Gold als Geldanlage: Was den Goldpreis 2016 treibt
Deutsche Bank:
Für Europa erwarten die Analysten der Deutschen Bank eine stetige Erholung, ähnliches gilt für Japan. In den USA dagegen wird in den kommenden Jahren dagegen ein vergleichsweise langsameres Wachstum von rund zwei Prozent erwartet. Optimistischer ist die Bank dagegen im Hinblick auf die Schwellenländer. Vor allem Russland und Brasilien dürften sich wieder etwas erholen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,9 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,6 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,1 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: knapp 3,5 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 0,90 Euro/ Dollar
Dax-Ziel: 11.700 Punkte
S&P 500: 2170 Punkte
Gold: 1000 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre: 0,75 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,4 Prozent
Stand: Dezember 2015, teilweise aktualisiert
Foto: REUTERSDeka Bank
Die Fondsspezialisten der Sparkassen erwarten, dass der Goldpreis im kommenden Jahr deutlich unter die kritische Marke von 1000 Dollar fallen wird.
S&P 500: 2000 Punkte
Nikkei: 17000 Punkte
Gold: 960 Dollar
Öl: 57 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre: 1 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,9 Prozent
Foto: dpa
Postbank
Im Gegensatz zur Deka Bank ist die Postbank beim Goldpreis etwas optimistischer. Ein möglicher Impuls kommt von der Schmucknachfrage, da die Konjunktur in Indien zuletzt deutlich besser lief als erwartet.
S&P 500: 2250 Punkte
Nikkei: 21750 Punkte
Gold: 1100 Dollar
Öl: 57 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen Rendite 10 Jahre: 1,0 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,75 Prozent
Foto: dpaBerenberg Bank
Deutschlands älteste Privatbank ist im Vergleich zur Konkurrenz vergleichsweise optimistisch, was den Euro angeht.
S&P 500: 2200 Punkte
Gold: 1150 Dollar
Öl: 55 Dollar
Euro/Dollar: 1,15 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,1 Prozent
US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,8 Prozent
Foto: CLARK/obsSantander
S&P 500: 2250 Punkte
Gold: 1050 Dollar
Öl: 55 Dollar
Euro/Dollar: 1 Dollar
Bundesanleihen Rendite 10-jährige: 0,9 Prozent
US-Treasury Rendite 10-jährige: 2,75 Prozent
Foto: APCredit Suisse:
Die Schweizer erwarten, dass die Industrieländer ihr Wachstum 2016 ähnlich fortsetzen werden wie im aktuellen Jahr. Ganz anders dagegen die Entwicklungsländer, welche durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed belastet sein werden. Im Zuge dessen werden zwar die Zinsen leicht steigen und der Dollar weiter gegenüber anderen Währungen aufwerten. Eine abrupte Zinswende erwarten die Analysten allerdings nicht, auch die Inflation dürfte grundsätzlich gering bleiben.
