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PharmaShowdown um Stada

Der zähe Poker um den Medikamenten-Hersteller Stada könnte bald wieder Fahrt aufnehmen. Allzu viel Spielraum beim Kaufpreis besteht allerdings nicht mehr.Jürgen Salz 28.03.2017 - 16:15 Uhr

abbvie Deutschland

Umsatz 2015: 22,8 Milliarden US-Dollar

Aus der Pharmasparte von Abbott ging 2013 das BioPharma-Unternehmen abbVie hervor, das an den deutschen Standorten in Wiesbaden, Ludwigshafen und Berlin circa 2600 Mitarbeiter beschäftigt. Diese sind für die jährliche Produktion von etwa 1,8 Milliarden Tabletten und Kapseln zur Behandlung von Krebs, Hepatitis C und Erkrankungen des zentralen Nerven- sowie Immunsystems verantwortlich. Innerhalb von drei Jahren hat sich die ehemalige forschungsbasierte Pharmasparte laut Studie eine derart gute Reputation in Facharztkreisen erarbeitet, dass der Konzern - gemessen an der Gesamtbeurteilung - auf Platz 18 im Pharma-Trend-Ranking landet.  

Quelle: Pharma-Trends 2016

Foto: Presse

Gilead Sciences
Umsatz 2015: circa 32 Millionen US-Dollar

Die deutsche Niederlassung des biopharmazeutischen Unternehmens Gilead Sciences besteht seit 1991 in München. Der Konzern, der innovative Therapeutika für Bereiche entwickelt und vermarktet, in denen der medizinische Bedarf bisher noch nicht gedeckt werden konnte, hat sich eigenen Angaben zu Folge zum Ziel gesetzt, die Versorgung von Patienten zu verbessern,  die an lebensbedrohlichen Krankheiten leiden. Am deutschen Standort liegt der Fokus auf dem Vertrieb medizinischer Produkte.

Die im Rahmen der Studie befragten Fachärzte schätzen das Unternehmen nicht nur aufgrund seiner Marketing-, Vertriebs- und Servicequalitäten, die sich der Konzern selbst auf die Fahne schreibt, sondern auch hinsichtlich der Gesamtwirkung, die im Ranking ebenso stark gewichtet wurde. Insgesamt landet Gilead Science auf einem soliden 17. Platz.

Foto: AP

Celgene Deutschland
Umsatz 2015: 9,2 Milliarden US-Dollar 

Das 1986 in den USA gegründete biopharmazeutische Unternehmen Celgene ist seit 2006 auch in Deutschland am Standort München vertreten und beschäftigt dort inzwischen 300 Fachkräfte, die sich neben der Behandlung von bösartigen hämatologischen Erkrankungen außerdem für die Onkologie, entzündliche Erkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems engagieren. Da Celgene (ähnlich wie der Konkurrent Gilead Science) von sich selbst sagt durch die Entwicklung innovativer Arzneimittel Menschenleben retten zu wollen, fließt ein überdurchschnittlicher hoher Anteil der Gelder in die Forschung und Entwicklung.

Wenn man nach den Studienergebnissen geht, scheinen Fachärzte dieses Engagement zu würdigen. In dem Ranking, das unter anderem auf der Grundlage der fachärztlichen Beurteilung der Innovationskraft, dem Geschäftserfolg und dem ethischen Handeln basiert, landet Celgene Deutschland auf Platz 16.

Foto: Presse

Biogen
Umsatz 2015: 10,8 Milliarden US-Dollar

Aufgrund der Wirksamkeit und Innovationskraft des Medikaments Tecfidera wurde der US-amerikanische Biotechnologiekonzern Biogen im letzten Jahr bereits im Rahmen der Pharma-Trend-Awards mit der „Goldenen Tablette“ zur Behandlung von Multiple Sklerose ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr ist der Konzern, der seit 1997 auch über eine Niederlassung in Ismaning bei München verfügt, wieder im Ranking der besten Pharma-Unternehmen Deutschlands vertreten. In der Gesamtbeurteilung landet Biogen auf Platz 15. Seinen guten Ruf hat der Biotechnologiekonzern insbesondere seinen Entwicklungen im Bereich der Therapien für Autoimmunerkrankungen und dem und seinen ökologischen Prinzipien zu verdanken, für die Biogen 2014 sogar zum Spitzenreiter des Dow Jones Sustainability Index erklärt wurde.   

