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ExklusivrankingDie innovativsten deutschen Mittelständler

Eine Exklusiv-Studie im Auftrag der WirtschaftsWoche kürt die 50 ideenreichsten deutschen Mittelständler. Der Sieger baut Großküchengeräte.Katharina Matheis, Jürgen Salz, Thomas Glöckner 12.10.2015 - 06:00 Uhr

Platz 15: Bender

Standort: Grünberg
Unternehmensfokus: Elektrotechnik
Umsatz 2014: 100 Mio. Euro
Innovationsscore: 163

Um Deutschlands innovativste Mittelständler zu ermitteln, wertete die Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) zunächst die Daten von 3300 deutschen Unternehmen aus, die zwischen zehn Millionen und einer Milliarde Euro umsetzen. Die Berater analysierten Jahresabschlüsse und Präsentationen, sprachen mit Kunden und Branchenexperten sowie Geschäftsführern, Inhabern und Beiräten der Unternehmen.

Nach den Experteninterviews und Erfolgsanalysen nahm MSG 400 Unternehmen in die engere Wahl. Für jedes errechnete die Beratung einen eigenen Innovations-Score. Dabei achteten die Berater darauf, dass sich das Unternehmen durch ständige Neuheiten auszeichnet, von Wettbewerbern als innovativ angesehen wird und eine ideenfördernde Kultur etabliert hat. Zudem flossen zu einem Drittel auch wirtschaftliche Indikatoren wie Umsatz- und Gewinnwachstum in die Bewertung ein. „Ein innovatives Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass es mehr als 25 Prozent seines Umsatzes mit Produkten macht, die erst in den vergangenen vier Jahren entstanden sind“, sagt MSG-Gründer und Studienleiter Sebastian Theopold.

Das erste Ranking dieser Art hatte MSG im vergangenen Jahr für die WirtschaftsWoche erstellt (Heft 15/2014). Anders als im Vorjahr haben es diesmal auch viele Hersteller von Konsumprodukten unter die Top 50 geschafft, so etwa Ravensburger (Spiele), Rügenwalder (Wurst) oder Soldan (Bonbons).

Der Großteil der Innovations-Champions entstammt allerdings nach wie vor der traditionellen Paradedisziplin des deutschen Mittelstands: dem Maschinenbau.

Foto: PR

Platz 14: Biotest

Standort: Dreieich
Unternehmensfokus: Bioheilmittel
Umsatz 2014: 582 Mio. Euro
Innovationsscore: 164

Foto: PR

Platz 13: Rapunzel

Standort: Legau
Unternehmensfokus: Biolebensmittel
Umsatz 2014: 169 Mio. Euro
Innovationsscore: 166

Unternehmensgründer Joseph Wilhelm bringt jährlich etwa 20 neue Produkte auf den Markt. Die ersten Müslis des 1974 gegründeten Unternehmens mischte er noch selbst in der Badewanne. Um Kontrolle über die Herkunft der Zutaten zu haben, initiiert das Unternehmen selbst Anbaustrategien und kauft direkt vom Bauern.

Foto: PR

Platz 12: Metabo

Standort: Nürtingen
Unternehmensfokus: Elektrowerkzeuge
Umsatz 2014: 374 Mio. Euro
Innovationsscore: 167

Foto: PR

Platz 11: Brückner

Standort: Siegsdorf
Unternehmensfokus: Folienmaschinen
Umsatz 2013: 754 Mio. Euro
Innovationsscore: 171

Foto: PR

Platz 10: Sennheiser

Standort: Wedemark
Unternehmensfokus: Mikrofone
Umsatz 2014: 635 Mio. Euro
Innovationsscore: 172

Foto: dpa

Platz 9: Rügenwalder Mühle

Standort: Bad Zwischenahn
Unternehmensfokus: Wurst
Umsatz 2014: 175 Mio. Euro
Innovationsscore: 173

Foto: PR

Platz 8: Ravensburger

Standort: Ravensburg
Unternehmensfokus: Spiele
Umsatz 2014: 373 Mio. Euro
Innovationsscore: 175

Foto: dpa

Platz 7: Beumer

Standort: Beckum
Unternehmensfokus: Fördertechnik
Umsatz 2014: 680 Mio. Euro
Innovationsscore: 177

Foto: PR

Platz 6: Balluff

Standort: Neuhausen a.d. Fildern
Unternehmensfokus: Sensortechnik
Umsatz 2013: 335 Mio. Euro
Innovationsscore: 178

Foto: PR

Platz 5: Hansgrohe

Standort: Schiltach
Unternehmensfokus: Armaturen
Umsatz 2014: 874 Mio. Euro
Innovationsscore: 182

Foto: REUTERS

Platz 4: Rimowa

Standort: Köln
Unternehmensfokus: Koffer
Umsatz 2014: 275 Mio. Euro
Innovationsscore: 185

Foto: dpa/dpaweb

Platz 3: Infiana

Standort: Forchheim
Unternehmensfokus: Spezialfolien
Umsatz 2014: 200 Mio. Euro
Innovationsscore: 186

Foto: Bärbel Schmidt für WirtschaftsWoche

Platz 2: Kaeser Kompressoren

Standort: Coburg
Unternehmensfokus: Druckluftsysteme
Umsatz 2013: 650 Mio. Euro
Innovationsscore: 188

Foto: PR

Platz 1: Rational

Standort: Landsberg am Lech
Unternehmensfokus: Großküchengeräte
Umsatz: 497 Mio. Euro
Innovationsscore: 192

Foto: PR

Das Gerät weiß selbst am besten, wie es Hähnchen knusprig hinbekommt. Peter Stadelmann, Chef von Rational, die Gargeräte für Profiküchen bauen, bringt ständig solche Innovationen heraus.

Spieleproduzent Ravensburger macht der Konkurrenz vor, wie sich analoge und digitale Welt verknüpfen lassen. Wurstfabrikant Rügenwalder stellt im großen Stil auf vegetarische Produkte um. Und Kompressorenhersteller Kaeser ist Vorreiter beim Projekt Industrie 4.0 – der Vernetzung von Maschinen und Anlagen.

Festmahl für Aktionäre: Der Börsenkurs steigt seit Jahren. Rational-Chef Stadelmann sorgt für wachsende Gewinne.