Foto: REUTERSCommerzbank:
Deutschland dürfte laut den Commerzbank-Volkswirten besonders unter der Schwäche der Schwellenländer leiden, vor allem im Exportsektor. Deshalb bewegt sich das Wachstum nur noch auf dem Durchschnittsniveau der gesamten Euro-Zone. Die Weltwirtschaft werde dagegen vom Wachstum der USA getragen, die Zinswende in den USA stützt weiter den Dollar, der Ende 2016 fast die Parität zum Euro erreichen könnte. Insgesamt sei der Richtungswechsel beim US-Zins die gravierendste Veränderung gegenüber 2015. Aufgrund des verlängerten Anleihekaufprogramms werden weiterhin steigende Aktienkurse erwartet.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,3 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,3 Prozent
BIP-Wachstum USA: 2,5 Prozent
Brent-Öl Ende 2016: 63 Dollar
Dax-Ziel: 12.600 Punkte
Foto: dpaJPMorgan Chase
Amerikas größte Bank, JP Morgan Chase, gibt zur Entwicklung des S&P 500 und des Nikkei vorsichtshalber gar keine Prognose ab. Zu Anleihen, Eurokurs und Rohstoffen haben die US-Banker allerdings eine Meinung:
Gold: 1 150 Dollar
Öl: 62 Dollar
Euro/Dollar: 1,13 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,15 Prozent
US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,75 Prozent
Foto: dpaFidelity:
Die Fondsgesellschaft erwartet, dass 2016 ein besseres Jahr für Aktien wird als dieses. Insbesondere der Konsum in den Industrieländern werde der Weltwirtschaft Auftrieb verleihen. Besonders US-Aktien dürften davon profitieren, so die Analysten. Während Europa von der Flüchtlingswelle profitieren dürfte, sind die Aussichten für die Schwellenländer weiterhin schlechter. Deren Aktien könnten allerdings Chancen bieten, da die massive Kurskorrektur bald vorbei sein dürfte. Interessant sind aber lediglich reformbereite Schwellenländer. Der Markt für Staatsanleihen dürfte im kommenden Jahr durch die Zinswende der Fed bestimmt werden. Dafür erwarten die Fidelity-Experten ein Comeback bei Unternehmensanleihen, deren Risikoaufschläge schrumpfen dürften.
Foto: APBankhaus M.M.Warburg & CO
Das Bankhaus Warburg gibt ebenfalls keine Prognose für Nikkei und SP500 ab.
Gold: 1020 Dollar
Öl: 50 Dollar
Euro/Dollar: 1,10 Dollar
Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 0,75 Prozent
US-Treasury 10 Jahre Rendite: 2,60Prozent
Foto: CLARK/obsDZ Bank:
Kaum zwei Monate alt, muss die DZ Bank ihre Prognose für 2016 schon wieder anpassen. Dabei war der Ausblick der DZ Bank-Analysten schon vorher nicht sonderlich rosig. Für die Weltwirtschaft sahen sie kaum Wachstumsimpulse, die Aktienmärkte würden weniger von Unternehmensgewinnen als von der Notenbankpolitik getrieben. Dabei ginge die Spanne zwischen der US-Zinspolitik und ihrem Counterpart in der Euro-Zone immer weiter auseinander. Die Analysten erwarteten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins weiter auf minus 0,4 Prozent senken wird. Den Märkten dürfte das aber wenig Schwung verleihen, hier sehen die Experten wenig Impulse. Mitte Februar reduzierte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler sein Dax-Ziel von bisher 11.000 Punkten auf nur noch 10.300 Punkten. Auch für die Jahresmitte senkte Kahler das Ziel von 10.500 auf 9800 Punkte. Begründet hat der Analyst die neue Einschätzung mit den zahlreichen reduzierten Gewinnerwartungen von Unternehmen.
BIP-Wachstum Deutschland: 1,8 Prozent
BIP-Wachstum Euro-Zone: 1,5 Prozent
BIP-Wachstum Weltwirtschaft: 3 Prozent
Euro vs. Dollar (Q42016): 1,04 Euro/Dollar
Dax-Ziel: 10.300 Punkte
Dax-Ziel aktualisiert am 17.02.2016
Foto: dapdBlackRock
Das BlackRock Investment Institut (BII) geht in seinem Kapitalmarktausblick für das Jahr 2016 davon aus, dass die weltweite Flut billigen Geldes ihren Höhepunkt erreicht hat und der Einfluss der Notenbanken im kommenden Jahr nachlässt. Entsprechend müssen Investoren die Konjunktur-, Kredit- und Bewertungszyklen wieder stärken im Auge haben. Für die Entwicklungen am Anleihemarkt ist man bei BII eher skeptisch. „Wir erwarten für 2016 geringe oder überhaupt keine Kursanstiege bei Anleihen und lediglich gedämpfte Zuwächse an den meisten Aktienmärkten“, heißt es im Ausblick. Eine Ausnahme bilden ausgewählte Hochzins- und Investmentgrade-Papiere sowie Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen.
Was Aktien anbelangt, setzt Black Rock auf Papiere aus Europa und Japan, bei vielen US-Aktien erscheinen die Bewertungen dagegen ausgereizt. Außerdem belaste der starke Dollar die Gewinne der US-Unternehmen. Die Volatilität der Märkte habe dafür nachgelassen. Doch auch ohne weitere politische Schocks könne es im kommenden Jahr zu starken Schwankungen kommen. Steigt der Dollar weiter, werden im kommenden Jahr die Rohstoffpreise noch weiter unter Druck geraten.
Foto: dpaColumbia Threadneedle Investments
Der Vermögensverwalter Threadneedle Investments geht in seinem Kapitalmarktausblick davon aus, dass die Fed in den USA den Zins wieder erhöhen werde, wogegen die Notenbanken in Europa und Japan weiter bei ihrer expansiven Geldpolitik bleiben und möglicherweise neue Konjunkturprogramme anstoßen. In der Konsequenz kommt es zu einer Aufwertung des Dollars – mit negativen Konsequenzen für Schwellenländer und Rohstoffpreise. „Erfolg werden die Anleger haben, denen es gelingt, organisch wachsende Unternehmen zu finden, denn deren Aktien dürften gefragt sein und im Vergleich zu denen von Wettbewerbern mit einem Aufschlag gehandelt werden.“
Des Weiteren rechnen die Analysten Threadneedle mit geringen Wirtschaftswachstumsraten und niedrigen Renditen. Sie konzentrieren sich deshalb auf europäische Hochzinsanleihen anstatt auf Anleihen mit Investment-Grade-Rating. Auch europäische und japanische Aktien seien 2016 ein Kauf.
Foto: dpaDeutsche Asset & Wealth Management
Auch Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset & Wealth Management, geht davon aus, dass die Fed den Zins erhöht und die Inflation wieder anziehen wird. Er rechnet damit, dass die konsum- und servicenahe Sektoren in den Industrieländern die Industriewerte übertrumpfen und Importe die Exporte überholen werden. Entsprechend empfiehlt er Aktien aus den Sektoren Gesundheit, Technologie, Konsum und Finanzen. „Im Rentenbereich sehen wir weiterhin Chancen bei US- und Euro-Unternehmensanleihen. Wer Staatsanleihen will, sollte sich in der Peripherie der Eurozone bedienen“, so Kreuzkamp in seinem Ausblick. Er rechnet allerdings damit, dass sich die Renditen für Aktien und Anleihen im Vergleich zu diesem Jahr verschlechtern. Immobilien bleiben seiner Meinung nach eine der interessantesten Vermögensklassen. Ein ausgewogenes Portfolio im kommenden Jahr sieht seiner Meinung nach so aus:
Anleihen: 48 Prozent
Aktien: 41 Prozent
Alternative Anlagen: 10 Prozent
Rohstoffe: 1 Prozent
Foto: dpaFERI AG
Die Rohstoffpreise bleiben auch 2016 unter Druck, worunter die rohstoffexportierenden Länder leiden. Außerdem werten laut dem Kapitalmarktausblick von FERI fast alle Schwellenländer-Währungen gegenüber dem Dollar ab. Doch auch die US-Wirtschaft bekommt im kommenden Jahr einen Dämpfer. Das Wachstum dürfte unterhalb der 2 Prozent-Marke liegen, der starke Dollar drückt die Exportquote, amerikanische Aktien sind überbewertet. Doch auch im Euroraum lasse der Aufschwung zu wünschen übrig – daran könne auch die expansive Geldpolitik der EZB nichts ändern. Entsprechend unattraktiv seien europäische Staatsanleihen. Die deutschen Aktien dagegen profitieren 2016 von der expansiven Geldpolitik, sind zugleich aber anfälliger für außenwirtschaftliche Störungen. Die Renditen von Bundesanleihen dürften tendenziell sinken.
