E-Bikes, Roller und Motorräder: Wird die Elektromobilität auf zwei Rädern ein Erfolg?
Die Harley-Davidson LiveWire, ein Elektromotorrad mit 55 Kilowatt (75 PS)
Foto: PresseLangsam am Gasgriff drehen, Maschine und Fahrer schütteln sich, das Blubbern aus dem Auspuff wandelt sich in ein immer lauteres Grollen. Der Biker lässt die Kupplung seiner Harley-Davidson kommen und braust mit Sonnenbrille, Fransen-Lederjacke und Cowboystiefeln in den Sonnenuntergang.
So das Klischee über den typischen Harley-Besitzer. Wie kaum eine andere Marke versteht es der amerikanische Kulthersteller schwerer Motorräder, das Image von Freiheit und Abenteuer zu transportieren. Aber selbst dessen Managern schwant, das geht nicht ewig so weiter: Gegen die infernalische Lautstärke regt sich überall Widerstand, strenge Abgasregeln setzen den Zweirädern zu, und ressourcenschonender Konsum ist gefragter denn je.
Bultaco brinco
Halb Rad, halb Motorrad, Geschwindigkeit: 45 km/h, Reichweite: bis 80 Kilometer, Gewicht: 40 Kilogramm,
Preis: 5500 Euro
Harley-Davidson LiveWire
Elektromotorrad, Leistung: 55 Kilowatt (75 PS), Geschwindigkeit: 148 km/h, Reichweite: 85 Kilometer, Gewicht: 210 Kilogramm,
Preis: noch unbekannt
Ninebot
Klappbarer Stehroller, Geschwindigkeit: 20 km/h, Reichweite: 30 Kilometer, Gewicht: 25 Kilogramm,
Preis: 3400 Euro
Ninebot One
Elektrisches Einrad, Geschwindigkeit: 20 km/h, Reichweite: 30 Kilometer, Gewicht: 13,8 Kilogramm,
Preis: 1000 Euro
Rotwild R.C+ HT 29
Elektromountainbike, Geschwindigkeit: 25 km/h, Reichweite: mindestens 1400 Höhenmeter, bis 100 Kilometer, Gewicht: 18 Kilogramm,
Preis: ab 4000 Euro
Ryno
Elektroeinrad, Geschwindigkeit: 16 km/h, Reichweite: 25 Kilometer, Gewicht: 72 Kilogramm,
Preis: 5250 US-Dollar
Stromer ST2
S-Pedelec, Geschwindigkeit: 45 km/h, Reichweite: bis 150 Kilometer, Gewicht: 27 Kilogramm,
Preis: 6490 Euro
Ausgerechnet die Firma mit dem Revoluzzer-Image versucht sich deswegen an dem Prototyp eines politisch korrekten Elektromotorrads. Es ist das erste Modell eines weltweit führenden Herstellers. Zwar hat BMW einen E-Roller im Programm, und der österreichische Hersteller KTM bietet mit der Freeride E eine Maschine fürs Gelände an, allerdings ohne Straßenzulassung. Aber ein richtiges Strombike haben bisher nur Außenseiter wie der kalifornische Pionier Zero Motorcycles oder das US-Unternehmen Brammo auf den Asphalt gestellt, das gerade von dem großen US-Fahrzeughersteller Polaris geschluckt wurde.
Mehr als zwei Millionen E-Bikes in Deutschland
Das zeigt: Wieder einmal tun sich die Platzhirsche einer Branche schwer damit, schnell genug auf eine neue Technologie zu reagieren, die das Zeug dazu hat, gewohnte Marktstrukturen aufzubrechen und traditionelle Produktkategorien abzulösen. Dabei wäre dies im Fall der Motorradhersteller dringend nötig: Sie werden auf einmal von unten angegriffen durch immer elegantere Elektrofahrräder, die so schnell wie Mopeds durch die Städte düsen. Die wiederum konkurrieren mit selbstbalancierenden Stehrollern und elektrischen Skateboards. Die E-Gefährte fordern nicht nur klassische Motorradhersteller heraus, sondern können sogar locker den Zweitwagen ersetzen und blockieren nicht einmal einen Parkplatz.
