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Aufwändiger LebensstilTrump-Clan kommt Amerikaner teuer zu stehen

Amerikas neue First Family ist ungewöhnlich groß – das bekommen die Steuerzahler zu spüren. Denn überall, wohin es die Angehörigen des Trump-Clans zieht, fallen aufwendige Schutzmaßnahmen an. Das geht gewaltig ins Geld. 22.02.2017 - 08:01 Uhr aktualisiert Quelle: Handelsblatt

Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump, die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf – und tut es auch während der Präsidentschaft noch. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm die Meinung sagen und Ratschläge geben.

Foto: REUTERS

Ivanka Trump

Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines titanischen Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

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Donald Trump Jr

„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er.

Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organisation. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump Jr. ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder. „In unternehmerischen und politischen Fragen können wir das Denken unseres Vaters natürlich beeinflussen, auch wenn er am Ende immer selbst entscheidet“, sagt Donald Trump Jr. „Ivanka, Eric und ich können ehrlich mit ihm sein.“

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Tiffany Trump

Trumps jüngste Tochter Tiffany empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Foto: REUTERS

Tiffany Trump

Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben.

Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Foto: REUTERS

Eric Trump

Auch Eric Trump warb öffentlich für seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Foto: AP

Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump Imperium und ist Gründer.

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Melania Trump

Nicht nur seine Kinder stärkten Trump in seinem Wahlkampf den Rücken. Zu Beginn des Parteitags hielt Trumps Ehefrau Melania eine Rede. Dabei konzentrierte sie sich auf die Charaktereigenschaften ihres Mannes. „Er kann hart sein, wenn er will, aber er ist auch nett und fair und fürsorglich“, sagte das ehemalige Topmodel. „Diese Güte wird nicht immer bemerkt, aber jeder kann sie sehen. Das ist einer der Gründe, warum ich mich überhaupt in ihn verliebt habe.“

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Barron Trump

Donald und Melania Trump haben einen gemeinsamen Sohn: Barron. Er dürfte sein jüngster Unterstützer in der Familie sein. Er wohnt mit seinen Eltern gemeinsam im Weißen Haus.

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Die Trump-Kinder versuchten im Wahlkampf, ihren schroffen und provokant auftretenden Vater weich zu zeichnen und den Rechtspopulisten so auch für moderatere Wähler akzeptabel erscheinen zu lassen.

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Donald Trump und Mike Pence

Dass Trump sich für Mike Pence (r) als Vize entschied, soll auch mit seinen Kindern zu tun haben. Der strammkonservative Gouverneur von Indiana soll den rechten Parteiflügel auf Linie bringen. Trump nahm den Rat allerdings nur widerwillig an. Pence gilt als Mann der leisen Töne – auch wenn er strikte Positionen vertritt.

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Der einzige Nicht-Trump, der einen guten Draht zu Trump hat, scheint sein Schwiegersohn Jared Kushner zu sein. Der 35-Jährige stammt aus einer einflussreichen jüdischen Familie aus New York und berät den Clan-Chef vor allem in außenpolitischen Themen.

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Nachdem Trump viele Juden mit der Aussage verunsichert hatte, er wolle im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern „neutral bleiben“, schrieb Kushner Trump eine pro-israelische Rede, mit der der Kandidat versuchte, die Zweifel an seinem Bekenntnis zu Amerikas wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten auszuräumen.

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Es ist noch nicht lange her, da hat sich Donald Trump über den „Golf-Urlauber“ Barack Obama ausgelassen. Und erklärt, dass er als Präsident das Weiße Haus vor lauter harter Arbeit nur selten verlassen würde. Nun ist er gerade mal einen Monat im Amt und hat in dieser Zeit bereits drei Wochenenden in seinem floridianischen Golfclub Mar-a-Lago verbracht.

Aber das habe nichts mit Ferienmachen zu tun, versicherte Sprecherin Stephanie Grisham der „Washington Post“: Trump arbeite immer, auch wenn er nicht in Washington sei. „Der Präsident arbeitet jeden Tag in der Woche nonstop, egal, wo er sich aufhält.“ Also folglich wohl auch beim Golfen am vergangenen Sonntagvormittag in der warmen Sonne Floridas.

Nun braucht auch ein Präsident ab und zu Erholung, ob er nun Obama oder Trump heißt. Aber die sich abzeichnenden häufigen Flüge mit der Air Force One ins „Winter-Weiße-Haus“ in Palm Beach sind sündhaft teuer. Zehn Millionen Dollar, so errechnete die „Washington Post“, haben die drei Mar-a-Lago-Trips seit Trumps Vereidigung am 20. Januar die Steuerzahler bereits gekostet – hauptsächlich wegen der damit verbundenen Schutzmaßnahmen.

Die Marke Donald Trump
Als Baulöwe, Casinobetreiber, Golfclubbesitzer und Ausrichter von Schönheitswettbewerben hat der New Yorker ein Vermögen von zehn Milliarden Dollar angehäuft – nach eigenen Angaben.
Trumps Satz „You’re fired“, mit dem er in der Show „The Apprentice“ ehrgeizige Jungunternehmer feuerte, wurde zum geflügelten Wort.
Trump spendete auch an Demokraten wie die Clintons, tritt nun aber für die Republikaner an.