Foto: dpaAn Gold als Geldanlage scheiden sich die Geister. Da gibt es jene, die die Crash-Gefahren aufgrund von allerlei Krisen und Kapitalmarktrisiken hoch halten und deshalb zu Goldkäufen raten. Auf der anderen Seite stehen jene, die glauben, es wird schon nicht so schlimm. Sie empfehlen Gold höchstens als ultimative Absicherung zur Depotbeimischung in Maßen.
Und es gibt schließlich jene, die mit einem weiter fallenden Goldpreis rechnen, weil sich immer mehr Investoren von dem Edelmetall verabschieden und der Goldpreis noch immer oberhalb des Vorkrisenniveaus von 2007 notiert.
Fakt ist, dass zumindest Gold in Euro im Verlauf des Jahres 2015 unter dem Strich kaum verloren hat, sondern etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn notiert. Allerdings hatte sich der Goldpreis schon im Frühjahr bis auf 1155 Euro pro Feinunze aufgeschwungen und kostet aktuell nur noch 976 Euro pro Feinunze. In Dollar ist das Bild etwas anders, da der starke Dollar den Goldpreis von 1185 Dollar auf inzwischen nur noch 1072 Dollar je Feinunze gedrückt hat. In beiden Währungen hatte die Sorge um das Wachstum in China Gold nochmals Jahreshochs beschert.
Wie geht es also weiter? Eine ganze Reihe von Gründen spricht für einen steigenden Goldpreis.
Inflation
Die Notenbanken in den USA und der Euro-Zone streben mit ihren geldpolitischen Maßnahmen nach höherer Inflation. Offiziell liegt die Zielmarke bei einer durchschnittlichen Preissteigerungsrate von zwei Prozent. Inflation gilt als zuverlässiger Treiber für den Goldpreis, die derzeitige Null-Inflation bremst ihn eher.
Nachfrage
Die Nachfrage nach physischem Gold ist im dritten Quartal 2015 um acht Prozent gestiegen. Wachsende Nachfrage bei einem stagnierenden oder sogar schrumpfenden Angebot sollte den Goldpreis steigen lassen. Die wichtigsten Käufer von Gold sind die Notenbanken der Schwellenländer sowie Kleinanleger. Darauf baut etwa Börsenguru Jens Ehrhardt, Vermögensverwalter aus Pullach bei München. Wie er auf dem Investmentgipfel der WirtschaftsWoche zu Protokoll gab, ist Gold für ihn ein Kauf, weil die Asiaten wieder mehr Gold kaufen dürften, als in den vergangenen zwei Jahren. Auch sein bekannter Kollege Bert Flossbach von der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch glaubt an einen steigenden Goldpreis, wenn die Schwellenländer ihre Schwäche erst einmal überwunden hätten. Vor allem in China und Indien kaufen Kleinanleger viel Gold, zudem bauen die Notenbanken in den Schwellenländern ihre Goldbestände sukzessive auf.
Sinkendes Goldangebot
Da viele Goldproduzenten beziehungsweise Goldminen beim derzeitigen Goldpreis von 1070 Dollar je Unze Gold kaum noch kostendeckend fördern können, rechnen einige Experten mit Minenschließungen. Dadurch würde das Angebot knapper und Gold teurer. Da aber Gold auch ohne Verlust recyclebar ist und der Großteil des existierenden Golds längst in Umlauf ist, schlägt sich die Verringerung des Angebots nur gedämpft auf den Goldpreis durch.
Krisenangst
Gold gilt als Versicherung für den Fall einer Währungs- und Finanzmarktkrise. Auch starke Kursschwankungen an der Börse erhöhen daher die Nervosität der Anleger und treibt sie vermehrt in den „sicheren Hafen“ Gold. Die meisten Börsenexperten erwarten für das kommende Jahr noch stärkere Kursschwankungen als 2015.