Welches Potenzial in den elektrifizierten Gefährten steckt, zeigt der Siegeszug der Elektrofahrräder. Allein in Deutschland rollten 2014 bereits mehr als zwei Millionen Exemplare herum.
Und der Boom hält weiter an: Nach den vorläufigen Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands steigen die Absatzzahlen von 480 000 E-Bikes 2014 auf rund 520 000 E-Bikes in diesem Jahr. Eines der am stärksten wachsenden Segmente sind dabei die Elektromountainbikes, die der Branche eine erheblich jüngere Kundschaft verschafft. Ein Grund: Während viele Pedelecs recht altbacken aussehen, verschwinden die Akkus unauffällig in den dicken Rahmenrohren der sportlichen Mountainbikes. Der Fahrspaß mit den Elektrogefährten ist enorm und trägt zur Popularität des Antriebs bei.
Die Fans sollen entscheiden
Da müssen die Motorradhersteller erst mal mithalten. „Whiiiiiiiiiiiih“ surrt das LiveWire genannte Elektromotorrad los – und gleicht damit eher einem Turbostaubsauger. Akustisch, und damit prestigemäßig, schrumpft die stolze Harley da gefährlich nahe ans Elektrofahrrad. Ob die eingefleischten Marken-Jünger den Sound akzeptieren, trauen sich selbst die Harley-Chefs nicht allein zu entscheiden – und lassen die Fans die Prototypen bewerten. Seit dem vergangenen Jahr tourt die Firma mit rund 80 Exemplaren um die Welt. Die Maschine hat 75 PS, fährt knapp 150 Kilometer pro Stunde schnell.
Die enorme Beschleunigung aus dem Stand begeistert bei Testrunden auf dem Hockenheimring. Und dennoch – jeden Tester dort fragten die Marketingleute nach der Fahrt: Würdest du dir ein solches Elektromotorrad kaufen? „Heute eher noch nicht“, ist oft die Antwort. Die Maschine macht zwar Spaß. Aber nicht lange. Bei zurückhaltender Fahrt ist schon nach 85 Kilometern Schluss. Wer richtig Gas, pardon Strom gibt, muss sogar schon nach 60 Kilometern an die Steckdose. Damit drohen schwere Motorräder in dieselbe Falle zu geraten wie Elektroautos: „Die Reichweite ist für unsere Kundschaft noch nicht groß genug“, räumt Frank Klump ein, Marketing-Direktor von Harley Deutschland.
Deshalb will Harley die Maschine frühestens 2020 auf den Markt bringen und hofft bis dahin auf Fortschritte in der Akkutechnik und weiter fallende Preise. Ähnlich sieht das auch Stephan Schaller, der bei BMW die Motorradsparte leitet. BMW könnte, so Schaller, schon morgen ein Motorrad hinstellen, das „sehr viel Spaß macht, dessen Batterie aber in zu kurzer Zeit leer wäre“.
Reduzieren sie aber weiter Gewicht oder Beschleunigung, fühlen sich Kunden direkt wie auf dem Elektrofahrrad – und können dann auch gleich selbiges kaufen. Die S-Pedelecs schaffen schließlich auch bis zu 45 Kilometer pro Stunde.
Grace Urban
Das E-Bike Urban des aus der Region um Berlin stammenden Unternehmens Grace ist auch preislich ein exklusives Vergnügen. Das hinterradgetriebene E-Bike arbeitet mit einer 9-Gang-Nabenschaltung von Pinion. Die Kraft wird nicht über die Kette, sondern über einen Zahnriemen aus Karbon übertragen. Der Motor ist mit 2000 Watt sehr leistungsfähig, die maximale Reichweite liegt aber bei nur 60 Kilometer. Angesichts der exklusiven Ausstattung und des Gewichts von 31 Kilogramm sollten Besitzer ihr Urban am besten in der eigenen Garage einstellen können.
