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Gender Gap ReportNoch 170 Jahre bis zur Gleichstellung

Die wirtschaftliche Gleichstellung von Männern und Frauen ist noch immer weit entfernt. Das geht aus einer Studie des Weltwirtschaftsforums hervor. Wie Deutschland abschneidet – und welche Länder schon weiter sind. 26.10.2016 - 14:16 Uhr

Deutschland liegt auf der Rangliste des Global Gender Gap auf Platz 15.

Foto: dpa

Die Gleichstellung von Frauen und Männern bleibt weltweit noch für lange Zeit eine Vision. Nach dem jüngsten Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat sich die ökonomische Kluft zwischen den Geschlechtern zuletzt sogar wieder weiter geöffnet.

War das WEF noch im vorigen Jahr davon ausgegangen, dass es bis zum Jahr 2133 dauern könnte, die Schere zu schließen, gehen die Experten jetzt von einem Zeitraum von 170 Jahren aus.
Das WEF untersucht einmal jährlich, wie es um die Chancen von Frauen im Vergleich zu Männern bestellt ist - zugrunde gelegt werden vier Kategorien: Gesundheit und Lebenserwartung, Bildung, Teilhabe an politischen Ämtern sowie Einkommen und Vertretung im Management. Die Kluft wird vom WEF mit 59 Prozent beziffert, so schlecht wie seit 2008 nicht mehr. Den Rückschritt erklären die Experten unter anderem damit, dass Frauen weltweit weiterhin zum Teil deutlich weniger verdienen als Männer. „Die Zahl von Frauen in Führungspositionen bleibt ebenfalls hartnäckig gering.“

Island ist Spitzenreiter bei der Gleichstellung

Geht es um die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern, können offenbar alle Nationen von Island lernen. Im Gesamtranking, das alle vier Kategorien zusammenfasst, landen die Isländer wie schon in den Vorjahren dem ersten Rang. Laut WEF-Studie ist die Lücke zwischen Männern und Frauen zu 87 Prozent geschlossen.

Gender-Gap-Report 2016 Gesamtranking
Island Gesamtscore: 0,874Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 9, Score: 0,806Bildungsweg: Rang 1, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 104, Score 0,970Politische Teilhabe: Rang 1, Score: 0,719
FinnlandGesamtscore: 0,845Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 16, Score: 0,794Bildungsweg: Rang 1, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 1, Score 0,980Politische Teilhabe: Rang 2, Score: 0,607
NorwegenGesamtscore: 0,842Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 7, Score: 0,818Bildungsweg: Rang 28, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 68, Score 0,974Politische Teilhabe: Rang 3, Score: 0,576
SchwedenGesamtscore: 0,815Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 11, Score: 0,802Bildungsweg: Rang 36, Score: 0,999Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 69, Score 0,974Politische Teilhabe: Rang 6, Score: 0,486
RuandaGesamtscore: 0,800Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 8, Score: 0,817Bildungsweg: Rang 110, Score: 0,958Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 89, Score 0,972Politische Teilhabe: Rang 8, Score: 0,452
IrlandGesamtscore: 0,797Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 49, Score: 0,709Bildungsweg: Rang 1, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 54, Score 0,979Politische Teilhabe: Rang 5, Score: 0,502
PhilippinenGesamtscore: 0,786Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 21, Score: 0,780Bildungsweg: Rang 1, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 1, Score 0,980Politische Teilhabe: Rang 17, Score: 0,386
SlowenienGesamtscore: 0,786Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 19, Score: 0,784Bildungsweg: Rang 25, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 76, Score 0,973Politische Teilhabe: Rang 18, Score: 0,385
NeuseelandGesamtscore: 0,781Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 24, Score: 0,765Bildungsweg: Rang 40, Score: 0,999Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 104, Score 0,970Politische Teilhabe: Rang 16, Score: 0,390
NicaraguaGesamtscore: 0,780Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 92, Score: 0,632Bildungsweg: Rang 1, Score: 1,000Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 1, Score 0,980Politische Teilhabe: Rang 4, Score: 0,506
SchweizGesamtscore: 0,776Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 30, Score: 0,745Bildungsweg: Rang 61, Score: 0,993Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 72, Score 0,974Politische Teilhabe: Rang 15, Score: 0,391
BurundiGesamtscore: 0,768Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 1, Score: 0,865Bildungsweg: Rang 124, Score: 0,917Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 66, Score 0,974Politische Teilhabe: Rang 28, Score: 0,314
DeutschlandGesamtscore: 0,766Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 57, Score: 0,691Bildungsweg: Rang 100, Score: 0,966Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 54, Score 0,979Politische Teilhabe: Rang 10, Score: 0,428
NamibiaGesamtscore: 0,765Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 20, Score: 0,781Bildungsweg: Rang 35, Score: 0,999Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 1, Score 0,980Politische Teilhabe: Rang 31, Score: 0,299
SüdafrikaGesamtscore: 0,764Einzelwertungen:Wirtschaftliche Chancen: Rang 63, Score: 0,677Bildungsweg: Rang 55, Score: 0,995Gesundheit und Überlebenschancen: Rang 1, Score 0,980Politische Teilhabe: Rang 13, Score: 0,404

