H200: Nvidia darf starken KI-Chip nach China exportieren – unter Auflagen
Die US-Regierung hat den Export von Nvidias zweitstärkstem KI-Chip nach China unter Auflagen genehmigt.
Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Regelung hervorgeht, müssen die H200-Chips vor der Ausfuhr von unabhängigen Laboren auf ihre Leistungsfähigkeit im KI-Bereich geprüft werden. Zudem darf die nach China gelieferte Menge 50 Prozent des Verkaufsvolumens in den USA nicht überschreiten. Nvidia muss darüber hinaus bestätigen, dass der Bedarf in den USA gedeckt ist.
US-Präsident Donald Trump hatte den Schritt im vergangenen Monat angekündigt und eine Gebühr von 25 Prozent auf die Verkäufe in Aussicht gestellt.
Was steckt hinter der US-Exportgenehmigung für Nvidia H200?
Der KI-Beauftragte des Weißen Hauses, David Sacks, hat erklärt, dass die Lieferungen chinesische Konkurrenten wie Huawei davon abhalten sollen, ihre eigenen Entwicklungen voranzutreiben. Das Vorhaben stößt jedoch auf Hürden.
Einem Medienbericht zufolge schränkt die Regierung in Peking ihrerseits den Kauf der H200-Prozessoren durch heimische Firmen ein, um die eigene Industrie zu stärken und die Abhängigkeit von US-Technologie zu verringern. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington ging auf diese Angaben nicht konkret ein, betonte jedoch, eine reibungslose Zusammenarbeit in Wirtschaft und Technologie liege im Interesse beider Staaten.
In den USA hat die Genehmigung für Kritik gesorgt. Kritiker befürchten, dass die Chips Chinas Militär stärken und den US-Vorsprung bei der Künstlichen Intelligenz (KI) gefährden könnten. Die Vorgängerregierung unter Joe Biden hatte den Export solch leistungsfähiger Halbleiter deshalb untersagt. Nach den neuen Regeln müssen chinesische Kunden nun „ausreichende Schutzmaßnahmen“ nachweisen und zusichern, die Chips nicht für militärische Zwecke zu nutzen.
Die H200-Chips gehören zu Nvidias „Hopper“-Chiparchitektur. Der Export ihrer Nachfolger der „Blackwell“-Familie nach China ist weiterhin untersagt.