Preis: 5299 Euro
Foto: PRKalkhoff Impulse Endeavour
Sportliches Pedelec mit 350-Watt-Mittelmotor und Freilaufnabe. Die vom Motor unterstützte Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Kilometer, also nicht für den Radweg in der Stadt geeignet. Alfine-Nabenschaltung von Shimano. Die maximale Reichweite liegt bei 80 Kilometern. Mit dem Schwalbe Energizer hat Kalkhoff einen langlebigen Allround-Reifen aufgezogen, der auch für schnelle E-Bikes zugelassen ist.
Preis: 3299 Euro
Foto: PRHercules Alassio
Pedelec mit Heckantrieb von Suntour. Konzipiert für die flotte Durchquerung der Stadt oder auch Touren. 10-Gang-Kettenschaltung von Shimano und hydraulische Scheibenbremsen zeigen die sportliche Ausrichtung. Der stabile Gepäckträger nimmt auch mal schwere Packtaschen für den Fahrradurlaub auf. Die gefederte Vordergabel sorgt bei längeren Touren für etwas Komfort. Die Schwalbe Marathon-Reifen sind gute Allrounder für Landstraße und Radweg.
Preis: 2799 Euro
Foto: PRRaleigh Stoker X5
Sportliches Pedelec mit Xion-Hinterradantrieb, hydraulischen Scheibenbremsen und Federgabel. Die sportliche Kettenschaltung Deore XT von Shimano sowie die Reifen Schwalbe Energizer kennzeichnet das Stoker als Rad für leichtes Trekking und Touren.
Preis: 2799 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRKalkhoff Impulse Ergo XXL
Pedelec mit 250-Watt-Mittelmotor von Impulse. Das Rad im XXL-Format ist für besonders große Fahrer über 1,90 Meter gebaut. Die Reichweite liegt bei maximal 250 Kilometern. Das Impulse Ergo ist natürlich auch in kleineren Größen erhältlich.
Preis: 3299 Euro
Foto: PRKalkhoff Sahel Compact
Kleiner wendiger City-Flitzer mit 20-Zoll-Reifen und Pedelec-Technik. Auch die Rücktrittbremse spricht für den Einsatz im Stop-and-Go-Betrieb im Stadtviertel. Der Impulse-Motor (250 Watt) bietet laut Hersteller einen sehr großen Bewegungsradius von bis zu 180 Kilometern.
Preis: ab 2499 Euro
Foto: PRKTM Macina Fatbike
Schweres geländetaugliches Fat-Bike mit 26-Zoll-Reifen, Shimano-Deore-Kettenschaltung und hydraulischen Scheibenbremsen. Die dicken Reifen bügeln jede Unebenheit weg, dennoch verlangen Fatbikes die volle Aufmerksamkeit und eine Eingewöhnungsphase an das ungewöhnliche Fahrverhalten. Der Bosch-Mittelmotor mit 250 Watt hat noch ausreichend Bodenfreiheit fürs Gelände. Die Schwalbe Jumbo-Reifen sind trotz der enormen Abmessungen sehr leicht, das Gesamtgewicht des Bikes liegt bei knapp 24 Kilogramm.
Preis: 3200 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRHercules Jarvis
Trekking-Pedelec mit Hinterrad-Antrieb von Suntour und Freilauf. Schwalbes Reifen Rocket Ron bieten auf unwegsamem Untergrund sicheren Halt. Die 10-Gang-Kettenschaltung Shimano Deore XT und die hydraulischen Scheibenbremsen unterstreichen die sportliche Ausrichtung des Jarvis. Das Gewicht liegt bei moderaten 21 Kilogramm.
Preis: 2999 Euro
Foto: PRFrappé Feu 500 Steps
Elegantes City-Pedelec mit Shimano-Mittelmotor Steps E-Drive und 8-Gang Nabenschaltung. Der Rahmen ist aus verstärktem Aluminium 6061.