Beim Blick auf die einzelnen Kategorien gibt es allerdings Unterschiede. Während die Isländer in den Punkten Bildung und politische Teilhabe weltweit am weitesten sind, kommen sie bei den wirtschaftlichen Chancen auf Rang 9, im Bereich Gesundheit nur auf Rang 104.

Ohnehin schneiden die Nordstaaten im Gesamtranking gut ab. Die Plätze hinter Island sind mit Finnland, Norwegen und Schweden belegt.

Deutschland landet im Gesamtranking auf Rang 13, hinter Slowenien, Nicaragua, Burundi und der Schweiz. Erneut sind die Unterschiede in den einzelnen Kategorien groß. Während die Bundesrepublik bei der politischen Beteiligung auf Rang 10 landet, belegt sie bei der Bildung bloß Rang 100, bei der Gesundheit Platz 54. Bei den wirtschaftlichen Chancen reicht es gerade einmal für Platz 57.

Die wichtigsten Tipps für Gehaltsverhandlungen
Überraschen Sie Ihren Vorgesetzten nicht mit einer Gehaltsforderung. Vereinbaren Sie ein Gespräch und machen Sie deutlich, dass Sie über eine Gehaltserhöhung sprechen möchten. Der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung bietet sich vor allem dann an, wenn Sie ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, einen Neukunden gewonnen haben oder die Personalbudgets erhöht wurden.
Sammeln Sie im Vorfeld schlagkräftige Argumente für die Gehaltsverhandlung. Welche Erfolge haben Sie seit Ihrer letzten Gehaltserhöhung erzielt? Hat sich Ihr Aufgabenbereich verändert? Haben Sie Teamverantwortung oder Aufgaben, die nicht direkt zu Ihrem Verantwortungsbereich gehören, übernommen? Ihre Argumente müssen Ihre Forderung stützen, wenn Sie wollen, dass sie erfüllt wird.
Informieren Sie sich über marktübliche Gehälter von Fachkräften mit ähnlicher Qualifikation und Berufserfahrung.
Ist aktuell keine monetäre Gehaltserhöhung möglich, sollten Sie nach Zusatzleistungen oder anderen Verbesserungen, wie Zuschüsse zur Weiterbildung, mehr Urlaub oder flexible Arbeitszeiten, fragen. Zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber, dass Sie eine Lösung finden möchten, die für beide Seiten akzeptabel ist.
Wichtig ist, bleiben Sie während des gesamten Gesprächs freundlich und professionell. Dies gilt insbesondere dann, wenn aus bestimmten Gründen derzeit keine Gehaltserhöhung möglich ist. Fragen Sie, wann der richtige Zeitpunkt ist, das Thema erneut anzusprechen. Und in der Zwischenzeit sollten Sie weiter daran arbeiten, Ihre Performance zu verbessern und Ideen einzubringen, die das Unternehmen voranbringen.

Die Gleichstellung der Geschlechter in der deutschen Arbeitswelt ist schon lange ein Thema. Um die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen, hat die Bundesregierung zuletzt ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit auf den Weg gebracht. Kritiker befürchten jedoch, dass ein solches Gesetz am Kern des Problems wenig ändern wird. So beklagen Experten, dass Frauen in Führungsetagen noch immer unterrepräsentiert sind. Auch die individuelle Förderung käme zu kurz.

Dennoch liegt Deutschland im Gesamt-WEF-Ranking unter den großen Volkswirtschaften der Welt ganz vorn. Ähnlich wie in anderem hochentwickelten Ländern sei Deutschland dabei, die Kluft beim Einkommen voll zu schließen, so die Studienautoren. Die größte Volkswirtschaft, die USA, rangieren abgeschlagen auf Platz 45 unter insgesamt 144 Ländern.

sha, dpa
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