Foto: Wolf Heider-Sawall für WirtschaftsWoche

Mittelständler sind innovativ – wie innovativ hat die Beratung Munich Strategy Group (MSG) untersucht und Deutschlands innovativste Mittelständler gekürt. Auf Platz eins landete Herdbauer Rational. „Sie orientieren sich genau an dem, was Profiköche benötigen“, sagt MSG-Gründer Sebastian Theopold.

Kein Wunder, bei den Bayern sind 300 gelernte Köche mit für die Produktentwicklung verantwortlich. Zwar gebe es für Innovationen kein Patentrezept, so Theopold. Aber jede Menge interessante Ansätze und Rezepte.

Auf den nächsten Seiten finden Sie Kurzporträts der besten vier Unternehmen sowie das vollständige Ranking der 50 innovativsten Mittelständler Deutschlands.


Platz 1: Rational – 240 Schnitzel in zwölf Minuten

Die kühlschrankgroßen Geräte stehen im Weißen Haus, in Oktoberfest-Zelten, in den meisten deutschen Fußballstadien, im Luxushotel Burj Al Arab in Dubai, in Restaurants und Mensen. Sie heißen SelfCookingCenter 5 Senses oder – in der kleineren Variante – VarioCookingCenter. In den Kombidämpfern von Rational, die sowohl Hitze als auch Dampf erzeugen, lassen sich 320 Croissants in 23 Minuten zaubern, 240 Schnitzel in zwölf Minuten garen oder 400 Hähnchenkeulen in 45 Minuten brutzeln.

Der Erfolg des Herstellers aus dem bayrischen Landsberg am Lech basiert auf einer Strategie, die eine minimalistische Produktpalette kombiniert mit hoher Verantwortung der Monteure für das Produkt. Damit hat es das 1500 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen auf knapp eine halbe Milliarde Euro Umsatz und zum Weltmarktführer bei Großküchengeräten gebracht. Auch zur Freude der Aktionäre: Der Kurs der im Nebenwerte-Index SDax notierten Rational-Aktie hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast versechsfacht.

Platz 30: Ensinger

Die 1966 gegründete Ensinger GmbH verarbeitet Kunststoffe zu Halbzeugen, Fertigteilen, Profilen oder Compounds. Neben dem Hauptsitz im baden-württembergischen Nufringen fertigt Ensinger an zwei weiteren Standorten in Deutschland. Das Familienunternehmen hat außerdem 14 Fabriken in aller Welt, darunter fünf in den USA und eine in China sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen – bis hin nach Indien.

Branche: Kunststoffe
Mitarbeiter 2012: 2181
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 100,00/350,20
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,35 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 876,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 29: Sennheiser electronic

Die Firma Sennheiser ist vor allem Audio-Fans ein Begriff. Der Mittelständler aus Wedemark-Wennebostel ist vor allem für seine Mikrofone und Kopfhörer bekannt. Im Profi-Bereich bietet das 1945 gegründete Unternehmen Broadcast-Technik, Luftfahrtkommunikationssysteme und Headsets für Callcenter an.

Branche: Audiotechnik
Mitarbeiter 2012: 2100
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 229,10/584,40
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 9,82 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 906,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 28: Adva Optical Networking

Der Glasfaser-Spezialist Adva Optical Networking wurde erst 1994 als kleines Start-up im thüringischen Meiningen und in München gegründet. Die Glasfaser-Übertragungstechnik von Adva wird weltweit von mehr als 10.000 Unternehmen eingesetzt. Produziert wird am Unternehmenssitz in Meiningen, die Verwaltung sitzt im bayerischen Martinsried.

Branche: Telekommunikation
Mitarbeiter 2012: 1378
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 88,06/330,10
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,13 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 907,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 27: Schottel

Die Schottel Gruppe mit Sitz im rheinland-pfälzischen Spay am Rhein entwickelt, konstruiert, produziert und vertreibt steuerbare Schiffsantriebs- und Manövriersysteme sowie komplette Antriebsanlagen.

Branche: Schiffsmaschinenbau/Antriebstechnik
Mitarbeiter 2012: 1100
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 80,00/313,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,625 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 911,6.

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: PR

Platz 26: Pfeiffer Vacuum Technology

1890 in Wetzlar gegründet, entwickelte sich Pfeiffer schnell zum führenden Unternehmen für Vakuumtechnik. Die 1958 erfundene Turbopumpe macht noch heute in ihrer weiterentwickelten Form 40 Prozent des Konzernumsatzes aus. Der Maschinenbauer ist im TecDax gelistet.

Branche: Vakuumlösungen
Mitarbeiter 2012: 2270

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 150,90/461,30
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,82 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 948,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 25: igus

Die 1964 in Köln gegründete Igus GmbH ist ein Spezialist für Spitzguss-Kunststoffteile. Alle Produkte, wie etwa Kunststoffgleitlager oder flexible Spezialleitungen werden in diesem Verfahren hergestellt. Igus ist der weltweit größte Hersteller von Energiekettensystemen mit Spezialleitungen, Steckern und Zubehör.

Branche: Kunststoff-Energieketten
Mitarbeiter 2012: 2175
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 117,00/399,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,05 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 961,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 24: Hansgrohe

Hansgrohe stellt Armaturen, Brausen, Thermostate, Abläufe und Badzubehör her. Das 1901 in Schiltach im Schwarzwald gegründete Unternehmen darf nicht mit der Firma Grohe, die ebenfalls Armaturen herstellt und von Hans Grohes Sohn Friedrich gegründet wurde, verwechselt werden. Die Familie des jüngsten Sohns des Firmengründers hält heute noch 32 Prozent des Unternehmens, 68 Prozent gehören der amerikanischen Masco Corporation.

Branche: Armaturen
Mitarbeiter 2012: 2178
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 360,50/805,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,37 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 992,6

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: REUTERS

Platz 23: Emka Beschlagteile

Die Emka Beschlagteile GmbH stellt Komponenten für industrielle Schränke und Gehäuse her. Heute fertigt das 1932 in Velbert bei Düsseldorf gegründete Unternehmen weltweit an acht Standorten.

Branche: Verschlusstechnik
Mitarbeiter 2012: 1400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 42,99/230,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 18,26 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1000,5

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 22: Bitzer

Bitzer aus dem schwäbischen Sindelfingen ist ein Spezialist für Klima- und Kältetechnik. Das Unternehmen ist mit über 40 Tochtergesellschaften international aufgestellt und fertigt unter anderem in Deutschland, Portugal, Südafrika, Australien, China und den USA Verdichter, Druckbehälter und Verflüssigungssätze.

