigkeiten unseres Konzerns im Bereich der Energieinfrastruktur passt“, sagte Hochtief-Chef Juan Santamaria. Der Essener Konzern investiert insgesamt 169 Millionen Euro in Vulcan. Für bis zu 130 Millionen Euro davon würden Vulcan-Aktien gekauft, 39 Millionen Euro fließen in die Lithiumproduktion. Zwei Hochtief-Töchter erhielten den Auftrag zu Engineering, Beschaffung und dem Baumanagement für das Projekt. Sie sollen die Technik für eine Lithium-Extraktionsanlage im Wert von 337 Millionen Euro liefern.

Lithium steht seit 2023 auf der Liste strategisch wichtiger Rohstoffe der Europäischen Union. Die EU ist bislang stark abhängig von Importen aus Übersee und fördert deshalb mehrere Projekte in Europa. Potenzielle Abnehmer für Lithium seines Projektes „Lionheart“ gewann Vulcan seit 2021. Dank der Abnahmevereinbarungen mit den Autobauern Volkswagen, Stellantis und Renault, dem Batterieproduzenten LG Energy und dem Kathodenhersteller Umicore sei das Vorhaben des Unternehmens für die ersten zehn Produktionsjahre ausverkauft, hieß es früher. Rund 72 Prozent der vertraglich vereinbarten Mengen seien durch Mindest- oder Festpreise abgesichert, sagte Wedin.

Alle zwei bis drei Jahre soll die Kapazität noch zwei bis drei Mal um 24.000 Tonnen erweitert werden. Bis zum Ende der 2030er Jahre könnte Vulcan damit 100.000 Tonnen liefern – etwa die Hälfte des derzeitigen Bedarfs der Autoindustrie in Europa.

rtr
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