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Urlaubstraum auf RädernDeutsche kaufen mehr Wohnmobile und Wohnwagen als je zuvor

Trotz Diesel-Skandal bleibt die Begeisterung der Deutschen für Freizeitfahrzeuge ungebremst. 2018 dürften rund 70.000 neue Reisemobile und Caravans verkauft werden. So viele wie noch nie. Und die Nachfrage steigt. 15.08.2018 - 15:43 Uhr

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, die wichtigste Zielgruppe für Reisemobile wächst. Außerdem profitiert die Branche vom Outdoor-Trend.

Bildquelle: obs/VW Volkswagen Nutzfahrzeuge AG/Volkswagen Nutzfahrzeuge

Foto: WirtschaftsWoche

In den Urlaub fahren, ohne auf die eigenen vier Wände zu verzichten: Das wollen mittlerweile immer mehr Bundesbürger. Deshalb dürften in diesem Jahr in Deutschland nach einer Prognose des Caravaning Industrie Verband (CIVD) mehr Reisemobile und Caravans verkauft werden als jemals zuvor.

Rund 70.000 Freizeitmobile werden in diesem Jahr in Deutschland wohl neu zugelassen werden, prognostiziert CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. Das sind noch einmal zehn Prozent mehr als im Vorjahr, als nach gut einem Vierteljahrhundert der bis dahin geltende Rekord aus dem Jahr 1991 übertroffen wurde.

Gründe für den Boom gebe es viele, betont Onggowinarso. Wichtigster Treiber der Entwicklung sei die demografische Entwicklung. Denn die Gruppe der Menschen über 50, die wichtigste Zielgruppe der Branche, wachse deutlich. Gleichzeitig sorge der Outdoor-Trend dafür, dass auch jüngere Familien das Caravaning wieder für sich entdeckten. Außerdem profitiere die Branche vom Niedrigzinsniveau und vom anhaltenden Wirtschaftswachstum in Deutschland.

Da sage noch mal einer, die Caravaning-Branche sei nicht innovativ. Die zur Erwin-Hymer-Gruppe gehörende Traditionsmarke Dethleffs, die sich selbst als „Erfinder des Caravans“ bezeichnet, zeigt auf dem 57. Caravan-Salon in Düsseldorf (bis 2. September) ihren neuen Loft-Caravan Coco als revolutionäre e-Home-Studie: Das ist der erste Wohnanhänger mit eigenem Antrieb. Denn wie soll ein Elektroauto einen schweren Caravan ziehen, ohne dass ihm in Rekordzeit der Saft ausgeht? Die Antwort auf diese Frage gibt Dethleffs mit dem Coco, der selbst elektrisch angetrieben wird.

Foto: Dethleffs

Foto: WirtschaftsWoche

Der e-Coco ist mit Hochleistungsbatterien, zwei Elektromotoren an der Radnabe und einer elektronischen Steuereinheit ausgestattet. Das gemeinsam mit dem Antriebs- und Fahrwerks-Spezialisten ZF Friedrichshafen entwickelte, intelligente System unterstützt durch seinen eigenen Antrieb das Zugfahrzeug. Durch dieses „Mitfahren“ könnten beispielsweise schwere Wohnanhänger auch von kleineren Autos gezogen werden, oder mit dem Blick in die Zukunft auch Gespanne mit Elektro-Pkws noch praxisgerechte Reise-Reichweiten erreichen.

Foto: Dethleffs

Foto: WirtschaftsWoche

Neben Rekordzahlen bei Reisemobilen kann sich auch die Wohnwagen-Sparte der Caravaning-Branche wieder über kräftigen Zulauf freuen: Die Nachfrage nach Wohnwagen hat 2017 mit rund 15 Prozent Zuwachs so stark zugelegt wie seit Jahren nicht mehr. Bei über 22.000 Zulassungen in Deutschland sind Caravans wieder auf dem Niveau von 2006 vor der Wirtschaftskrise angelangt. Entsprechend umfangreich präsentiert sich die Neuheiten-Schau auf dem Düsseldorfer Caravan Salon. Bei innovativen Konzepten spielen sich die Marken Dethleffs (im Bild) und Adria in den Vordergrund.

Foto: Dethleffs Gmbh & Co.KG

Der Hersteller Dethleffs ist der Pionier des Caravan-Baus. Den im Vorjahr noch als Studie gezeigten „Coco“ haben die Allgäuer in nur einem Jahr in die Serie umgesetzt.
In dem 4,60 langen und 2,20 Meter breiten Aufbau gibt es keine fest installierten Betten. Eine wohnliche, großzügige Heck-Lounge lässt sich mittels eines Truhenauszugs und Seitenpolstern allerdings schnell in eine Liegewiese von 2 x 1,55 Metern umbauen.

Foto: Dethleffs Gmbh & Co.KG

Der dank neuer Materialien nur noch 733 Kilogramm schwere Wohnanhänger ist auch im Innenraum völlig anders, in einem luftigen Loft-Stil mit hellem und freundlichem Interieur. Der vielfach prämierte Ultraleicht-Wohnwagen geht nach dem Caravan Salon zu Preisen ab 18.799 Euro an den Start.

Foto: Dethleffs Gmbh & Co.KG

Dethleffs führt die neue Pulse-Baureihe (ab 66.000 Euro) mit „mehr Wohlfühlambiente“ ein und verpasst dem Trend ein Facelift; beide Baureihen werden auch in teilintegrierten Varianten für gut 10.000 Euro weniger angeboten.

Foto: Dethleffs

Foto: WirtschaftsWoche

Nicht ganz so extrem, aber ebenfalls ungewöhnlich präsentiert sich der neue Adria Adora 673 PK. Die Slowenen, die im vergangenen Jahr von der Trigano-Gruppe übernommen wurden und den französischen Konzern damit noch vor der Erwin-Hymer-Gruppe zur neuen Nummer eins in Europa gemacht haben, wenden sich dabei gezielt an Familien, die mit ihren Teenager-Kindern in Urlaub fahren. Denn: Dieser Caravan hat zwei Türen und zwei getrennte Eingänge zum vorderen und hinteren Bereich des 6,75 Meter langen Aufbaus.

Bild: Adria

Foto: WirtschaftsWoche

Wenn die Teenies länger auf Rolle sind und die Eltern im vorderen Teil des Wohnwagens bereits in ihrem Doppelbett schlummern, kann der Nachwuchs durch die hintere Türe das Schlafgemach betreten, ohne Papa und Mama zu stören. Bis zu drei Personen können auf einer ausziehbaren Querbank (2,00 mal 1,40 Meter) und einem Einzel-Stockbett im Heck nächtigen. Eine Schiebetür trennt die beiden Wohnbereiche des Zwei-Tonnen-Monoachsers voneinander ab. Das Adria-Doppelhaus am Haken wird zu einem Grundpreis von 28.699 Euro angeboten.

Bild: Adria

Foto: WirtschaftsWoche

Sieht irgendwie alt aus, ist aber neu: Auf der Wohnmobil- und Freizeitmesse wird die PSA-Tochter Citroen erstmalig den als Konzeptfahrzeug deklarierten Typ H Wildcamp präsentieren, der vor allem reisefreudige Retrofreunde begeistern soll.

Foto: Citroën

Das Fahrzeug vereint zwei Umbauten in sich. So hat der Ausbauspezialist Pössl zunächst einem aktuellen Citroen Jumper L2H2 eine Camping-Innenausstattung eingebaut. Dazu zählt ein Bett für zwei, Küchenblock mit Herd, Spüle, Kühlschrank sowie eine Nasszelle.