Foto: AP

Pfizer
Umsatz 2015: 48,9 Milliarden US-Dollar

Mehr als 200 Millionen Medikamentenpackungen wurden 2014 alleine an den deutschen Niederlassungen des Pharmakonzerns Pfizer hergestellt. Das lässt die Relevanz der 2000 Mitarbeiter in Berlin, Freiburg, Karlsruhe und München zumindest erahnen – zumal das „grüne Werk“ am Standort Freiburg nach Angaben des Unternehmens als Vorreiter „in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der pharmazeutischen Industrie“ fungieren soll. Die Beurteilung der Fachärzte, die unter anderem die Dimensionen „Ethisches Handeln“, „Verantwortung“ und „Gesamtwirkung“ bewerten mussten, scheint diese Aussage zu bestätigen. Insgesamt reicht die Bewertung für Platz 14.

Foto: dpa

Platz 13: Bayer HealthCare
Umsatz 2015: 46,3 Milliarden Euro

Bayer kann auf eine 150-Jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken und wirbt mit seinen innovativen Produkten „für ein besseres Leben“. Die Kernkompetenzen des Life-Science-Unternehmens liegen in den Bereichen Gesundheit und Agrarwirtschaft. Von den weltweit 55.900 Mitarbeitern sind alleine 36.7000 an den zahlreichen deutschen Standorten beschäftigt. In der medizinischen Forschung liegt der Fokus unter anderem auf Infektionskrankheiten, Onkologie, Neurologie und Kardiologie. Aufgrund der Gesamtbeurteilung der befragten Fachärzte landet Bayer (Deutschland) auf Platz 13 des Rankings.

Foto: REUTERS

Sanofi
Umsatz 2015: 34,54 Millionen Euro

Die im Rahmen der diesjährigen Pharma-Trend-Studie durchgeführten Fachärztebefragungen über die deutschen Tochtergesellschaften von Sanofi fielen insgesamt sehr positiv aus, sodass der Pharmakonzern auf Platz zwölf des Pharma-Trend-Rankings landet. Insgesamt etwa 9200 Mitarbeiter sind an den deutschen Niederlassungen in Frankfurt und Berlin beschäftigt, alleine 8400 bei der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH in Frankfurt. An den beiden Standorten kümmern sie sich genauso um die Produktion, Fertigung und Verwaltung wie um die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe für Arzneimittel. Die Forschungsschwerpunkte liegen hier bei Diabetes und Alterserkrankungen.

Foto: Presse

MSD
Umsatz 2015: 39,5 Milliarden US-Dollar; davon in Deutschland 1,4 Milliarden Euro

Allein am Umsatz gemessen ist MSD der fünftgrößte Arzneimittelhersteller der Welt, der Corporate Responsibility groß schreibt. Zum Kerngeschäft des Pharmaunternehmens gehören neben verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auch Impfstoffe und Präparate für die Tiergesundheit. Von den weltweit circa 68.000 Mitarbeitern sind etwa 1800 in Deutschland tätig. Im Ranking der besten Pharmaunternehmen landet MSD nach der Bewertung von Fachärzten auf Platz elf.

Foto: dpa

Merck Deutschland
Umsatz 2015: 12,8 Milliarden Euro

Unter die besten zehn Unternehmen der Pharmabranche haben es die deutschen Merck-Gesellschaften geschafft. Die Niederlassung in Gernsheim ist Produktionsstandort und ist eigenen Angaben zufolge der zweitgrößte Arbeitgeber im Kreis Groß-Gerau. Die im Rahmen der Studie befragten Fachärzte waren sich darüber einig, dass der Chemiekonzern, der in den Bereichen Healthcare und Life Science zu Hause ist, zu Recht eine gute Reputation genießt. In der Gesamtwertung landet Merck Deutschland daher auf Rang zehn.