Preis: 2299 Euro
Foto: PRBöttcher Glider X
Pedelec mit Shimano-Steps-Mittelmotor und Nabenschaltung von Shimano. Der Akku ist auf dem Gepäckträger befestigt. Geeignet als Alltagsrad in der Stadt oder für den Weg zur Arbeit. Auch die Hydraulik-Felgenbremsen von Magura sprechen für den Einsatz als wartungsarmes Alltagsrad in der Stadt.
Preis: ab 2649 Euro
Foto: PRKTM e-Race
Schnelles Pedelec mit Nabenmotor von Panasonic im Hinterrad. Sorgt auch bergauf für ausreichend Schub. Schwalbes Reifen Racing Ralph sind für den schnellen Ritt durchs unwegsame Gelände konzipiert. Die maximale Reichweite des 250-Watt-Motors liegt laut Hersteller bei 120 Kilometern.
Preis: circa 2400 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRBöttcher Safari-E
Schlichtes Pedelec mit Vorderrad-Nabenantrieb von Ansmann. Der Rahmen ist aus Chrom-Molybdän, als Schaltung ist standardmäßig die Nabenschaltung Shimano Nexus mit 7 Gängen und Rücktrittbremse verbaut. Das Rad lässt sich aber auch mit einer 8-Schaltung mit Freilauf bestellen.
Preis: ab 2159,50 Euro
Foto: PRVan Moof Electrified
Das ungewöhnliche Van Moof Electrified hat neben dem Motor in der Vorderradnabe einige echte Hightech-Gadgets eingebaut. Statt der üblichen Ketten- oder Nabenschaltung nutzt das Van Moof beispielsweise eine 2-Gang-Automatik-Nabe.
Außerdem ist ein GPS-Modul integriert, das vor Diebstahl schützen soll. Damit kann man das Rad angeblich bei Verlust oder Diebstahl über das Smartphone wiederfinden. Der Akku ist unsichtbar zwischen Lenker und Gabel im Rahmen integriert. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei 40 Kilometern, also ein Fall für tägliches Aufladen.
Preis: 2248 Euro
Foto: PRAve MH9HD
Kompaktes Pedelec im 20-Zoll-Format mit Mittelmotor von Bosch. Geeignet als wendiges Rad fürs Einkaufen im Stadtviertel. Gepäckträger vorne und hinten, Scheibenbremsen und Nabenschaltung. Die Marke Ave gehört seit 2013 zur deutschen Unternehmensgruppe Panther.
Preis: 2899 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRAve SH9 Comfort
Das Ave-Pedelec ist mit seinen dicken Reifen auf Fahrkomfort und Wendigkeit ausgelegt. Auf dem Foto nicht erkennbar: Der Hinterreifen Schwalbe Super Moto X ist mit 29 Zoll etwas größer als der Vorderreifen Schwalbe Big Ben (27,5 Zoll). Damit wird ein ruhiger Geradeauslauf und zugleich leichte Lenkbarkeit erreicht. Als Antrieb dient ein Mittelmotor von Bosch. Für eine jederzeit optimale Übersetzung sorgt die stufenlos schaltende Nabe Nuvinci N360. Das Gesamtgewicht des Comfort beträgt gut 23 Kilogramm.
Preis: circa 2700 Euro (Straßenpreis)
Foto: PR
Riese & Müller Load Touring
Das Load Touring lässt sich mit diversem Zubehör für verschiedene Einsatzzwecke ausrüsten. So wird es zum Cargo-Rad oder zum Familienrad mit Kindersitz. Sogar ein Doppelkindersitz ist erhältlich. Das maximale Gesamtgewicht liegt bei 200 Kilogramm.
Angesichts des Gewichts ist der Bosch-Motor kein Luxus mehr. Den gibt es auch in einer stärkeren Variante, der das Lastenrad bis zu Tempo 45 unterstützt. Geschaltet wird mit einer Shimano Deore XT-10-Gang-Kettenschaltung. Schwalbes Ballonreifen Big Apple schluckt Fahrbahnunebenheiten weg.