Foto: Citroën

Darüber hinaus verwandelt die italienische Firma Caselani Automobili das Wohnmobil mit Fiberglas-Verkleidungen optisch zum historischen Lieferwagen Typ H. Auch wenn der Wildcamp damit gewollt alt aussieht, steckt unterm „Wellblech“ moderne Sicherheitstechnik wie ESP und ein 120 kW/163 PS starker Dieselmotor.
Citroen bezeichnet den Wildcamp offiziell als Studie, doch anders als bei anderen Konzeptautos könnte man sich diese sogar bestellen. Der Citroen Jumper L2H2 mit Roadcamp-R-Ausbau wird bei Pössl zu Preisen ab rund 41.600 Euro angeboten. Wer dann noch weitere gut 27.000 Euro investiert, kann sich in Italien außerdem das schicke Typ-H-Kleidchen schneidern lassen.

Foto: Citroën

Während im Wettbewerbsumfeld die Frage nach Diesel-Alternativen meist mit einem ratlosen Schulterzucken beantwortet oder gar völlig ignoriert wird, zeigt Daimler mit dem Concept Sprinter F-Cell eine mögliche Antriebsform für zukünftige Reisemobile. Lokal emissionsfrei und flüsterleise. Der Technologieträger, der in der Haut eines teilintegrierten Fahrzeugs steckt und rein elektrisch fährt, ist im Grunde ein Plug-in-Hybrid mit einer innovativen Kombination aus Brennstoffzellen- und batterieelektrischem Antrieb.
Große Entfernungen stellen damit kein Problem dar. Bei einer Leistung von 147 kW/198 PS und einem Drehmoment von 350 Nm seien Reichweiten bis zu 530 Kilometern realisierbar und Reisen an die Algarve oder ans Nordcap dank des schnellen Auftankens mit Wasserstoff (H2) nicht bloß ein Traum – sofern das mangelhafte Tankstellennetz irgendwann entsprechend ausgebaut wird.

Foto: Daimler

Mercedes nutzt bei seinem Sprinter-Konzept die Synergien innerhalb des Daimler-Konzerns, denn die F-Cell-Technik soll in dem SUV GLC der Pkw-Abteilung im kommenden Jahr in Serie gehen. Dort genügen drei Tanks im Unterbau für insgesamt 4,5 Kilogramm Wasserstoff, um eine Reichweite von rund 300 Kilometern zu erzielen. Bei der Adaption für das Reisemobil ließen sich die auch hier im Unterboden integrierten H2-Tanks durch einen weiteren im Heckbereich ergänzen. In dieser Konfiguration würde die Reichweite auf bis zu 500 Kilometer steigen, und könnte durch die wieder aufladbare Batterietechnik der Radius um weitere 30 Kilometer vergrößert werden.
Jedoch: Das Mehrgewicht von deutlich über 200 Kilogramm dürfte den Kampf um die immer wichtiger werdende 3,5-Tonnen-Grenze deutlich erschweren. Deshalb präsentiert Daimler das F-Cell-Concept im Sprinter auch ausschließlich am Pressetag vor Beginn des Caravan-Salons.

Foto: Daimler

Das „Concept Marco Polo“ kann dagegen von allen Salon-Besuchern begutachtet werden. Hier greift Mercedes mit einer komfortablen Sprachsteuerung für Luftfederung, Aufstelldach, Licht und Co. den Trend des voll vernetzten Zuhauses („Smart Home“) auf. Möglich macht dies ein neu entwickeltes Schnittstellenmodul, genannt „Mercedes-Benz Advanced Control“ (MBAC). Im neuen Sprinter wird MBAC im nächsten Jahr bereits erhältlich sein, so dass die Aufbauhersteller die intelligente Vernetzung von reisemobilspezifischen Komponenten schon bald realisieren können.

Foto: Daimler

Die Trennung zwischen Basisfahrzeug und Wohnbereich wird damit praktisch aufgehoben. Über den Touchscreen des Infotainment-Systems MBUX als zentraler Bedieneinheit, ein separates Display im Wohnbereich oder auch über eine Smartphone-App von außen lassen sich nahezu alle Funktionen regeln und kontrollieren. Die Möglichkeiten reichen dabei von der Anzeige des Gasfüllstands über die Regulierung von Licht und Heizung bis zum elektrischen Ausfahren der Markise, was in dem seriennahen Konzeptfahrzeug „Sprinter Connected Home“ auch demonstriert wird.