Foto: Presse

AstraZeneca
Umsatz 2015: 24,7 Milliarden US-Dollar

Auch für AstraZeneca spielt gesellschaftliche Verantwortung eine große Rolle – das zumindest geht aus den eigenen Angaben des Unternehmens hervor, laut denen das Forschungsunternehmen 12 Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen finanziell unterstützt. AstraZeneca gehört nicht nur zu den weltweit führenden Arzneimittelherstellern, sondern auch zu den Marktführern Deutschlands. Seit 1978 werden am Produktionsstandort in Wedel Tabletten, Kapseln, Tuben, Ampullen und Flaschen verpackt, die Beschwerden von Patienten mit Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und entzündlichen Erkrankungen mindern sollen. Auch für Krebs-Erkrankungen, Infektionen und neurologische Krankheiten wird stetig an innovativen Medikamenten geforscht.

Unter Berücksichtigung der Dimensionen „Kompetenz“, „Zuverlässigkeit“, „Empfehlung“, „Transparenz“ und „Verantwortung“ schneidet AstraZeneca bei den befragten Fachärzten gut ab, was für einen soliden neunten Platz im Ranking reicht.

Foto: Presse

Astellas Pharma
Umsatz 2015: 109 Millionen Euro

Astellas Pharma, das 2005 aus der Fusion der japanischen Firmen Fujisawa und Yamanouchi entstanden ist, beschäftigt mittlerweile 17.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Am deutschen Standort in München arbeiten etwa 400 Fachkräfte an der Herstellung, Vermarktung und dem Vertrieb von Arzneimitteln für verschiedene medizinische Fachbereiche, darunter Transplantation, Schmerztherapie und Onkologie. Fachärzte scheinen das Leitbild wertzuschätzen, laut dem „Patienten oberste Priorität“ in der Forschung genießen und „therapeutische Lücken“ geschlossen werden sollen. Platz acht im Ranking.

Foto: dpa

Bristol-Myers Squibb
Umsatz 2015: 16,6 Milliarden US-Dollar

Den achten Platz teilt sich Astellas Pharma mit Bristol-Myers Squibb, dem weltweit operierenden Pharma- und Biotech-Unternehmen, das seinen deutschen Sitz in München hat. Einen besonderen Fokus legt Bristol-Myers Squibb auf Innovationen, die im Pharma-Trend-Ranking als Unterkategorie „Innovationskraft“ eine starke Beachtung finden und von Fachärzten als Dimension bewertet wurden. Therapeutisch liegt der Fokus auf der Entwicklung verschreibungspflichtiger Arzneimittel für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, HIV, Hepatitis und Krankheiten des Immunsystems.

Foto: Presse

Boehringer-Ingelheim
Umsatz 2015: 14,8 Millionen Euro

Mit einem Umsatz von 14,8 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr zählt auch Boehringer-Ingelheim zu den umsatzstärksten Pharmaunternehmen der Welt. Zudem kommt das global orientierte Unternehmen, das bereits seit 1885 besteht, bei Fachärzten gut an. Das zumindest geht aus der Studie hervor. Durch eine gute Gesamtbeurteilung landet das Unternehmen, das am Standort Deutschland rund 14.893 Mitarbeiter beschäftigt, auf Platz sieben im Ranking.

Foto: dpa

Novo Nordisk
Umsatz 2015: 65,9 Millionen DKK

Das dänische Unternehmen Novo Nordisk erlangte durch die Produktion des Medikaments Insulin in den 20er Jahren weltweiten Ruhm. Seitdem gehört der Arzneimittelhersteller zu den Weltmarktführern im Bereich der Diabetesversorgung und konzentriert sich zudem auf die Herstellung von Blutgerinnungsmedikamenten und Wachstumshormontherapien. Der Deutschlandsitz befindet sich seit 1958 in Mainz. Unter den insgesamt 39 bewerteten Pharmaunternehmen zählt Novo Nordisk – laut fachärztlicher Gesamtbeurteilung – zu den sechs besten der Welt.

