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Größer als in GroßbritannienDeutscher Immobilienmarkt an der Weltspitze

In keinem Land der Welt gibt es mehr Handel mit Immobilien als in Deutschland. Daran ändern auch strengere Finanzierungsregeln und Preisblasen in den Metropolen nichts.Andreas Toller 15.03.2017 - 16:10 Uhr

In keinem Land der Welt gab mehr Handel mit Immobilien als in Deutschland.

Foto: dpa

Immobilieneigentum ist in Großbritannien trotz der immens hohen Preise viel weiter verbreitet als in Deutschland. Dort wohnen 63,5 Prozent der Bevölkerung in selbst genutztem Wohneigentum. In Deutschland liegt diese Quote bei 51,9 Prozent. Nur in der Schweiz ist dieser Wert noch niedriger. In den baltischen Staaten und unseren osteuropäischen Nachbarländern übersteigt die Quote sogar 80 Prozent.

Die Unternehmensberatung PWC hat in ihrem globalen Immobilienmarkt-Bericht „Emerging Trends in Real Estate – The Global Outlook für 2017“ festgestellt, dass in keinem anderen Markt mehr Immobilien gehandelt wurden als in Deutschland. Damit zieht Deutschland am bisherigen Spitzenreiter Großbritannien vorbei. In Deutschland wurden 2016 Immobilien für 60,2 Milliarden Euro gehandelt. Die Briten kommen auf 59,9 Milliarden. Der PWC-Analyse zufolge wird sich diese Rangordnung vorerst auch nicht mehr ändern.

Deutschland profitiere von Sorgen der Investoren zum bevorstehenden Brexit und hätte als „sicherer Hafen“ international an Bedeutung gewonnen.

Platz 10: Ludwigshafen am Rhein

Käufer einer bestehenden Wohnung (kein Neubau) ersparen sich in Ludwigshafen vergleichsweise viel Miete. Als Selbstnutzer und bei einem zu 40 Prozent per Kredit finanzierten Kauf kommen sie auf 5,6 Prozent Ertrag (im Sinne der so ersparten Miete nach Abzug der dafür zusätzlichen Aufwendungen) auf ihr Eigenkapital, 3,5 Prozent Rendite sind es bezogen auf die Gesamtsumme inklusive Kredit.

Alle Details zur Berechnung finden Sie hier.

Foto: Fotolia

Platz 9: Leipzig

Ebenfalls 5,6 Prozent Rendite aufs Eigenkapital und 3,5 Prozent auf die Gesamtinvestition winken Käufern in Leipzig. Auch hier ist der Kauf damit vorteilhaft.

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Platz 8: Bochum

„Du bist keine Schönheit, vor Arbeit ganz grau. Du liebst dich ohne Schminke, bist 'ne ehrliche Haut, leider total verbaut, aber grade das macht dich aus.“ So besingt Herbert Grönemeyer Bochum. Ob das unbedingt für den Immobilienkauf spricht, sei dahingestellt. Klar ist: Aus Selbstnutzersicht lohnt es sich. 5,6 Prozent Rendite aufs Eigenkapital und 3,5 Prozent auf die Gesamtinvestition sind auch hier drin. Wir bleiben im Ruhrpott…

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Platz 7: Duisburg

Sogar 5,7 Prozent Ertrag an alternativ fälliger Miete nach Abzug der dafür nötigen Aufwendungen erzielen Wohnungskäufer in Duisburg. 3,6 Prozent sind es, wenn auch der Kredit berücksichtigt wird. Klare Sache: Kaufen lohnt, wenn das Wertsteigerungspotenzial außer Acht gelassen wird, denn das ist hier nicht groß.

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Platz 6: Osnabrück

Genauso viel (5,7 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent) sind es in Osnabrück. Auch hier sind Käufer also im Vorteil. Nun geht es in eine Stadt, die für ihren öffentlichen Nahverkehr bekannt ist…

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Platz 5: Wuppertal

Doch die Fahrt in der Schwebebahn ist in Sachen Attraktivität noch gar nichts im Vergleich zum Immobilienkauf. Denn der bringt Käufern im stadtweiten Durchschnitt immerhin 5,8 Prozent Ertrag auf ihr Eigenkapital, 3,7 Prozent im Vergleich zur Summe inklusive Kredit. Und das in diesen Niedrigzins-Zeiten.

