Laptop-Verbot im Flugzeug: Warum sich die EU gegen den US-Computerbann wehrt
Laptops und Tablets könnten auf US-Flügen bald verboten werden. Der Bann träfe die EU ebenso schnell wie überraschend.
Foto: REUTERSAls Violeta Bulc und Dimitris Avramopoulos gestern an die amerikanische Regierung einen Brief zum geplanten Verbot von Elektrogeräten in der Flugkabine schrieben, klang der Ton auf den ersten Blick freundlich. Die EU Kommissare für Verkehr und Zuwanderung erinnerten ihre US-Kollegen erstmal zwei Absätze lang an ihre Gemeinsamkeiten gerade im Kampf um mehr Sicherheit.
Im dritten Absatz wurde das Schreiben selbst für diplomatische Verhältnisse sehr deutlich. „Es ist wichtig, dass wir Informationen bekommen, damit wir eine Reaktion entwickeln können, die belastbar, angemessen und im Interesse unserer gemeinsamen Sicherheit ist“, forderten die beiden Mitglieder der europäischen Regierung da.
„Nervt uns nicht mit euren egoistischen Alleingängen und sagt endlich mal, warum ihr in Laptops verbietet, damit wir gemeinsam mal was Sinnvolles hinbekommen, sonst steigen wir aus“, so übersetzt ein Kenner der Brüsseler Szene den Satz. „Viel deutlicher kann man kaum werden ohne einen diplomatischen Eklat zu provozieren.“
Trumps Erfolge: Der Richter
Nach langem Gerangel setzte Donald Trump seinen Kandidaten für den Obersten Gerichtshof, Neil Gorsuch, doch noch durch. Der US-Senat nominierte den 49-jährigen Juristen Gorsuch mit 54 Ja-Stimmen, 45 Senatoren stimmten gegen ihn. Um den konservativen Richter durchzuboxen, mussten die Republikaner allerdings die Abstimmungsregeln ändern. Eigentlich hätten sie 60 Prozent der Stimmen gebraucht.
Trumps Erfolge: Die Steuerreform
Kurz vor Ende der 100-Tage-Frist präsentierte Trump plötzlich eine Steuerreform. Sie passt auf eine Seite, ist aber laut Trump die „größte der Geschichte.“ Trump will das Steuersystem radikal vereinfachen – und die Steuern senken. Wie er das finanzieren will: unklar. Ob er die Reform durch den Kongress bringen kann: unwahrscheinlich. Bei Trumps Anhängern dürfte die Reform trotzdem gut ankommen.
Trumps Erfolge: Die Bomben
Mit 59 Raketen attackierte Trump einen syrischen Flugplatz. Kurze Zeit später ließ er in Afghanistan die „Mutter aller Bomben“ detonieren. Obwohl Trump im Wahlkampf versprochen hatte, die USA aus internationalen Konflikten rauszuhalten, bekam er für die Militärschläge international Lob.
Trumps Erfolge: Das Freihandelsabkommen
Es hatte 14 Jahre gedauert, das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP auszuhandeln – Trump benötigte einen Tag um es zu beerdigen. Damit machte er eines seiner Wahlversprechen wahr. Beim Nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA zog Trump dagegen zurück. Er will es nun doch nicht aufkündigen.
Trumps Misserfolge: Die Gesetze
In einem „Vertrag mit den amerikanischen Wählern“ verkündete Trump im Wahlkampf großspurig, was er in den ersten 100 Tagen im Amt alles umsetzen werde. Auch zehn Gesetzesvorhaben meldete er an. Bislang konnte Trump davon umsetzen: keines.
Trumps Misserfolge: Die Einwanderung
Ein Aufschrei ging um die Welt, als Trump das Dekret für einen Einreisestopp von Millionen Muslimen in die USA unterzeichnete. Allerdings hatte Trump die Rechnung ohne die Judikative gemacht. So schnell Trump das Dekret unterzeichnet hatte, so schnell kassierten die Richter es ein. Trump tobte, schob ein neues Dekret nach – und verlor erneut gegen das Recht.
Trumps Misserfolge: Die Gesundheitsreform
Es war einer seiner Wahlkampfklassiker. Noch am ersten Amtstag werde er Obamacare kippen. Das verkündete Donald Trump in Dutzenden seiner Reden. Doch kaum im Amt merkte er, dass er dafür eine Kongress-Mehrheit braucht. Trump scheiterte, sie zu organisieren – und blies die Abstimmung über Obamacare ab. Einen Schuldigen hatte der Präsident schnell gefunden: den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan. Auf ihn wälzte Trump die Niederlage ab – und stellte so einen seiner gefährlichsten Rivalen kalt.