Foto: REUTERS

Lilly Pharma
Umsatz 2015 (Deutschland): 610,1 Millionen Euro

Mit einem Jahresumsatz von circa 20 Millionen US-Dollar zählt auch Lilly Pharma zu den größten Pharmaunternehmen der Welt. Alleine in Deutschland sind 956 Mitarbeiter für den Pharmakonzern tätig, sodass die Tochterfirma auch hierzulande zu den umsatzstärksten zählt. Die Hauptniederlassung befindet sich in Bad Homburg. Seinen Aufstieg hat das Unternehmen vor allem dem Antidepressivum Prozac zu verdanken. Bis heute liegen die Forschungsschwerpunkte bei der medizinischen Behandlung von Diabetes, Krebserkrankungen und psychischen Krankheiten - das umsatzstärkste Präparat ist Zyprexa gegen Schizophrenie. Das scheinen Fachärzte zu schätzen zu wissen, denn laut deren Beurteilung landet Lilly Pharma auf Platz fünf.

Foto: Presse

Novartis Pharma (Novartis AG)
Umsatz 2015: 49,4 Milliarden US-Dollar

Nach der Beurteilung der Fachärzte landet Novartis auf Platz vier der besten Pharmaunternehmen Deutschlands. Überzeugen kann es insbesondere durch seine Erfahrungswerte. Novartis Pharma ist 1996 aus der Fusion der beiden ehemaligen Basler Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy AG und Sandoz hervorgegangen und kann auf eine rund 250-Jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken. Im letzten Jahr machte der Konzern durch die Übernahme der Krebssparte des Konkurrenten GlaxoSmithKline von sich Reden, dem das Unternehmen im Gegenzug die eigene Impfstoff-Produktion für 7,1 Milliarden Dollar verkaufte.

Foto: obs

GlaxoSmithKline
Umsatz 2015: 23.923 Millionen britische Pfund

Gleich zwei Pharmariesen landen auf Platz drei des diesjährigen Rankings – GlaxoSmithKline ist eines davon. Als weltweit sechstgrößtes Pharmaunternehmen zählt es auch deutschlandweit nicht nur gemessen am Umsatz und der Anzahl der Mitarbeiter zu den größten Konzernen, sondern schneidet auch bei Fachärzten überdurchschnittlich gut ab. An den deutschen Produktionsstätten forschen rund 3800 von weltweit rund 100.000 Mitarbeitern in den drei Geschäftsbereichen Pharma, Biologicals und Consumer Healthcare.   

Foto: WirtschaftsWoche

Roche Pharma
Umsatz 2015: circa 44 Milliarden Euro

Über die gleiche Platzierung kann sich Roche Pharma mit Hauptsitz in Basel freuen. Der Konzern beschäftigt mehr als 90.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern; die Standorte in Deutschland zählen zu der zweitwichtigsten Länderorganisation des Konzerns. Alleine in Berlin, Grenzach, Mannheim, Penzberg und Waiblingen arbeiten rund 15.400 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung. Den Forschungsschwerpunkt bilden die Gebiete Onkologie, Virologie und Transplantationsmedizin. Den Erkenntnisgewinn wissen auch Fachärzte zu schätzen. Platz drei.

Foto: dpa/dpaweb

Takeda Pharma
Umsatz 2015: 1,78 Milliarden Yen

Gemessen an der fachärztlichen Beurteilung landet Takeda deutschlandweit auf dem zweiten Platz im Ranking. Das weltweit operierende Pharmaunternehmen ist seit 1981 auf dem deutschen Markt vertreten. Während am Hauptsitz in Berlin das Hauptaugenmerk auf dem Vertrieb liegt, steht im Stadtteil Oranienburg die Herstellung fester, flüssiger und steriler Arzneimittel im Vordergrund. Neben der reinen Medikamentenforschung engagiert Takeda Deutschland sich – eigenen Angaben zu Folge für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems.

Foto: dpa

Janssen-Cilag
Umsatz 2015: 1,07 Milliarden Euro

Das seit 1959 auch in Deutschland vertretene Forschungs- und Entwicklungsunternehmen Janssen-Cilag schneidet nach der fachärztlichen Beurteilung im diesjährigen Ranking am besten ab. Das Unternehmen, das am Hauptsitz in Neuss mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigt, hat im letzten Jahr allein in Deutschland einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro erwirtschaftet und überzeugt durch Innovationskraft, insbesondere auf den Forschungsgebieten der Infektiologie, Immunologie, Psychiatrie und Onkologie. Seit 2003 hat der Gesundheitskonzern als Teil von Johnson & Johnson mehr als 20 Produkte neu auf dem Markt eingeführt, davon sechs alleine im Jahr 2014.