Währungsreform
Ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gefährdet auch die Euro-Zone, da andere Mitgliedsstaaten folgen könnten. Zerbricht der Euro-Währungsraum, würden sicher viele Europäer mit vermeintlich schwächerer Währung Gold flüchten, um eine Abwertung der dann notwendigen neuen Landeswährungen schadlos zu überstehen. Allerdings gilt dieses Szenario als unwahrscheinlich.
Platz 20: Stahl
Kein anderer Rohstoff hat seit Jahresanfang so stark nachgegeben wie Stahl. Die Verluste belaufen sich auf fast 40 Prozent. Verantwortlich für den Preisverfall ist die absackende Nachfrage aus China. Zudem etabliert sich das Reich der Mitte immer mehr als Stahlanbieter, denn -nachfrager. Der Preis für eine Tonne des Rohstoffs nähert sich daher dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Eine Stabilisierung der Preise ist dennoch nicht in Sicht. Die Stahlhersteller rechnen auch im kommenden Jahr mit fallenden Preisen.
Preisentwicklung (seit Jahresanfang): - 38,5 Prozent
Foto: dapdPlatz 19: Erdgas
Der bisher milde Winter sorgt für einen Nachfragerückgang beim Erdgas. Industriegaseunternehmen leiden darunter. In Deutschland kommt Linde ins Straucheln. Die Aktien verzeichneten am Dienstag mit einem Verlust von über 13 Prozent den stärksten Kursrückgang seit über 14 Jahren.
Preisentwicklung: - 33,4 Prozent
Foto: dpaPlatz 18: Platin
Die hohen Fördermengen südafrikanischer Minen drücken den Platinpreis. Im laufenden Jahr hat sich das Edelmetall um über 30 Prozent verbilligt. Rohstoffexperten erwarten jedoch im kommenden Jahr eine Preiserholung. Denn die Nachfrage nach Platin aus dem Automobil- und Industriesektor wird 2016 aller Voraussicht nach steigen.
Preisentwicklung: - 32,4 Prozent
Foto: CLARK/obsPlatz 17: Palladium
Nach dem VW-Abgasskandal erlebte Palladium eine kurzfristige Hausse. Denn Palladium ist einer der Bestandteile, die die Autohersteller in ihre Dieselkatalysatoren verbauen. Die Kurserholung hielt allerdings nicht lange an. Denn wie Platin leidet auch Palladium unter einem Überangebot. Doch im Gegensatz zu Platin rechnen Analysten im kommenden Jahr nicht mit einer Erholung der Palladiumpreise, da die Nachfrage in China wahrscheinlich zurückgehen wird.
Preisentwicklung: - 31,7 Prozent
Foto: CLARK/obsPlatz 16: Eisenerz
Der Nachfragerückgang bei Stahl wirkt sich unmittelbar auf die Eisenerzpreise aus. Denn Eisenerz ist ein elementarer Bestandteil bei der Stahlproduktion. Der Preis rutschte daher mit 39,28 Dollar pro Tonne auf den tiefsten Stand aller Zeiten. „Die Stabilisierung der chinesischen Stahlpreise sind der Schlüssel für einen Stimmungsumschwung am Eisenerz-Markt“, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. „Um dies zu erreichen, muss die Branche aber ihren Ausstoß verringern.“ Doch genau das tut sich nicht. Dahinter steckt ein Verdrängungswettbewerb. Das Kalkül: Die größeren Rohstoffunternehmen wollen kleine Rivalen entweder aus dem Markt drängen oder einverleiben.
Preisentwicklung: - 29,8 Prozent
Foto: dpaPlatz 15: Kaffee
Die Baisse an den Rohstoffmärkten macht auch vor Kaffee nicht halt. Doch die Zeichen stehen gut, dass sich der Preis künftig erholen könnte. Denn aufgrund des Wetterphänomens El Niño wird die Produktion in Kolumbien zurückgehen. Die weltweite Nachfrage hingegen geht kaum zurück und dürfte in den Wintermonaten noch steigen, da der Kaffeekonsum in der kalten Jahreszeit in der Regel zunimmt.