Trumps Misserfolge: Der Einstellungsstopp
Er werde den „Sumpf“ in Washington trocken legen, versprach Trump im Wahlkampf. Er werde die persönlichen Verflechtungen in Washington entzerren – und die Bürokratie entschlacken. Anfang Januar setzte Trump einen Einstellungsstopp durch – nur um ihn im April wieder teilweise zurückzunehmen. Zu seinen Beratern im Weißen Haus zählen alte Vertraute, Goldman-Sachs-Banker und andere Veteranen aus Washington.
Warten auf offizielle Ankündigung, dann bleiben 72 Stunden
Der Unmut hat seinen Grund in der Eile. Denn der Bann von Laptops und Tablets träfe die EU ebenso schnell wie überraschend. „Die Europäische Kommission erwartet eine Ankündigung der USA in den kommenden Tagen (wahrscheinlich am Wochenende oder kommende Woche)“, schreibt Olivier Jankovec, Chef des europäischen Flughafenverbands ACI Europe, vorgestern in einer internen Mail an seine Mitglieder. Das Verbot würde dann wahrscheinlich binnen 72 Stunden in Kraft treten. Doch bis heute ist nur völlig unklar wann der Bann nun kommt. Es ist offen, welche Flüge, Passagiere und Geräte er Bann genau betreffen würde.
Für den Zorn sorgt neben Hast auch die Tatsache, dass der US-Alleingang nicht der erste ist in Sachen Sicherheit. Bereits im März hatten die USA quasi über Nacht ein ähnliches Geräteverbot für Flüge aus einigen arabischen Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten erlassen. Auch damals gab es keine genaue Begründung, aber den – laut Insidern ohne große diplomatische Zierde – geäußerten Wunsch, die EU solle umgehend nachziehen.
Doch damals erreichte die Order aus Übersee ihr Ziel nicht. Statt einen Bann auszulösen, erboste der Alleingang fast alle EU-Länder. „Wir sehen keine neuen Fakten, die eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen rechtfertigen“, sprach damals der italienische Verkehrsminister Graziano Delrio seinen EU-Amtskollegen aus der Seele. Einzige Ausnahme war sein britischer Kollege, denn die Regierung ihrer Majestät zog umgehend mit einem ähnlichen Bann nach. Der sorgte freilich für Verwirrung, weil er teilweise andere Flugziele als der US-Ukas betraf.
Ob der Kommissars-Brief freilich viel ausrichtet, ist fraglich. Denn auch diesmal sind sich die EU-Länder nicht einig. Der Londoner Flughafen Heathrow ist bereits vor der offiziellen Verkündigung des transatlantischen Computer-Banns vorgeprescht und hat zusätzliche Kontrollen an Flugsteigen für USA-Verbindungen angekündigt. Dazu will Europas größter Airport alle Passagiere vorab per Mail auffordern, Laptops gleich in ihr aufgegebenes Gepäck zu packen.
Und auch die Regierung des Vereinten Königreichs sowie die IAG genannte Muttergesellschaft des britischen Marktführers British Airways wollen das Vorgehen der USA offenbar still hinnehmen. „Die Briten wollen offenbar weder schwach in Sachen Sicherheit erscheinen noch angesichts des bevorstehenden Brexit die Amerikaner durch zu viel europäisches Denken oder Nähe zu Brüssel verprellen“, vermutet ein EU-Kenner.
Bis das Flugzeug in der Luft ist, vergeht für gewöhnlich erstmal eine Menge Zeit: Die Wege in den Flughäfen sind meist lang, wie etwa am Moskauer Airport Domodedovo. Hier benötigen die Passagiere vom Eingang bis in den Flieger eine geschlagene Stunde. Die Reisesuchmaschine kayak.de hat die durchschnittlichen Gehzeiten vom Eingang bis zum Flugsteig an 14 Flughäfen Europas mit mehr als zehn Millionen Passagieren untersucht – und herausgefunden, an welchen Airports es besonders schnell geht.