Foto: Presse

58 Euro je Aktie sind Stada-Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker nicht genug. Soviel sind die beiden Private-Equity-Bietergruppen – zum einen Advent und Permira, zum anderen Bain und Cinven - bereit, für den Medikamenten-Hersteller aus Bad Vilbel bei Frankfurt auf den Tisch zu legen. Das entspricht immerhin einem Kaufpreis von 3,6 Milliarden Euro. Doch vor gut zwei Wochen setzte Oetker die Gespräch mit den Bietern erst einmal aus – und verband dies mit dem Hinweis, die potenziellen Käufer mögen doch die Zeit nutzen, um ihre Angebote  zu erhöhen. Passiert ist seither nicht viel, immerhin reden die Beteiligten inzwischen wieder miteinander.

In die festgefahrenen Verhandlungen könnte bald wieder Bewegung kommen. Zwar ist auf der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch noch keine Entscheidung über einen Verkauf zu erwarten. Doch immerhin keimt mittlerweile Hoffnung auf, dass Stada zumindest mal Klarheit über die nächsten Schritte und den zeitlichen Ablauf schafft. Zudem drängen Investoren das Unternehmen mittlerweile, sich mit den vorliegenden Angeboten auseinanderzusetzen.

Dass Aufsichtsratschef Oetker versucht, einen höheren Preis herauszuholen, ist sein gutes Recht. Allerdings ist der finanzielle Spielraum bei den beiden Bietergruppen begrenzt. Ein Preis von etwa 70 Euro je Aktie erscheint derzeit kaum vorstellbar.

Pharma

Wieder eine Absage von Stada

von Jürgen Salz

Die Finanzinvestoren stehen derzeit unter erheblichem Druck, in Zeiten von Niedrigzinsen die Gelder ihrer Anleger gewinnbringend anzulegen. Und Stada als Zielobjekt erscheint durchaus attraktiv: Stada ist weltweit der letzte große Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika), der zu haben ist. Andere deutsche Generika-Hersteller wie Ratiopharm oder Hexal sind längst ins Ausland verkauft. Zusätzlich verfügt Stada noch über eine Reihe bekannter Markenprodukte wie das Erkältungsmittel Grippostad oder das Sonnenschutz-Präparat Ladival. Und da in den vergangenen Jahren das Kostenbewusstsein bei Stada nicht sonderlich ausgeprägt war, können die Finanzinvestoren entsprechend Kapital schlagen. Werte steigern durch Kostensenkungen – darauf versteht sich Private Equity gut.

Andererseits ist ihr finanzieller Spielraum durchaus begrenzt. Einen Kaufpreis von 3,6 Milliarden Euro zu stemmen, ist für Finanzinvestoren schon eine große Nummer. Doch damit ist es ja nicht getan. Zusätzlich sind laut Branchenschätzungen noch einmal Hunderte von Millionen Euro notwendig, um Stada durch Investitionen oder Zukäufe zu stärken, etwa bei Markenprodukten oder Bio-Generika. Auch die geplante verstärkte Internationalisierung von Stada dürfte noch hohe Kosten verursachen. „Stada präsentiert sich in jedem Land anders, mit unterschiedlichen Produkten und Schwerpunkten“, sagt ein Insider. Während das Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt in Deutschland etwa für das Erkältungsmittel Grippostad bekannt ist, reüssiert es in England vor allem mit einem Mittel gegen Kopfläuse.

Anders als strategische Bieter aus der Branche – die jedoch bislang nicht um Stada buhlen – können die Finanzinvestoren auch kaum Produktions- und Vertriebslinien zusammenlegen und so Synergieeffekte nutzen. Entsprechend müssen die Private Equity-Bieter mit spitzem Stift rechnen. Grundsätzlich gilt: Je höher der Preis, desto tiefer muss ein Käufer bei den Arbeitsplätzen schneiden.

Am Ende könnte ein Preis knapp oberhalb von 58 oder von 60 Euro herauskommen. Oder die Übernahme scheitert. Dann allerdings dürfte die Aktie heftig ins Trudeln geraten – denn viele Anleger haben sich nur deswegen mit Stada-Papieren eingedeckt, um von der Übernahme-Phantasie zu profitieren.

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