Foto: Daimler

Ein optisches Highlight setzt der Niesmann Smove mit seiner Volllackierung in orangener BMW-Metallic-Farbe, die allein mit 14.000 Euro zu Buche schlägt.

Foto: Niesmann

Foto: WirtschaftsWoche

Es muss nicht immer der ganz große Reisemobil-Komfort sein, beweist Peugeot mit einer Konzeptstudie des neuen Rifter. „Wir zeigen mit dem Allrad-System von Dangel, das ab 2019 für alle Rifter-Modelle als Option angeboten wird, die vielen Möglichkeiten der Individualisierung unseres kleinen Vans“, erklärt Steffen Raschig, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland. Und ausklappbare Dachzelte, wie das auf dem Rifter montierte Exemplar der Marke Overland, gibt es als ideale Ergänzung zum Schlafen in gängigen Größen bis zu Grundflächen von 2,20 x 1,80 Meter von verschiedenen Herstellern zu Preisen zwischen 1000 und 2500 Euro.

Der Allrad-Rifter verfügt über eine um acht Zentimeter höher gelegte Karosserie sowie einen 1,5-Liter-Blue-HDi-Dieselmotor mit 130 PS. Er ist damit bestens gerüstet für schwierige Zufahrtswege zu den Plätzen der Sehnsucht und andere kleine Abenteuer in der Caravaning-Welt. Der Innenraum der grau-gelb lackierten Studie ist zwar mit dem aus anderen Peugeot-Modellen bekannten i-Cockpit bestückt, verfügt aber über kein weiteres Camping-Zubehör. Mit Einbau-Stauschränken und Küchenblocks samt Kochgelegenheit ließe sich ein Rifter aber entsprechend aufrüsten.

Foto: Peugeot

Peugeot zeigt zudem, dass sie mit dem Boxer auch für die große Reisemobil-Tour ein attraktives Basis-Fahrzeug im Angebot hat. Das Schwestermodell des dominierenden Fiat Ducato wird schon länger im Weinsberg Pepper verbaut, der sich als meistverkaufter Einzeltyp zuletzt der „Golf unter den Reisemobilen“ nennen durfte. Jetzt bringen die Franzosen gemeinsam mit dem Braunschweiger Hersteller Orange Camp einen neuen Teilintegrierten an den Start. In der Grundversion ist dieses Fahrzeug mit dem 130-PS-Blue-HDi ausgestattet. Optional gibt es aber auch die 160-PS-Alternative des 2,0-Liter-Diesels. Der Boxer hat zwei Vorteile gegenüber dem ansonsten baugleichen Ducato: Der Selbstzünder wird mit SCR-Kat und AdBlue-Technik optimal gereinigt und erfüllt die Euro-6d-temp-Norm, und die Verwendung einer Steuerkette an Stelle eines Zahnriemens erspart den kostenintensiven Riemenwechsel.

Im Heck des Orange Camp T-Modells schlafen die Insassen in Längs-Einzelbetten. Darunter gibt es eine große Heckgarage. Ein großzügiges Raumbad, ein 146-Liter-Kühlschrank und ein ungewöhnlicher Vier-Flammen-Kocher gehören ebenfalls zur Serienausstattung. Im Gegensatz zum Rifter-Konzept geht der Orange Camp in den Handel und wird als 740er zu Preisen ab 53.990 Euro angeboten. Der etwas kleinere T690 (7,00 Meter Länge) mit Quer-Doppelbett ist 1.000 Euro preiswerter. Beide Varianten kosten als nahezu voll ausgestattete Red-Chili-Sondermodelle bei Preisvorteilen von über 10.000 Euro ab 68.000 beziehungsweise 69.000 Euro.