Quelle: kayak.de, die Informationen wurden von Flughafen-Pressestellen eingeholt oder von Kayak kalkuliert
Foto: WirtschaftsWoche8. Platz – Mailand-Malpensa, Italien
Mailand-Malpensa ist der größte der drei Flughäfen der italienischen Metropole – die Weitläufigkeit bekommen die Passagiere allerdings auch bei der Gehzeit zu spüren: 27 Minuten benötigen sie durchschnittlich vom Eingang bis ins Flugzeug. Durch die Eingangshalle dauert es 15 Minuten, nach der Sicherheitskontrolle noch maximal zwölf Minuten.
Foto: WirtschaftsWoche7. Platz – Madrid Barajas, Spanien
Der Flughafen der spanischen Hauptstadt schafft es locker in die Top 10 der größten Flughäfen Europas. Dafür sind die Wege noch relativ überschaubar: Knapp 20 Minuten benötigen die Passagiere durchschnittlich, um ihre Maschine zu erreichen. Die Eingangshalle ist schnell durchlaufen, nach der Sicherheitskontrolle dauert es noch 15 Minuten bis zum Gate.
Foto: AP/dpa6. Platz – Barcelona El Prat, Spanien
Im spanischen Duell mit Madrid hat Barcelona die Nase vorn: Am zweitgrößten spanischen Flughafen durchqueren Passagiere die Eingangshalle in durchschnittlich acht Minuten, nach dem Sicherheitsbereich dauert es nochmal sieben Minuten – macht 15 Minuten Gesamtgehzeit.
Foto: IMAGO5. Platz – Zürich, Schweiz
Wer von Terminal A oder B abfliegt, ist in Zürich klar im Vorteil: Die Gesamtgehzeit beträgt hier nur 15 Minuten. Reisende, die vom Terminal E starten, sind deutlich länger unterwegs. Sie müssen durchschnittlich 22 Minuten einplanen, bis sie ihren Flieger erreichen.
Foto: APPlatz 4 – Nizza, Frankreich
Der drittgrößte Flughafen Frankreichs an der Côte d’Azur sticht den Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle in einer Disziplin locker aus: In Nizza sind Passagiere in nur 15 Minuten an ihrem Gate. In Paris ist dagegen eine kleine Wanderung nötig: Reisende sind in Frankreichs Hauptstadt 55 Minuten unterwegs – nur in Moskau dauert es noch länger.
Foto: REUTERSPlatz 4 – Nizza, Frankreich
Der drittgrößte Flughafen Frankreichs an der Côte d’Azur sticht den Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle in einer Disziplin locker aus: In Nizza sind Passagiere in nur 15 Minuten an ihrem Gate. In Paris ist dagegen eine kleine Wanderung nötig: Reisende sind in Frankreichs Hauptstadt 55 Minuten unterwegs – nur in Moskau dauert es noch länger.
Foto: CLARK/obsPlatz 3 – Wien-Schwechat, Österreich
Der größte Flughafen im Alpenland liegt etwa 20 Kilometer vom Wiener Zentrum entfernt. Die Wege am Flughafen selbst sind noch kürzer: Vom Eingang bis in den Flieger sind Passagiere nur 10 Minuten unterwegs.
Foto: REUTERSPlatz 2 – London-Heathrow, Großbritannien
Auf dem größten europäischen Flughafen laufen sich Passagiere garantiert keine Blasen. Zwar werden in London-Heathrow jährlich mehr als 72 Millionen Passagiere befördert, dennoch sind sie schnell am Ziel. In allen Terminals liegt die maximale Gehzeit vom Eingang bis zum Flugsteig bei nur 8 Minuten. Mehr Zeit einplanen müssen Reisende nur beim Abflug von Terminal 2B. Hier benötigen sie durchschnittlich 15 Minuten.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 1 – Berlin-Tegel, Deutschland
Abfertigung in Rekordzeit: Vom Eingang bis zum Gate dauert es an den Terminals A, B und C gerade einmal 5 Minuten. Kürzere Wege gibt es auf keinem der getesteten 14 Großflughäfen Europas. Lange wird Berlin-Tegel diese Spitzenposition jedoch nicht mehr inne haben.
Foto: WirtschaftsWocheBeim Rest der Länder sowie ihren heimatlichen Fluglinien und Flughäfen stößt die Maßnahme hingegen auf scharfe Ablehnung. So verlangen laut Insidern Deutschland oder Frankreich Proteste und Gegenmaßnahmen, nicht zuletzt auf Druck ihrer nationalen Fluglinien Air France-KLM und Lufthansa.