Foto: dpa

Platz 4: Gelsenkirchen

Noch ein wenig mehr ist es in Gelsenkirchen. Hier kommen Käufer sogar auf 6,2 Prozent auf das Eigenkapital, 3,9 Prozent auf die Summe inklusive Kredit. Doch nun geht es aufs Treppchen…

Foto: Fotolia

Platz 3: Halle (Saale)

Auch wenn die stark gestiegenen Kaufpreise in Leipzig langsam schon nach Halle ausstrahlen: Noch lohnt der Kauf. Die ersparte Miete bringt Käufern 6,7 Prozent Ertrag, wenn die Kreditkosten und weitere Aufwendungen beim Kauf abgezogen werden. Immerhin noch 4,2 Prozent Rendite auf die Summe samt Kredit bleiben damit. Und wir bleiben im Osten…

Foto: dpa

Platz 2: Chemnitz

Über sieben Prozent Rendite sind es in Chemnitz, genau gesagt 7,2 Prozent auf das Eigenkapital. 4,3 Prozent Rendite bleiben auf die Summe inklusive Kredit. Dass dieser Wert deutlich näher an der Rendite auf das Eigenkapital liegt als etwa bei der drittplatzierten Stadt Halle, liegt an der vergleichsweise geringen Grunderwerbsteuer von nur 3,5 Prozent in Sachsen. Da diese aus annahmegemäß aus Eigenkapital gezahlt wird, macht das Eigenkapital hier einen geringeren Anteil an der Gesamtinvestition aus als in Städten mit höherer Grunderwerbsteuer. Platz Eins geht ebenfalls an eine Ost-Großstadt…

Foto: dpa

Platz 1: Magdeburg

Satte 7,7 Prozent Rendite fahren Käufer an Ertrag in Magdeburg ein, auf das Eigenkapital gerechnet. 4,8 Prozent Rendite sind es damit, wenn die Gesamtsumme herangezogen wird. Sehr überzeugende Argumente für den Kauf einer Immobilie.

Foto: ZB

Dabei stößt der Immobilienmarkt zusehends an seine Grenzen. Der Neubau hinkt dem Bedarf hinterher, das Angebot ist knapp, die Preise haben jedoch allmählich – vor allem in den Großstädten - den Gipfel des Möglichen erreicht.

Auch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) hat nicht zu einem deutlichen Rückgang der Immobilienfinanzierungen geführt. Die größte deutsche Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen in Deutschland, Europace, hat elf Monate nach Einführung der WIKR folgende Veränderungen festgestellt: Die Kreditabschlüsse bei den 40- bis 50-Jährigen sanken um sechs Prozentpunkte, bei den 50- bis 60-Jährigen um etwas weniger als vier Prozentpunkte.

Lediglich bei den 60- bis 70-Jährigen ging die Finanzierungstätigkeit deutlich um 13 Prozentpunkte zurück. Auf der anderen Seite sind aber die befürchteten Rückgänge bei jungen Immobilienkäufern ausgeblieben. Tatsächlich ist die Zahl der Kreditverträge in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen sogar um sechs Prozente gestiegen.

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Für eine weitere Belebung des hiesigen Immobilienmarktes spricht auch, dass sich Haushaltspolitiker aus den Unionsfraktionen für mehr Eigenheimförderung stark machen wollen. Mit Baukindergeld und einem Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer wollen die CDU/CSU-Fraktionen in den Ländern Familien künftig besser unterstützen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die haushaltspolitischen Sprecher der Unionsfraktionen bei ihrer Konferenz am vergangenen Dienstag in Hannover. „Wir möchten, dass diese Punkte ins CDU-Bundestagswahlprogramm aufgenommen werden“, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Thüringens CDU-Fraktionschef Mike Mohring.

„Denkbar ist, dass etwa der Ersterwerb einer Immobilie für Familien steuerfrei wird“, sagte Reinhold Hilbers, haushaltspolitischer Sprecher der niedersächsischen CDU. Selbstgenutztes Wohneigentum schütze auch vor Armut im Alter.

Neue Anreize für den Eigenheimerwerb könnten den bevorstehenden Bundestagswahlkampf also durchaus begleiten.

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