Foto: Peugeot

Mit gleich zwei expressiv gestalteten Konzeptfahrzeugen präsentiert sich der Wohnmobil-Spezialist Knaus-Tabbert auf dem Caravan-Salon. Es handelt sich um Kastenwagen-Umbauten der Marken Weinsberg und Knaus, deren Außendesigns vor allem sportliche Talente suggerieren sollen.

Foto: Knaus-Tabbert

Foto: WirtschaftsWoche

Bei Knaus-Tabbert hören Caravans auf Kastenwagen-Basis mittlerweile auf das Kürzel CUV, was für Caravaning Utility Vehicle steht. Entsprechend wurde das Knaus-Konzept auf Basis des MAN TGE CUVision getauft. Hier sorgt vor allem das mit den LED-Scheinwerfern optisch korrespondierende Frontschürzendesign für eine muskulöse Optik. Darüber hinaus setzen bläuliche Akzente im Front- und Schwellerbereich das weitgehend anthrazitfarbene und auf 22-Zoll-Rädern stehende Wohnmobil sehenswert in Szene.

Foto: Knaus-Tabbert

Foto: WirtschaftsWoche

Bei den Teilintegrierten zählt neben Hymer- und Knaus-Modellen der Bürstner Ixeo T, der in vier Grundriss-Varianten ab 65.000 Euro angeboten wird, zu den wichtigsten Neuheiten.

Foto: Bürstner

Foto: WirtschaftsWoche

Eura Mobil platziert die neue Integra Line in der Mittelklasse und bietet den kleinen Bruder des Integra ab 72.500 Euro an.

Foto: Eura

Foto: WirtschaftsWoche

Eine ebenfalls modifizierte und kraftvoll wirkende Front zeichnet den CUVolution von Weinsberg auf Crafter-Basis aus. Ins Auge stechen markante Sportfelgen sowie eine Lackierung in Liquid-Metallic-Orange, von der sich diverse Carbon-Anbauteile kontrastreich abheben.

Foto: Knaus-Tabbert

Foto: WirtschaftsWoche

Wer träumt nicht vom Wohnmobil mit Heckspoiler? Auf dem Dach des Weinsberg CUVolution thront ein normalerweise Sportfahrzeugen vorbehaltenes Aerodynamik-Anbauteil.

Foto: Knaus-Tabbert

Foto: WirtschaftsWoche

Wer gerne mit dem Reisemobil unterwegs ist, aber nicht unbedingt einen großen Camper fahren will, der greift seit jeher zum VW California. Auf Basis der gerade aktuellen VW-Bus-Generation kann man mit etwas Talent zum Verzicht seit jeher gut im California auf Reisen gehen. Nun stellt VW mit dem Grand California quasi den großen Bruder des legendären Bullis vor, auf der Plattform des Nutzfahrzeugs Crafter.
Seine Weltpremiere feiert der neue Camper auf dem Caravan Salon in Düsseldorf. Dort will VW auch Preise für die Ferienwohnung auf Rädern bekanntgeben.

Foto: VW Nutzfahrzeuge

Im Innenraum des Grand California finden Camping-Freunde alles, was das Herz begehrt: Eine Küche mit Kühlschrank, Gasherd und Spüle, ein Badezimmer mit geräumiger Nasszelle, Toilette und Waschbecken sowie ein Doppelbett im Heck des Fahrzeugs. Dazu gibt es aufstellbare Fenster und Dachluken, einen Wohnbereich mit Esstisch sowie Gasheizung. Optional können Solaranlage, Satelliten-Schüssel oder WLAN-Router geordert werden. Die Einrichtung des Grand California ist in schlichtem Weiß gehalten, wie auch beim kleinen Bruder auf Bulli-Basis.

Foto: VW Nutzfahrzeuge

Dem auch hierzulande spürbaren Trend zu mehr Wintercamping will Bürstner mit dem 2,50 Meter breiten Averso-Nordic-Caravan gerecht werden, der in Skandinavien bereits erfolgreich eingeführt ist und jetzt auch hier in zwei Variationen zu haben sein wird: als 580 TS mit französischem Doppelbett für 27.390 Euro und als 700 TS ab 30.990 Euro.

Bild: Bürstner

Foto: WirtschaftsWoche

Eine starke Heizungsanlage mit zwei Gebläsen, ein Doppelboden unterm Bett und ein separater, beheizter Trocknungsschrank gehören ebenso zur Serienausstattung wie die breitere 70-cm-Eingangstür. Mit einem optionalen Winterpaket (circa 3000 Euro), das eine Warmwasser-Raum- und Fußbodenheizung und ein innen verlegtes Abwassersystem enthält, soll es auch bei kalten Außentemperaturen innen komfortabel und gemütlich zugehen.

Bild: Bürstner

Foto: WirtschaftsWoche

Vom Marktführer, der Hobby-Gruppe, die mit den Marken Hobby und Fendt zuletzt allein fast 43 Prozent der deutschen Caravan-Zulassungen abgedeckt hat, kommt nichts Revolutionäres und Innovatives, aber viel Feinschliff und eine Fülle von Detailverbesserungen. Was die Konstrukteure dennoch auf Trab hält, bei einer kapitalen Modellpalette von sechs Baureihen mit 56 Grundriss-Varianten. Zu den Verbesserungen, die sämtliche Hobby-Wohnwagen betreffen, zählen größere Fensterausschnitte, eine neue Midi-Hebe-Kipp-Dachhaube, fünf Zentimeter höhere Betten für einen bequemeren Einstieg und ein Update des Bordmanagement-Systems.

Bild: Hobby

Foto: WirtschaftsWoche

Die DeLuxe-Baureihe ist mit einigen Kinderzimmer-Grundrissen speziell auf Familien zugeschnitten. Mit dem 515 UHL (im Bild) erhält sie für knapp 22.000 Euro einen weiteren Grundriss mit einem Hubbett über der hinteren Rundsitzgruppe. Er unterscheidet sich vom 515 UHK, mit dem erstmals überhaupt die absenkbare Schlafkoje in einem Hobby-Caravan Einzug hielt, nur durch die vorn eingebauten Einzelbetten.

Der Grundriss 540 FU mit dem Dusch-/Toilettenraum neben dem längs eingebauten Doppelbett im Heck ersetzt sowohl in der Excellent- als auch in der Prestige-Serie den 540 UFe, der das Schlafzimmer noch im Vorderwagen hatte. Und beim Prestige ist die Variante 720 WLC mit Einzelbetten und Heckbad bei 7,86 Meter Aufbaulänge und 2,50 Meter Breite jetzt das neue Topmodell, das mit einem Grundpreis von 30.690 Euro erstmals die 30.000er-Marke knackt. Insgesamt umfasst die auf besten mobilen Komfort ausgelegte Baureihe zwölf Modelle.

Bild: Hobby

Foto: WirtschaftsWoche

Fendt hat seinen Klassiker Diamant komplett überarbeitet. Der Oberklasse-Caravan ist seit gut 40 Jahren am Markt und wurde weiter perfektioniert. Im Mittelpunkt steht dabei der Trend zu mehr Helligkeit im Innenraum und passenden Lichtkonzepten. So bekommt der Diamant nicht nur ein neues Mobiliar, sondern auch eine dreiteilige Panorama-Dachhaube „Skylight“ mit LED-Deckenleuchten über der großen Rundsitzgruppe. Ein Midi-Heki-Dachfenster wird dabei mit zwei feststehenden Glasdachflächen kombiniert – ein Fest für Himmelsgucker. Einem besseren Schlafkomfort kommen die auf mindestens 85 Zentimeter verbreiterten Einzelbetten zugute. Der günstigste Diamant kostet 32.490 Euro.