Dafür sorgt nicht nur der Unwillen, sich international von den USA in den Senkel stellen zu lassen. Schwerer wiegt der Zweifel, ob der Bann die Sicherheit erhöht. Auch wenn US-Behörden dies nicht offiziell als Begründung angeben. In Gesprächen hatten sie dem britischen Geheimdienst Informationen vorgelegt, die auf eine hohe Gefahr durch zu Bomben umgebaute Laptops und Tablet-Computer hindeuten sollen.
Zwar gibt es nur einen belegten Fall einer Computerbombe: ein Anschlag auf die Fluglinie Daello Airlines im vergangenen Februar, bei dem aber nur der Attentäter ums Leben kam. Doch das US-Heimatschutzministerium ließ durchsickern, es gebe gut ein halbes Dutzend Vorkommnisse. Diese sind europäischen Experten freilich bislang nicht bekannt
Darum wollen die EU-Minister die Begründung derzeit nicht gelten lassen. Zum einen wäre aus ihrer Sicht ein Fall wie Daello Air in Europa wohl nicht passiert, weil bei den heutigen Kontrollen in Europa der Sprengsatz gefunden worden wäre.
Wichtiger jedoch: die Gefahr durch präparierte Elektrogeräte ist aus Sicht vieler Experten größer, wenn diese wie von den USA vorgeschrieben im aufgegebenen Gepäck liegen. „Die Koffer im Bauch der Flieger wurden oft nur zu einem Teil durchleuchtet, während bei Handgepäck alles geprüft wird“, so der Chef eines großen deutschen Flughafens. „Also macht eine Bombe im Koffer mehr Sinn.“
1. WLAN – aber sicher: Ein Internetzugang ist für die meisten Geschäftsreisenden unentbehrlich, heißt es in einer aktuellen Mitteilung von Regus, einem Anbieter von flexiblen Arbeitsplätzen. Neben der grundsätzlichen Verfügbarkeit spielen aber auch die Qualität und die Geschwindigkeit des Zugangs eine Rolle. Unterstützen kann hier ein mobiler WLAN-Pocket-Router. Über diesen Hotspot lassen sich mobile Geräte mit dem Internet verbinden. Gleichzeitig garantiert ein eigener Router, dass stets der aktuelle Sicherheitsstandard genutzt wird. In jedem Fall sollten sensible Firmendaten in fremden Netzwerken nur verschlüsselt verschickt werden.
Foto: dpa2. Ein ruhiger Arbeitsplatz: Zwar ist ein leicht verfügbarer und schneller Internetzugang auf Geschäftsreisen eine wichtige Voraussetzung. Doch mindestens ebenso wichtig ist ein ruhiger Ort mit Tisch, Stuhl und Stromanschluss. In lauten Umgebungen lässt sich kaum produktiv arbeiten, sagen Experten. Verfügt man hingegen über einen geeigneten Raum, bietet er nicht nur den nötigen Komfort sondern auch ausreichend Privatsphäre für Telefonate oder gar Meetings.
Foto: obs3. Packliste: Laut einer Umfrage vermissen 73 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden ihre Familie, 35 Prozent haben Sehnsucht nach den eigenen vier Wänden und fünf Prozent wünscht sich die gewohnte Hausmannskost. Auf mehrtägigen Dienstreisen sollte daher im Koffer stets Platz für persönliche Gegenstände reserviert sein. Je nach Befinden helfen ein Foto des Partners, der Schmuse-Teddy oder die Lieblingswurst vom heimischen Metzger. Apps sorgen dafür, dass bei der nächsten Reise nichts Wichtiges vergessen wird.
Foto: WirtschaftsWoche4. Ernährung: Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig für das Wohlbefinden. Vor allem dann, wenn wir in Flugzeugen, Zügen und Autos unterwegs sind. Online-Dienste weisen den Weg zum nächsten Café. Zwischen den Terminen hilft frisches Obst gegen den kleinen Hunger und beugt einer einseitigen Ernährung vor.
Foto: WirtschaftsWoche5. Bewegung: Auch Bewegung sollte auf der Geschäftsreise nicht zu kurz kommen. Eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention zeigt, dass bereits 15 Minuten Sport die Konzentration und das Wohlbefinden steigern. Ein ausgiebiger Spaziergang lässt sich dann auch direkt mit einem kleinen Stadtrundgang verbinden.