Preisentwicklung: - 28,7 Prozent
Foto: dpaPlatz 14: Kupfer
China fragt nicht nur weniger Stahl nach. Auch Kupfer ist bei chinesischen Unternehmen nicht mehr so begehrt. Das liegt vor allem am Wachstumsrückgang im Reich der Mitte. Selbst chinesische Kupferunternehmen drosseln bereits ihre Kupferproduktion, weil sie im eigenen Land immer weniger Abnehmer finden. 200.000 Tonnen wollen die Konzerne im kommenden Jahr weniger produzieren. Aus diesem Grund ist 2016 allenfalls mit einer Stabilisierung des Preises zu rechnen.
Preisentwicklung: - 27,6 Prozent
Foto: dpaPlatz 13: Heizöl
Wie beim Erdgas trifft auch Heizöl der wegen des El Niños sehr milde Winter. In Europa ist der Heizölverbrauch dementsprechend niedrig. Viele Haushalte dürfte das freuen. Der Preis ist seit Jahresanfang um knapp 30 Prozent gesunken.
Preisentwicklung: - 27,4 Prozent
Foto: dpaPlatz 12: Magerschwein
Den größten Teil ihrer Preisverluste erlebten Magerschweine Anfang des Jahres. Lag der am 1. Januar noch bei 75,30 Cent pro Pfund notierte er Anfang Februar bereits mit 56,89 Cent pro Pfund auf dem derzeitigen Niveau. Seitdem konnte sich der Preis nicht mehr nennenswert erholen.
Preisentwicklung: - 23,4 Prozent
Foto: dpaPlatz 11: Weizen
Europas Landwirte ernten 2015 so viel Weizen wie nie zuvor. Die Rekordernte trifft allerdings auf volle Weizenlager. Der Preis gerät daher ins Purzeln.
Preisentwicklung: - 23,1 Prozent
Foto: dpaPlatz 10: Rohöl
Über fallende Rohölpreise wird häufig berichtet. Doch im Vergleich zu den anderen Rohstoffen hält sich Rohöl im laufenden Jahr vergleichsweise wacker. Mit einem Preisrückgang der Sorte Brent von knapp 23 Prozent auf 44,50 Dollar pro Barrel, belegt Rohöl einen Platz im Mittelfeld. Rohöl der Sorte WTI hat es in diesem Jahr mit 26,4 Prozent noch stärker ins Minus gedrückt. Verantwortlich für den Preisrückgang sind zu einen der zurückgehende Verbrauch aus China und den Schwellenländern und zum anderen die anhaltend hohe Fördermenge aus den arabischen Staaten und den frackenden USA.
Preisentwicklung: - 22,6 Prozent
Foto: dapdPlatz 9: Aluminium
Industriemetalle wie Aluminium leiden besonders stark am Rückgang der Nachfrage aus China. Dennoch wird die Produktion nicht zurückgefahren. Im Oktober ist die globale Aluminiumproduktion laut dem International Aluminium Institute um 7,8 Prozent auf 4,91 Millionen Tonnen gestiegen.
Preisentwicklung: - 22,1 Prozent
Foto: dpaPlatz 8: Bauholz
Der Markt für Bauholz ist gesättigt und in den Sägewerken kämpfen die Unternehmer mit Überkapazitäten. Außer einem Zwischen hoch im Mai entwickelte sich der Holzpreis kontinuierlich negativ.
Preisentwicklung: - 20,4 Prozent
Foto: dpaPlatz 7: Mais
Mais kämpft wie viele andere Agrarrohstoffe mit einem Nachfragerückgang. Eine Scheffel Mais kostet nur noch 365 US-Cents. Das sind über 15 Prozent weniger als noch zu Jahresanfang. Das US-Landwirtschaftsministerium hat Anfang November enttäuschende Exportzahlen veröffentlicht. Seit Saisonbeginn sind die Bestellungen in den USA um satte 32 Prozent zurückgegangen.
