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LogistikÖsterreichs Post darf DHL-Standorte in Österreich mit Auflagen übernehmen

Die Deutsche Post darf eng mit ihrem österreichischen Pendant zusammenarbeiten. Die zuständigen Behörden haben dafür nun grünes Licht gegeben.Reuters 26.06.2019 - 13:20 Uhr aktualisiert Quelle: Handelsblatt

Die Österreichische Post darf die Standorte der Deutschen-Post-Tochter DHL in Österreich nur mit Auflagen übernehmen. Das teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit.

Eine Bedingung sei, dass die Post künftig jedem Logistikunternehmen, das Pakete zur Zustellung an österreichische Empfänger übernimmt, auf Anfrage ein Angebot schicken muss. Basis dafür sei ein Mustervertrag der Behörde. Diese Verpflichtung gelte für die Dauer von zehn Jahren. Außerdem muss die Post einen unabhängigen Treuhänder mit der Überprüfung der Einhaltung der Verpflichtungszusagen beauftragen. Eine weitere Auflage ist, dass die ursprünglich im Kaufvertrag vereinbarte Mindestmenge von Paketen gestrichen wird.

„Wir sind froh, dass wir nun grünes Licht für die Übernahme von Standorten der DHL in Österreich haben und wie geplant mit 1. August mit der Zustellung von DHL-Paketen an Privatpersonen beginnen können. Die erteilten Auflagen nehmen wir zur Kenntnis, akzeptieren sie und werden sie auch einhalten“, sagte ein Post-Sprecher zur Nachrichtenagentur Reuters.

Die mehrheitlich im Staatsbesitz stehende Österreichische Post will ab August von DHL 200 Mitarbeiter, zehn Zustellbasen und drei Verteilzentren übernehmen. Die Österreicher übernehmen damit etwa die Hälfte der DHL-Standorte in Österreich. Angaben zum Kaufpreis machten die Unternehmen nicht. Zusammen kommen die beiden Zusteller im Paketmarkt laut Wettbewerbsbehörde auf einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent. Die Deutsche Post hatte im Vorjahr nach Angaben des österreichischen Post-Sprechers rund 27,6 Millionen Pakete in Österreich zugestellt.

Die Deutsche Post war erst vor wenigen Jahren in den österreichischen Markt eingestiegen. Mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe wollte der Konzern bei Paketen die „klare Nummer zwei“ nach dem Marktführer Österreichische Post werden. Nach dem Markteintritt fürchtete der österreichische Platzhirsch um Einbußen in dem durch den Online-Handel boomenden Paketgeschäft. Zuletzt verschärfte sich der Wettbewerb erneut, nachdem im Herbst der US-Online-Riese Amazon mit der Paketzustellung in Wien begonnen hatte. Ein weiterer Konkurrent ist in Österreich die zum deutschen Versandhaus Otto gehörende Hermes Logistik-Gruppe.

Mehr: Onlinekunden erwarten kostenlose Lieferungen, doch steigende Preise der Paketdienste treiben die Kosten für die Händler. Die Verbraucher müssen sich auf einige Veränderungen einstellen – die Paketlieferung bis zur Haustür könnte zum Luxus werden.

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