Und das ist längst noch nicht alles. Amerikas neue First Family ist ungewöhnlich groß – und ihr Lebensstil weitaus luxuriöser und aufwendiger als der gewöhnlicher Sterblicher. Da ist der New Yorker Trump Tower mit seinem Penthouse, vorläufig weiterhin die Wahlheimat von First Lady Melania und Trump-Spross Barron, der im „Big Apple“ noch das laufende Schuljahr beendet. Und das Haus in Washington, in das Tochter Ivanka und Jarred Kushner just mit ihren drei Kindern eingezogen sind, um ganz in der Nähe des Präsidenten zu sein. Da sind die Domizile der Familien von Donald Jr. und Eric – und all die Geschäftsreisen dieser beiden erwachsene Präsidentensöhne, denen Vater Trump das Management seines Business-Imperiums übertragen hat.

Sie alle haben Anspruch auf Personenschutz, und wo immer sie sich aufhalten, erfordert das von den betreffenden Gemeinden logistische Vorbereitungen, die sich finanziell gewaschen haben. Schon jetzt ist klar, dass die Lebensweise des Trump-Clans die US-Steuerzahler teuer zu stehen kommt: Hunderte Millionen Dollar dürften es der „Washington Post“ zufolge im Laufe der vierjährigen Amtsperiode sein.

US-Präsident

Trump arbeitet und spielt Golf in Florida

Das lässt die vielfach von den Republikanern kritisierten Aufwendungen für die jährlichen Obama-Erholungsreisen – im Sommer nach Martha's Vineyard und zu Weihnachten nach Hawaii – verblassen. An die 100 Millionen Dollar haben diese Ausflüge in acht Amtsjahren nach Schätzungen der konservativen Organisation Judicial Watch gekostet, die solche Ausgaben im Auge behält.

Donald Trump im Portrait
Unternehmer, Entertainer, Schauspieler, Buchautor
14. Juni 1946
Zwilling
New York City
1,87 Meter
Verheiratet in dritter Ehe mit Melania Trump und insgesamt fünf Kinder.
„Make America Great Again“



Der „Washington Post“ zufolge wendet die Stadt New York ungefähr 500.000 Dollar am Tag für den Schutz des Trump Tower auf. Der Bezirk Palm Beach zahle Zehntausende für jeden Tag, den sich Trump dort aufhalte: So hoch sind die Kosten für zusätzliche Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen.

Unlängst berichtete die Zeitung, dass eine kurze Geschäftsreise von Sohn Eric Trump nach Uruguay 100.000 Dollar an Hotelkosten für Personenschützer vom Secret Service und für unterstützendes Botschaftspersonal verschlungen habe. Der Grund für den Ausflug in einen schicken Ferienort am Meer: der Bau eines Trump-Wolkenkratzers mit Eigentumswohnungen.

Jene Republikaner, die sich an Obamas Urlauben gestoßen haben, schweigen bisher zu diesen Praktiken. Das, obwohl sich doch gerade dieser Präsident im Wahlkampf als Spar-Champion präsentiert hat, der gegen die Verschwendung von Steuergeldern vorgehen will. Geld soll vor allem in die Infrastruktur gesteckt werden und in die Förderung von Jobs, Jobs, Jobs. Ist noch offen, wie viele der versprochenen Millionen neuen Arbeitsplätze er am Ende wirklich schafft, kann man ihm bescheinigen: die beim Secret Service sind nach seiner Amtsübernahme auf längere Zeit gesichert.

Einwanderungspolitik der US-Regierung

Pläne machen massenhafte Abschiebungen möglich

Aber mit gehörigem Stress. Der Schutz der Trump-Familie inklusive der globetrottenden Söhne Eric und Donald Jr. erzeuge schon jetzt äußersten Druck, zitiert die „Washington Post“ den Secret-Service-Veteran Jonathan Wackrow, der 14 Jahre lang für den Personenschutz-Dienst gearbeitet hat. Er spricht von einer „monumentalen Aufgabe“, die Belastung sei einfach überwältigend. Schutzmaßnahmen in Washington, New York, Florida und dann auf Fernreisen: „Es ist ein logistischer Alptraum“, beschreibt es Wackrow.

Kritikern sind dabei die Geschäftsausflüge der erwachsenen Söhne ein besonderer Dorn im Auge. Denn am Ende, so sagen sie, zahlten die Steuerzahler für Aufwendungen, die dazu dienten, die Trump Organization reicher zu machen – und damit Donald Trump. Denn der hat seinen Söhnen nur das Management übertragen, nicht aber den Besitz. Von indirekten staatlichen Subventionen für das Trump-Imperium spricht denn auch das liberale Magazin „The Atlantic“ – und von einem neuen Beweis für die diversen Interessenskonflikte dieses Präsidenten.

So flog Eric Trump mit Personenschützern im Schlepptau kürzlich in die Dominikanische Republik – zu Gesprächen über den möglichen Bau einer Trumpschen Luxus-Ferienanlage. Am vergangenen Wochenende waren die Trump-Brüder geschäftlich in Dubai, Ende des Monats wird es zur Eröffnung eines weiteren Trump-Wolkenkratzers nach Vancouver in Kanada gehen. Vermutlich hat Trump dann in Mar-a-Lago ein weiteres Arbeitswochenende verbracht – den Golfschläger griffbereit.

dpa
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