Preis: 4999 Euro
Foto: PRHaibike SDURO Fully Allmountain
Die Marke Haibike gehört der Winora Group, die ihren Hauptsitz in Schweinfurt hat. Das Sduro ist ein reinrassiges Mountainbike mit einem Mittelmotor von Yamaha. Die Deore-XT-Schaltung von Shimano bietet 20 Gänge, daneben ist das E-Bike mit hydraulischen Scheibenbremsen und Schwalbes MTB-Reifen Nobby Nic ausgerüstet. Mit knapp 22 Kilogramm ist das Haibike relativ leicht.
Preis: 5999 Euro
Haibike SDURO Fully Allmountain
Foto: PRRiese & Müller Homage Nuvinci
Das Pedelec mit dem Mittelmotor von Bosch arbeitet mit der sehr komfortablen, stufenlosen Nuvinci-Nabenschaltung. Die großen 29-Zoll-Reifen versprechen hohe Laufruhe. Es dient als cooles Stadtrad, verbreitet aber durch die Vollfederung auch einen Hauch Mountain-Bike. Schwalbe Marathon de Luxe ist laut Hersteller ein langlebiger und trotzdem besonders leichter Tourenreifen, der auch für schnelle E-Bikes zugelassen ist.
Dementsprechend ist das Riese & Müller auch in einer schnellen S-Pedelec-Variante erhältlich. Dabei unterstützt der Motor Geschwindigkeit von bis zu 45 Stundenkilometer.
Preis: 4599 Euro
Foto: PRRiese & Müller Cruiser Mixte City
Mit dem tiefen Durchstieg für bequemes Auf- und Absteigen, den Schutzblechen und dem Gepäckträger ist das City Hybrid als gemütliches Stadtrad konzipiert. Hydraulikbremsen von Magura und eine Nexus-Nabenschaltung von Shimano mit 8 Gängen versprechen unkomplizierten Betrieb. Das Pedelec arbeitet mit einem Mittelmotor von Bosch. Das Gesamtgewicht liegt bei stattlichen 25 Kilogramm. Eher was fürs gemütliche Cruisen als für hektische Besorgungen.
Preis: ab 2299 Euro
Foto: WirtschaftsWocheSuperior EU300D
Pedelec mit Shimano-Steps-Motor (250 Watt), der für günstige Gewichtsverteilung in der Mitte positioniert ist. Der Aluminiumrahmen ist verstärkt. Bremsen und 8-Gang-Nabenschaltung sind ebenfalls von Shimano. Superior ist eine Marke des tschechischen Unternehmens Bike Fun International.
Preis: 2449 Euro
Foto: PRSteppenwolf Transterra E Wave
Allround-Pedelec mit Bosch-Mittelmotor für Stadt und kleinere Touren. Die Reichweite liegt bei maximal 175 Touren.
Preis: 2700 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRStevens Bikes E-Cayolle
Sportliches E-Bike fürs Gelände mit Bosch-Motor und 10-Gang-Shimano-Kettenschaltung. Große 29-Zoll-Reifen und Luftfedergabel. Der Mittenmotor lässt auch im Gelände ausreichend Bodenfreiheit. Bei den Reifen setzt der Hersteller einmal nicht auf Schwalbe, sondern auf Continentals X-King, einen Stollenreifen mit Allround-Qualitäten.
Preis: 2399 Euro
Foto: PRStevens Bikes E-Triton 45
S-Pedelec für Geschwindigkeiten von bis zu 45 Stundenkilometern. Bosch-Mittelmotor, laut Hersteller mit 60 Nm sehr durchzugsstark. Die Shimano-10-Gang-Kettenschaltung und hydraulische Scheibenbremsen betonen den sportlichen Charakter. Die Vordergabel ist mit einer Luftfederung ausgestattet, und verspricht somit ein Mindestmaß an Komfort.