Bild: Fendt

Foto: WirtschaftsWoche

Besonders innovativ in puncto Produktionstechnik präsentierte sich in den vergangenen Jahren die Marke Knaus mit ihrer revolutionären Glasfaserrahmen-Technologie. Von dem Ultraleichtbau profitierten bisher im Jahresabstand der kompakte Travelino und der Deseo, so dass sich die Jandelsbrunner bei den Caravans in diesem Jahr mit Produktaufwertungen begnügen. So ist der Klassiker Südwind (12 Grundrisse ab 19.190 Euro; im Bild) innen und außen neu gestaltet worden, wobei besonders die zentrale Versorgungseinheit hervorzuheben ist. Frischwassertank, Ablasshähne und Strom – alles vereint an einer Stelle, so wie man es von den Knaus-Reisemobilen schon kennt. Die Zurückhaltung in Bezug auf eine weitere Glasfaserrahmen-Baureihe lässt allerdings auch vermuten, dass an dem Gerücht, Knaus würde auf dem Caravan-Salon mit einer ersten Camping-Bus-Studie mit der neuen Technik überraschen, etwas dran ist.

Bild: Knaus

Foto: WirtschaftsWoche

Dabei ist Caravaning nicht billig. Der Durchschnittspreis für neue Reisemobile lag im vergangenen Jahr bei über 71 000 Euro. Für einen Caravan gaben die Käufer im Durchschnitt knapp 20 000 Euro aus.

Insgesamt sind laut CIVD in Deutschland mehr als 1,1 Millionen Reisemobile und Caravans angemeldet. Der Trend bei den Neuzulassungen geht zu eher kompakten Fahrzeugen, aber gleichzeitig zu immer mehr Komfort. So halten zunehmend elektronische Helfer Einzug in die Reisemobile. Das reicht von Rückfahrkameras und Caravan-Rangiersystemen bis hin zu Apps, die es erlauben, Füllstände von Batterien, Wassertanks und Gasversorgung problemlos zu kontrollieren. Zusätzliche Impulse erwarten die Reisemobil- und Caravan-Hersteller von der weltgrößten Branchenmesse, dem Caravan Salon in Düsseldorf, der am 25. August seine Tore öffnet.

Nicht einmal der Diesel-Skandal konnte dem Reisemobil-Boom bisher etwas anhaben. Bei den Wohnmobilen ist der Selbstzünder weiter der Motor der Wahl. Elektrische Alternativen sucht man bislang weitestgehend vergeblich. Noch fehle es den alternativen Antrieben an Langstreckentauglichkeit und gerade die sei bei Reisemobilen ja gefragt, heißt es in der Branche.

Allerdings denken einzelne Hersteller darüber nach, die Reisemobile zumindest mit einem Hybrid-Antrieb auszustatten, der es den Fahrzeugen ermöglichen soll, zumindest einige Kilometer in der Stadt abgasfrei elektrisch zu fahren.

„Riesige Nachfrage“

Warum immer mehr Menschen ihren Camper vermieten

Die meisten Wohnmobile stehen den Großteil des Jahres ungenutzt herum. Viele Menschen träumen wiederum vom Urlaub im Camper, haben aber keinen eigenen. Sharing macht das Ganze zum Geschäft.

CIVD-Geschäftsführer Onggowinarso hält den Einfluss des Themas auf die Entwicklung im Reisemobilmarkt ohnehin für begrenzt. Bei den Neuzulassungen habe man vom Diesel-Skandal „nicht viel gemerkt“, sagt er. Schließlich seien die Reisemobil-Fahrer ja auch eher in der Natur, als in den möglicherweise von Fahrverboten betroffenen Städten unterwegs.

Bislang lassen sich die Deutschen die Freude am Wohnmobil-Urlaub durch die Diesel-Debatte auf jeden Fall nicht verderben. Im Gegenteil: Der Verkaufsrekord in diesem Jahr werde noch nicht das letzte Wort sein, ist man in der Branche überzeugt. Auch 2019 rechnet der CVID mit einem neuen Verkaufsrekord bei Freizeitfahrzeugen.

dpa
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