Branche: Kältemaschinen
Mitarbeiter 2012: 3046
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 231,58/639,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,67 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1120,5

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 21: Pöschl Tabak

Pöschl gehört zu den weltweit größten Produzenten von Schnupftabak – in Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 95 Prozent, weltweit noch von 50 Prozent. Pöschl Tabak hat seinen Sitz in Geisenhausen bei Landshut und befindet sich noch immer im Besitz der Familien Pöschl und Engels. Neben Schnupftabak stellt Pöschl auch Feinschnitt- und Pfeifentabak her.

Branche: Tabakwaren
Mitarbeiter 2012: 800
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 109,60/416,01
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,27 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1163,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 20: Mapal Dr. Kress

Mapal Dr. Kress zählt zu den international führenden Anbietern von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung. Bei der Feinbearbeitung mit spanabhebenden Werkzeugen sieht sich das Unternehmen aus Aalen als weltweiten Technologieführer. Zu Mapal gehören noch zahlreiche weitere Unternehmen, die allesamt auf besondere Werkzeuge spezialisiert sind.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 4157
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 120,00/440,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,88 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1173,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 19: Maschinenfabrik Reinhausen

Die MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, so der vollständige Name, fertigt Komponenten für Transformatoren. Bei der Produktion der sogenannten Laststufenschaltern zählt das 1868 im Regensburger Stadtteil Reinhausen gegründete Unternehmen zu den Weltmarktführern.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 2850
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 218,00/630,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,20 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1190,6

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 18: Viega

Die Viega GmbH & Co. KG stellt unter anderem Sanitär- und Heizungssysteme, Rohrleitungssysteme und Entwässerungstechnik her. Bei der Pressverbindungstechnik sieht sich das Unternehmen selbst als Weltmarktführer. Neben dem Stammhaus in Attendorn fertigt das Familienunternehmen in vier deutschen Zweigwerken in Deutschland und einem in den USA.

Branche: Heizung, Sanitär
Mitarbeiter 2012: 3500

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 395,00/915,36
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,77 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1205,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 17: Manz

1987 im baden-württembergischen Reutlingen gegründet, begann die Manz Automation AG mit der automatisierten Produktion von kristallinen Solarzellen. Inzwischen firmiert das Unternehmen nur noch als Manz AG und hat neben den Solarzellen noch die Bereiche Displays (LCD, LED, OLED und Touchscreens) und Lithium-Ionen-Batterien aufgebaut.

Branche: Display- und Solarindustrie
Mitarbeiter 2012: 2000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 24,00/184,11
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 22,60 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1228,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 16: Norma Group

Die Norma Group ist auf Verbindungstechnik spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt rund 35.000 Verbindungssysteme für industrielle Anwendungen. Die Kunden kommen unter anderem aus der Öl- und Gasbranche, der Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Infrastruktur und Bewässerung.

Branche: Verbindungstechnik
Mitarbeiter 2012: 4485
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 197,60/604,60
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,83 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1245,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 15: Schenck Process

Die Schenck Process GmbH entstand aus der 1881 gegründeten Darmstädter Eisengießerei und Waagenfabrik von Carl Schenk. Heute gilt das Unternehmen als einer der Weltmarktführer im Bereich der Mess- und Verfahrenstechnik. Die Schenck Process GmbH beschäftigt  nach eigenen Angaben rund 3.400 Mitarbeiter an weltweit 33 Standorten.

Branche: Mess- und Regeltechnik
Mitarbeiter 2012: 3400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 240,00/680,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,98 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1246,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 14: KWS Saat

Das niedersächsische Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmen KWS Saat AG züchtet seit über 150 Jahren landwirtschaftliche Nutzpflanzen. Das Unternehmen ist in mehr als 70 Ländern präsent.

Branche: Saatgut
Mitarbeiter 2012: 3851
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 433,70/986,30
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,56 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1256,7

Bildquelle: KWS SAAT AG

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 13: Rimowa

Koffer aus Aluminium und Polycarbonat sind die Spezialität der Rimowa GmbH (kurz für „Richard Morszeck Warenzeichen“). Der Hersteller aus Köln ist bereits seit 1898 im Geschäft. Heute vertreibt Rimowa seine Koffer in 65 Ländern.

Branche: Koffer
Mitarbeiter 2012: 1300
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 25,00/206,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 22,54 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1266,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 12: Sick

Das 1946 gegründete Unternehmen Sick zählt zu den führenden Herstellern von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen.

Branche: Sensortechnik
Mitarbeiter 2012: 6302
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 420,40/971,31
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,73 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1272,8

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 11: Rosenberger

Seit mehr als einem halben Jahrhundert entwickelt Rosenberger Verbindungslösungen in der Hochfrequenz- und Fiber-Optik-Technologie.

Branche: Hochfrequenztechnik
Mitarbeiter 2012: 5000

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 126,50/483,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,34 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1361,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 10: Brückner Technology Holding

Die Brückner-Gruppe aus Siegen gehört zu den führenden Unternehmen im Maschinen und Anlagenbau.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 1676
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 225,20/682,40
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,72 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1385,4

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 9: Sirona Dental Systems

Sirona stellt Behandlungs- und Diagnosegeräten für Zahnarztpraxen, zahntechnische Laboratorien und Kliniken her. Das Unternehmen entstand 1997 aus der Dentalsparte der Siemens AG.

Branche: Dentalindustrie
Mitarbeiter 2012: 2979
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 284,00/814,56
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,11 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1521,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 8: Realtime Technology

Die 1999 gegründete Realtime Technology AG ist ein auf industrielle 3D-Visualisierung spezialisierter Software-Anbieter.

Branche: IT / Software
Mitarbeiter 2012: 689
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,35/73,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 36,22 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1547,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 7: JF Hillebrand Group

Die Spedition J. F. Hillebrand ist der weltweit größte Wein- und Getränkespediteur. Das 1844 gegründete Unternehmen mit Sitz in Mainz transportiert in 83 Ländern weltweit.

Branche: Logistik
Mitarbeiter 2012: 2000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 335,24/934,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,8 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1671,4

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 6: Beckhoff Automation

Die Beckhoff Automation GmbH & Co. KG ist ein führender Hersteller von Automatisierungstechnik. Das Unternehmen mit Sitz in Verl realisiert offene Automatisierungssysteme auf der Grundlage PC-basierter Steuerungstechnik. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzplus von rund 18 Prozent in zehn Jahren ist Beckhoff Automation aus Westfalen der erfolgreichste Aufsteiger unter den wachstumsstärksten Weltmarktführern im deutschen Mittelstand.

Branche: Automatisierungstechnik
Mitarbeiter 2012: 2200
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 78,00/408,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,955 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1712,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: PR

Platz 5: Beumer Maschinenfabrik

Die Beumer Maschinenfabrik wurde 1935 als Maschinenfabrik für die Produktion von Förderanlagen gegründet. Erste Aufträge kamen aus der westfälischen Zement- und Kalkindustrie und vom Bergbau des Ruhrgebietes. Heute ist das Unternehmen weltweit tätig und kommt nach eigenen Angaben auf einen Auslandsanteil von mehr als 85 Prozent.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 3700
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 104,04/511,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,27 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1996,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 4: Big Dutchman

Big Dutchman aus dem niedersächsischen Vechta vertreibt Fütterungsanlagen und Stalleinrichtungen für die Haltung von Geflügel und Schweinen.

Branche: Agrartechnik
Mitarbeiter 2012: 2432
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 250,00/858,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,12 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2083,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 3: Mobotix

Die Mobotix AG aus Rheinland-Pfalz entwickelt und vertreibt netzwerkbasierte Videoüberwachungsanlagen. Das Unternehmen zählt dabei zu den führenden Anbietern weltweit.

Branche: Sicherheitskameras
Mitarbeiter 2012: 336
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,00/81,60
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 39,14 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2137,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: Lürssen

Die Lürssen Werft GmbH & Co. KG ist eine deutsche Schiffswerft aus Bremen. Mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von mehr als zwölf Prozent in zehn Jahren ist der Bremer Schiffbauer Lürssen der am zweitschnellsten wachsende Weltmarktführer im deutschen Mittelstand.

Branche: Schiffbau
Mitarbeiter 2012: 1400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 300,00/984,90
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 12,6 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2248,5

Bildquelle: Klaus Jordan

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 1: Hirschvogel Holding

Mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von rund 16 Prozent in zehn Jahren ist der Automobilzulieferer Hirschvogel aus dem bayerischen Denklingen Deutschlands wachstumsstärkster mittelständischer Weltmarktführer.

Branche: Automobilzulieferer
Mitarbeiter 2012: 4000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 179,90/780,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 15,80 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2601,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Rund 480 Patente hat Rational angemeldet. 300 angestellte Köche verkaufen die Garer nicht nur, sondern treiben im Labor und der Produktentwicklung auch neue Ideen bis zur Marktreife voran. Beim Kochen zählt das Detail: So misst der in Landsberg entwickelte Kerntemperaturfühler nicht an einem, sondern an sechs Punkten eines Fleischstücks die Temperatur, um zum optimalen Gar-Ergebnis zu kommen. Und mit der integrierten Handbrause lassen sich Speisen ablöschen oder aufgießen und das Gerät auch gleich reinigen.

Eine weitere Innovation ist die eingebaute „Gar-Intelligenz“ des SelfCookingCenters: „Sie drücken auf das Knöpfchen mit dem Hähnchen und stellen ein, dass es außen kross und dunkel, innen aber saftig sein soll“, erklärt Vorstandschef Peter Stadelmann. „Das Gerät erkennt, wie groß und wie kalt die Hähnchenteile sind, und passt den Garprozess entsprechend an.“

Wo der Mittelstand sein Geld anlegt
Immerhin 86 Prozent aller Mittelständler lassen ihr Geld auf dem eigenen Konto liegen. Allerdings ihr Anteil deutlich gesunken. Im Vorjahr waren es noch 97 Prozent.Quelle: Studie zum Finanzanlageverhalten und Finanzanlagebedürfnis mittelständischer Unternehmen von der Fachhochschule des Mittelstands
Auch beim Festgeld sind heutzutage keine hohen Zinsen mehr zu erwarten. Entsprechend sinkt die Nachfrage. Nur noch 82 Prozent legen ihr Geld mit Festgeldkonten oder Termineinlagen an, im Vorjahr waren es 87 Prozent.
Diese Anlageform hat im vergangenen Jahr rasant an Beliebtheit gewonnen. Mit 42 Prozent investierte fast jeder Zweite Mittelständler in Rentenfonds, im Vorjahr waren es gerade einmal 17 Prozent.
Wenn das Risiko steigt, hilft oft nur eine Differenzierung des Portfolios. Gemischte Fonds sind für 31 Prozent eine geeignete Anlageform (Vorjahr: 10 Prozent).
Während die Zinsen stagnieren, erreichen einige Aktienindizes neue Rekordhöhen. Darum wagen sich nun auch die Mittelständler an die Beteiligungen - 23 Prozent investieren in derartige Anlagen.
Auch die Geldmarktfonds sind wieder etwas stärker gefragt als im Vorjahr. Hier investieren 18 Prozent aller befragten Mittelständler.
Die stagnierenden Wechselkurse sorgen für Verunsicherung. Keine Anlageform hat darum beim Mittelstand mehr Vertrauen eingebüßt. Nur noch 10 Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es noch 31 Prozent.
Die Immobilienkrise hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht umsonst fragte kein einziger Mittelständler im Vorjahr nach Immobilienfonds. Dieses Jahr sind es immerhin rund zehn Prozent. Beruhigt sich die Lage?
Die Nachhaltigkeit bleibt auch bei der Geldanlage ein Trend - und wird damit auch interessant für den Mittelstand. Nach 5 Prozent im Vorjahr investiert mittlerweile jeder Zehnte Mittelständler in nachhaltige Geldanlageformen.
Gleiches gilt für die alternativen Anlagen, die vor allem in Niedrigzinsphasen an Attraktivität gewinnen. Sieben Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es vier Prozent.
Auch die Garantiefonds sind zurück. Noch im Vorjahr hatte kein befragter Mittelständler in derartige Produkte investiert. Dieses Jahr sind es immerhin 7 Prozent.

In der Produktion setzt das 1976 gegründete Unternehmen auf hohe Eigenverantwortung. Fließbänder gibt es nicht in der Fabrik. Jeder Arbeiter fabriziert ein individuelles Gargerät; an einem Dutzend Stationen installiert er nacheinander alles, vom Dampfgenerator über die Software, Kabel und Dichtungen bis zur Handbrause. Auf dem Typenschild prangt später der Name des Monteurs. „Einer macht hier alles“, sagt Stadelmann, „und deshalb ist er auch für die Qualität des kompletten Gerätes verantwortlich.“

Die Unternehmensstrategie beruht auf Rational-Gründer Siegfried Meister. Der Elektroingenieur begeisterte sich früh für die Engpasskonzentrierte Verhaltens- und Führungsstrategie (EKS) des Management-Gurus Wolfgang Mewes, die sich auf die als am dringendsten empfundenen Bedarfslücken der Mitwelt ausrichtet. Im Kern geht es bei EKS darum, Kräfte zu konzentrieren und so ein Optimum für Kunden herauszuholen. Mit der Konzentration steigt auch der Profit, so die Theorie. Die Ein-Produkt-Strategie ist jedoch nicht ohne Risiko: „Wir hängen auf Gedeih und Verderb vom Kombidämpfer ab“, räumt Stadelmann ein.

So optimistisch sind Europas Mittelständler
Im jährlich veröffentlichten Sage Business Index werden knapp 14.000 kleine und mittelständische Unternehmen in weltweit 18 Ländern befragt, davon acht in Europa. In Deutschland nahmen in diesem Jahr 1.035 Unternehmen an der Sage-Studie teil.Fragestellungen: In Bezug auf die Aussichten des eigenen Unternehmens / die Wirtschaftslage des eigenen Landes / die Wirtschaftslage in Europa / die Wirtschaftslage weltweit, wie optimistisch sind Sie für das kommende Halbjahr, im Vergleich zu den vorherigen sechs Monaten? [0 = sehr viel weniger optimistisch, 100 = sehr viel optimistischer, 50 = kein Unterschied]
Wirtschaftslage Unternehmen: 63,63Wirtschaftslage Land: 57,32Wirtschaftslage weltweit: 50,53Wirtschaftslage Europa: 52,23
Wirtschaftslage Unternehmen: 66,29Wirtschaftslage Land: 61,76Wirtschaftslage weltweit: 55,90Wirtschaftslage Europa: 52,23
Wirtschaftslage Unternehmen: 61,48Wirtschaftslage Land: 50,00Wirtschaftslage weltweit: 54,34Wirtschaftslage Europa: 54,14
Wirtschaftslage Unternehmen: 64,99Wirtschaftslage Land: 58,67Wirtschaftslage weltweit: 57,34Wirtschaftslage Europa: 56,40
Wirtschaftslage Unternehmen: 60,88Wirtschaftslage Land: 62,32Wirtschaftslage weltweit: 51,70Wirtschaftslage Europa: 52,13
Wirtschaftslage Unternehmen: 64,46 Wirtschaftslage Land: 57,53Wirtschaftslage weltweit: 48,38 Wirtschaftslage Europa: 48,88
Wirtschaftslage Unternehmen: 57,94Wirtschaftslage Land: 44,70Wirtschaftslage weltweit: 48,18Wirtschaftslage Europa: 47,78
Wirtschaftslage Unternehmen: 61,66Wirtschaftslage Land: 48,52Wirtschaftslage weltweit: 47,01Wirtschaftslage Europa: 47,74

Bisher hat er keinen Grund zur Sorge: Im ersten Halbjahr 2015 wuchs der Umsatz im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 260,5 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 32 Prozent auf 73,9 Millionen Euro. Stadelmann plant – passend zum EKS-Mantra – kein noch schnelleres Wachstum des Unternehmens durch Zukäufe: „Das ist keine Option. Qualität können wir nur sicherstellen, wenn wir organisch wachsen.“

Rational profitiert davon, dass in Deutschland immer mehr Lebensmittelhändler ihre Produkte nicht nur verkaufen, sondern auch selbst zubereiten. „Die sogenannten heißen Theken bieten uns gute Gelegenheiten, unsere Geräte zu platzieren“, sagt Stadelmann. In vielen Schulmensen darf Mittagessen zudem nicht mehr frittiert werden – auch davon verspricht sich Rational steigende Umsätze für seine Kombidämpfer. Die Belieferung der Profiküchen sei alles in allem ein nahezu krisensicheres Geschäft, sagt Stadelmann: „Letztlich hat der Mensch doch immer Hunger.“

Die erfolgreichsten CEOs börsenorientierter Mittelständler
Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 400 Millionen und 2 Milliarde Euro.* die Zahl zeigt an, wie viel Prozent seiner Wettbewerber das Unternehmen 2013 geschlagen hat.
CEO: Gregor SchulzUnternehmen: BiotestGesamtwertung*: 66 %Gewinnentwicklung*: 51 %Aktienkursentwicklung*: 69 %Umsatzentwicklung*: 77 %
CEO: Udo MüllerUnternehmen: StröerGesamtwertung*: 66 %Gewinnentwicklung*: 50 %Aktienkursentwicklung*: 83 %Umsatzentwicklung*: 65 %
CEO: Constantin AlsheimerUnternehmen: MainovaGesamtwertung*: 66 %Gewinnentwicklung*: 67 %Aktienkursentwicklung*: 52 %Umsatzentwicklung*: 80 %
CEO: Werner DeggimUnternehmen: NormaGesamtwertung*: 67 %Gewinnentwicklung*: 53 %Aktienkursentwicklung*: 90 %Umsatzentwicklung*: 59 %
CEO: Joachim KreuzburgUnternehmen: Sartorius StedimGesamtwertung*: 67 %Gewinnentwicklung*: 58 %Aktienkursentwicklung*: 87 %Umsatzentwicklung*: 56 %
CEO: Markus FlikUnternehmen: HomagGesamtwertung*: 67 %Gewinnentwicklung*: 48 %Aktienkursentwicklung*: 83 %Umsatzentwicklung*: 71 %
CEO: Heinz-Jürgen BertramUnternehmen: SymriseGesamtwertung*: 67 %Gewinnentwicklung*: 88 %Aktienkursentwicklung*: 35 %Umsatzentwicklung*: 80 %
CEO: Dieter HolzerUnternehmen: Tom TailorGesamtwertung*: 69 %Gewinnentwicklung*: 82 %Aktienkursentwicklung*: 31 %Umsatzentwicklung*: 93 %
CEO: Klaus-Peter SchulenbergUnternehmen: CTS EventimGesamtwertung*: 69 %Gewinnentwicklung*: 50 %Aktienkursentwicklung*: 72 %Umsatzentwicklung*: 84 %
CEO: Dietmar BichlerUnternehmen: BertrandtGesamtwertung*: 71 %Gewinnentwicklung*: 67 %Aktienkursentwicklung*: 79 %Umsatzentwicklung*: 67 %
CEO: Marten KeilUnternehmen: CropEnergiesGesamtwertung*: 73 %Gewinnentwicklung*: 81 %Aktienkursentwicklung*: 57 %Umsatzentwicklung*: 80 %
CEO: Philip von dem BusscheUnternehmen: KWS SaatGesamtwertung*: 73 %Gewinnentwicklung*: 52 %Aktienkursentwicklung*: 88 %Umsatzentwicklung*: 79 %
CEO: Hartmut MüllerUnternehmen: GrammerGesamtwertung*: 76 %Gewinnentwicklung*: 61 %Aktienkursentwicklung*: 91 %Umsatzentwicklung*: 78 %
CEO: Lothar SchäferUnternehmen: Adler ModemärkteGesamtwertung*: 77 %Gewinnentwicklung*: 73 %Aktienkursentwicklung*: 95 %Umsatzentwicklung*: 62 %
CEO: Jürgen ZeschkyUnternehmen: NordexGesamtwertung*: 77 %Gewinnentwicklung*: 43 %Aktienkursentwicklung*: 96 %Umsatzentwicklung*: 91 %
CEO: Helmut LeubeUnternehmen: DeutzGesamtwertung*: 77 %Gewinnentwicklung*: 59 %Aktienkursentwicklung*: 90 %Umsatzentwicklung*: 82 %
CEO: Adrian von HammersteinUnternehmen: Kabel DeutschlandGesamtwertung*: 81 %Gewinnentwicklung*: 72 %Aktienkursentwicklung*: 95 %Umsatzentwicklung*: 75 %
CEO: Klaus WeinmannUnternehmen: CancomGesamtwertung*: 83 %Gewinnentwicklung*: 67 %Aktienkursentwicklung*: 97 %Umsatzentwicklung*: 86 %
CEO: Brian SullivanUnternehmen: Sky DeutschlandGesamtwertung*: 87 %Gewinnentwicklung*: 84 %Aktienkursentwicklung*: 83 %Umsatzentwicklung*: 92 %
CEO: Wolf SchumacherUnternehmen: Aareal BankGesamtwertung*: 89 %Gewinnentwicklung*: 87 %Aktienkursentwicklung*: 100 %Umsatzentwicklung*: 81 %
Quelle: Obermatt

Wer sein Geld mit Luft verdienen will, muss seinen Kunden schon etwas Besonderes bieten. Denn Druckluft ist allgegenwärtig und ein Standardprodukt: im Krankenhaus für Beatmungsgeräte, auf Baustellen für Presslufthämmer oder in der Industrie, um Maschinen anzutreiben. Letzteres ist das Feld des Kompressorenherstellers Kaeser. Das Besondere, das das Unternehmen aus dem bayrischen Coburg seinen Abnehmern bietet, ist die Vernetzung von Maschinen und Anlagen – Kern der vierten industriellen Revolution, kurz genannt Industrie 4.0.

Das 1919 gegründete Familienunternehmen mit weltweit mehr als 5000 Mitarbeitern, davon 1900 in Deutschland, ist ein Vorreiter bei diesem wohl wichtigsten Projekt des deutschen Mittelstands. Die digitale Kommunikation zwischen Werkstücken, Maschinen und Unternehmen soll die Wirtschaft effizienter und vor allem wettbewerbsfähiger machen. Das Interesse an Industrie 4.0 ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen.

Die zehn besten deutschen Mittelständler
Um die Wachstumsstärke der mittelständischen deutschen Weltmarktführer zu vergleichen, bedient sich die WirtschaftsWoche eines Indexes des Ökonomen David L. Birch vom Massachusetts Institut of Technology in der Nähe von Boston. Dieser nach ihm benannte Index multipliziert den absoluten Umsatzzuwachs mit dem prozentualen. Das relativiert sowohl das prozentuale Wachstum junger Betriebe als auch das absolute Wachstum bereits großer Unternehmen.Basis des Indexes waren im Ranking die Jahre 2002 bis 2012.
Branche: MaschinenbauMitarbeiter 2012: 1676Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 225,20/682,40Durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,72 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1385,4Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: DentalindustrieMitarbeiter 2012: 2979Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 284,00/814,56durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,11 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1521,7Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: IT/ SoftwareMitarbeiter 2012: 689Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,35/73,70durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 36,22 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1547,7Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: LogistikMitarbeiter 2012: 2000Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 335,24/934,70durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,8 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1671,4Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: AutomatisierungstechnikMitarbeiter 2012: 2200Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 78,00/408,00durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,95 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1712,0Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: MaschinenbauMitarbeiter 2012: 3700Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 104,04511,70durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,27 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1996,3Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: AgrartechnikMitarbeiter 2012: 2432Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 250,00/858,00durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,12 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2083,9Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: SicherheitskamerasMitarbeiter 2012: 336Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,00/81,60durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 39,14 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2137,9Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: SchiffbauMitarbeiter 2012: 1400Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 300,00/984,90durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 12,6 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2248,5Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer
Branche: AutomobilzuliefererMitarbeiter 2012: 4000Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 179,90/780,00durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 15,80 ProzentBirch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2601,9Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Bei Kaeser – Umsatz im vergangenen Jahr: 650 Millionen Euro, davon zwei Drittel im Ausland – funktioniert Industrie 4.0 so: Kunden, die Kompressoren des Unternehmens nutzen, können die Betriebsdaten der Maschinen automatisch in die Kaeser-Zentrale nach Coburg schicken lassen: Im Sekundentakt werden Drehzahlen, Temperaturen und abgegebene Druckluftmenge übermittelt. „Sobald eine Maschine auffällig wird, informieren wir unsere Kunden oder lösen das Problem direkt“, sagt Vorstandschef Thomas Kaeser.

Für den Kompressorenhersteller haben die Informationen ebenfalls einen wichtigen Vorteil: Kaeser weiß genau, wann, wo und wie oft mit welchen Maschinen Probleme auftreten. Die so gewonnenen Erkenntnisse können die Coburger bei der Entwicklung neuer Kompressoren nutzen.

Allerdings schrecken Unternehmen oft noch vor solch einem Datenaustausch mit ihrem Maschinenlieferanten zurück.

Vielseitige Folien: Infiana-Entwicklungschefin Sebald

Foto: Bärbel Schmidt für WirtschaftsWoche

Grund ist die Angst vor Hackern: Mehr als drei Viertel der mittelständischen Unternehmen nennen die Datensicherheit als größte Herausforderung bei digitalen Projekten, ergab eine Umfrage des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). „Der Datenschutz wird von all unseren Kunden angesprochen“, bestätigt Vorstandschef Kaeser, „da gibt es viele offene Fragen.“

Viele Unternehmen fürchten sich vor Cyberangriffen von außen, sobald Informationen aus ihrer Fabrik ins Internet geraten. Die meisten Kunden konnte Kaeser bisher jedoch überzeugen, dass die Datenverschlüsselung durch sein Unternehmen sicher ist.

Wegen der Bedenken werden die Abläufe in deutschen Fabrikhallen erst allmählich digitalisiert. Aber 75 Prozent der Mittelständler gehen laut BDI-Untersuchung davon aus, dass das Thema in den kommenden Jahren immer wichtiger wird. Für Industrie-4.0-Unternehmen wie Kaeser ist damit noch viel Luft nach oben.

Die zehn wichtigsten digitalen Finanzdienste für Mittelständler
Unternehmenssitz: DüsseldorfMitarbeiter: 100Nutzer: 974.000Dienstleistung: Steckt privates Anlegergeld in Kredite für Privat- und FirmenkundenVor- und Nachteile: Kredite nur bis 25.000 Euro, Schwerpunkt bei privaten KreditnehmernNutzen: 1 von 3 PunktenQuellen: Unternehmen
Unternehmenssitz: EmsdettenMitarbeiter: 17Nutzer: 5100Dienstleistung: Vergleichsportal für Firmenkredite und Geldanlagen von UnternehmenVor- und Nachteile: Kostenlos; zwingt Banken, sich bei Krediten zu unterbieten; unbegrenzte KredithöheNutzen: 3 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: MünchenMitarbeiter: 17Nutzer: Plan 15.000 bis 2018Dienstleistung: Investoren kaufen Lieferanten ihre Forderungen gegen Großkunden abVor- und Nachteile: Steigert die Kreditwürdigkeit der Nutzer, Geschäft ist erst in der StartphaseNutzen: 2 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: FrankfurtMitarbeiter: 9Nutzer: 1300Dienstleistung: Versteigert faule ForderungenVor- und Nachteile: Digitale Auktionen sind billig und bequem, auch bei kleinen ForderungenNutzen: 3 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: DarmstadtMitarbeiter: 15Nutzer: Plan 1300 bis 2016Dienstleistung: Vermittelt Bankkredite an Mittelständler und SelbstständigeVor- und Nachteile: Kredite bis 150 000 Euro, keine Geldanlage, noch in der PilotphaseNutzen: 2 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: OsnabrückMitarbeiter: 4Nutzer: 2000Dienstleistung: Vermittelt Leasingverträge an MittelständlerVor- und Nachteile: Gehört zum größten deutschen Leasingmakler FM LeasingNutzen: 2 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: BerlinMitarbeiter: 55Nutzer: 12.000Dienstleistung: Finanziert E-Commerce-UnternehmenVor- und Nachteile: Schnelle Bonitätsprüfung, nur für Internet-Händler, bisher nur in Spanien und den Niederlanden aktivNutzen: 1 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: San FranciscoMitarbeiter: 200Nutzer: 460.000Dienstleistung: Investoren kaufen Lieferanten ihre Forderungen gegen Großkunden ab Vor- und Nachteile: International verbreitet, in Deutschland noch im AufbauNutzen: 2 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: FrankfurtMitarbeiter: 30Nutzer: 15Dienstleistung: Wickelt Zahlungen für Firmen abVor- und Nachteile: Spart Zeit im GeschäftsalltagNutzen: 3 von 3 Punkten
Unternehmenssitz: BerlinMitarbeiter: 70Nutzer: 15.000Dienstleistung: Steckt privates Anlegergeld in FirmenkrediteVor- und Nachteile: Kredite bis 250 000 Euro möglich, hohe Gebühren für Schuldner und InvestorenNutzen: 2 von 3 Punkten

Beinahe hätte Ingrid Sebald vergessen, die App zu erwähnen. In die Smartphone-Anwendung können die rund 1000 Mitarbeiter des Spezialfolienherstellers Infiana aus Forchheim in Bayern ihre Ideen eintippen und dann in den „Innovationscloud“ genannten Speicher im Internet hochladen. „Die einen wollen eine temperaturbeständige Folie, andere ein besonders dehnfähiges oder auch zweifarbiges Material“, sagt die Entwicklungschefin des Unternehmens.

Folien von Infiana dienen als Grundlage für Etiketten und Klebebänder, kommen in Hygieneprodukten, aber auch in der Bauindustrie zum Einsatz, beispielsweise bei der Herstellung von Windrädern. Die bis zu 80 Meter langen Rotorenblätter werden aus einem Guss geformt: Wenn ein Hersteller seine Formteile mit Spezialfolie von Infiana auskleidet, kann er dadurch Lösungsmittel ersetzen, mit denen die Formen gereinigt werden müssen. Das spart Zeit und Geld.

Teures Aluminium: Rimowa-Chef Morszeck verlangt für seine Koffer Preise ab etwa 400 Euro aufwärts

Foto: WirtschaftsWoche

Ein völlig anderes Anwendungsgebiet für die Spezialfolien sind Damenbinden. „Ein Consumer Panel hat ergeben, dass viele Frauen das Rascheln der Folie als unangenehm empfinden. Also haben wir daran getüftelt, es leiser zu machen. Durch eine andere Rezeptur ist das Geräusch nun halb so laut wie vorher“, sagt Sebald.