Preis: 3299 Euro
Foto: PRBatavus Fuego E-go Plus 8
Solides Pedelec mit Aluminiumrahmen und Frontmotor. Die 8-Gang-Nabenschaltung mit Rücktritt und der Gepäckträger unterstreichen die Alltagstauglichkeit des Batavus. Der Reifen Schwalbe Road Cruiser ist ein Allround-Modell für Radweg und Landstraße.
Preis: 2099 Euro
Foto: PRBatavus Mont Blanc Easy
Komfortables Pedelec mit 24-Gang-Kettenschaltung und Hinterradmotor Ion XHP2 der 250-Watt-Klasse. Der hohe Lenker erlaubt eine relativ aufrechte Sitzhaltung. Gut geeignet als Stadtrad oder auch für Touren. Der Akku ist auf dem Gepäckträger montiert. Mit knapp 25 Kilogramm Gewicht – ohne Akku – ist das Batavus relativ schwer.
Preis: 2599 Euro
Foto: PRElectra Townie Go
Elegantes Pedelec im Cruiser-Stil mit Hinterradmotor von SRAM. Rahmen aus 6061-T6-Aluminium. Der bequeme Sattel, Schwalbes Ballonreifen Fat Frank und die aufrechte Sitzposition lassen herrschaftlichen Fahrstil erwarten.
Preis: 1999 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRRaleigh Leeds Impulse 8R
Das Raleigh arbeitet mit einem Impulse-Mittelmotor und eignet sich als City-Rad. Der Gepäckträger trägt auch schweres Gepäck für Touren. Die Nexus-Nabenschaltung von Shimano und die Hydraulikbremsen von Magura betonen die Alltagstauglichkeit des Pedelec.
Preis: 2599 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRRaleigh Leeds Impulse Compact
Wendiges City-Pedelec mit Impulse-Mittelmotor der 250-Watt-Klasse. Nabenschaltung Shimano Nexus mit 8 Gängen und Hydraulik-Felgenbremsen von Magura. Schwalbes Big-Ben-Reifen soll hohen Fahrkomfort mit "kerniger Optik" verbinden.
Preis: 2499 Euro (Straßenpreis)
Foto: PRVelotraum Pedelec
Das Pedelec von Velotraum arbeitet mit einem Hinterrad-Nabenantrieb von Neodrive. Besonderheit des Velotraum sind neben dem stabilen Rahmen mit dem ergonomischen Knick im Oberrohr die vielen individuellen Möglichkeiten zur Konfiguration. Wer ein zweites Hinterrad ohne Nabenmotor bestellt, kann das Zweirad als konventionelles Rad mit Muskelantrieb nutzen. Praktisch für längere Radtouren, bei denen man keine Möglichkeit hat, den Akku abends aufzuladen.
Preis: ab 3530 Euro
Foto: PRGudereit ET-8
Pedelec für zügige Stadtfahrten und Touren mit Bosch-Mittelmotor. Die 10-Gang-Kettenschaltung und die Scheibenbremsen betonen den sportlichen Charakter. Der Reifen Marathon Supreme von Schwalbe beschränkt das ET-7 ebenfalls auf die Asphaltstraße. Das Gewicht mit Akku beträgt circa 21 Kilogramm.
Preis: 2699 Euro
Foto: PRGrace One 15
Ein Hightech-Pedelec mit Hinterrad-Motor, 9-Gang-Nabenschaltung von Pinion und Carbon-Zahnriemen. Die maximale Reichweite beträgt 90 Kilometer, also nicht so ideal für längere Touren. Die dicken Schwalbe-Reifen Crazy Bob haben auch auf der Seite noch Profil. Damit ist das Grace für akrobatischen Fahrstil mit starker Schräglage geeignet. Allerdings bringt das One 15 ein stattliches Gewicht von 31 Kilogramm auf die Waage. Wer das Rad täglich in die Wohnung oder den Keller schleppen muss, sollte sich das also gut überlegen.