Foto: AP6. Drucker: Selbst in der zunehmend papierfreien Welt kommt der Moment, in dem man „etwas in der Hand halten“ möchte – sei es, um Kunden oder Partnern ein Dokument mit auf den Weg zu geben oder einen Vertrag zu unterschreiben. Es lohnt sich daher vorab zu recherchieren, wo man während der Geschäftsreise Unterlagen diskret drucken kann.
Foto: WirtschaftsWocheDas sind die häufigsten Stolpersteine für Reisende: Verspätungen, technische Pannen und lange Schlangen bei Sicherheitskontrollen – Geschäftsreisende haben es nicht immer leicht. Manchmal sind sie sich aber auch selbst das größte Hindernis. Wo die Stolpersteine liegen. (Link)
Foto: APDazu würden die USA mit der Regel gegen eine ihrer eigenen Sicherheitsanweisungen verstoßen. Weil in der Vergangenheit mehrfach die besonders starken Lithium-Ionen Akkus von Computern und Handys wie dem Samsung Galaxy Note 7 oder den Batterien des Boeing Dreamliners 787 Feuer gefangen haben, hat die US-Flugaufsichtsbehörde FAA mehrfach von einem „hohen Risiko beim Transport in Frachträumen“ gesprochen.
Trotzdem bereiten sich nun sicherheitshalber auch alle skeptischen Fluglinien auf die Umsetzung des Banns vor. „Angesichts des ersten Laptop-Verbots aus einigen arabischen Flughäfen waren wir zwar überrascht, aber nicht unvorbereitet“, heißt es bei eine großen Fluglinie. „Denn wenn ein Land dem Verbot nicht nachkommt, würden die US-Linien wahrscheinlich eigene Kontrollen organisieren und alle anderen Linien dürften die USA nicht mehr anfliegen.“
Ganz recht dürfte der Bann allerdings auch den US-Linien nicht sein. Denn der Bann verärgert am Ende alle Kunden und schadet auch ihnen.
Am strengsten träfe der Bann die begehrtesten Passagiere: Eilige Topmanager, Anwälte oder Investmentbanker. Die wollen oder dürfen ihre Geräte oft nicht aus der Hand geben, weil sie dort vertrauliche Unternehmensdaten speichern. „Diese Klientel müsste nun streng genommen nur noch telefonieren statt reisen oder ihre Geräte in eigene Safes packen“, so ein führender europäischer Flugmanager.
Aber auch andere Geschäftsreisende verprellt der Bann. Denen haben die Airlines bisher teurer Tickets in der Business oder Premium Economy verkauft mit dem Hinweis, dass kein Gepäck mehr aufgeben müssen, weil sie zwei Handgepäckstücke mit in die Kabine nehmen dürfen. Das brachte wertvolle Zeit, weil die Premium-Kundschaft nach der Landung nicht mehr am Gepäckband auf ihre Koffer warten musste und schneller zum Termin oder zu Anschlussflügen kam. Dazu nahm es die Furcht, der Koffer könnte unterwegs verloren gehen.
Aber auch beim Rest der Passagiere trifft die Airlines das Computerverbot. Denn es verdirbt ihnen eine schöne Einsparmöglichkeit.
Nachdem die Linien in den vergangenen Jahrzehnten ihr Unterhaltungsprogramm an Bord aufgerüstet haben, fahren es nun viele wieder zurück. Statt Bildschirmen im Vordersitz bieten sie nun WLAN. Das mögen viele Kunden, weil sie ohnehin lieber online oder offline auf ihren Mobilgeräten Filme und Musik genießen.
Das war den Airlines mehr als Recht. Zum einen müssen sie nun weder die teuren Unterhaltungsgeräte einbauen, noch den Filmverleihern oder Musikfirmen viel Geld für die Senderechte bezahlen. Dagegen können sie nun den Kunden bis zu gut 20 Euro für den WLAN-Zugang abknöpfen.
Nur einen Teil der Flugbranche könnte am Ende das Verbot freuen: die Privatjetanbieter. Denn für sie gilt der Bann nur begrenzt. „Da werden nun viele der Top-Kunden bei uns buchen, weil sie da die Geräte mit ihren Geschäftsdaten bei sich haben und auf dem Flug arbeiten können“, so ein Kenner der Branche.