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InternetanbieterZu hohe Preise für mobiles Internet

Der Preis für mobiles Internet in Deutschland ist höher als in anderen Ländern und weiter gestiegen. Internetanbieter hätten Kapazitäten für 100 Gigabyte. Stattdessen liegt Deutschland nur im Mittelfeld im EU-Vergleich.Mona Fromm 16.05.2017 - 12:06 Uhr

Arbeiten in luftiger Höhe an einem Mobilfunkmast - auch die Preise für das Datenvolumen sind in Deutschland hoch.

Foto: dpa

Die Tarife für mobiles Internet in Deutschland bleiben im internationalen Vergleich weiterhin teuer. Das geht aus einem neuen Report der finnischen Beratungsfirma Rewheel hervor. Während in fast allen 28 EU-Mitgliedsländern (das Vereinigte Königreich ist in der Studie noch enthalten) das Datenvolumen, das Verbraucher für 30 Euro bekommen, gestiegen ist, hat sich diese Menge in Deutschland seit September 2016 nicht verändert.

In Deutschland bekommen Internetnutzer im Durchschnitt für 30 Euro ein Datenvolumen von sechs Gigabyte. In neun andern europäischen Ländern gibt es für diesen Preis unbegrenztes Datenvolumen: darunter Dänemark, Lettland, Slowakei, Kroatien, Estand, die Niederlande, Litauen, Finnland, Schweden und Irland. In Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Italien und Österreich gibt es 30 Gigabyte. Immerhin ist Deutschland nicht auf dem letzten Platz: Dort finden sich Portugal, wo mobile Surfer nur ein halbes Gigabyte für 30 Euro bekommen, und andere Länder, in denen erst gar keine Verträge für 30 Euro angeboten werden.

Die Investitionen im Telekommunikationsmarkt haben sich zwar laut Bundesnetzagentur, die sich für Wettbewerb einsetzt, im Jahr 2016 weiter erhöht. "Sie erreichten nach vorläufigen Berechnungen 8,2 Milliarden Euro. Damit lag ihr Wert um 0,2 Mrd. Euro über dem des Vorjahres", heißt es im Jahresbericht der Netzagentur.

Rewheel
Rewheel sammelt und analysiert Preise für mobiles Internet aus den noch 28 EU- und OECD-Ländern. Die Firma verfolgt Preisdiskriminierung und veröffentlicht zweimal im Jahr einen Report mit Statistiken zur Netzwerkökonomie. Mehrere Tausend Tarifpläne für Smartphones und mobiles Internet aus 41 Märkten schaute sich Rewheel für die Studie an.

Deutschland zwanzigmal so teuer wie Finnland

Dennoch könnten sich deutsche Mobilfunkanbieter von anderen Ländern etwas abgucken. In Finnland zum Beispiel zahlen Nutzer im Schnitt nur 0,30 Euro pro Gigabyte Datenvolumen – und der Preis ist seit September 2016 gesunken. In Deutschland ist er sogar von 5,90 Euro auf 6,20 Euro gestiegen.

Doch warum sind die Preise in Deutschland so hoch? Da nur drei große Anbieter auf dem Markt agieren, gibt es weniger Konkurrenz und daher weniger Wettbewerb. Der Preis bleibt auf dem gleichen Niveau. Zudem brauchen die Anbieter eine Lizenz vom Staat, um ein Handynetz zu betreiben. Diese Lizenz haben nur drei Anbieter: die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica. Kleinere Anbieter wie Fonic, Smartmobil oder Congstar gehören zu den großen Anbietern, andere eigenständige Anbieter wie 1&1 müssen für die Nutzung der Mobilfunknetze ein Netzentgelt an die großen Drei zahlen.

Mobiles Internet: So viel Gigabyte gibt es für 30 Euro im Staatenvergleich
GriechenlandUngarnMaltaKorea
PortugalZypernNeuseelandTschechische RepublikBelgienKanada
IslandNorwegenVereinigte Staaten von AmerikaJapanDeutschlandMexiko
ChileAustralienLuxemburgTürkei
SchwedenSpanienBulgarien
Vereinigtes KönigreichÖsterreichItalienRumänien
Slowenien
FrankreichPolenIsrael
IrlandSchweizFinnlandLitauenNiederlandeEstlandKroatienSlowakeiLettlandDänemarkQuelle: DFMonitor.eu (Rewheel)Stand: April 2017

Momentan benutzen die meisten Deutschen noch gar nicht die großen Tarife: im Schnitt nur 0,9 Gigabyte pro Monat pro Kopf; diese Zahl liegt in Finnland bei 21 Gigabyte. Geschäftskunden haben natürlich größere Verträge, aber die sind hierzulande noch in der Unterzahl. An den Privatkunden lässt sich gut verdienen. Dennoch sind die kleinen Datenvolumen unbegründet. Die Experten von Rewheel schätzen: "Mobilfunkanbieter könnten heutzutage eine Kapazität von 100 Gigabyte pro Monat und bald sogar von 200 Gigabyte stellen."

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