Preis: 4999 Euro
Foto: PRBMW Cruise E-Bike
Pedelec mit 250-Watt-Motor von Bosch und 10-Gang-Kettenschaltung Shimano Deore XT. Gefederte Frontgabel und Aluminiumrahmen. Der Name "Cruise" ist vielleicht etwas irreführend, Kettenschaltung, Scheibenbremsen und die fehlenden Schutzbleche kennzeichnen das E-Bike als sportliches Freizeitgefährt.
Preis: 2699 Euro
Foto: PR
Ein besonders elegantes Exemplar dieser Gattung ist der Stromer ST2 des Schweizer Herstellers MyStromer. Äußerlich ist es von einem normalen Rad nur schwer zu unterscheiden, da sich der Akku im Unterrohr versteckt. Da der Radler mitstrampelt, liegt die Reichweite bei bis zu 150 Kilometern.
Konkurenz fürs Fahrrad
Optimisten, wie der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, hoffen bereits, dass die Pedelecs die Mobilität in den verstopften, verlärmten und verschmutzten Städten revolutionieren könnten. Er hat bereits seit fünf Jahren einen Dienstwagen durch ein schnelles E-Bike ersetzt.
Aber auch dem Fahrrad droht neue Konkurrenz. „Gerade in dicht besiedelten Zentren werden Autos immer unpraktischer und zwingen die Leute, sich neben dem Fahrrad nach Alternativen umzuschauen“, sagt Anand Sanwal, Chef des US-Marktforschers CB Insights. „Das gibt persönlichen Transportern neuen Schwung.“
Auf diesen Trend hoffte bereits vor knapp anderthalb Jahrzehnten der US-Erfinder Dean Kamen, als er seinen Segway feierlich enthüllte. Doch der selbstbalancierende Elektroroller kam zu früh – und wurde zum Flop. Mit Preisen ab 8000 Dollar war er zu teuer für den Massenmarkt. Seit April ist der Pionier der persönlichen Transporter nun in chinesischer Hand. Erworben hat ihn der Wettbewerber Ninebot aus Peking. Die beiden Gründer und Robotikspezialisten Gao Lufeng und Wang Ye tüfteln schon seit drei Jahren daran, Stehroller handlicher, leichter und billiger zu machen.
Das ist gelungen. Ihr Ninebot ist mit 25 Kilogramm nur halb so schwer wie ein Segway. Da sich sein Lenker abnehmen lässt, passt er bequem in einen Autokofferraum. Der Ninebot erreicht das gleiche Spitzentempo von 20 Stundenkilometer wie sein Vorbild, kommt aber mit 30 Kilometern nicht ganz so weit. Dafür gibt es ihn schon ab 3400 Euro, die einrädrige Version namens Ninebot One sogar schon für rund 1000 Euro.
Ans Erbe von Segway will auch Chris Hoffman anknüpfen. Der Gründer von Ryno Motors aus Portland im US-Bundesstaat Oregon hat mit dem Ryno ein kurioses Einrad geschaffen. Das mit 72 Kilogramm recht schwere E-Mobil steuert der Fahrer durch Gewichtsverlagerung seines Körpers. Er erreicht ein Tempo von 16 Kilometern pro Stunde.
Brett mit Antrieb
Aufsehen erregt derzeit auch eine Art fliegendes Skateboard: der Walkcar des japanischen Designers Kuniako Saito von Cocoa Motors. Der Fahrer lenkt das Brett mit Elektromotor per Hüftschwung und erreicht Geschwindigkeiten von zehn Kilometern pro Stunde. Eine Akkuladung soll 7,5 Kilometer weit reichen.
Vor allem aber wiegt das Gefährt nur drei Kilogramm. Der Besitzer kann es so bequem unter dem Arm oder im Rucksack transportieren. Finanzieren will Saito sein Walkcar über die Crowdfunding-Seite Kickstarter zu einem Preis ab 750 Euro. Das wäre Elektromobilität für fast jedermann.