1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Auto
  4. Autobauer Audi will Autos künftig in Deutschland genehmigen lassen

AbgasaffäreAudi will Autos künftig in Deutschland genehmigen lassen

Audi reagiert auf die Kritik von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: Der Autohersteller will seine neuen Modelle künftig nicht mehr im – mitunter weniger strengen – Ausland genehmigen lassen.Annina Reimann, Martin Seiwert 08.06.2018 - 10:00 Uhr

Audi will seine neuen Modelle künftig in Deutschland genehmigen lassen.

Foto: dpa

Der Autohersteller Audi hat gegenüber dem Bundesverkehrsministerium signalisiert, dass er seine neuen Modelle künftig in Deutschland genehmigen lassen werde. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Konzernkreisen. Audi reagiert damit auf Kritik von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Es gebe einen „unsägliche Typgenehmigungstourismus“ in Europa, hatte Scheuer kritisiert. Es solle künftig „ein Gütesiegel für saubere Autos sein“, wenn sie eine Typgenehmigung aus Deutschland hätten.
Um neue Modelle vertreiben zu können, benötigen Autohersteller sogenannte Typgenehmigungen.

Bislang beantragte Audi diese Genehmigungen häufig bei der Luxemburger Behörde „Société Nationale de Certification et d'Homologation“ (SNCH). Die Luxemburger haben – wie alle anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch – das Recht, Typgenehmigungen für den Verkauf in der gesamten EU vergeben. Einige EU-Staaten haben jedoch den Ruf, bei Zulassungsverfahren weniger streng zu sein. So können Hersteller die passenden Behörden auswählen: „Bei Schwächen im Bereich Abgase scheinen vor allem die irische und die niederländische Behörde besonders nachsichtig zu sein, beim Thema Lärm wird Luxemburg empfohlen“, sagt ein Branchenexperte. Das habe Fehlverhalten wie im VW-Abgasskandal gefördert.

Durch den Abgasskandal geriet auch die Luxemburger SNCH, die etliche manipulierte Audi-Fahrzeuge genehmigte, in die Kritik. Nach Presseberichten über Skandal-Fahrzeuge mit Luxemburger Typgenehmigung überprüfte die SNCH eine frühere Genehmigung eines Audi A8 und stieß auf Unstimmigkeiten: „Es stellte sich heraus, dass es bei einem Modell Probleme gibt, wenn ein Nicht-Standard-Test auf dem Prüfstand durchgeführt wird“, erklärte ein Behördensprecher gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Produktion dieser Modellvariante, von der insgesamt 3200 Fahrzeuge verkauft worden seien, sei eingestellt worden. Audi bestätigte gegenüber der WirtschaftsWoche den Vorgang.

Mit dem WiWo-Digitalpass erhalten Sie die Ausgabe bereits am Donnerstagabend in der App oder als eMagazin. Alle Abo-Varianten finden Sie auf unserer Info-Seite.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick