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„Bis zuletzt begeisterter Ingenieur“Die Erklärung der Witwe Ursula Piëch im Wortlaut

Ferdinand Piëch schrieb Wirtschaftsgeschichte und war eine der schillerndsten Figuren der deutschen Industrie. Nun starb Piëch im Alter von 82 Jahren. Die Erklärung der Witwe Ursula Piëch. 27.08.2019 - 06:40 Uhr

Die Witwe des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch, Ursula Piëch, hat den Tod ihres Ehemannes bestätigt und eine Beisetzung im engsten Familienkreis angekündigt

Foto: imago images

Der langjährige VW-Patriarch Ferdinand Piëch ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Erklärung der Witwe, die der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vom Anwalt der Familie, Christian Schertz, zugeschickt wurde, lesen Sie nachfolgend im Wortlaut:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Ehemann Prof. Dr. h.c. Ferdinand Karl Piëch ist am 25. August 2019 im Alter von 82 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Er hinterlässt eine große Familie mit dreizehn Kindern und über doppelt so vielen Enkelkindern.

Ferdinand Piëch wurde am 17. April 1937 als Sohn von Anton und Louise Piëch und Enkel von Ferdinand Porsche geboren. Sein berufliches Wirken begann bei Porsche und führte über Audi zu Volkswagen. Dort war er als Vorsitzender zunächst des Vorstands und im Anschluss des Aufsichtsrats tätig. Im Frühjahr 2015 zog sich Ferdinand Piëch aus den Aufsichtsratsgremien des Volkswagen-Konzerns zurück und widmete seine Zeit Familie und Freunden.

Das Leben von Ferdinand Piëch war geprägt von seiner Leidenschaft für das Automobil und für die Arbeitnehmer, die diese erschaffen. Er war bis zuletzt begeisterter Ingenieur und Autoliebhaber.

Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

Wir bitten die Privatsphäre der Familie zu respektieren und von direkten Anfragen abzusehen, sondern sich hierzu an unseren Anwalt Prof. Dr. Christian Schertz (...) zu wenden.

Salzburg, 26. August 2019

Mit Autos kommt er schon früh in Kontakt: Ferdinand Piëchs (rechts) Großvater war der legendäre Käfer-Konstrukteur Ferdinand Porsche (Mitte). Auf dem Bild bewundern sie gemeinsam sie ein Modell des Porsche 356 Nr. 1.

Foto: CLARK/obs

Die Leidenschaft ist geweckt: 1963 beginnt der junge Ferdinand Piëch, beim Autobauer Porsche zu arbeiten. Das Foto zeigt ihn 1967 mit Cowboyhut an der Rennstrecke.

Foto: Presse

Bei Porsche arbeitet sich der Maschinenbauer hoch, bis er 1971 technischer Geschäftsführer wird. Hier ist Piëch (rechts) mit Porsche-Pilot Jo Siffert am Rande der belgischen Rennstrecke Spa-Francorchamps zu sehen.

Foto: Getty Images

1972 wechselt Piëch zu Audi, zwei Jahre später leitet er bereits die technische Entwicklung – und nur ein Jahr später ernennt ihn der Autobauer zum technischen Vorstand. Hier präsentiert er 1982 eines seiner Prestigeobjekte: den Audi 100.

Foto: dpa Picture-Alliance

An der Spitze von Audi angekommen, wird Piëch 1988 Vorstandsvorsitzender. In seine Zeit fällt unter anderem das 25-jährige Audi-Bestehen mit sieben Millionen verkauften Fahrzeugen.

Foto: dpa Picture-Alliance

1993 folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter: Piëch wird Vorstandsvorsitzender bei VW, den Posten behält er bis 2002. Bundeskanzler Schröder (links) galt für ihn als verlässlicher Unterstützer – beide liebten die Macht. „Ferdinand Piëch hat die Automobilbranche geprägt wie kein Zweiter“, sagte der Ex-Kanzler einmal über Piëch. Der entgegnete, Autobauen sei nur sein Hobby.

Foto: dpa

2002 übergibt Piëch die Geschäfte bei VW an seinen Nachfolger Bernd Pischetsrieder (rechts). Er selbst wechselt in den Aufsichtsrat.

Foto: dpa

Mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (rechts) liefert sich Piëch einen zähen Machtkampf – am Ende unterliegt Wiedeking und tritt 2009 zurück.

Foto: dpa

2012 feiert Piëch seinen 75. Geburtstag in Dresden – hier mit seiner Frau Ursula. Die Österreicherin wurde im selben Jahr in den Volkswagen-Aufsichtsrat gewählt.

Foto: dapd

Im April 2015 rückt Piëch überraschend vom VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn ab: „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn.“ Wenige Tage später zieht er sich selbst aus dem VW-Aufsichtsrat zurück.

Foto: dpa

2017 verkauft Piëch dann ein milliardenschweres Aktienpaket. Der frühere VW-Konzernlenker trennte sich von einem Großteil seiner Anteile an der VW-Dachgesellschaft Porsche SE – diese gingen an Verwandte. Die Dynastie Porsche-Piëch hat auch nach dem Tod des Ex-Patriarchen weiter das Sagen.

Foto: imago images

Mehr zum Leben und Wirken des VW-Patriarchen können Sie in unserem ausführlichen Portrait nachlesen: Die sieben Gesichter des Ferdinand Piëch

dpa
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