Preisentwicklung: - 15,2 Prozent
Foto: dpaPlatz 6: Palmöl
Malaysia flutet die Märkte mit Palmöl. Das Überangebot hat zur Folge, dass der Preis des als Biokraftstoff verwendeten Pflanzenfetts seit Jahresanfang fast 14 Prozent nachgegeben hat. Der El Niño, der in der Region um Malaysia für einen stärkeren als sonst üblichen Monsun gesorgt hat, dürfte die Ernteerträge nochmals steigern.
Preisentwicklung: - 13,9 Prozent
Foto: dpaPlatz 5: Silber
Seit seinem Allzeithoch von 49,83 Dollar je Feinunze im Jahre 2011 hat sich Silber kontinuierlich verbilligt. Zuletzt kostet die Feinunze lediglich 14,17 Dollar. Verantwortlich für den Preisrutsch ist die geringere Nachfrage aus der Elektronikbranche und die schwache Konjunktur in China und anderen Schwellenländern.
Preisentwicklung: - 11,3 Prozent
Foto: CLARK/obsPlatz 4: Gold
Gold ist nach Meinung vieler Experten keine Krisenwährung mehr. Doch diese These ist mit Vorsicht zu genießen. Denn in Anbetracht der Entwicklung anderer Rohstoffe und der positiven Kursentwicklung zahlreicher Börsen in Europa, hält sich das Edelmetall vergleichsweise wacker. Auf Jahressicht hat Gold weniger als neun Prozent verloren. In Euro gezeichnetes Gold hat im Vergleich zu Jahresanfang sogar drei Prozent hinzugewonnen.
Preisentwicklung: - 8,9 Prozent
Foto: CLARK/obsPlatz 3: Lebenrind
Rindfleisch wird überall auf der Welt immer beliebter. Vor allem in Asien greifen immer mehr Menschen zu dem roten Fleisch. Es gilt als gesünder und fettärmer als Schweinefleisch. Der Preisrückgang fällt dementsprechend geringer aus als bei Magerschweinen.
Preisentwicklung: - 6,4 Prozent
Foto: dpaPlatz 2: Sojabohnen
Die wachsende Nachfrage in China bewahrt Sojabohnen vor einem starken Preisrückgang. Allerdings wachsen vor allem in den USA die Ernten rapide an. Experten gehen davon aus, dass der Preis für Sojabohnen daher im kommenden Jahr stärker sinken könnte.
Preisentwicklung: - 5,7 Prozent
Foto: dpaPlatz 1: Reis
Reis braucht viel Wasser. Doch aufgrund des El Ninos sind große Regenfälle in diesem Jahr weitestgehend ausgeblieben. Darauf haben die Preise bereits im laufenden Jahr reagiert. Seit Juni ist der Preis um fast 22 Prozent gestiegen. Damit bewegt sich der Reispreis nur knapp unterhalb seine Jahresanfangsniveaus. Glaubt man den Analysten könnte der Preis im kommenden Jahr weiter steigen. Denn in Indien sinkt die Ernte 2015/2016 wahrscheinlich unter 90 Millionen Tonnen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 91,5 Millionen Tonnen.
Preisentwicklung: - 3,2 Prozent
Foto: dpaAußer Konkurrenz: Uran
In manchen Staaten wird die Energiewende etwas anders verstanden als in Deutschland. Auch sie wollen saubere beziehungsweise CO2-lose Energie. Doch anstatt Erneuerbaren Energien zu fördern setzen Staaten wie China, Frankreich und die USA lieber auf Atomkraftwerke. Und auch Japan wendet sich nach dem Fukushima-Unglück langsam aber sicher wieder der Kernkraft zu. Uran ist deswegen das einzige Industriemetall, dessen Preis seit Jahresanfang gestiegen ist.