Knapp 200 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete das fränkische Unternehmen, das seit 2014 mehrheitlich der Deutschen Beteiligungs AG aus Frankfurt gehört, im vergangenen Jahr. Die börsennotierte Private-Equity-Gesellschaft investiert in mittelständische Unternehmen und hält momentan 20 Unternehmensbeteiligungen.

Wie grobkörniges Salz sieht das Plastikgranulat aus, aus dem die Folien entstehen. Die kleinen Kügelchen werden eingeschmolzen, dann geht es hoch hinaus: Der Kunststoffbrei wird zu einem langen Schlauch aufgeblasen, der lang gezogene Ballon ist dann bis zu 15 Meter lang. Am Ende wird er aufgeschnitten, angepasst und auf meterlange Zylinder aufgewickelt. „Der Trend geht dahin, dass die Kunden immer mehr Eigenschaften in der Folie haben wollen“, sagt Geschäftsführer Peter Wahsner. Deshalb besteht jede Folie aus mehreren Schichten mit verschiedenen Merkmalen – von wasserabweisend über luftdurchlässig bis hin zu biologisch abbaubar.

Neue Verfahren und Rezepte werden im „Technikum“ des Unternehmens ausprobiert. Die Versuchsküche gleicht einer Miniaturausgabe der Produktionshalle. Statt großer Silos voller Granulat stehen hier kleine Eimerchen, kleine Öfen und eine Kleinausgabe der Maschine, die die Schläuche aufblasen kann.

Infiana steckt rund sieben Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung – das ist anteilig mehr, als etwa der Chemieriese BASF in neue Technologien investiert. In Sebalds Entwicklerteam arbeiten 25 Mitarbeiter. Ihr nächstes Ziel: Die Folien sollen Sensoren bekommen, die Kunden vor Plagiaten schützen. Nur bei Originalen ließe sich dann ein unsichtbarer Code scannen. Findet der Kunde den Code nicht, deutet alles auf eine Fälschung hin.

Dieter Morszeck ist ein Fan des deutschen Flugzeugpioniers Hugo Junkers. Er kennt alle technischen Details der F 13, des ersten komplett metallenen Flugzeugs der Welt, das Junkers 1919 baute. Bis dahin waren Flugzeuge vor allem aus Holz und Stoff. Der 62-Jährige ist Chef des Kölner Kofferherstellers Rimowa – und definiert sich wie sein Idol Junkers als Tüftler und Erfinder. Sein Großvater gründete 1898 das Unternehmen, das mit geriffelten Aluminiumkoffern Weltruhm erlangte. Und Enkel Morszeck hat die Familienfirma – Umsatz: 250 Millionen Euro – tatsächlich zu verdanken, dass sie zu einem der innovativsten Mittelständler Deutschlands geworden ist. Mit seinen etwa 2000 Mitarbeitern zählt Rimowa zu jenen Unternehmen, die ihren Erfolg genialischen Eigentümern verdanken – wie etwa Dübelspezialist Fischer oder der Montagetechnikriese Würth.

Tüftler Morszecks neuestes Werk ist ein Koffer mit eingebautem Datenmodul, das funktioniert wie ein elektronischer Gepäckanhänger. Fluggäste können ihr Reisegepäck damit von zu Hause aus oder von unterwegs einchecken. „Das Anstellen am Flughafenschalter entfällt“, wirbt Morszeck. Ihre Gepäckdaten erhalten die Reisenden über die Lufthansa-App und leiten sie über die Bluetooth-Funktion des Smartphones an ihr Gepäckstück weiter. Die Informationen, die bisher auf dem angeklebten Papieranhänger zu lesen waren, sind nun im Datenmodul des Koffers elektronisch gespeichert.

Das neue Koffermodell hat Morszeck gemeinsam mit der Lufthansa auf den Weg gebracht. Die Airline wird dafür Abgabestationen aufstellen – zunächst an den Flughäfen Frankfurt und München –, die das Gepäck binnen Sekunden aufnehmen. Anfang Januar läuft die Produktion der elektronisch aufgerüsteten Koffer bei Rimowa in Köln an.

Der digitale Koffer ist nur eine von vielen Innovationen, die Rimowa und Morszeck hervorgebracht haben. In den Siebzigerjahren arbeitete der Hobbyfotograf, der 1972 nach Abitur und Wehrdienst im Familienunternehmen einstieg, zwei Jahre lang an einem wasserdichten Fotokoffer. Immer wieder hielt er den Gartenschlauch drauf – und war jedes Mal enttäuscht, wenn Wasser in das Gehäuse eingedrungen war. Endlich fand er die Lösung – eine Kunststoffwanne sowie eine Schaumstoffplatte im Deckel. Seine Erfindung brachte dem Jungspund dann auch den Respekt seiner künftigen Mitarbeiter ein.

Als Morszeck 1981 mit Ende 20 von Vater Richard die Leitung übernahm, führte er Computer und EDV ein, schrieb fast die gesamte Software selbst. In den Neunzigern hatte Morszeck die Idee, Koffer aus Polycarbonat herzustellen, einem leichten, aber kaum zerstörbaren Kunststoff: „Man kann darauf mit einer Schrottflinte schießen, die Kugeln bleiben stecken.“

Nach der Jahrtausendwende entwickelte der Chef mit seinem Entwicklerteam den Vier-Rollen-Koffer. Dabei experimentierte er zunächst am Wochenende mit einem Gehäuse aus Holz, an das er im Baumarkt gekaufte Bürostuhlrollen montiert hatte.

Ab 400 Euro aufwärts kostet ein Rimowa-Koffer im Handel. Morszeck zielt auf die betuchte Kundschaft, den Massenmarkt überlässt er Konkurrenten wie Samsonite. Für einen Kofferhersteller ungewöhnlich: Rimowa hat in über 100 Städten eigene Läden eröffnet, demnächst eröffnen Filialen in Madrid, Barcelona, Amsterdam und Paris. Das belastet die Bilanz bislang nicht: Im ersten Halbjahr 2015 legte der Gewinn um 26,4 Prozent auf 22,5 Millionen Euro zu.

Ganz nebenbei hat der bekennende Kölner und FC-Fan Morszeck noch Zeit gefunden, sich seinem Hobby Flugzeugbau zu widmen. Gemeinsam mit weiteren Luftfahrt-Enthusiasten hat er die historische Junkers F 13 nachgebaut.

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