Preisentwicklung: + 1,2 Prozent
Foto: APAuf der anderen Seite gibt es jedoch auch Argumente, für einen weiteren Rückgang des Goldpreises. Hier die wichtigsten:
Zinsen
Die US-Notenbank Fed hat die Zinswende eingeläutet. Auch wenn Europa davon noch weit entfernt ist, kündigt sich damit absehbar eine Zeit der Zinserhöhungen an. Da ein Goldinvestment keine Zinsen abwirft, gewinnen verzinste Anlageformen dann an Attraktivität, Gold wird als Krisenschutz und Vermögenshort weniger gebraucht. Wird aus Gold in verzinste, risikoarme Anlagen umgeschichtet, belastet das den Goldpreis.
Teurer Dollar
Gold wird auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt – so wie die meisten Rohstoffe. Ein steigender Dollar, wie er seit einiger Zeit zu beobachten ist und durch die Politik der US-Notenbank provoziert wird, verteuert Gold jedoch in Euro und vielen anderen Währungen. Das dämpft die Nachfrage der Kleinanleger, vor allem nach physischem Gold.
Fonds-Abflüsse
Zu den Hochzeiten der Finanzkrise steckten Profi-Investoren wie Hedgefondsmanager enorme Summen in Goldinvestments. In diesen Dimensionen wechseln jedoch selten physische Barren den Besitzer, sondern meist „Papier-Gold“, etwa in Form von börsengehandelten Goldfonds (ETF- oder ETC-Papiere), die ihre Investoren-Gelder mit physischem Gold hinterlegen. Seit Jahren ziehen diese Spekulanten ihr Geld jedoch wieder aus den Goldfonds raus, die ihrerseits dann Gold verkaufen müssen. Ihre Verkäufe drücken seit Jahren den Goldpreis – und könnten noch weitergehen. Die Goldbestände der Goldfonds nähern sich aber zusehends ihrem Vorkrisenniveau von 2007.
China
China ist mittlerweile nicht nur zum größten Goldproduzenten aufgestiegen, sondern auch eines der größten Abnehmerländer. Chinesen kaufen gerne Gold, um Vermögen zu bilden, zumal sie am Aktien- und Immobilienmarkt bereits heftige Korrekturen erlegt und hohe Anlagerisiken haben. Sinkt allerdings Chinas Wachstum - wie in diesem Jahr unter sieben Prozent – dürfte künftig weniger Geld für private Goldkäufe zur Verfügung stehen und die Nachfrage entsprechend sinken.
Keine Krisenangst
Allen Crashprophezeiungen zum Trotz ist die Finanzwelt bis heute nicht zusammengebrochen. Mit der Erholung der Weltkonjunktur, der Zinswende in den USA, bislang ausbleibender Inflation und sich als robust erweisenden Aktienmärkten ist die Krisengefahr – oder zumindest die Krisenangst – jedoch zurückgegangenen. Gold spielt daher als „sicherer Hafen“ für Vermögen immer weniger eine Rolle.
Die meisten Prognosen der Investmentbanken bewegen sich daher weiter im Bereich um die 1100 Euro. Mit nur noch 960 Dollar hat die Deka Bank beispielsweise eine der pessimistischsten Zielgrößen bekannt gegeben, die Berenberg Bank und die US-Investmentbank JP Morgan zählen mit einem Preisziel von 1150 Dollar je Unze zu den größten Optimisten.
Wer Gold jedoch als Versicherung für den Fall einer Wirtschafts- und Währungskrise betrachtet, kann den derzeit vergleichsweise niedrigen Goldpreis nutzen, um zu kaufen. Denn dann muss der Anleger das Gold auch behalten, bis die Krise eintritt. Dann dürfte der Goldpreis in jedem Fall schnell steigen. Für eine Spekulation auf Rendite dürfte sich das Edelmetall 2016 jedoch weniger eignen, denn mit deutlichen Schwankungen müssen Gold- Anleger auch im kommenden Jahr rechnen.